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Original im Internet

Ein Sieg über Entmutigung und Selbstverdammung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 12. November 2020


Fast jeder musste schon irgendwann mit Entmutigung fertigwerden. Selbst Mose, so weise und gottergeben er auch war, verlor den Mut, als die Kinder Israel der Wüste überdrüssig wurden. Er sage: „Ich kann dieses ganze Volk nicht allein tragen, es ist mir zu schwer“ (4. Mose 11:14). Elia war entmutigt, als Isebel drohte, ihn umzubringen. „Er aber ging eine Tagesreise weit in die Wüste und kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und bat, dass seine Seele stürbe, und sagte: ‚Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter‘“ (1. Könige 19:4). Das Denken dieser Männer verwickelte sich so in Entmutigung, dass sie sterben wollten. Sie vergaßen, dass es nicht ihre Aufgabe war, das Volk zu tragen.

Der allmächtige Gott kümmert sich um jede Last. Gott hatte bereits Mose und die Hebräer aus Ägypten befreit und Gott versorgte sie in der Wüste. Elia hatte mit Gottes Hilfe die Propheten Baals besiegt. Und in diesen eingangs erwähnten augenscheinlich hoffnungslosen Situationen zeigte Gott Mose und Elia einen Weg voran. Mose erhielt Hilfe von anderen, um seine Last zu lindern. Elia wurde von Gottes Engeln in der Wüste versorgt und erlebte das „stille sanfte Sausen“ Gottes. Wir wissen also, dass Entmutigung überwunden werden kann.

Und doch wird Entmutigung hinsichtlich einer Sache, die wir bewerkstelligen möchten, häufig von einem anderen Gefühl begleitet, das unsere Bemühungen noch weiter erschwert, nämlich Selbstverdammung, und wir kommen zu dem Schluss, dass wir nicht nur deprimiert sind, sondern auch noch selbst die Schuld daran haben! Und Furcht schleicht sich ein.

Was genau ist denn unsere Verantwortung? Sie liegt darin, unser Denken zu prüfen und uns an Gott, die göttliche Liebe, zu halten. Wir müssen bewusst an unserer Untrennbarkeit von unserem Vater-Mutter-Gott sowie der Tatsache festhalten, dass Gott ewiglich die Macht hat. Christus Jesus sagte: „Ich kann nichts von mir selber tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat“ (Johannes 5:30).

Da wir keine persönliche Macht haben, können wir auch nichts hervorrufen – wir besitzen keine Ursächlichkeit. Gott ist die einzige Ursache. Wir müssen für die Korrektheit unseres eigenen Denkens sorgen. Unser korrekter Weg liegt darin, unsere Untrennbarkeit von Gott als dem geistigen Ausdruck Gottes, der göttlichen Wahrheit, zu erkennen. Dann erkennen wir den Unterschied zwischen dem Christus, Wahrheit, der zu unserem Bewusstsein spricht, und falschen mentalen Suggestionen, die Wahrheit verdreht darstellen.

Was sind falsche mentale Suggestionen? Lügen, die nicht mit dem übereinstimmen, was Gott über uns als Seine geliebten geistigen Ideen weiß. Diese Lügen können als Furcht, Schmerzen, Suggestionen einer Niederlage, Aufzählung von Fehlern oder als augenscheinlicher Mangel an Fortschritt in unserem Leben auftreten. Doch das ist die Arbeit des Teufels, und Christus Jesus sagte uns: „Der ist ein Mörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, dann redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater derselben“ (Johannes 8:44). Mary Baker Eddy definiert Teufel in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift unter anderem folgendermaßen: „Das Böse; eine Lüge; Irrtum; weder Körperlichkeit noch Gemüt; das Gegenteil der Wahrheit; ein Glaube an Sünde, Krankheit und Tod; tierischer Magnetismus oder Hypnotismus; des Fleisches Lust, die sagt: ‚Ich bin Leben und Intelligenz in der Materie‘“ (S. 584).

Christus Jesus gab diesen Lügen auch in den stärksten Prüfungen nicht nach; er wurde nicht von Entmutigung übermannt und verdammte auch niemanden, der einer Heilung bedurfte. Er unterwies Menschen, zu gehen und sich nur Gott, dem Guten, zu unterstellen, und wies sie an, die Wahrheit ihrer geistigen Identität anzunehmen. Er sagte: „Fürchtet euch nicht!“ (Matthäus 14:27) und „... geh hin und sündige nicht mehr!“ (Johannes 8:11).

Einmal stieg ich ins Auto, tief in Gedanken versunken über alles, was ich an dem Tag zu tun hatte, und als ich aufs Gaspedal trat, bewegte sich das Auto nicht weiter. Ich hatte noch keinen Gang eingelegt. Auch mein Denken war noch auf „parken“ eingestellt. Mit anderen Worten, ich saß mental auf der Stelle und konnte keinen Fortschritt machen.

Selbstverdammung und Entmutigung sind wie der Versuch, loszufahren, ohne den Gang einzulegen. So kommt man nicht ans Ziel. Man bleibt an den Platz gebunden, wo man die Liste vergangener Fehler und Misserfolge durchgeht und sich fragt, ob das immer so weitergehen muss.

Christus Jesus überwand Furcht, indem er den Willen Gottes tat. Gottes Wille ist gut, und Furcht wird durch die göttliche Liebe ausgetrieben. Was sagte Jesus zum Teufel bzw. zur Furcht? „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen“ (Matthäus 4:10). Ja, Jesus betete nur Gott an. Diese Einheit, diese Übereinstimmung seines Denkens mit Gott, gab ihm Herrschaft über alles Böse. Da er eins war mit Wahrheit und Liebe, zeigte er uns, wie man seine Gedanken mit der göttlichen Liebe reinhält und mit der göttlichen Wahrheit gesund bleibt.

Paulus sagt: „Im Übrigen, Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, gerecht, rein, lieblich und wohllautend ist, irgendeine Tugend, irgendein Lob, darüber denkt nach!“ (Philipper 4:8). Wenn wir bewusst und konsequent Gott ehren, stellen wir fest, dass unser Charakter gottähnlicher wird, und wir erfreuen uns besserer Gesundheit.

Ich hatte vor Jahren einen bemerkenswerten Sieg über Entmutigung und Selbstverdammung. Ich war für die US-Marine tätig und reiste zu einer Sitzung in eine bestimmte Stadt. Dann fuhr ich nach Hause, verbrachte ein schönes Wochenende und kam am folgenden Montag zur Arbeit. Ich weiß noch, dass ich mich etwas komisch fühlte, aber nicht so, dass ich nicht zur Arbeit gehen konnte.

Im Büro angekommen, wurde ich ständig gefragt, ob es mir gut ging. Irgendwann erkundigte ich mich, wieso sich alle um meine Gesundheit sorgten. Die anderen zeigten mir die Titelseiten mehrerer Zeitungen, die berichteten, dass in der Stadt, die ich gerade besucht hatte, Legionärskrankheit aufgetreten war. Viele Menschen waren erkrankt, und einige waren bereits gestorben. Ich las einen Artikel sehr genau und ging die aufgeführten Krankheitssymptome durch.

Bevor der Tag zu Ende war, hatte ich sämtliche Symptome. Ich sonderte mich von den anderen ab, damit niemand etwas von meinem Kampf mitbekam, und ging dann von Furcht gelähmt nach Hause. Ich war so entmutigt! Ich versuchte, Gottes Gegenwart zu fühlen, doch das einzige, was ich erkennen konnte, war, was ich alles falsch gemacht hatte. Ich verdammte mich immer wieder für das, was ich anders hätte machen können: Wieso habe ich mich so in diese furchteinflößenden Zeitungsartikel verwickeln lassen? Und wieso habe ich diese Reise überhaupt gemacht? War sie wirklich nötig?

Als ich zu Hause ankam, war ich krank, voll Furcht und sehr entmutigt. Ich rief sofort einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft an und bat ihn, für mich zu beten, denn ich dachte, ich würde sterben. Nachdem ich ihm berichtet hatte, was passiert war, sagte er mir überzeugende Worte über die unendliche und ewige Natur von Leben und erklärte streng: Gott ist Leben und Gott ist alles. Sie sind Gottes Widerspiegelung. Sie können nicht sterben. Dies wandte mein Denken gänzlich Gott zu, gänzlich dem Christus, Wahrheit, und richtete meine Gedanken an meiner Identität als der Widerspiegelung Gottes, des Geistes, und nicht der Materie aus. Es geschah ohne Furcht, Verdammung und Entmutigung, sondern mit der Bekräftigung meiner Einheit und Einigkeit mit Gott. Ich konnte keiner Furcht, Krankheit, Entmutigung oder Selbstverdammung unterstehen, sondern nur Gottes Reinheit und Vollkommenheit. Ich tat das, was Christus Jesus uns auftrug. Ich passte auf, mich nicht zu fürchten, und hörte auf, mich an Lügen über mich zu klammern, was dem Gehorsam des Befehls gleichkam: „Geh hin und sündige nicht mehr!“

Der Praktiker hatte mir geholfen, meine Gedanken wieder an Gott auszurichten, so wie die Engel es für Mose und Elia getan hatten. Meine Gedanken weilten wieder bei der Wahrheit. Ich unterstand nur Gott! Bis zum Abend hatten sich alle Symptome in ihr „natürliches Nichts“ aufgelöst, wie es in Wissenschaft und Gesundheit ausgedrückt wird (S. 365). Ich war vollständig geheilt und kehrte am nächsten Tag zur Arbeit zurück. Einer meiner Kollegen bemerkte, wie gut ich aussah, und alle freuten sich sehr, dass ich völlig gesund war.

Der Praktiker hatte mir geholfen, meine Gedanken „in Gang“ zu bringen, und ich fing an, mich vorwärts zu bewegen und den sprichwörtlichen Berg hochzufahren. Wenn wir unsere Gedanken in Gang setzen und Entmutigung und Selbstverdammung rauswerfen, machen wir geistigen Fortschritt und erleben Heilung.

Indem wir uns Gott zuwenden und wissen, dass wir nie von Gott, Liebe, Leben, Gemüt, getrennt werden können, stellen wir fest, dass Er uns nie verlassen hat. Wir erleben, dass Gott, Liebe, unser Befreier und der aller Menschen ist und jeden Bedarf deckt. Warum? Weil wir auf Gottes Engelsbotschaften lauschen und unsere Einheit mit Gott erkennen. Wir denken nur an das, was gottähnlich ist. Diese korrekte Ausrichtung unserer Gedanken befreit uns von Furcht und Entmutigung, denn wir schauen nicht mehr auf Materie und verdammen uns auch nicht dafür, nichts geschafft zu bekommen. Auf diese Weise tun wir das, wozu Wissenschaft und Gesundheit uns anweist: „Halte das Denken beständig auf das Dauernde, das Gute und das Wahre gerichtet, und du wirst diese in dem Verhältnis erleben, wie sie dein Denken beschäftigen“ (S. 261).

Wenn wir jeden Gedanken unmittelbar Gott, Gemüt, vorlegen, erleben wir immer weniger Entmutigung und Selbstverdammung. Wir nehmen auf unserem Weg Reinheit, Gesundheit und Heiligkeit wahr. Mary Baker Eddy schreibt in Vermischte Schriften 1883–1896: „Das unsterbliche Gemüt ist Gott; und dieses Gemüt bekundet sich in allen Gedanken und Wünschen, die die Menschheit zu Reinheit, Gesundheit, Heiligkeit und den geistigen Wirklichkeiten des Seins hinziehen“ (S. 37). Gute Fahrt!

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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