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Original im Internet

Eine solide Grundlage für Frieden

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 26. April 2019


Es war Silvester im brasilianischen Recife, und die Straßen, Strände und sogar das seichte Wasser des Meeres waren voll mit weißgekleideten Menschen. Die Farbe drückte ihren Wunsch aus, das neue Jahr mit Frieden zu füllen.

Die Erinnerung an das Ereignis vor Jahren ist ganz frisch, nicht nur weil es beachtlich war, sondern auch wegen der Begründung. Ich staunte, dass angesichts der vielen Hoffnungen und Wünsche, die Menschen haben könnten, so viele dasselbe wollten, nämlich Frieden. Und möchte nicht jeder im tiefsten Innern alle Konflikte hinter sich lassen und für sich selbst und die Welt dauerhaften, befriedigenden Frieden finden?

Das tiefsitzende Verlangen nach der Ruhe, Harmonie und Liebe, die Frieden ausmachen, weist auf einen mir sehr wichtigen Gedanken hin, den ich in der Bibel und den Lehren der Christlichen Wissenschaft gefunden habe. Es geht darum, dass Liebe, die im Allgemeinen als Gott bezeichnet wird, unsere wahre Quelle des Daseins ist. Ich habe selbst erlebt, wie das Verständnis, dass wir unseren Ursprung in Liebe haben, unser Leben umwandeln und uns Frieden bringen kann.

Ich erinnere mich gut an einen Streit mit einer Freundin, der unserer Freundschaft schadete und uns beide sehr aufregte. Nachdem ich an dem Abend nach Hause gekommen war und aufgehört hatte, die Sache weiter durchzuspielen, fing ich an zu beten, denn das hatte sich zuvor als hilfreich erwiesen.

Dieses Gebet hatte nichts mit bestimmten Worten oder Niederknien zu tun, vielmehr war es das ehrliche Verlangen und eine mentale Bitte, die mich damals zu einer Offenbarung führte: Das Ziel war weder, meine Freundin von meiner Sichtweise zu überzeugen noch ihre anzunehmen – ja, es ging nicht mal um den Konflikt selbst. Nein, es ging um eine höhere, geistige Sichtweise von dem, was wir wirklich sind und woher wir kommen.

In Wahrheit sind wir der Ausdruck Gottes und spiegeln Seinen Frieden wider. Das ist ein Konzept aus der Lehre Christi Jesu, des Friedefürsten, der sagte: „Glückselig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5:9). Das Verständnis, dass wir alle Gottes Kinder sind, gab Jesus die Macht zu heilen, und alle, die von dieser Grundlage aus beten, sind fähig zu heilen. Diese Fähigkeit ist nicht auf bestimmte Personen, Zeiten oder Orte beschränkt. Gottes Gesetz des Friedens liegt uns allen zugrunde.

Vor unserem Streit hatte meine Freundin mir gesagt, dass sie „halt starrsinnig“ war. Doch der Kern von Jesu Lehre, die Wissenschaft, die er lehrte, zeigte, dass wir geistig und zum Ebenbild der Liebe erschaffen sind. Wir sind von Natur aus fähig, Eigenschaften auszudrücken, die Gottes Liebe widerspiegeln, darunter Rücksichtnahme, Zuneigung und Freude. Trotz des Bildes um uns herum ist das die dauerhafte Wirklichkeit unseres Daseins, und Jesus zeigte uns, dass selbst der Hauch eines Verständnisses davon heilenden Frieden bewirkt. Das Bestreben, meine Freundin so zu sehen, wie Gott sie erschaffen hat, und nicht als starrsinnig, war meine Art, das zu praktizieren, was Jesus gelehrt hatte.

Als ich in dieser Weise betete, fing ich an, meine Freundin geistiger zu erkennen, und hatte ein starkes Gefühl von Frieden, das nur von Gott, der göttlichen Liebe selbst, kommen konnte. Die Freude, die ich aus diesem Gebet erhielt, lässt sich gut von der Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft Mary Baker Eddy zusammenfassen: „Welch herrliches Erbe wurde uns durch das Verständnis von der allgegenwärtigen Liebe zuteil! Mehr können wir nicht erbitten, mehr brauchen wir nicht, mehr können wir nicht haben. Diese holde Gewissheit ist das ,Schweig und verstumme‘ gegen alle menschlichen Ängste, gegen Leiden jeder Art“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 307).

Wenige Augenblicke nachdem ich diesen festigenden, harmonisierenden Frieden gespürt hatte, rief meine Freundin an, um sich zu entschuldigen. Ich antwortete, dass alles in Ordnung war und dass ich sie als meine Freundin unterstützte. Ich war so dankbar, nicht nur, dass wir unsere Freundschaft fortführen und beruhigt sein konnten, sondern auch zu erkennen, wie unmittelbar und klar Gebet wahre Harmonie in unserem Leben schaffen kann.

Obwohl das nur ein kleines Beispiel ist, zeigt es mir die Macht Gottes, der Liebe, uns Frieden zu bringen. Ich hoffe, dass wir alle den Mut haben, den Frieden der göttlichen Liebe zu erkennen und zum Ausdruck zu bringen – für das neue Jahr und darüber hinaus.

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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