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Original im Internet

Das körperliche Verständnis von GOTT und dem Menschen ablegen

Aus der Oktober 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 15. April 2021 im Internet.


Wie oft haben wir schon Gott als Mann dargestellt gesehen, vielleicht auf einer Wolke ruhend? Michelangelos berühmtes Gemälde der Schöpfung an der Decke der Sixtinischen Kapelle stellt Gott so dar, im Begriff, Adam zu berühren und ihm offenbar Leben zu verleihen. Diese Art von Vorstellung haben die Menschen seit Jahrhunderten.

Da Gott im Allgemeinen als Er bezeichnet wird, scheint es fast selbstverständlich, sich Ihn als körperliches Wesen vorzustellen, das nach dem Bild und Gleichnis des Menschen geformt ist. Doch das ist nicht die Wahrheit über Gott.

Abraham, Isaak, Jakob und die Propheten des Alten Testaments hatten eine persönliche Beziehung zu Gott, dessen Gegenwart ihnen als stilles, sanftes Sausen, brennender Busch, Wolken- oder Feuersäule oder als Sturm erschien – und alle diese Erscheinungen deuteten auf ein erhabenes Wesen hin, eine Gegenwart, die fühlbar, geistig und nicht materiell war. Dies steht im deutlichen Kontrast zu anderen Kulturen des Altertums, die viele Götter anbeteten, oft in Form von Götzen.

Auf dem Weg zum gelobten Land lernten die Kinder Israel Gott als ihren Führer, Beschützer, Versorger und Gesetzgeber kennen. Überall im Alten Testament gibt es Berichte extremer Hürden, die überwunden wurden; es gab Nahrung in der Wüste, Heilung für die Kranken und Wiedererweckung der Toten durch göttliche Macht.

Als Christus Jesus die Bühne der Weltgeschichte betrat, rückte er das Konzept von Gott als unserem Vater in den Fokus. Dieses tiefere Verständnis befähigte Jesus und seine Nachfolger, Gottes Gegenwart, Macht und Liebe zu allen noch wirksamer zu beweisen – wiederum durch das Heilen der Kranken und Behinderten, indem Menschenmengen gespeist, Hürden überwunden und die Toten erweckt wurden.

Jesus sagte: „Fragt ... nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt; seid nicht beunruhigt. Nach diesem allem trachten die Völker in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr das braucht. Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes, dann wird euch das alles hinzugefügt werden“ (Lukas 12:29–31).

Der Apostel Paulus verbreitete die Botschaft des Christus nicht nur unter den Juden, sondern auch darüber hinaus. Als er in Griechenland und anderen Teilen des Römischen Reiches vor Menschen predigte, die zum Großteil an viele Götter glaubten und für jeden einen Namen, eine Vorgeschichte und eine physische Beschaffenheit erfanden, musste er sich ihren materiellen Vorstellungen über die Gottheit entgegenstellen.

Die Apostelgeschichte gibt es so wieder: „Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sagte: ‚Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in jeder Hinsicht den Göttern sehr ergeben seid. Denn als ich umherging und eure Heiligtümer anschaute, fand ich einen Altar, auf dem war geschrieben: „Dem unbekannten Gott“. Den ihr nun, ohne ihn zu kennen, verehrt, den verkünde ich euch. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herrscher des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind; auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als ob er etwas nötig hätte, da er selber allen Leben und Atem und alles gibt. ... Denn in ihm leben, weben und sind wir‘“ (17:22–25, 28).

Diese Erklärung weist den Glauben an Gott als körperliches Wesen zurück und bekräftigt das Verständnis von Gottes geistiger Allgegenwart, die ständig bei jedem von uns ist.

Mary Baker Eddy, eine geistige Pionierin, die die Wissenschaft hinter Christi Jesu Heilungen entdeckt und das Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift geschrieben hat, beantwortet die Frage: „Was ist Gott?“ folgendermaßen: „Gott ist Gemüt, Geist, Seele, Prinzip, Leben, Wahrheit, Liebe — unkörperlich, göttlich, allerhaben, unendlich“ (S. 465). Und an anderer Stelle: „Die Christliche Wissenschaft betont ausdrücklich den Gedanken, dass Gott nicht körperlich ist, sondern unkörperlich – das heißt körperlos“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 116).

Zu lernen, uns geistig als Gottes vollkommenes, unkörperliches Ebenbild zu identifizieren, bewirkt Heilung.

Wissenschaft und Gesundheit erklärt ferner, dass wir als die Schöpfung des göttlichen Geistes ebenfalls geistig und unkörperlich sind. Als Antwort auf die Frage „Was ist der Mensch?“ lesen wir: „Der Mensch ist nicht Materie; er besteht nicht aus Gehirn, Blut, Knochen und anderen materiellen Elementen. Die Heilige Schrift sagt, dass der Mensch zum Bild und Gleichnis Gottes erschaffen ist. Die Materie ist nicht dieses Gleichnis. Das Gleichnis des Geistes kann Geist nicht so unähnlich sein. Der Mensch ist geistig und vollkommen; und weil er geistig und vollkommen ist, muss er in der Christlichen Wissenschaft so verstanden werden“ (S. 475).

Zu lernen, den falschen Glauben, wir seien körperliche Wesen, die Krankheit und Verletzungen unterliegen, abzuweisen und uns geistig als Gottes vollkommenes, unkörperliches Ebenbild zu identifizieren, bewirkt Heilung. Folgende Erfahrung habe ich selbst gemacht:

Vor vielen Jahren entwickelte sich oben auf dem linken Handgelenk ein kleiner Knoten. Obwohl er mir sehr gut sichtbar war, störte er mich nicht körperlich, und ich betete gelegentlich darüber, indem ich seine Wirklichkeit in meinem Sein verneinte.

Eines Tages kamen Freunde zu Besuch. Ohne etwas über meine Situation zu wissen, erzählte der Ehemann, dass seine Tochter einen Knoten auf dem Handgelenk hatte, der nur durch einen vorsichtigen Eingriff entfernt werden konnte. Die Tochter zeigte den Knoten vor, der dem auf meinem Handgelenk sehr ähnlichsah. Das erweckte meine Aufmerksamkeit. Ich fing an, ernsthafter zu beten, obwohl ich damals den Knoten immer noch als etwas sah, das entfernt werden musste.

Im Lauf der Zeit wurde er größer, hinderlich und schmerzhaft. Ich hatte schon immer gern Gitarre gespielt, aber der Knoten war mir im Weg, und ich hatte sie seit Monaten nicht in die Hand genommen. Im Sommer machten meine Frau und ich ein paar Wochen Urlaub, und ich nahm wie immer meine Gitarre mit. An einem Abend hatte ich das starke Verlangen, darauf zu spielen. Ich wusste nicht, ob es weise war, trotz der Schmerzen zu spielen, doch ich argumentierte mit dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft: „Verlangen ist Gebet; und es kann uns kein Verlust daraus entstehen, Gott unsere Wünsche anzuvertrauen, damit sie geformt und veredelt werden, bevor sie in Worten und Taten Gestalt annehmen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 1).

Ich spielte und sang mehr als eine Stunde lang, und irgendwann während dieser Zeit verschwanden die Schmerzen im Handgelenk. Ich war dankbar, froh und inspiriert. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, sah ich, dass der Knoten verschwunden war.

Erst war ich überrascht und fragte mich, wie ein Problem, mit dem ich über ein Jahr gelebt hatte, so schnell verschwinden konnte. Am folgenden Morgen bildete sich an derselben Stelle ein kleiner Knoten und ich verstand, dass ich die Sache aus dem falschen Blickwinkel betrachtet hatte. Sah ich mich als sterbliches Wesen, so wie Gott häufig als körperlich in Menschenform gesehen wurde? Ich wusste, dass ich näher erforschen musste, was genau passiert war.

Als ich an die Gedanken zurückdachte, die ich an jenem Abend beim Musizieren gehegt hatte, fiel mir ein, dass ich das göttliche Gemüt als die Quelle der Inspiration und als Urheber der Worte und Melodien der Lieder gesehen hatte. Ich hatte bekräftigt, dass ich Gott mein Verlangen anvertrauen konnte, Schönheit und Harmonie durch Musik auszudrücken, und das hatte mir geholfen, die Furcht vor Entstellung, Schmerzen und Begrenzung loszulassen. Und als ich mich vertrauensvoll der Gegenwart Gottes unterworfen hatte, waren Sorgen über den Körper völlig aus meinen Gedanken verschwunden. Die Erkenntnis der Tatsache, dass das Problem kein Bestandteil des unkörperlichen, göttlichen Geistes war, hatte auch die Vorstellung vertrieben, dass es ein Teil meiner wahren Wesenheit als Gottes Schöpfung sein könnte. Das hatte wiederum die Veränderung an meinem Handgelenk hervorgerufen.

In den nächsten Tagen hielt ich den körperlichen Zustand aus meinem Denken heraus und wandte mich stattdessen vertrauensvoll Gott zu in dem Wissen, dass ich Gottes geistige Idee bin. Schon bald verschwand der kleine Knoten völlig und dauerhaft. Das Handgelenk ist weiterhin normal und schmerzfrei.

Eine Aussage auf Seite 14 von Wissenschaft und Gesundheit fasst sehr gut zusammen, was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe: „Gänzlich getrennt von der Vorstellung und dem Traum des materiellen Lebens ist das göttliche Leben, das geistiges Verständnis und das Bewusstsein von der Herrschaft des Menschen über die ganze Erde offenbart. Dieses Verständnis treibt Irrtum aus und heilt die Kranken, und mit ihm kannst du sprechen ‚wie jemand, der Vollmacht hat‘.“

Wenn wir ein körperliches Verständnis von Gott hinter uns lassen und Ihn als unendlichen Geist verstehen lernen, können wir eine begrenzte, materielle Sichtweise von uns als fehlerhafte, körperliche Wesen überwinden. Dann kommt uns eine neue, inspirierte Sichtweise unserer selbst als geistigem Ausdruck Gottes, der gut ist. Wie wundervoll!

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– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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