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Original im Internet

Der Bilderflut Einhalt gebieten

Aus der August 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 17. Mai 2021 im Internet.


Jeden Tag werden auf sozialen Medien, dem Netzwerk von Unternehmen, Einrichtungen und Kirchen, unter Familien und Freunden und in kleinen und großen Kreisen Milliarden von Bildern hochgeladen. Zwei 2019 veröffentlichte Studien ergaben, dass weltweit Tag für Tag 3,2 Mrd. Bilder und 720.000 Stunden Videos geteilt werden. So unermesslich, wie diese Zahlen erscheinen, werden sie eventuell noch von den Bildern übertroffen, die täglich ins menschliche Bewusstsein „hochgeladen“ werden – mit oder ohne Hilfe von sozialen Medien, SMS oder Film und Fernsehen. Die Bilder, die unser tägliches Erleben wiederzugeben scheinen, sind im Grunde mental.

Mary Baker Eddy erkannte vor über hundert Jahren die Rolle, die das Bewusstsein bei der Wahrnehmung des Erlebten spielt, und sie hat aufgezeigt, wie wichtig es ist, verborgene mentale Bilder aufzudecken, die auf physischen Konzepten basieren. Sie schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Das Bergwerk weiß nichts von den Smaragden in seinem Gestein; das Meer weiß nichts von den Edelsteinen in seinen Höhlen, nichts von den Korallen, den scharfen Riffen und den großen Schiffen, die über seine Tiefen gleiten, noch von den Körpern, die in seinem Sand begraben liegen; und doch sind sie alle dort. Glaube nicht, dass ein mentaler Begriff vergangen sei, weil du nicht daran denkst“ (S. 87).

Es kann einfach sein, die verstörenden Bilder und Szenen, die Flut von Krankheit und Funktionsstörungen, die in unser Bewusstsein einströmt, einzulassen, besonders solche, die sich mit unserer eigenen Erfahrung decken. Doch selbst wenn wir meinen, bestimmte Bilder vergessen zu haben, sind sie deshalb nicht unbedingt verschwunden.

Wenn Bilder in unserem Bewusstsein emotionale Reaktionen auslösen, müssen wir uns mit ihnen auseinandersetzen und verstehen, wie wir mit ihnen fertigwerden. Ohne Klarheit darüber, was diese Bilder sind und woher sie kommen, können wir nicht die Stille und Ruhe, die intelligente Wachheit aufrechterhalten, die jeder von uns braucht und die jedem tagtäglich zusteht.

Wir haben ein Recht darauf, mit wahren, geistigen Ideen, statt materiellen Illusionen zu leben.

Mit Gottes Hilfe können wir die negativen Bilder in unserem Denken durch solche ersetzen, die geistige Qualitäten repräsentieren, darunter Selbstlosigkeit, Güte, Gnade und Gesundheit. Sogar Bilder, die ungesehen auf unser Bewusstsein eindringen, können verworfen werden, denn sie kommen nicht von der göttlichen Wahrheit, Gott. Es erfordert Mut, diese Bilder aufzudecken und umzukehren. Doch wir haben ein Recht darauf, mit wahren, geistigen Ideen, statt materiellen Konzepten oder Illusionen zu leben und Bilder aus dem Bewusstsein zu löschen, die nicht von Gott ausgehen, sondern unserem Bewusstsein und unserer Erfahrung durch die allgemeine Strömung des Weltdenkens aufgezwungen wurden. Die rechtsgültige Antwort kommt immer von Wahrheit.

Vor einiger Zeit wachte ich eines Nachts mit einem schrecklichen Bild aus einem Film auf, den ich kurz davor gesehen hatte. Während ich hellwach da lag und aktiv betete, indem ich die Reinheit und den Frieden meines Denkens verteidigte, musste ich an einen Patienten denken. Er hatte einen Freund gepflegt, der einige Monate vor jener Nacht verstorben war. Nun ging es dem Patienten schlecht. Ich verstand, dass diese bildhaften Erinnerungen an seinen Freund sein Denken belasteten – die Erfahrung eines anderen hatte sich in Form von Bildern im Bewusstsein dieses Mannes festgesetzt.

Als ich mich diesem Problem zuwandte, erkannte ich zunehmend, wie sehr es in der Menschheit verbreitet ist und inwiefern eine Heilung möglich ist. Ich wies den Glauben an Verfall und Tod zurück, einschließlich der damit einhergehenden Bilder, und erkannte stattdessen das vollkommene Leben dieses Mannes als Kind Gottes, des göttlichen Lebens, und die Unsterblichkeit von Gesundheit, Freiheit und Glück. Nun machte der Fall erheblichen Fortschritt. Am folgenden Morgen erfuhr ich, dass es dem Patienten deutlich besser ging. Innerhalb weniger Tage war er vollständig geheilt.

Das Zweite Gebot trägt uns auf: „Du sollst dir kein Bildnis oder irgendein Abbild machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist“ (2. Mose 20:4). Dieses Gebot gibt die absolute Einheit von Gott, Geist, wieder. Es verlangt vom Menschen, nicht von der Anbetung Gottes, des unendlichen Guten, abzuweichen, sondern Ihm zu gehorchen. Das ist weniger eine Forderung als ein Vorrecht. Für mich sagt dieses Gebot: „Du musst kein unruhiges, beschwertes Leben in einer Welt unabsehbarer Abbilder führen, die auf dich einfließen, sondern du hast Zugang zur geistigen Wirklichkeit.“ Was für ein Geschenk!

Das Zweite Gebot mag sich historisch auf etwas Konkretes bezogen haben. Im Monotheismus ist ein materielles Abbild von einem Gott nicht akzeptabel. Doch in dem Maße, wie das Christentum und die Christliche Wissenschaft alles zu einem höheren, geistigeren Licht erhebt, lässt sich dieses Gebot auch auf unsere mentalen Bilder beziehen. Ein Bild muss in unserem Denken vorhanden sein, bevor es in Stein gemeißelt oder im Leben manifestiert werden kann. Welche Sichtweisen hegen wir; welche Perspektive unterstützen wir; wonach halten wir Ausschau bzw. worauf konzentrieren wir uns? 

Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft erklärt, wie wichtig es ist, das Denken mit den Bildern oder „Modellen“ der göttlichen Wirklichkeit und Güte zu füllen: „Der Bildhauer wendet sich vom Marmor seinem Modell zu, um seine Vorstellung zu vervollkommnen. Wir alle sind Bildhauer, die an unterschiedlichen Formen arbeiten, den Gedanken gestalten und meißeln. Was für ein Vorbild hat das sterbliche Gemüt? Ist es Unvollkommenheit, Vergnügen, Kummer, Sünde, Leiden? Hast du das sterbliche Vorbild akzeptiert? Bildest du es nach? Dann wirst du bei deiner Arbeit von bösartigen Bildhauern und scheußlichen Gestalten heimgesucht. Hörst du nicht von der ganzen Menschheit über das unvollkommene Vorbild? Die Welt hält es dir beständig vor Augen. Als Folge davon neigst du dazu, diesen niederen Mustern zu folgen, deine Lebensarbeit zu begrenzen und die verwinkelten Konturen und Missbildungen materieller Vorbilder in deine Erfahrung aufzunehmen.

Um dem abzuhelfen, müssen wir zuerst unseren Blick in die richtige Richtung lenken und dann in diese Richtung gehen. Wir müssen vollkommene Vorbilder im Denken formen und ständig auf sie schauen, sonst werden wir sie niemals zu einem großartigen und edlen Leben ausgestalten“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 248).

Wir können also unser Denken und Erleben den Frieden und die Autorität widerspiegeln lassen, die mühelos aus der einen göttlichen Intelligenz herausfließen, und das ist das höhere Gesetz der Menschheit. Lassen Sie uns wachsam sein, was die Flut der Bilder angeht, und auf der göttlichen Sichtweise bestehen, die Vollständigkeit, bleibende Schönheit und Gesundheit für alle wiedergibt. Wir können diese schönen „vollkommenen Modelle“, die die göttliche Intelligenz offenbart, täglich aufs Neue in unser Denken einlassen.

Die Bibel erklärt, dass wir nach Gottes Ebenbild und als Sein Gleichnis erschaffen sind (siehe 1. Mose 1:26, 27). Dieses geistige Bild ist das einzige, das wir ernstnehmen müssen und was wir alle wirklich sind. Und genau diese Reinheit und Würde der Göttlichkeit im Menschen müssen wir in anderen ehren – auf unzählige Weise.

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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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