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Original im Internet

Gut miteinander auskommen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 2. April 2019


Vor mehreren Jahren hatte ich eine Erfahrung, die zum heute allzu üblichen unfreundlichen Ton politischer Diskussionen passt. Es hat so oft den Anschein, als ob keine Seite bereit ist, einen Millimeter nachzugeben oder Gemeinsamkeiten zu finden, auf denen alle aufbauen können.

In meinem Fall lagen eine Freundin und ich im ständigen Streit über etwas, woran ich mich heute nicht mal mehr erinnern kann. Damals schien es mir jedoch enorm wichtig zu sein, diesen Streit zu gewinnen – und ihr war es offenbar genauso wichtig. Bis dahin waren wir gute Freundinnen gewesen, die sich gern mochten und meistens einer Meinung waren, daher war die Situation sehr unangenehm.

Meine Freundin und ich hatten den Nutzen von Gebet beim Beilegen unharmonischer Situationen erlebt, und so beteten wir beide über diesen Streit. In meinem Fall fand ich eine Geschichte in der Bibel besonders hilfreich. Es geht dabei um zwei Männer, Lot und Abram (der später den Namen Abraham erhält).

Wie wir im 1. Buch Mose lesen, waren Lot und Abram miteinander verwandt, doch die Männer, die ihre Herden versorgten, standen nicht nur im Wettbewerb, sondern in echtem Konflikt miteinander. Es war offenbar nicht genug Weideland für beide Herden verfügbar.

Abram wird als jemand beschrieben, der in Harmonie mit Gott leben und Gottes Führung folgen wollte. Daher war es vielleicht nicht verwunderlich, dass er Frieden stiftete. Er sagte Lot: „Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; denn wir sind Brüder“ (1. Mose 13:8). Aus meiner Sicht ermahnte er sich selbst und Lot dazu, dass sie einander brüderliche Liebe zeigen und über die Dinge hinauswachsen sollten, die sie entzweiten.

Diese Geschichte in der Bibel half mir zu erkennen, dass meine Freundin und ich auch „Brüder“ (oder vielmehr Schwestern) sind, insoweit als wir die Kinder Gottes und somit in Gottes Liebe gleichwertig sind. Christus Jesus betonte, dass wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Ich erkannte, dass das möglich ist, weil Güte und Frieden jedem Menschen als Gottes geistigem Kind, dem Ausdruck der göttlichen Liebe, von Natur aus innewohnen. Es ist ganz natürlich für uns alle, Gottes Liebe zu spüren und einander als Gottes Kinder zu respektieren.

In dem Maß, wie sich meine Sichtweise änderte, festigte sich unsere Freundschaft. Ich musste meine Freundin nicht bitten, sich zu ändern. Das passierte einfach. Es kehrte wieder Harmonie für uns beide ein und daraus wurde eine lebenslange Freundschaft.

Mir ist bewusst, dass das eine harmlose Situation war verglichen mit den aktuellen Szenen zwischen gegnerischen politischen Einstellungen, doch die starken Ideen über die vereinigende Macht unserer Beziehung zu Gott und zueinander haben mir Mut gemacht, dass diese größeren Zwiste ebenfalls geheilt werden können.

Die Christliche Wissenschaft erklärt, dass Gott die Ursache aller Intelligenz und Weisheit ist und dass wir Ihn als göttliches Gemüt bezeichnen können. Jeder von uns kann beten, um unsere Gedanken über eigenwillige persönliche Meinungen zu erheben, und die Führung dieses Gemüts annehmen, wodurch wir in jedem Austausch mit anderen Hilfe erlangen, so wie ich mit meiner Freundin.

Fällt mir das leicht? Nein, sicherlich nicht immer. Aber ich habe festgestellt, dass ich umso schneller Frieden und eine Lösung bei Konflikten mit anderen finde, je schneller ich zu der Idee erwache, meinen Nächsten zu lieben, und mir der vereinigenden Macht des einen göttlichen Gemüts bewusst werde.

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Jeder einzelne Herold enthält die gute Botschaft, dass der Mensch als die Widerspiegelung Gottes vollkommen ist und dass er in seinem wahren Wesen eine geistige Idee ist und nicht eine an einen bestimmten Ort gebundene sterbliche Persönlichkeit. Der Herold offenbart denen, die ihn lesen, ihre Fähigkeiten, ihre unbegrenzten Möglichkeiten sowie ihre Freiheit und ihren Adel als Kinder Gottes.

– Mildred W. Willenbrock, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1963 

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