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Original im Internet

Kein „Was ist, wenn ...“ bei Gott

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 30. April 2019


Vor Jahren legte ich einem Praktiker der Christlichen Wissenschaft eine ganze Litanei von Befürchtungen vor, die alle mit „Was ist, wenn ...“ anfingen – was ist, wenn dies passiert und sich jenes verschlimmert? Er unterbrach mich freundlich mit der Empfehlung aufzuhören, über „was ist, wenn“ nachzudenken und auf das zu schauen, was ist – was jetzt aus geistiger Perspektive wahr ist. Stimmt. Nichts von dem, worüber ich mich aufregte, war eingetreten – es waren alles nur düstere Vorhersagen. Statt mich zu sorgen, hätte ich mehr Vertrauen auf das Gute haben sollen – auf Gott und Seine Kontrolle über mein Leben. Ich hörte auf, mich über die Zukunft zu sorgen, dankbar für die Aufforderung, mich auf die Allmacht Gottes zu verlassen.

Das vom geistigen Verständnis vermittelte Gefühl von Sicherheit im Leben kommt, wenn wir lernen, zwischen dem zu unterscheiden, was aus begrenzter, materieller Sichtweise wahr zu sein scheint, und dem, was wahr ist, was gottverliehen und nur durch das sichtbar ist, was Mary Baker Eddy „geistigen Sinn“ nennt. Das als wahr und echt zu akzeptieren, was wir mit den materiellen Sinnen wahrnehmen, ruft oft Furcht und Unsicherheit hervor, während eine erhobene geistige Sichtweise Trost und praktische Ergebnisse mit sich bringt.

Ein geistiges Verständnis der Bibel ist vonnöten, um uns zu helfen, die Wahrheit des Seins zu verstehen. Drei Bibelstellen sind dabei besonders hilfreich. Die erste ist in der Apostelgeschichte: „In ihm leben, weben und sind wir“ (17:28). Da Gott Geist ist und wir alle in Ihm leben, wie dieser Vers sagt, müssen wir geistig sein, nicht materiell. Wenn wir in Geist leben, können wir in Wirklichkeit keinen beängstigenden „Was ist, wenn“-Szenarien unterliegen, denn Geist, Gott, ist gut und allmächtig. Christi Jesu Aussage: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10:30) ist eine weitere hilfreiche Idee. Da wir „alle einer in Christus Jesus“ sind (Galater 3:28), müssen wir auch eins mit Gott sein; somit kann nur das über uns wahr sein, was über Gott wahr ist. Es ist uns unmöglich, haltlose Sterbliche außerhalb von Gottes Liebe und Schutz zu sein.

Diese Gedanken werden durch die dritte Stelle getragen: „Und Gott sprach: ‚Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich‘ ... Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau“ (1. Mose 1:26, 27). Da wir Gottes Ebenbild sind, spiegeln wir Gott und Seine Qualitäten wieder; Gott ist beispielsweise Wahrheit und Liebe, also sind wir, Sein Ebenbild, ehrlich und liebevoll.

Jesus demonstrierte diese revolutionären Gedanken beispiellos. In Situationen, die für die meisten Menschen kaum Hoffnung enthielten, rief er nicht nur Hoffnung hervor, sondern heilte, indem er sich Gott zuwandte, auf Gottes Allmacht vertraute und die Wahrheit der Einheit des Menschen mit Gott erkannte. Jesus verstand so klar, dass der Mensch die Natur Gottes als Leben, Wahrheit und Liebe durch den Christus widerspiegelt und dass Gottes Eigenschaften den wahren Charakter des Menschen ausmachen. Er sah diejenigen, die sich um Hilfe an ihn wandten, nicht als problembehaftete Sterbliche außerhalb Gottes, er sah ihre unveränderliche geistige Realität – rein, vollkommen und vollständig. Ohne diese korrekte Sichtweise hätte Jesus nicht heilen können; mit ihr manifestierte er immer wieder das, was wahr ist über Gottes Bild und Gleichnis, und das führte zu Heilung, Erneuerung und Umwandlung.

Als Jesus beispielsweise zum Haus von Jairus gerufen wurde, dessen Tochter schwerkrank war (siehe Lukas 8:41–55), wurde er unterwegs aufgehalten, und manche fragten sich vermutlich: „Was passiert, wenn Jesus nicht rechtzeitig ankommt?“ Ja, noch bevor er Jairus’ Haus erreichte, kam die Nachricht, dass es zu spät war – das Mädchen war bereits gestorben. Jesus blieb unverzagt und erklärte, dass sie nicht tot war, sondern schlief. Viele der Trauernden lachten ihn aus, aber Jesus wusste, dass Gott alle Dinge möglich sind. Und in der Tat wurde Leben statt Tod demonstriert. Jesus wies den Schwarzmalern die Tür, nahm das Mädchen bei der Hand und befahl ihr, aufzustehen. Sie erwachte, setzte sich auf, und Jesus sorgte dafür, dass sie etwas zu essen bekam.

Mary Baker Eddy wusste, dass Christus Jesus sich auf die Wahrheit über Gott und Seine Schöpfung bezog, als er sagte: „[Ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8:32). Und diese Wahrheit zu erkennen ist der Schlüssel zur Freiheit von den Befürchtungen (einschließlich „was ist, wenn“), die den Menschen seines Wohlbefindens und Gleichmuts berauben. Sie schrieb in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Indem du das Denken über den Irrtum, oder die Krankheit, erhebst und beharrlich für die Wahrheit streitest, zerstörst du den Irrtum“ (S. 400). Wenn wir empfänglich sind für geistige Wahrheit, statt uns mit hinderlichen „was ist, wenn“-Gedanken des Irrtums zu belasten, wird das offenbart, was geistig gesehen wahr ist, und das steuert unser Denken und Erleben.

Einmal führte das Wissen, was wahr ist über Gott und die Beziehung des Menschen zu Gott als Sein Ebenbild, zu einer schnellen Heilung meiner kleinen Tochter. Wir holten gerade eine vorbestellte Pizza ab, als meine Tochter aufschrie – sie hatte sich die Hand in der Autotür geklemmt. Sofort bestand ich mental darauf, dass sie in Gott lebt, sich bewegt und ist, und nicht in der Materie. Ich wusste, dass Gott intakt und unverletzt ist und meine Tochter das deshalb ebenfalls war, denn sie war zu Seinem Bild und Gleichnis erschaffen. Ich öffnete die Autotür, damit sie die Hand herausziehen konnte, und sie spielte fast sofort wieder mit ihrer Schwester, wobei sie die Hand benutzte, als sei nichts geschehen – was aus geistiger Warte ja auch stimmte. Da sie eins mit Gott ist, kann sie nur das erleben, was Gott erlebt, und das schließt Schmerz und Leid aus. Ich hielt an dieser Wahrheit fest und ließ keine Gedanken darüber, „was ist, wenn“ (die Hand anschwillt und weh tut?), die göttliche Heilung aufhalten.

Ein Vers von Lied Nr. 135 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft erklärt, warum wir nichts zu befürchten haben:

Ich weiß von keinem Leiden,
denn alles Kreuz und Leid
kann mich von Dir nicht scheiden,
Du Quell der Seligkeit.
Weil ich, o Herr, Dich habe,
und Dir ist niemand gleich,
hab’ ich die Himmelsgabe,
die ewiglich macht reich.
(Carl J. P. Spitta, Richard Massie, Bearbeitung © CSBD)

Sicherheit kommt von dem Wissen, dass Gott jeden von uns liebt und wertachtet und in Seiner Liebe geborgen hält. Dort sind wir allezeit, sicher und vollständig – wir verlassen diese wahre Wohnstätte in Gottes Liebe nicht. Wenn wir die geistige Wahrheit anerkennen und uns zu eigen machen und die Ansprüche des Irrtums zurückweisen, die sich der Wahrheit entgegenzustellen scheinen, erleben wir zunehmend die Liebe, Freiheit und das Glück der geistigen Wirklichkeit. Dann zeigen sich weniger Herausforderungen, und die, mit denen wir konfrontiert werden, sehen weniger bedrohlich oder übermächtig aus, denn wir erkennen sie klarer als Gelegenheit, auf Gott zu vertrauen und die Wahrheit über unser geistiges Dasein zu bestätigen. Innerer Frieden kommt, wenn wir verstehen, dass alles jetzt und immer gut ist.

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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