Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Original im Internet

Sicherheit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 10. September 2018


Eine der größten Feststellungen aller Zeiten betreffs Sicherheit finden wir in der Heiligen Schrift im 91. Psalm. Sie lautet: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen“ (nach der King James Bibel).

In diesem Psalm ist auch von einer Zuflucht und einer Burg, von der Errettung aus der Falle des Vogelfängers und von der Pest und dem Wüten der Seuche die Rede. Es ist darin erklärt, dass keine Plage sich dem Zelt dessen nahen wird, dessen Zuflucht Gott ist. Engel werden ihn behüten, mit langem Leben wird er gesättigt werden, Gottes Heil wird ihm gezeigt werden – dies alles, weil er seine Liebe auf den Allmächtigen ausrichtet und unter Seinem Schirm und Schatten bleibt.

Der Verfasser des Psalms wusste offenbar viel über die Sicherheit, die mit gebetvollem Verweilen im göttlichen Gemüt einher geht. Dieses Bleiben unter „dem Schirm“, die Einheit des Menschen mit Gott, ist geistig mental, etwas, was durch Gebet, durch Verständnis und durch geistige Kraft kommt. Es ist aber keine Angelegenheit des Orts, der Umstände oder äußeren Bestimmungen. Diese Verheißungen sagen klar, dass Sicherheit durch Liebe und Gehorsam gegen das göttliche Gesetz und Gebot im beschützenden Verständnis der Allgegenwart Gottes zu finden ist.

Die Welt hat diese Sicherheit jedoch nicht gefunden. Das Adamsgeschlecht glaubt an ein von Gott getrenntes materielles Dasein, das wegen dieser Trennung natürlich nicht sicher ist. Durch ihre eigene Art, d. h. weil sie einen endlichen Anfang und ein unvermeidliches Ende und seinen Erlöser in sich selbst hat, ist die materielle Vorstellung des Daseins unsicher. Und wenn auch viele Christen geistige Ermutigung und Trost und eindeutige Hilfe in diesen biblischen Sicherheitsverheißungen gefunden haben, so war das für den Großteil der Menschheit keine sichere Schutzwehr gegen Unheil.

Sicherheit muss also ihre Quelle in etwas Höherem als materiellen Ursachen und Wirkungen haben. Um wirksam zu sein, muss Sicherheit nicht nur das geistige Wohl und die geistige Geborgenheit in einem künftigen Leben umfassen, sondern auch alle Zustände des gegenwärtigen Daseins in sich schließen. Um praktisch zu sein, muss Sicherheit den menschlichen Körper und die menschlichen Angelegenheiten schützen und alle Zustände und Umstände in sich schließen. Die Christliche Wissenschaft lehrt die Menschen, dass diese Sicherheit durch das Verständnis der Allgegenwart Gottes, des göttlichen Gemüts, kommt, durch Festhalten an göttlichen Ideen, die selber sicher sind und die aufgrund ihres Wesens stets Sicherheit bieten und fördern müssen, wo immer sie auch beherbergt werden.

Sicherheit ist nicht bloß ein körperlicher Umstand, sondern ein Zustand geistigen Verständnisses. Sicherheit wohnt nie der Materie inne, sondern ist im Wirken des göttlichen Gemüts zu finden, das die Gefahren des sterblichen Gemüts und der Materie überwindet. Die Christliche Wissenschaft enthüllt eine Sicherheit, die das Bewusstsein des einzelnen von Sünde reinigt, den Körper vor Krankheit bewahrt, alle menschlichen Angelegenheiten harmonisiert. Diese Sicherheit kommt zum Ausdruck, wenn die Sterblichen die Art, den Willen und die Kraft des göttlichen Gemüts getreu widerspiegeln.

Das Wort „Widerspiegelung“ bedeutet für den Christlichen Wissenschaftler viel. In Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift schreibt Mary Baker Eddy (S. 300–301): „Gott offenbart sich nur in dem, was Leben, Wahrheit und Liebe widerspiegelt – ja, in dem, was Gottes Attribute und Seine Macht zeigt, so wie auch das auf den Spiegel geworfene menschliche Gleichnis die Farbe, Form und Tätigkeit der Person wiedergibt, die vor dem Spiegel steht.“ Es ist die Aufgabe des Christlichen Wissenschaftlers, „Gottes Attribute und Macht“ durch Widerspiegeln und Ausdrücken des göttlichen Gemüts so standhaft treu zu bekunden, wie die Widerspiegelung im Spiegel ihr Urbild ausdrückt, und die Unverfälschtheit der geistigen Widerspiegelung vor den Angriffen der materiellen Sinne zu schützen, damit er seiner bewussten Einheit mit göttlichen Eigenschaften nicht beraubt wird. In diesem geistigen Fortschritt setzt er diese tiefgehende Wahrheit des göttlichen Schutzes nicht gleichgültig oder gelegentlich als selbstverständlich voraus. Er weiß, dass er sich diesen Schutz durch jedes nur mögliche Opfern der Materialität sichern muss. Er findet ihn, indem er die Fortdauer seines wahren geistigen Seins im göttlichen Gemüt, in Gott, findet.

Eine beachtenswerte Begebenheit, die sich vor mehreren Jahren zutrug und damals im Christian Science Sentinel teilweise berichtet wurde, zeugt für die Sicherheit, die die Anwendung der Christlichen Wissenschaft selbst unter außergewöhnlichen Umständen bietet. 

Ein junger Bergwerksingenieur und seine Frau, beide hingebungsvolle Christliche Wissenschaftler, gingen zur Untersuchung eines Bergwerks tief in ein großes Waldgebiet im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Am Tag ihrer Ankunft in dem vorgesehenen Lager fanden sie sich von einem ungeheuren Waldbrand bedroht und waren bald davon umgeben, sodass es augenscheinlich kein Entrinnen für sie gab. Über sieben Stunden kämpften sie und fünf Bergleute mit den Flammen, halfen einander, Feuer an ihrer Kleidung zu ersticken, bückten sich oft zur Erde nieder, um atmen zu können, suchten die Stellen der anscheinend geringsten Verheerung in dem lodernden Feuer einer ganzen Berghalde. Während dieser Stunden beanspruchten die beiden Christlichen Wissenschaftler ununterbrochen und unerschütterlich die Macht und Gegenwart Gottes für sich, sie zu retten, indem sie erklärten, dass Seine Gegenwart bei ihnen war, dass der wirkliche Mensch und die wirkliche Erde nicht materiell, sondern geistig ist, und dass keine zerstörende Gewalt sie berühren kann.

Schließlich rief die Frau in einem furchtbaren Augenblick, der alle hinzuraffen drohte, ihrem Mann zu: „Ach lass uns doch die Gefahr verachten; Gott hat sie nicht gemacht! Sie müsste doch zuerst Gott vernichten, ehe sie Seine Widerspiegelung vernichten kann!“ Sie klammerten sich an diese große metaphysische Tatsache, behaupteten bewusst ihren Standpunkt als geistige Ideen im Geist und frohlockten über ihre Zuflucht in der göttlichen Liebe. Sie erkannten mit Danksagung, dass der wirkliche Mensch als Gottes Bild und Gleichnis genauso in Sicherheit ist wie Gott selbst, und sie beanspruchten diese Sicherheit in jener Stunde. Sie erhoben sich zur Anerkennung der Offenbarung, wie die Christliche Wissenschaft sie der Welt gebracht hat, und sie sahen die Kraft der geistigen Idee die Gefahr überwinden. Dieser erhabene Augenblick veränderte ihre Lage. Sie wussten, dass sie gesiegt hatten, und kurz darauf fanden alle aus dem Brand durch einen langen grünen, unverbrannten Pfad heraus, den die Flammen umgangen und unberührt gelassen hatten.

In ihrer größten Not wandten die Beiden durch die Christliche Wissenschaft die Offenbarung an, dass der geistige Mensch als das Gleichnis Gottes, als Idee im göttlichen Gemüt, ebenso sicher ist wie Gott. Sie sahen klar, dass nach dem Vergleich mit dem Spiegel das Urbild erreicht werden muss, ehe die Widerspiegelung berührt werden kann. Ihr jahrelanges gewissenhaftes Ergründen und Praktizieren der Christlichen Wissenschaft hatte ihr Denken so vergeistigt, dass sie sich in der Stunde drohender Vernichtung bewusstwerden konnten, dass der Mensch Gottes Widerspiegelung und das Weltall geistig ist. Ihr klares Verstehen der greifbaren Wirklichkeit der geistigen Schöpfung, die in Gottes Kenntnis Seiner Ideen sicher ist, kam ihnen als rettender Engel.

Dieser Fall inspirierter Befreiung kann alle ermutigen, sich auf das geistige Verständnis zu verlassen, um die so beständig nötige Sicherheit zu finden. Menschliche Güte ist ohne geistigen Schutz in dem Traum des Lebens in der Materie nicht sicher. Um Zufall und Unheil zu überwinden, muss eine solche Güte durch das Gesetz Gottes bewusst überwacht und geschützt werden. Nach geistigem Verständnis zu streben heißt, nach Sicherheit zu streben, denn die Widerspiegelung des göttlichen Gemüts bringt in die gegenwärtige menschliche Erfahrung, was die Entdeckerin und Gründerin auf Seite 561 in Wissenschaft und Gesundheit „die Koinzidenz des Menschlichen und des Göttlichen“ nennt; sie erbringt also den tatsächlichen Beweis der Einheit von Gott und Mensch, der Einheit des Gemüts und seiner unzerstörbaren Idee.

Mrs. Eddy schreibt auf Seite 424 in Wissenschaft und Gesundheit: „Unter der göttlichen Vorsehung kann es keine Unfälle geben, weil es in der Vollkommenheit keinen Raum für Unvollkommenheit gibt.“ Das Wort „Unfall“ schließt gewöhnlich ein Unglück oder ein Missgeschick in sich, aber den Wörterbüchern zufolge bedeutet es jede Störung des regulären Gesetzes, der regulären Ordnung oder des regulären Zwecks. Daher könnte jeder mit der Absicht des Gesetzes Gottes nicht übereinstimmende Vorfall, Umstand oder Zustand ganz allgemein als Unfall bezeichnet werden. Treues Widerspiegeln des göttlichen Gemüts bewahrt vor diesen sterblichen Unregelmäßigkeiten; es erweist sich als das, was der Psalmist in dem, was er „den Schirm des Höchsten“ nannte, wahrnahm – die Zuflucht und die Burg, der Schutz und der Schild, die Rettung aus der Falle des Vogelfängers und von der Pest, Vernichtung und Plage.

Beim Beweisen der göttlich feststehenden Sicherheit kommt nicht nur das Verständnis, sondern auch die Anwendung und das Verhalten in Betracht. Wenn man Sicherheit erfahren will, muss man die Wahrheit, die selber sicher ist, in seinem täglichen Leben konkret machen. Die Widerspiegelung des göttlichen Gemüts muss unser Denken beständig beschäftigen und muss in rechtem Benehmen genau ausgedrückt werden, wenn sie für unsere Erfahrung bestimmend sein soll. 

Der Ausdruck konkret bedeutet „fassbar, bestimmt – das Gegenteil von abstrakt und allgemein“. Nur allzu leicht neigt der Christliche Wissenschaftler manchmal dazu, dass seine Aufopferung für die Wahrheit, die er anerkennt, eher abstrakt und allgemein als konkret und bewiesen ist. Er kann an die Christliche Wissenschaft glauben, sie aber nicht in seinem Geschäft, seinem Familienleben, seinen Angelegenheiten anwenden, sondern diese noch von menschlichen Ansichten, Wünschen und Verfahren geleitet sein lassen. Bringt er aber die Wahrheit, die er wahrnimmt, konkret, beweisbar in die täglichen Angelegenheiten, so ist seine Sicherheit gewiss. Alle Einzelheiten des täglichen Lebens müssen von menschlicher Beherrschung befreit und unter die Regierung des göttlichen Prinzips gebracht werden, wenn die Erfahrung sicher bleiben soll. Die Christliche Wissenschaft lehrt ihre Nachfolger, wie dieses Erlösen geschieht. In dem Maße, wie man seine eigene mentale Haltung über die Welt und alles, was darin ist, vergeistigt, kommt man aus dem Glauben an Gefahr heraus und wird sich der Sicherheit bewusst. Und durch diese Vergeistigung seines Denkens verhilft man auch anderen zu Sicherheit.

So wird erkannt, dass Sicherheit nichts Zufälliges ist. Sie wird verdient. Sie wird durch Vereinigung des Denkens mit dem göttlichen Gemüt verwirklicht. Wird die Widerspiegelung des Gemüts im Bewusstsein aufrechterhalten, so bewirken die Gegenwart und die Kraft des göttlichen Gemüts – das die göttliche Idee, das Bild und Gleichnis Gottes, geborgen hält – die Sicherheit in der gegenwärtigen menschlichen Erfahrung. Das geschieht, weil die geistige Widerspiegelung das menschliche Denken von allen Befürchtungen und Gefahren, die das Leben unsicher machen würden, heilt und es durch wissenschaftliche Überzeugung von der Unwirklichkeit und der Machtlosigkeit des Bösen und von der Allmacht des Guten stärkt.

Der Christliche Wissenschaftler rühmt sich nicht, dass seine eigene Stärke ihm Sicherheit gewährt. Er verlässt sich nicht auf persönliche Weisheit, sondern stützt sich auf die offenbarte Tatsache, dass der Mensch als Gottes Idee von der ewigen Sicherheit, dass Gott Seine Schöpfung kennt, nicht abirren kann. Er genießt die Sicherheit dieser göttlichen Koexistenz genau in dem Maß, wie er seinem Verständnis dieser Tatsache treu ist. Diese Einheit mit dem göttlichen Gemüt ist unverkennbar „der Schirm des Höchsten“. Sie ist die Substanz des christlich-wissenschaftlichen Heilens. Jeder Christliche Wissenschaftler trachtet nach der Verwirklichung dieser Einheit. Und wenn auch seine in Anfechtung und mit Geduld ausgearbeiteten Anfänge klein sein mögen, so weiß er, dass sie ihm im Verhältnis zu seinem erleuchteten Glauben sichere geistige Herrschaft bringen, denn sie verbinden sein Bewusstsein des Seins mit der Quelle aller Sicherheit – der Allmacht.

ERLANGEN SIE ZUGRIFF AUF WEITERE WUNDERBARE ARTIKEL WIE DIESEN!

Willkommen zu Herold-Online, dem Zuhause des Herold der Christlichen Wissenschaft. Wir hoffen, dass der an Sie weiterempfohlene Artikel Ihnen gefallen hat.

 Sie erlangen vollständigen Zugriff auf alle Herolde, wenn Sie mithilfe Ihres Abonnements auf die Druckausgabe des Herold ein Konto aktivieren oder wenn Sie ein Abonnement auf JSH-Online abschließen.

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herold

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.