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Original im Internet

Wir sind fähig

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 5. September 2019


Manchmal scheint Freiheit – von Krankheit, Feindschaft, Trauer oder sonst etwas – außerhalb unserer Reichweite zu sein und zu behaupten: „Hier kann man nichts machen; das muss seinen Gang gehen.“

Doch was wäre, wenn es eine andere Herangehensweise an diese Einstellung gäbe, eine die zeigt, dass geistige Inspiration sicher zu Freiheit führt?

Das mag radikal klingen, doch ich habe in meinem Studium und meiner Praxis der Christlichen Wissenschaft erlebt, dass es nicht weithergeholt ist. Es gibt eine geistige Perspektive, die zu der Erkenntnis führt, dass wir nie wahrhaft hilflos sind, und uns den Beweis erbringen lässt, dass Gesundheit und Harmonie immer in Reichweite sind.

Denken wir an diese poetische Botschaft in der Bibel: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Bedrängnis, [damit wir befähigt werden, die zu trösten], die in vielerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden“ (2. Korinther 1:3, 4, nach der King James Bibel; Hervorhebung der Verfasserin).

Hier zeigt sich eine ermutigende und zeitlose Verheißung. Selbst wenn die Dinge schlecht aussehen, ist Gott für uns da. Und wir sind nicht nur fähig, Seine Fürsorge zu fühlen und zu erleben, sondern Er befähigt uns, andere zu unterstützen, die ebenfalls Hilfe brauchen.

Gott – das erhaben mächtige, unendlich liebevolle göttliche Prinzip von allem, was gut und wahr ist –, spendet echten Trost, nicht nur: „Schön ruhig bleiben, tief durchatmen.“ Es ist der sicherste, reinste Trost, den es gibt: Heilung.

Doch sind wir bereit, diesen Trost zu empfangen? Sind wir empfänglich für göttliche Inspiration, die neue Sichtweisen von Gott als gut bewirkt und unsere wahre Natur als der geistige Ausdruck von Gottes Vollständigkeit und Harmonie offenbart? Sind wir demütig genug, um mental Gottes heilende Liebe einzulassen – und diese Liebe nach außen zu anderen zu spiegeln und auszudrücken?

In dem Maße, wie wir solche Fragen ehrlich bejahen können, werden wir feststellen, dass wir in der Tat fähig sind, auf heilende, sichtbare Weise zu helfen und Hilfe zu erlangen.

An einem Nachmittag ging es mir körperlich so schlecht, dass ich früher von der Arbeit nach Hause gehen musste. Der Heimweg dauerte fast eineinhalb Stunden zu Fuß, per Bahn und Zug, und an dem Tag erschien er mir furchtbar. Unterwegs wandte ich mich von ganzem Herzen Gott zu und betete um Trost und Frieden.

Dann fielen mir diese Worte ein: „die von Gott gegebene Fähigkeit des Menschen, die heilige Macht des Gemüts zu demonstrieren.“ Das steht auf Seite 182 von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft. Gemüt steht hier in Kapitälchen, weil es sich auf Gott, das göttliche Gemüt, bezieht, und der Satz handelt von einer Fähigkeit, die jedem Menschen zu eigen ist.

Ich schöpfte so viel Hoffnung daraus! Es half mir, der Vorstellung zu entkommen, ich sei eine schmerzbehaftete Sterbliche, allein und hilflos im Zug. Das hat überhaupt nichts mit uns als Gottes Schöpfung zu tun! Als Gottes Kinder sind wir alle untrennbar von unserer göttlichen Quelle und spiegeln ganz natürlich die Kraft des göttlichen Geistes wider. Nichts kann unsere gottgegebene Fähigkeit zerstören, diese geistige Wirklichkeit zu erkennen und zu erleben.

Ich fragte mich nicht mehr, wie ich den restlichen Heimweg aushalten sollte. Ich fühlte mich fähig – nicht nur, anzukommen, sondern aufzublühen. Nicht aus rein menschlichem Willen, sondern weil es Gottes Wille ist, dass Seine gesamte Schöpfung gedeiht.

Als der Zug an meinem Bahnhof anhielt, waren die Schmerzen verschwunden und ich fühlte mich erfrischt. Und nicht nur das, ich half einer anderen Reisenden fröhlich (und erfolgreich), ihren schweren Koffer eine Etage höher zu tragen. Als ich das Büro verließ, war mir meine kleine Handtasche schon zu schwer vorgekommen.

Insgesamt gesehen ist das nur ein kleines Beispiel. Doch für mich war es ein wichtiger Einblick in die Majestät der göttlichen Verheißung, „fähig“ zu sein.

Heute und jeden Tag können wir alle im Kleinen wie im Großen unsere gottgegebene Fähigkeit in unser Herz einlassen und anstreben, diese Fähigkeit durch Gesundheit, Reinheit, Freude und Harmonie auszustrahlen.

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Der Herold ermutigt jeden von uns, das geistig Gute zu entdecken — den geistigen Sinn zu betätigen. Wir sehen damit klarer die geistigen Tatsachen unserer Beziehung zu Gott und entdecken gleichermaßen auch Gelegenheiten, sie der Welt zu verkünden und anzuwenden: mit anderen Worten, die Aufgabe des Herolds zu erfüllen.

Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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