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Original im Internet

Schlüsselmomente beim geistigen Wachstum

Mein Pastor half mir aus Dunkelheit heraus

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 7. Juni 2019


Am schlimmsten waren die Nächte. Sobald ich im Bett lag, wurden schmerzliche Erinnerungen schlechter Entscheidungen wach und brachten Selbstvorwürfe und Trauer mit sich. Ich fühlte mich zu dieser nächtlichen Erinnerungsflut verdammt, bei der ich mich immer wieder fragte, was ich anders hätte tun können. Dieses Brüten über der Vergangenheit raubte mir den Schlaf und beeinträchtigte Entscheidungen für mein gegenwärtiges Leben. Durch mein schlechtes Selbstwertgefühl strengte ich mich in der Uni und am Arbeitsplatz nicht wirklich an, und ein überwältigendes Gefühl von Unwürdigkeit führte dazu, dass ich Wachstumsmöglichkeiten und gesunden Beziehungen aus dem Weg ging.

In diesen Jahren redete ich viel mit Gott, obwohl ich Ihm aus Angst vor der möglichen Antwort nicht wirklich zuhörte. Glücklicherweise waren einige Ideen erhalten geblieben, die ich als Kind in der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte – zum Beispiel, dass Gott mein göttlicher Vater-Mutter ist und mich heute und immer als Sein-Ihr geistig vollkommenes und unschuldiges Kind kennt, würdig und frei von Niedergeschlagenheit.

Ideen dieser Art wirkten in dieser schweren Zeit wie ein Anker. Doch ich rang damit, wie ich sie praktisch umsetzen konnte. An einem besonders schlimmen Punkt wandte ich mich dem Pastor meiner Kindheit zu, dem Pastor der Christlichen Wissenschaft: der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy. Dort fand ich Antworten.

Ich fing mit der Bibel an. Als Kind in der Sonntagsschule hatte ich die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament geliebt, aber ich hatte sie nie näher studiert. Jetzt wollte ich mehr wissen und herausfinden, ob ich aus den Erfahrungen der Personen in diesen Berichten etwas lernen konnte. Also verbrachte ich Zeit damit, mehr über Josef zu erfahren, der von seinen eifersüchtigen Brüdern schikaniert worden war, dessen Leben sich dann aber zum Guten wendete. Auch Maria Magdalena, die so liebevoll und sanft Jesu Füße mit ihren Reuetränen gewaschen hatte und uns die Macht von Demut lehrte. Ich liebte besonders Paulus, der einst die Nachfolger Jesu verfolgt hatte, bevor der Christus ihn umwandelte. Paulus’ Erfahrung machte mir Hoffnung, dass auch ich Gottes Güte fühlen und ausdrücken könnte, wenn ich mich aus ganzem Herzen an Ihn wandte.

Ich liebte die Tatsache, dass die Bibel so viele Geschichten von Menschen wie mir enthält, Menschen, die kämpften, schlechte Entscheidungen trafen und manchmal gänzlich versagten – und dann zu einer Macht des Guten wurden. Ich erfuhr, dass wir in solchen Erfahrungen oft die wichtigsten Lektionen lernen.

Als ich mich weiter mit diesen und vielen anderen inspirierenden Männern und Frauen umgab, lernte ich, die Vergangenheit loszulassen und Frieden zu finden. Ich fühlte, dass ihre Geschichten einen direkten Bezug zu mir hatten und mir versicherten, dass auch ich das erleben konnte.

Da ich mich nach einem besseren Verständnis von dem sehnte, was ich in diesen Geschichten las, wandte ich mich Wissenschaft und Gesundheit zu. In Vermischte Schriften 1883–1896 erklärt Mary Baker Eddy: „Euer zwiefacher und unpersönlicher Pastor, die Bibel und ,Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift‘, ist bei euch; und das Leben, das diese verleihen, die Wahrheit, die sie veranschaulichen, die Liebe, die sie kundtun, ist der große Hirte, der meine Herde weidet und sie zum ,frischen Wasser führt‘‘‘ (S. 322).

Mit meinem „zwiefachen und unpersönlichen Pastor“ ausgerüstet, betete ich beharrlich weiter und weigerte mich, über die Vergangenheit zu grübeln. Meine Gedanken der Unwürdigkeit und Reue wichen einem Verständnis von meiner wahren Natur als Gottes unfehlbare, geistige Tochter.

Ich fing an zu erkennen, dass ein Loslassen von emotionaler Pein nicht bedeutet, dass einem Dinge egal werden oder man die daraus gelernten Lehren vergisst. Das Loslassen kam davon, dass ich Gott, dem Guten, meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anvertraute. Meinem Vater-Mutter-Gott zu vertrauen führte zu mehr Anteilnahme und der Fähigkeit, kluge Entscheidungen zu treffen.

Ich verstand, dass ich die Vergangenheit zwar nicht ändern konnte, aber fähig war, meine Sichtweise davon in meinem gegenwärtigen Bewusstsein zu ändern, indem ich wusste, dass Gott, das göttliche Bewusstsein – allmächtiger, allgegenwärtiger und allwissender Geist – nie von den Ereignissen berührt worden war, die mir zu schaffen machten. Das, was ich von dem Pastor lernte, half mir zu erkennen, dass unsere Identität und Wertigkeit so zeitlos sind wie unser Schöpfer, Gott, denn wir sind auf ewig eins mit Ihm und dem Frieden und der Freude, die in Seiner Schöpfung zum Ausdruck kommen.

Mein höchstes Verständnis von Gottes Bewusstsein von mir war nun mein Ausgangspunkt und nicht mehr die Tiefen schlechter Erinnerungen, und so konnte ich spüren, wie die Macht des Christus, der göttlichen Wahrheit, sich mir zuwandte und mich aus der Dunkelheit heraus hob. Die lähmenden Gefühle von Opferdasein und Schuld und die Neigung, die schlechten Erinnerungen im Kopf nachzuspielen, wurden durch ein Gefühl absoluter Unschuld ersetzt. Ich war wirklich frei und bin es bis heute.

Wir lesen in den Psalmen: „Behüte mich wie einen Augapfel; beschütze mich unter dem Schatten deiner Flügel“ (17:8). Wir sind alle die wertgeschätzten und tief geliebten Kinder unseres Vater-Mutter-Gottes. Wenn ich heute zu Bett gehe, erfreue ich mich dieser Liebe und empfinde Frieden. Das ist Ihnen ebenfalls möglich!

„Legst du dich, dann wirst du dich nicht fürchten, sondern süß schlafen“ (Sprüche 3:24).

Linda Berckmann

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Die Mission des Herold

Mrs. Eddys göttlich inspirierte Erklärung der Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft, der im Jahre 1903 gegründet wurde, ist zu einem Symbol für die weltumfassenden Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Bewegung geworden. Ihre Worte erscheinen als Inschrift an der Vorderseite der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Sie lauten: „Die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden.“ Der Herold ist ein greifbarer Ausdruck des Wunsches unserer Führerin, die unschätzbare Kenntnis der Wissenschaft des Lebens an die ganze Menschheit weiterzugeben. Sie erkannte, dass der Tröster „zur Heilung der Völker“ gekommen war.

– Alfred F. Schneider, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, September 1977

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