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Was bedeutet Trinität?

Wer war Jesus? Was ist die Trinität? Und warum sollte uns das kümmern?

Aus der August 2012-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Christian Science Journal


Seit Jesus sein geistliches Amt aufnahm, gab es Verwirrung und Uneinigkeit darüber, wer er war. Der zunehmende Streit unter den Christen des 4. Jahrunderts um seine Identität ‒ speziell seine Beziehung zu dem Vater und zum Heiligen Geist ‒ veranlasste den römischen Kaiser Konstantin, im Jahr 325 ein Bischofskonzil einzuberufen, um die Sache beizulegen und um in der Kirche die Harmonie wiederherzustellen: War Jesus Christus ‒ der verheißene Messias ‒ Gott oder der Sohn Gottes; koexistent mit dem Vater oder von Ihm geschaffen? Die Bischöfe verfassten bei diesem Konzil von Nicäa ein Dokument, das als Nicäisches Glaubensbekenntnis bekannt ist und welches erklärt, dass der Sohn „wahrer Gott aus wahrem Gott“ ist, der vom Himmel herabgestiegen und „durch den Heiligen Geist Fleisch geworden ist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden [ist].“

Dieser Ansicht, dass Gott als drei Personen in einer Gottheit existiert ‒ der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, bekannt als Trinität ‒ haben sich heute die meisten Christen angeschlossen. Aber wie sah sich Jesus selbst in Beziehung zu Gott und warum ist das von Bedeutung? Es ist wichtig, weil Jesus sagte: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun ...“ (Johannes 14) und „Die Zeichen aber, die denen folgen, die glauben, sind folgende ...“ (Markus 16). Ganz offensichtlich erwartete Jesus, dass das Heilen, das er vollbrachte, fortdauern würde. Und wenn wir glauben würden ‒ genügend geistiges Verständnis der Wahrheit hätten, die er der Welt brachte, statt blinden Glauben ‒ könnten wir diese Heilarbeit leisten und noch viel mehr.

Im 19. Jahrhundert wusste eine strenggläubige Christin von Jesu Versprechen großartiger Taten derer, die an ihn glaubten. Sie befand sich in einem chronisch schlechten Gesundheitszustand und litt außerordentlich. Sie fand keine Linderung in den herkömmlichen Methoden ‒ und auch nicht in den Lehren ihrer Kirche. Das Heilen hatte in christlichen Kirchen seit dem 4. Jahrhundert stark abgenommen. Sie erforschte andere Systeme wie Homöopathie, Hypnose und Mesmerismus, jedoch ohne Erfolg. Als alle ihre Versuche fehlgeschlagen waren, wandte sie sich in einem Augenblick größter Not, der aus einem schweren Unfall resultierte, an Gott. Nachdem sie eine von Jesu Heilungen in ihrer geliebten Bibel gelesen und ernsthaft gebetete hatte, war sie geheilt, obwohl die Anwesenden ihr keine Überlebenschance eingeräumt hatten.

Als ihr die Wichtigkeit dessen, was passiert war, bewusst wurde, verschrieb sich diese Frau, Mary Baker Eddy, dem Verständnis dessen, was ihre eigene Heilung wie auch die in der Bibel ermöglicht hatte. Ihre Entdeckung eröffnete eine Sicht auf die Trinität, die Christen auch heute wieder dazu befähigt, die Werke Jesu zu tun. Diese Werke hatte er jenen zugesichert, die ihm, auf Grundlage dessen, was er über Gott, über sich selbst und über die Menschheit gesagt hatte, glaubten.

Ich habe erlebt, dass ein besseres Verständnis darüber, wer Jesus war, und über seine Beziehung zu Gott, für mich sowohl theologisch als auch praktisch wichtig gewesen ist. Vor Jahren spielte es eine wesentliche Rolle bei einer Heilung, die ich nach einem gravierenden Autounfall hatte. Damals sagte man mir, es sei ein Wunder, dass ich den Unfall überlebt hätte, aber ich würde für den Rest meines Lebens gelähmt bleiben. Tatsächlich konnte ich aber innerhalb einer Woche wieder gehen.

Was war dieses geistige Verständnis, das mich so schnell und vollständig geheilt hatte? Es ist direkt auf Eddys Entdeckung zurückzuführen, die sie als Christliche Wissenschaft mit der Welt geteilt hat, die die Trinität durch das Vergrößerungsglas der Wissenschaft des Christus betrachtet.

Jesus identifiziert sich selbst

Beanspruchte Jesus, als er sagte: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10), dass er mit Gott identisch oder dass er Gott gleich sei? Oder sagte er, dass er untrennbar von Gott sei, wie der Strahl untrennbar von der Sonne ist oder wie die Wirkung untrennbar von der Ursache ist? Wies er darauf hin, dass er sowohl koexistent mit Gott als auch von Ihm erschaffen war? Das waren für mich entscheidende Punkte in meinem Gebet nach dem Autounfall. Als Jesus seine Jünger fragte, für wen sie ihn hielten, antwortete Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Matthäus 16) Weil Jesus Petrus‘ Feststellung akzeptierte, erkannte ich, dass Jesus sich selbst als die Wirkung oder als das Ausströmen Gottes, des Geistes, betrachtete und nicht als Gott selbst.

Jesus heilte, speiste die Menge, ging auf dem Wasser, weckte Tote auf und sagte doch: „Ich kann nichts von mir selber tun“ (Johannes 5) sowie „Der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke“ (Johannes 14). Ich erkannte, dass Jesus Gott als die Quelle oder Ursache der Werke anerkannte und dass das, was ihn befähigte, sie zu tun, der Geist des Vaters war ‒ die Christusnatur, die ihm innewohnte. Ich erkannte diese Werke als Beweis für die Aktivität des Christus im Bewusstsein, Gemüt und Körper heilend ‒ als Beweis dessen, was Gott verursachte, Jesus aber manifestierte.

Das Evangelium des Johannes berichtet uns: „Da sagte nun Jesus zu den Juden, die an ihn geglaubt hatten: ‚Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.‘“ (Kap. 8) Und: „Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“ (Kap. 12) Für mich weisen diese Aussagen darauf hin, dass Jünger zu sein bedeutet, dass wer an ihn glaubt, tatsächlich an Gott glaubt und das fortsetzt, was Jesus lehrte. Sie bedeuten für mich, dass der Glaube an ihn als den Christus und das Anerkennen der eigenen wahren Identität als Manifestation des Geistes den Jünger befähigt zu verstehen, was über seine Identität wahr ist und dass er frei ist von aller Krankheit und Einschränkung, die ihn belasten.

Das hilft mir, das dritte Wesen der Trinität zu erklären ‒ den Heiligen Geist. Wenn man an Gott als Geist/Vater/Ursache glaubt und den Sohn als die Ausstrahlung/die Wirkung anerkennt, dann ist man für das Verständnis der großen Wahrheit des Seins empfänglich und erlebt den Heiligen Geist. Denken Sie an Elisabeth und Zacharias und Maria ‒ und an die Apostel am Tag des Pfingstfestes (siehe Lukas, Kap. 1, und Apostelgeschichte, Kap. 2). Obwohl jeder die Gnade Gottes erlebte, oder mancher mag es auch ein Wunder nennen, so war es doch die Manifestation des Heiligen Geistes. Ich sehe dies als das Gesetz Gottes ‒ ein Gesetz von Ursache und Wirkung mit Gott als Ursache und dem Sohn als Wirkung und dem Heiligen Geist als dem Gesetz, das Ursache und Wirkung vereint. Und ich sehe diese großen Werke in Übereinstimmung mit Gottes Gesetz von Ursache und Wirkung ‒ für die fünf Sinne nicht wahrnehmbar, aber in vollkommener Übereinstimmung mit diesem göttlichen Gesetz.

Die „göttliche Trinität“

Die Christliche Wissenschaft, die Wissenschaft des Christus, basiert auf diesem Gesetz von Ursache und Wirkung und offenbart die Trinität als ungemein praktikabel in unserem täglichen Leben. Deshalb gab Eddy der Trinität einen bedeutenden Platz in ihrem Lehrbuch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift und sie ist grundlegend für ihre sechs Glaubenssätze der Christlichen Wissenschaft, die in dem Kapitel „Zusammenfassung“ aufgeführt sind. Der zweite Glaubenssatz besagt: „Wir bekennen und verehren einen allerhabenen und unendlichen Gott. Wir bekennen Seinen Sohn, einen Christus; den Heiligen Geist oder göttlichen Tröster; und den Menschen als Gottes Bild und Gleichnis.“ (S. 497)

Eddy beschreibt weiter vorne in ihrem Lehrbuch in einem Bereich über die wesentlichen theologischen Prinzipien dieser Wissenschaft ihre Auffassung der Trinität folgendermaßen: „Leben, Wahrheit und Liebe bilden die dreieinige Person, die Gott genannt wird ‒ das heißt, das dreifach göttliche Prinzip, Liebe. Sie stellen eine Dreiheit in der Einheit dar, drei in einem ‒ gleich im Wesen, doch vielgestaltig in der Aufgabe: Gott, Vater-Mutter; Christus, die geistige Idee der Sohnschaft; die göttlichen Wissenschaft oder der Heilige Tröster.“ (S. 331)

Die Christus - Wissenschaft offenbart die Trinität als praktikabel im täglichen Leben.

„Vielgestaltig in der Aufgabe“ weist jeweils auf separate Rollen oder Funktionen hin für den Vater ‒ Gott, Vater-Mutter, Ursache, Schöpfer, Quelle, Leben;

den Sohn ‒ die Wirkung, die Manifestation der einen und einzigen Ursache; Messias oder Christus, Wahrheit;

den Heiligen Geist ‒ der uns inspiriert, führt und belebt; der Tröster, der das Gesetz der göttlichen Liebe erfüllt, die Macht des Christus demonstriert, der die göttliche Wahrheit antreibt und vollstreckt; göttliche Wissenschaft, die die Gesetze von Ursache und Wirkung attestiert, mit Gott als Ursache und dem Sohn als Wirkung.

Ihre Erklärung der Trinität in Wissenschaft und Gesundheit abschließend, schrieb Eddy: „Diese drei drücken in der göttlichen Wissenschaft die dreifache grundlegende Natur des Unendlichen aus. Sie weisen auch auf das göttliche Prinzip des wissenschaftlichen Seins hin, auf die intelligente Beziehung von Gott zum Menschen und zum Universum.“ (S. 331-332) Das Wesen des Unendlichen beinhaltet sowohl die Quelle als auch deren Manifestation, weil die Ursache ihre Wirkung beinhalten muss, um vollständig zu sein. Ursache kann nicht ohne Wirkung existieren und Wirkung kann nicht ohne Ursache existieren. Die beiden sind untrennbar und sie können niemals vertauscht werden: Die Sonne wird nie die Wirkung sein und der Strahl niemals die Ursache. Vater-Mutter wird immer die schöpferische Quelle sein und der Sohn wird immer dessen Wirkung sein und dessen Wesen manifestieren.

Die Trinität ist eine Erklärung eben jener Essenz und Grundlage des Seins an sich. Sie hilft dabei, die Beziehung von Gott (Schöpfer) und dem Menschen und dem Universum (Seiner Schöpfung) zu erklären und begründet unsere geistige Substanz und unsere Einheit mit Gott, unserer göttlichen Quelle. Sie ist das Herzstück von Eddys „wissenschaftlicher Erklärung des Seins“, wo es unter anderem heißt: „Alles ist unendliches Gemüt und seine unendliche Manifestation, denn Gott ist Alles-in-allem.“ (WuG, S. 468)

Das allererste Kapitel von Wissenschaft und Gesundheit, „Gebet“, bereitet den Tisch für das kommende geistige Festmahl. Dort lernen wir, dass Gebet nicht „die bloße Bitte [ist], dass Gott die Kranken heilen möge ...“ oder uns das Gute gibt, das wir uns ersehnen. Sondern dass wir lernen können, wie Jesus zu beten, „dessen demütige Gebete tiefe und gewissenhafte Bezeugungen der Wahrheit waren ‒ Bezeugungen des Menschen als Gottes ‚Bild‘ und der Einheit des Menschen mit Wahrheit und Liebe.“ (S. 12) Das Wissen, dass wir nicht von Wahrheit und Liebe getrennt werden können, befähigt uns zu erkennen und zu bekräftigen, dass wir all das Gute, das wir benötigen, jetzt haben. Haben wir einmal verstanden, wie wir zu Gott beten, so illustriert das zweite Kapitel des Buches, „Versöhnung und Abendmahl“, mit Hilfe von Jesu Leben unsere unzerstörbare Beziehung zu Gott.

Heilung, die auf der göttlichen Trinität beruht

Diese Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligen Geist so zu verstehen, wie Mary Baker Eddy es in der Christlichen Wissenschaft erklärt, befähigt uns zu heilen, wie Jesus heilte, und das wird von mir sowie von vielen anderen heute bewiesen. Es offenbart das Gesetz, welches Jesu Heilen zugrunde liegt ‒ das Gesetz von Ursache und Wirkung, das unsere untrennbare Beziehung zu Gott als der einen und einzigen Ursache begründet.

Diese Wissenschaft des Christus ist ein unveränderliches und ewiges Gesetz, das niemals gestört werden, abwesend sein, unterbrochen oder gar gefährdet werden kann. Es ist nicht abstrakt, sondern ein feststehendes Prinzip ‒ für jeden von uns verfügbar, überall, jeden Moment, ohne Ausnahme. Es versichert uns, dass nichts hoffnungslos ist oder sich außerhalb von Gottes Kontrolle befindet, ungeachtet dessen, wie es erscheinen mag. Es ist die absolute Gegenwart der Liebe unseres Vater-Mutter Gottes für jeden von uns, die sich durch den Heiligen Tröster manifestiert, der erneuert, wiederherstellt, regeneriert und jede Form von Zwietracht, Unbehagen, Leid und Verfall zerstört. Sie bringt der ganzen Welt heute ein grundlegendes Verständnis der Wahrheit, die uns heilen und von Furcht, Mangel, Verlust, von Begrenzungen, Belastungen, Unterdrückungen und von Leiden jeder Art befreien kann.

Ursprünglich erschienen im Christian Science Journal


Rosalind Childs Fogg ist Praktikerin und Lehrerin der Christlichen Wissenschaft in St. Louis, Missouri, USA.

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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