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Ein Vater-Mutter-Gott: die Grundlage für Fortschritt und Gleichberechtigung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 17. Januar 2019


Was kann eine Reformerin aus dem 19. Jahrhundert zum Fortschritt der heutigen Männer und Frauen beitragen?

Jede Menge! Mary Baker Eddy betrachtete Fortschritt als das Gesetz des einen unendlichen Vater-Mutter-Gottes und Gleichberechtigung als die natürliche Auswirkung Gottes, der Mann und Frau nach Seinem eigenen Bild und Gleichnis erschaffen hat (siehe 1. Mose 1:26, 27). Das gehörte zu ihrer bahnbrechenden Entdeckung der Christlichen Wissenschaft, eines wissenschaftlichen Ethik- und Heilsystems, das auf der Bibel und insbesondere den Lehren Christi Jesu basiert.

Im Mittelpunkt der Christlichen Wissenschaft und der Lehren Christi steht die Bergpredigt, einschließlich der Goldenen Regel: „So wie ihr von den Menschen behandelt werden wollt, so behandelt ihr sie auch! Das ist das Gesetz und die Botschaft der Propheten“ (Matthäus 7:12). Darauf fußt wahre Gleichberechtigung; sie ist in Christi Christentum verwurzelt. Ebenfalls Teil der Bergpredigt ist das Gebet des Herrn, das mit den Worten beginnt: „Unser Vater.“ Dieses schöne Wort unser legt unsere untrennbare, geistige Beziehung zu Gott und zueinander fest. Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Mrs. Eddys Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, enthält eine tiefgeistige Sicht des gesamten Gebets des Herrn. Dazu gehört die geistige Auslegung der Zeile „Unser Vater im Himmel!“, die lautet: „Unser Vater-Mutter-Gott, all-harmonisch“ (S. 16). Diese alles umfassenden Worte bilden die Grundlage für Gleichberechtigung und Fortschritt. Weiter hinten in Wissenschaft und Gesundheit lesen wir: „Der eine unendliche Gott, das Gute, vereint Menschen und Völker, begründet die Brüderlichkeit unter den Menschen, beendet Kriege, erfüllt die Bibelstelle: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘, vernichtet heidnische und christliche Abgötterei – alles, was in sozialen, bürgerlichen, strafrechtlichen, politischen und religiösen Gesetzen falsch ist, stellt die Geschlechter gleich...“ (S. 340).

Obwohl einzelne Bibelstellen gelegentlich dazu verwendet wurden – und werden –, eine ungleiche Behandlung der Geschlechter zu rechtfertigen, zieht sich die tiefgeistige Lektion durch die Bibel, dass die Beziehungen der Menschen untereinander im Kern auf der Tatsache beruhen, dass Gott alle Menschen gleich liebt. Dieser geistige Faden der Gleichberechtigung ist in die Bibel verwoben, angefangen mit dem ersten Kapitel der Genesis, wie oben erwähnt. Das Alte Testament führte den sozialen Fortschritt der Gleichberechtigung in Geschichten wie denen von Zelofhad und Hiob ein (siehe 4. Mose 27:7 und Hiob 42:15). In beiden Fällen wurden ungerechte Gesetze umgestoßen, so dass ihre Töchter erben konnten. Und dieser Fortschritt wuchs weiter in Jesu Mission, die im Mittelpunkt des Neuen Testaments steht. Jesus erkannte alle als in Gottes Augen gleichberechtigt. Wir lesen in Galater 3:28: „Da ist weder Jude noch Grieche, weder Knecht noch Freier, weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“ Mrs. Eddy entdeckte bei ihrem gründlichen Studium der Bibel unparteiische und universale geistige Gesetze, die vom göttlichen Prinzip ausgehen und die geistige Natur von Gleichberechtigung und Fortschritt offenbaren – göttliche Gesetze, die alles anfechten, was im menschlichen Bewusstsein begrenzend wirkt und materiell ist – und neuen Erkenntnissen in allen menschlichen Belangen Tür und Tor öffnen.

Als Beweis für die heilenden Auswirkungen dieser göttlichen Gesetze – noch bevor Frauen in den Vereinigten Staaten wählen durften – durchbrach Mrs. Eddy soziale und institutionelle Hürden, um diese Ideen zu fördern. Sie rief ein Verlagshaus, ein Lehrinstitut und eine weltweite Kirche ins Leben und ist vor allem als Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft bekannt. Sie verstand, dass auf der geistigen Gesetzgebung basierende Gleichberechtigung das Gleichgewicht für die ganze Menschheit ermöglicht und wiederherstellt. Sie schrieb: „Im Naturgesetz und in der Religion hat die Frau ein unveräußerliches Recht, das höchste Maß an erleuchtetem Verständnis und die höchsten Posten in der Regierung auszufüllen; und für diese Rechte treten die edelsten Menschen beider Geschlechter in verständiger Weise ein“ (Nein und Ja, S. 45).

Die Feminismusforscherin Rosemary Hicks beschrieb im Journal of Feminist Studies in Religion die Auswirkung der Christlichen Wissenschaft auf das 19. Jahrhundert: „Die Christliche Wissenschaft half dabei, die Existenz von Frauen im sozial konstruierten öffentlichen Sektor zu erweitern und zu rechtfertigen. ... Ferner fuhr die Christliche Wissenschaft fort, die öffentliche Präsenz von Frauen und ihre Mitarbeit in so unterschiedlichen Bereichen wie Gesundheitsfürsorge, Bildung, Religion und Regierung zu fördern ...“ („Religion and Remedies Reunited: Rethinking Christian Science“, Bd. 20, Nr. 2, Herbst 2004, S. 56, 57).

Mary Baker Eddy entdeckte die Christliche Wissenschaft zu einer Zeit tiefgreifender Veränderungen, in der diese vielfältigen Bereiche neu definiert und Organe eingerichtet wurden, um ihre Fortschritte zu unterstützen. Heute sehen wir ein großes Potenzial für ebensolche tiefgreifenden Veränderungen, da ein zunehmender Dialog über die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Menschenrechte höhere Ideale, noblere Motive und breiter gefächerte Anteilnahme fordert. Es gibt eine Gelegenheit, neue Definitionen, Gesetze und Einrichtungen zu entwickeln, um diese Ideale dauerhafter und geistiger zu fördern.

Die Menschheit ist von Natur aus fähig, auf einer geistigeren Grundlage aufzubauen. Wir lernen in der Christlichen Wissenschaft, dass wir alle einen geistigen Sinn in uns bergen – die Befähigung, die geistigen Dinge Gottes zu verstehen. Dieser geistige Sinn reagiert auf unvoreingenommene und universale Wahrheit, die beständig im Bewusstsein wirkt, das Verständnis erhellt und alles zerstört, was unwahr ist. Dieser geistige Sinn wächst zu dem Verständnis heran, dass es nur eine Ursache gibt, nämlich Gott. Dies zu verstehen, ist der Schlüssel zum menschlichen Fortschritt – jede Stufe des Fortschritts ist weniger materiell und dafür geistiger (siehe Mary Baker Eddy, Die allgemeine Anschauung des Menschen von Gott, S. 1).

Das Bewusstsein von Gott, Wahrheit, als der einzigen Ursache ist das christliche Denken, das Jesus belebte und durch das er Sünde und Krankheit heilte und den Tod überwand. Es ist dasselbe Christus-Bewusstsein, das alles zerstört, was Ungleichberechtigung und Ungerechtigkeit hervorruft, während es die ewige, geistige Grundlage der Gleichberechtigung offenbart, bei dem das Männliche und das Weibliche einander auf individueller und gesellschaftlicher Ebene ergänzen.

Unser Fortschritt hin zu Gleichberechtigung gründet sich dann nicht auf menschliche Meinungen oder politische Änderungen; er ist das unvermeidliche Ergebnis eines Verständnisses der ewigen Wahrheit. Wir werden in Wissenschaft und Gesundheit aufgefordert: „Lasst uns die Wissenschaft akzeptieren, alle auf dem Zeugnis der Sinne beruhenden Theorien fallen lassen, unvollkommene Vorbilder und trügerische Ideale aufgeben; und lasst uns so einen Gott, ein Gemüt haben, das vollkommen ist, und Seine eigenen Vorbilder der Vortrefflichkeit hervorbringt. Lasst ‚Mann und Frau‘ so erscheinen, wie Gott sie erschaffen hat“ (S. 249).

Das, was die Bewegung hin zu Gleichberechtigung von einem vorübergehenden Trend unterscheidet, zeigt sich, wenn es das geistig und ewig Wahre über Gott und über Sie und mich offenbart. Wir sind – gleichberechtigt – als Bild und Gleichnis unseres Vater-Mutter-Gottes erschaffen, und das ist unser ursprüngliches und letztendliches Erbe. Diese Gleichberechtigung ermächtigt uns und führt unvermeidlich zu Fortschritt.

Kim Crooks Korinek
Stellvertretende Chefredakteurin

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Kim Crooks Korinek, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Mai 2017

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