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Original im Internet

Den Glauben über das Altern infrage stellen

Aus der Februar 2018-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 11. Dezember 2017 im Internet.


Das Tennisturnier in Wimbledon 2017 war im Juli zu Ende. Seit neun Jahren behaupten Sportanalysten, dass Roger Federer, der im selben Sommer sechsunddreißig geworden ist, nun seine körperliche Bestform überschritten hat und zu alt ist, um wichtige Turniere zu gewinnen. Doch trotz dieser negativen Vorhersage gewann er 2017 das Australische Open und Wimbledon. Auf die Frage, wie er all das bewerkstelligt, antwortete er, dass es aus seiner Überzeugung kommt, siegen zu können.

Für mich war das eine wichtige Erkenntnis über seine Siege, denn es hat mir gezeigt, dass der wichtigste Faktor seine Einstellung ist. Natürlich trainiert er und studiert die Spiele seiner Gegner, aber diese Vorbereitung unterstützt seine innere Überzeugung nur. Federer sagte nicht, dass er über seinen Wunsch zu gewinnen betet (obwohl das natürlich möglich ist), sondern erklärte, dass er sein Denken für die Möglichkeit öffnet, mit über dreißig zu gewinnen. Er erwartet gute Ergebnisse, der überwältigenden Erwartung der Tennis-Kommentatoren zum Trotz. Diese Erwartung ausgezeichneter Leistungen ist kein Eigenwille, sondern er befreit sich von den Fesseln eines Glaubens an das Altern.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, diente Gott und der Kirche Christi, Wissenschaftler, über Jahrzehnte nach dem typischen Rentenalter. Im hohen Alter gründete sie drei Zeitschriften über die heilende Praxis der Christlichen Wissenschaft und den Christian Science Monitor, eine globale Nachrichtenquelle, die auf Papier und in Digitalform erhältlich ist. Sie schrieb über das Konzept fortschreitenden Alters: „Berichte niemals über Alter. Chronologische Daten sind kein Teil der unermesslichen Ewigkeit. Zeittafeln über Geburt und Tod sind lauter Verschwörer gegen Männlichkeit und Weiblichkeit. Ohne den Irrtum, alles, was gut und schön ist, zu messen und zu begrenzen, würde der Mensch mehr als siebzig Jahre genießen und seine Kraft, Frische und Verheißung bewahren. Der Mensch, der vom unsterblichen Gemüt regiert wird, ist immer schön und edel. Mit jedem kommenden Jahr entfalten sich Weisheit, Schönheit und Heiligkeit“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 246).

Wir können dies in Beispielen von Menschen aus der Bibel sehen, die Gott nachfolgten und ein langes, produktives Leben führten. Mose war ein junger Mann, als er dem ägyptischen Pharao entkam und Zuflucht in Midian fand, doch er führte die Juden erst vierzig Jahre später aus Ägypten ins verheißene Land. Diese Reise dauerte weitere vierzig Jahre. Und wir lesen, dass Henoch 365 und Methuschelach 969 Jahre alt wurde (siehe 1. Mose 5:23, 27). Mrs. Eddy nannte dieses Phänomen die allgemein angenommene Langlebigkeit der Menschen vor der Sintflut (siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. viii).

Vor ca. acht Jahren nahm ich Stunden bei einem jungen Tennislehrer. Einmal kam er ans Netz und sagte mir, dass meine Bewegungsfähigkeit in meinem Alter vermutlich nicht mehr besser werden würde. In derselben Stunde bemerkte er, dass meine Reflexe altersbedingt nicht schneller werden würden. Die Botschaft war klar: Aufgrund dieser vermeintlichen körperlichen Beschränkungen bestand keine Hoffnung auf Besserung.

Glücklicherweise akzeptierte ich diese Vorhersagen keine Sekunde lang. Aus meinem Studium der Bibel und von Mrs. Eddys Schriften wusste ich, dass die beschriebenen körperlich bedingten Beschränkungen nicht echt waren, da Gott sie nicht autorisiert hatte. Es erschien mir lächerlich, dass er solche Schlüsse ziehen wollte.

Natürlich wäre es einfach gewesen, dem Tennislehrer zuzustimmen. Schließlich war er der Fachmann. Die Allgemeinheit hätte ihm vermutlich Recht gegeben. Doch ich wusste, dass ich mich dieser Denkweise keinen Augenblick ergeben konnte.

Die weltlichen Meinungen haben nichts mit Gottes Gedanken zu tun, der Quelle unserer vollkommenen, unveränderlichen Natur.

Da meine Erlebnisse sich auf das gründen, was ich denke, war mir klar, dass ich dieser beeinträchtigten Sicht auf meine Fähigkeit keine Zugkraft in meinem Bewusstsein gewähren durfte. Die weltlichen Meinungen haben nichts mit Gottes Gedanken zu tun, der Quelle unserer vollkommenen, alterslosen, unveränderlichen Natur. Ein wirksamer Schutz gegen das Weltdenken, das die Sicht eines unvollkommenen, alternden Menschen annimmt, ist, es nicht in unsere eigenen Gedanken einzulassen.

Daher wandte ich mich dem zu, was Mrs. Eddy über Jesu Fähigkeiten schrieb, Beschränkungen zu überwinden: „Jesus lehrte uns, über die Ströme der Materie oder des sterblichen Gemüts hinwegzuwandeln, nicht in sie hineinzugehen noch mit ihnen zu treiben. ... Er forderte eine Umwandlung des Bewusstseins und des Augenscheins, und er bewirkte diese Umwandlung durch die höheren Gesetze Gottes“ (Die Einheit des Guten, S. 11).

Im Licht der geistigen Wahrheit durchschaute ich die Bemerkungen des Tennislehrers als Lügen. Sie hatten nichts mit mir als Gottes Kind und mit der wahren Natur aller Männer und Frauen zu tun, denn wir werden nicht von unserem Körper definiert. Ich wusste, dass der junge Mann nur die Klischees der Sportwelt wiederholte, die oft zu viel Wert auf den Körper, das Alter und den körperlichen Werdegang eines Menschen legt. Doch ich war mir meiner untrennbaren Verbindung zu Gott immer mehr bewusst und erlebte Beweise davon, wie sie manifestiert wurde. Ich fand, dass das Bewusstsein meiner Untrennbarkeit von Gott, der göttlichen Liebe, mich inspiriert, mir Energie verleiht und mich glücklich macht.

Wenn ich Tennis spiele, mache ich jetzt immer den Witz, dass ich auf dem Weg nach Wimbledon bin – vermutlich ein sehr weiter Weg. Ich habe seit dem Tag mit dem jungen Tennislehrer große Fortschritte gemacht und bin mir bewusst, wie wichtig die mentalen Aspekte des Spiels sind. Die Ideen für diese sportliche Unternehmung im göttlichen Gemüt zu suchen, hat mir geholfen, ruhig und gelassen gegen Spieler anzutreten, ganz gleich wo sie auf der Rangliste stehen. Und derselbe Ansatz hat mich dazu inspiriert und befähigt, mein Bestes zu geben und Wachheit, Vitalität und Intuition auszudrücken – alles Eigenschaften, die Gott widerspiegeln.

Ich liebe die Idee, dass die göttliche Energie Gottes die Quelle unserer Kraft ist. Sie wird weder alt noch müde. Ich weiß, dass meine Fähigkeiten zu noch mehr Kraft und Frische gelangen werden, wenn dieses Verständnis der absoluten göttlichen Wahrheit beständiger zur Hand ist. Und ich bin dankbar für Mrs. Eddys Anweisung: „Lasst uns die göttliche Energie des Geistes fühlen, die uns zu neuem Leben führt und weder einer sterblichen noch einer materiellen Kraft die Fähigkeit zu zerstören zuerkennt“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 249).

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Die Mission des Herold

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

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