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Original im Internet

Begrenzte Erwartungen durch Gebet anfechten

Aus der Februar 2018-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 18. Dezember 2017 im Internet.


Eine Freundin von mir erlebte eine Heilung, die sie überraschte. Nicht die Heilung war die Überraschung − die hatte sie erwartet −, sondern das Wie. Sie hatte ein Geschwür am Bein und betete mit einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft. Sie dachte, das Geschwür würde aufgehen und austrocknen. Stattdessen verschwand es einfach.

Ihre Überraschung rüttelte sie wach. Sie begriff, dass die medizinischen Meinungen über den Werdegang von Heilungen auf sie abgefärbt waren. Ihr gefiel gar nicht, dass dieser materielle Ansatz sich in ihre Praxis des christlich-wissenschaftlichen Heilens eingeschlichen hatte.

Gebet in der Christlichen Wissenschaft geht völlig anders mit dem Bedarf eines Menschen an Heilung um. Es hat einen geistigen Ansatz – eine Praxis, die auf einem Verständnis von Gott und dem von Gott erschaffenen Menschen aufbaut. Aus dem Bericht im ersten Kapitel der Genesis geht hervor, dass Gott, Geist, die verschiedenen Elemente der göttlichen Schöpfung offenbarte. Eine laufende Prüfung ergab jeweils sehr gute Resultate. Als Höhepunkt dieser Schöpfung wird der Mensch als das gesegnete Bild und Gleichnis Gottes beschrieben. Krankheit, Schmerzen, Fehlfunktionen und Tod haben in dieser Schöpfung keinen Platz, denn sie ist völlig geistig.

Heilendes Gebet gründet sich auf diese immanente geistige Identität des Menschen. Der Mensch als Gottes Ebenbild ist absolut und für immer eins mit Gott und spiegelt alles wider, was Gott ist.

Und obwohl Gebet in der Christlichen Wissenschaft so individuell ist wie der Betende, beginnt es immer mit der Wahrheit über Gott. Es erkennt Gott, das Gute, als den Ursprung des gesamten Universums geistiger Ideen an. Da Gott Geist ist, ist die Substanz der Schöpfung in den geistigen Eigenschaften und Kräften Seiner Güte zu erkennen, an der nicht zu rütteln ist. Weisheit, Liebe, Leben, Macht, Herrlichkeit, die Schönheit der Heiligkeit – alle Attribute Gottes – sind in der wahren Schöpfung unendlich manifestiert. Gottes Gesetz regiert diese herrliche Schöpfung und bringt die Ordnung, Disziplin und Einheit des all-guten Gottes zum Ausdruck.

Wenn wir diese geistigen Tatsachen anerkennen und sie unser Bewusstsein ausfüllen lassen, spüren wir ganz selbstverständlich immer mehr von der wahren Gegenwart und Macht Gottes. Wir spüren Liebe – unsere Geborgenheit in Gott. Und in der Geborgenheit der göttlichen Liebe werden Sorgen, Angst, Schmerzen, Unbehagen oder Schwäche des menschlichen Gemüts und Körpers ersetzt. Diese Berichtigung oder Umwandlung in unserem Bewusstsein fungiert wie Licht und befähigt uns, unsere geistige Identität klarer zu erkennen. Mit dieser Erkenntnis stimmt unsere menschliche Erfahrung mehr mit der geistigen Realität überein, die wir sehen – und wir sind geheilt.

„Das physische Heilen durch die Christliche Wissenschaft ist heute, wie zur Zeit Jesu, das Ergebnis der Tätigkeit des göttlichen Prinzips, vor dem Sünde und Krankheit ihre Wirklichkeit im menschlichen Bewusstsein verlieren und so natürlich und unvermeidlich verschwinden, wie Dunkelheit dem Licht und Sünde der Umwandlung Raum gibt“, erklärt Mary Baker Eddy in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. xi).

Das klingt ziemlich logisch und machbar, und ist es auch. Doch wie meine Freundin feststellte, können materielle Überzeugungen unsere Gebete subtil beeinflussen. Wir werden oft mit der Behauptung bombardiert, der Körper herrsche über unser Wohlbefinden und ihm sei etwas widerfahren, was nun in Ordnung gebracht werden muss. Doch wahre Gesundheit hat nichts mit Materie zu tun. Der Körper ruft keine Zustände oder Krankheitsmuster hervor, noch ist er vonnöten, um Heilung zu unterstützen oder zu erlangen. Statt zu herrschen, unterliegt der Körper dem Denken und der geistigen Umwandlung, die durch Gebet stattfindet – und die daraus resultierenden Beweise der Harmonie sind der Standard normaler Gesundheit.

Auf der Materie beruhende Annahmen über die Gesundheit müssen beim Beten um Heilung als irrig verstanden und mithilfe geistiger Wahrheit berichtigt werden. Betrachten wir drei allgemeine Überzeugungen, die immer wieder geistig gehandhabt werden müssen: Ansteckung, Rückfall und Unheilbarkeit.

Ansteckung

Die allgemeine Überzeugung lautet, dass Krankheit wirklich ist und dass viele Krankheitsformen von einer Person auf eine andere übertragbar sind. In Wissenschaft und Gesundheitwird dieser Trugschluss mit einem Bericht aufgedeckt, aus dem hervorgeht, dass Ansteckung ein Denkmuster ist, das auf Furcht basiert: „Man machte einen Mann glauben, er liege in einem Bett, in dem ein Cholerapatient gestorben sei. Sofort zeigten sich die Symptome dieser Krankheit und der Mann starb. Tatsache war, dass er sich die Cholera nicht durch materiellen Kontakt zugezogen hatte, weil kein Cholerapatient in dem Bett gelegen hatte“ (S. 154).

An anderer Stelle zeigt Mrs. Eddy dem Leser das Heilmittel für eine solche mentale Ansteckung: „Ein ruhiger, christlicher Gemütszustand ist ein besseres Vorbeugungsmittel gegen Ansteckung als Arznei oder jede andere mögliche Gesundheitsmaßnahme; und die ‚völlige Liebe‘, die ‚die Furcht austreibt‘, ist eine sichere Schutzwehr“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 229).

Beim Heilen in der Christlichen Wissenschaft spielt das Denken die zentrale Rolle. Die Furcht verschwindet, wenn wir unser Bewusstsein mit Zuversicht und Vertrauen auf die Allmacht des Geistes füllen und die Tatsachen der Allheit des Geistes bekräftigen. Da Gott ohne Krankheit ist, ist auch der Mensch, Seine Schöpfung, ohne Krankheit. In der göttlichen Wahrheit, dem allwissenden Gemüt, das der Mensch widerspiegelt, hat Krankheit keine Realität und kann deshalb weder bekannt sein noch erlitten oder übertragen werden. Gott ist der Ursprung des Menschen. Als Seine wahre Widerspiegelung drückt der Mensch Unschuld, Reinheit und alleinigen Gehorsam gegen Gott aus. Heilendes Gebet erkennt den Menschen als auf ewig von Gott geliebt an, sicher in Seiner liebevollen Gegenwart, unberührt von materiellen Symptomen und Zuständen.

Rückfall

Bei einer materiellen Herangehensweise ans Heilen werden Krankheiten als echte Wesenheiten mit konkreten Eigenschaften betrachtet. Eine den Krankheiten zugeschriebene Eigenschaft ist, dass sie nach einer gewissen Zeit der Besserung zurückkehren können – und dass einige Krankheitszustände tatsächlich auch nur vorübergehend besser werden.

Wenn wir im Gebet akzeptieren, dass der Mensch das Bild und Gleichnis Gottes, des Geistes, ist, wird uns klar, dass der Mensch in Wirklichkeit geistig ist, auch wenn das Gegenteil der Fall zu sein scheint. Gott regiert den Menschen. Gott, göttliches Gemüt, setzt alle Abläufe des Menschen in Gang und erhält sie aufrecht. Gott, unsterbliche Liebe, erhält Seine Schöpfung in beständiger Harmonie und dauerhaftem Frieden. Die untrennbare, ewige Beziehung des Menschen zu Gott kann durch Überzeugungen über das Kommen und Gehen einer Krankheit nicht beeinträchtigt werden. Wir sind immer vollkommen in Ihm geborgen, und unsere Gesundheit ist so beständig wie unsere Beziehung zu Ihm; sie kennt weder ein Abfallen von der Harmonie noch eine Rückkehr zu ihr, wie wir in Wissenschaft und Gesundheit lesen (siehe S. 470–471). Wenn diese Wahrheitsgedanken erkannt und akzeptiert werden, zeigen sie sich am Körper als Gesundheit und Wohlbefinden – und da Gott Krankheit nie gemacht hat, kann sie auch nicht zurückkehren.

Unheilbarkeit

Eine auf der Materie beruhende Behandlung versteht manche Krankheiten als so mächtig, dass sie nicht geheilt werden können. In solchen Fällen wird befürchtet, dass der Patient nie wieder gesund und wiederhergestellt wird. Doch Jesus, der Meister im Heilen, sagte: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18:27), und er heilte Krankheiten, die für unheilbar gehalten wurden. Zeitgenössische Berichte des Heilens von angeblich unheilbaren Krankheiten sind im Kapitel „Früchte“ in Wissenschaft und Gesundheit enthalten sowie in einem beständigen Strom von Berichten, die online und auf Papier in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft verfügbar sind. Diese Heilarbeit wird durch Gebet bewerkstelligt, das sich mit Überzeugung auf die Güte und Allheit Gottes stützt.

Aus der Sicht geistigen Verständnisses gibt es keine Krankheit zu heilen oder als unheilbar zu bezeichnen. Wenn wir auf Gottes beständigen Schutz vertrauen, können wir jede Überlegung infrage stellen, die das Gegenteil behaupten möchte, und „mit Nachdruck auf der großen Tatsache [bestehen], die alles umfasst: dass Gott, Geist, alles ist und dass es keinen außer Ihm gibt. Es gibt keine Krankheit“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 421).

Niemand möchte von materiellen Überlegungen beeinflusst werden, die der Heilung im Wege stehen. Wie vermeiden wir es also, dass sich gewisse Überzeugungen beim Beten einschleichen? Für mich liegt die Antwort darin, unser Denken so auf die Fakten über Gott, Geist, und den Menschen als Gottes geistige Schöpfung zu gründen, dass wir uns konsequent und entschieden von dem abwenden, was der materielle Körper zu bestätigen scheint, und uns der Realität eines Daseins ohne Krankheiten zuwenden.

In unserem anhaltenden täglichen Gebet können wir resolut darauf bestehen, dass Gottes Christus immer mit uns kommuniziert und immer das offenbart, was wir jetzt sind als Gottes geliebtes, vollkommenes Kind, das weder einer Reparatur noch eines Ersatzteils bedarf. Wir können gleichbleibend ehrliche Dankbarkeit dafür ausdrücken, dass nichts diese Christus-Botschaften aufhalten kann. So wie meiner Freundin die neue – richtige – Sichtweise vermittelt wurde, so werden auch wir das wissen, was wir wissen müssen, um aus einer materiellen Denkweise in die Klarheit eines geistigen Verständnisses hineinwachsen zu können. Dann wird alles, was in unserem Leben geheilt werden muss, geheilt.

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Die Mission des Herold

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

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