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Wir leben bereits im Himmelreich!

Aus der Dezember 2016-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Unser Meister Christus Jesus sagte: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; man wird auch nicht sagen: ‚Sieh, hier!‘ oder: ‚Sieh, dort!‘. Denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas 17:20, 21).

Als ich einmal über diese Worte nachdachte, kam mir die folgende Frage in den Sinn: Wenn das Reich Gottes in mir ist, wie kann ich dann darin leben? Als ich darüber betete und in der Christlichen Wissenschaft forschte, half mir diese Stelle aus Vermischte Schriften 1883–1896 von Mary Baker Eddy: „Was ist das Himmelreich? Die Wohnstätte des Geistes, das Reich des Wirklichen. Dort gibt es keine Materie, dort gibt es keine Nacht – nichts, das da Greuel tut und Lüge. Ist dieses Reich weit entfernt? Nein, es ist immergegenwärtig, hier.“ Und sie fährt fort: „Das erste, was sich gegen dieses Reich erklärt, ist die Materie. Soll das Ketzerei genannt werden, was für Geist eintritt, für das All Gottes und Seine Allgegenwart?

Das Himmelreich ist die Herrschaft der göttlichen Wissenschaft, es ist ein mentaler Zustand“ (S. 174).

Aha! Das Himmelreich ist ein mentaler Zustand, und wir erlangen es durch ein besseres Verständnis von unserem Sein als das geistige Bild und Gleichnis Gottes. Wir lesen in der Bibel: „Gott sagte: ‚Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich‘“ sowie: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut“ (1. Mose 1:26, 31). Da wir die Schöpfung Gottes, des göttlichen Gemüts, sind, haben unsere Gedanken und Wünsche ihren Ursprung in Gott, Geist. Wenn das Gemüt nur Gutes kennt, dürfen unsere Gedanken nur das im göttlichen Gemüt inhärente Gute widerspiegeln. Und in dem Maße, wie unser Bewusstsein mit Gutem angefüllt ist, erleben wir das Himmelreich – die „Wohnstätte des Geistes“.

Daher ist es sehr wichtig, sich ständig darüber im Klaren zu sein, was sich in unserem Denken zuträgt und welche Konzepte wir darin hegen. Wir mögen feststellen, dass unser Denken manchmal unharmonisch erscheint. Doch alle Gedanken, die etwas Böses behaupten, sind nur das Ergebnis des mutmaßlichen Irrtums oder sterblichen Gemüts. Der sogenannte Irrtum kann alle möglichen Masken tragen, und das Johannesevangelium bezeichnet ihn als den Teufel. Welche Form er auch annimmt, er ist immer ein Lügner und „die Wahrheit ist nicht in ihm“ (Johannes 8:44). Und wie Mrs. Eddy im obigen Zitat sagt, ist „nichts, das da Greuel tut und Lüge“, vorhanden. Er ist nur der Glaube an das Böse bzw. ein böses Gemüt, an eine Existenz außerhalb der göttlichen Liebe – das, was uns einreden möchte, wir befinden uns außerhalb von Gottes Reich, außerhalb des Bewusstseins der Harmonie.

Wir können alle unharmonischen Überzeugungen aus unserem Bewusstsein entfernen, indem wir Argumente abweisen, die ihre Existenz behaupten, indem wir uns auf die Wahrheit berufen, dass Gott uns nach Seinem Bild und Gleichnis erschaffen hat und wir Teil Seiner geistigen, vollkommenen und absolut guten Schöpfung sind, und indem wir verstehen, dass unharmonische Gedanken keinen Ursprung haben, nicht wirklich unsere Gedanken sind und kein Wohnrecht in uns haben, weil das göttliche Gemüt die Quelle alles Denkens ist.

Es steht uns zu, unseren Anspruch auf das reine, direkt von Gott entstammende Denken  geltend zu machen. Wenn wir uns die Gegenwart und Macht Gottes bewusstmachen, stärken wir unser Verständnis und unsere Zuversicht in Gott, das Gute. Auf diese Weise werden die Argumente geschwächt, die behaupten, eine Disharmonie könne wirklich sein.

Das Himmelreich ist ein mentaler Zustand, und wir erlangen es durch ein besseres Verständnis von unserem Sein als das geistige Bild und Gleichnis Gottes.

Dieses Bewusstsein erfordert Disziplin und Hingabe Gott gegenüber sowie uneingeschränktes Vertrauen auf Ihn. Denken Sie beispielsweise an Daniel in der Bibel (siehe Daniel 1:1–20). Er wurde noch als Junge aus seiner Heimat – vermutlich Jerusalem – nach Babylon gebracht, und dort wurden ihm und seinen Freunden die Speise und der Wein des Königs verordnet. Doch Daniel wollte seinem Gott treu sein und bat um Gemüse und Wasser für sich und die anderen. Und „nach den zehn Tagen waren sie schöner und wohlgenährter als alle Jungen, die von der Speise des Königs aßen“. Daniel war sehr jung, doch er hatte keine Angst, sich der Anweisung des Königs zu widersetzen, sondern bat darum, seinem Gott dienen zu dürfen. Seine Haltung stärkte nicht nur sein Gottvertrauen, sondern bereitete ihn auf bevorstehende Ereignisse vor, darunter den Aufenthalt in der Löwengrube (siehe Daniel, Kapitel 6).

Auch dies geschah, weil er seinem Gott treu blieb. Er betete und dankte Gott dreimal am Tag, obwohl König Darius ein Gebot erlassen hatte, nach dem jeder, der „in dreißig Tagen etwas bitten wird von irgendeinem Gott oder Menschen“ außer dem König, zu den Löwen in den Graben geworfen werden solle. Doch als der König ausging, um nach Daniel zu sehen, antwortete dieser, dass er vor Gott und dem König unschuldig erfunden wurde. Er wurde unversehrt aus dem Graben geholt, „und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut“.

Diese Geschichte verdeutlicht, dass ein demütiges Vertrauen auf Gott und die Treue unserem Vater-Mutter Gott gegenüber uns nicht nur vor Gefahr schützt, sondern auch zu der Erkenntnis verhilft, dass wir in Gottes Reich sind und leben. Daniels Gebete halfen ihm sicherlich, sich an die geistige Wahrheit zu halten, dass Gott allgegenwärtig war und ihn regierte. Sie halfen ihm ferner, sein unschuldiges Denken aufrechtzuerhalten. Es gab vermutlich kein sterbliches Element in Daniels Bewusstsein – kein Schuldgefühl, keine Furcht, Eifersucht und keine Ressentiments –, das von dem sterblichen Element, das die Löwen repräsentierten, hätte versehrt werden oder auf das es hätte Bezug nehmen können. Die mit Gebet und einem uneingeschränkten Vertrauen auf Gott verbrachte Zeit muss ihm seine Untrennbarkeit von Gott vor Augen geführt und geholfen haben, selbst da Gottes Schutz zu erleben, wo die materiellen Sinne eine äußerst gefährliche Lage sahen.

Unsere Gedanken formen die Grundlage unserer Erlebnisse. Was wir in unserem Bewusstsein über Gott und uns als Gottes geliebte Ideen – Seine Kinder – hegen, bestimmt, wie harmonisch oder unharmonisch unser Alltag ist. Das bedeutet nicht, dass Gott, die göttliche Liebe, der Urheber von Disharmonie ist, denn in Wirklichkeit kennt Er nur seine eigenen Gedanken, die nichts als der Ausdruck von Gutem, dem Gesetz der Harmonie, sind. Jede sogenannte Disharmonie, die in unserem Alltag aufzutreten scheint, ist nur eine augenscheinliche Manifestation des Irrtums, doch Mrs. Eddy schreibt: „Irrtum ist eine falsche, sterbliche Auffassung; er ist eine Illusion, ohne geistige Identität oder Grundlage, und er hat keine wirkliche Existenz“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 287).

Ich bin mir in den letzten Jahren immer mehr der Harmonie bewusst geworden, die sich ständig in meinem Alltag entfaltet. Das ist ein unmittelbares Ergebnis meines Verständnisses, dass „Irrtum“ bzw. das Böse kein Teil von Gottes Realität ist. Die Harmonie von Gottes Reich ist die einzig vorhandene Realität.

Als ich z. B. die Genehmigung erhielt, mein Aufbaustudium in den Vereinigten Staaten zu absolvieren, hielt ich es zunächst für unerschwinglich. Ich betete um das Verständnis, dass Gottes Plan für uns immer gut und vollständig ist. Doch trotz intensiver Recherchen hinsichtlich Stipendien und Jobs tat sich keine Lösung auf. Ich betete weiter, um die Lüge eines Glaubens an Mangel zu überwinden. Ich strebte danach, mein Herz und Denken mit Dankbarkeit zu füllen, indem ich anerkannte, dass alles, was Gott tut, immer gut ist.

Eines Tages betete ich mit dieser Bibelstelle: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern denke an ihn in allen deinen Wegen, dann wird er dich recht führen“ (Sprüche 3:5, 6). Ich war so in mein Gebet vertieft, dass ich meiner Umgebung keine Aufmerksamkeit schenkte. Doch dann begrüßte mich plötzlich eine Frau, die sich daraufhin nach meinem Werdegang erkundigte. Ich erwähnte, wie sehr ich mich auf meine Seminare freute, fügte jedoch hinzu, dass ich bisher weder einen Job noch ein Stipendium gefunden hatte, womit ich die Unterrichtskosten und meinen Lebensunterhalt bestreiten könnte.

Wie sich herausstellte, war die Frau im Immatrikulationsamt für Aufbaustudien und ausländische Studenten zuständig. Ihre Abteilung hatte Zugang zu einer Assistenzstelle für Studenten im Aufbaustudium, und die bot sie mir an. Diese Stelle deckte nicht nur meine Unterrichtskosten, sondern enthielt ein monatliches Gehalt, das für meinen Lebensunterhalt und die Studiengebühren reichte. Das war ein größerer Segen als ich je erwartet hätte!

Das war nur ein Beweis dafür, dass wir die „Löwen“ in unserem Alltag überwinden können, wenn wir unser Bewusstsein mit den Wahrheiten über Gott als Liebe, Gemüt, Geist, füllen und nur das Gute einlassen.

Ich habe so viele tägliche Segnungen und Heilungen erlebt – wie Freiheit von Furcht und Sorge hinsichtlich meiner Aufgaben und von dem Gefühl der Unzulänglichkeit; ein wiedergefundenes Portemonnaie mit allem Inhalt, das ich auf dem Campus vergessen hatte; eine schnelle Heilung nach einem Unfall und vieles mehr.

Ich bin so dankbar zu verstehen, dass wir ewiglich in Gott, in Seinem Reich, leben und nur das zum Ausdruck bringen können, was Gott von sich selbst erfasst. Ist es nicht wunderbar, dass das geschieht und wir alle täglich etwas von dieser Wirklichkeit – dem Reich Gottes – erleben können? Und wenn wir beten, um unsere Gedanken am göttlichen Gemüt auszurichten, können wir nicht nur den Glauben zerstören, wir hätten ein getrenntes Gemüt und lebten in einer materiellen und unharmonischen Welt, sondern wir können uns täglich der Tatsache erfreuen, dass unser Dasein jetzt gerade im Himmelreich existiert.

Original in Englisch


Es ist die Pflicht eines jeden Mitglieds dieser Kirche, jeden Tag zu beten: „Dein Reich komme“; lass die Herrschaft der göttlichen Wahrheit, des göttlichen Lebens und der göttlichen Liebe in mir aufgerichtet werden und alle Sünde aus mir entfernen; und möge Dein Wort die Liebe der ganzen Menschheit bereichern und sie regieren!

– Mary Baker Eddy,
Handbuch Der Mutterkirche, S. 41

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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