Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Original im Internet

Selbstaufopferung: Selbstreinigung, nicht Selbstverdammung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 23. Januar 2023


Die Schriften von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, erwähnen mehrmals einen Begriff, der heutzutage nicht gerade in aller Munde ist: Selbstaufopferung. Die erste Erwähnung ist gleich auf der ersten Seite des ersten Kapitels des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift.

Hier schreibt die Verfasserin: „Beten, Wachen und Arbeiten, verbunden mit Selbstaufopferung, sind Gottes gnadenreiche Mittel zur Vollendung alles dessen, was erfolgreich für die Christianisierung und Gesundheit der Menschheit getan worden ist.“ Und im nächsten Kapitel schreibt sie: „Die Versöhnung fordert beständiges Opfern des Selbst von Seiten des Sünders“ (S. 23).

Auch wenn ich nie dachte, dass Aussagen wie die obigen von Menschen verlangen, buchstäblich ihr Leben zu opfern, hatte ich in meinen jüngeren Jahren Schwierigkeiten, diese Bezüge auf Selbstaufopferung zu verstehen. Ich setzte sie Selbstverdammung gleich – und damit kannte ich mich aus. Ich tendierte dazu, mich selbst klein zu machen, wenn ich meinte, den in den Lehren der Christlichen Wissenschaft gesetzten Standards nicht vollständig zu genügen.

Doch ich verstand nach und nach mithilfe von Wissenschaft und Gesundheit und von Artikeln und Zeugnissen in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft, dass Selbstverdammung nicht die richtige Herangehensweise an Probleme oder einen augenscheinlichen Mangel an geistigem Fortschritt ist. Schuldgefühle und Selbstverdammung sind völlig kontraproduktiv. Wenn wir unser Denken und Erleben von Schuldgefühlen dominieren lassen, akzeptieren wir eine unharmonische Erfahrung als wirklich und gestatten ihre weitere Existenz sowie ihre Auswirkung in der Gegenwart und Zukunft. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Ein mentaler Zustand der Selbstverdammung und Schuld oder ein schwankendes und zweifelndes Vertrauen auf die Wahrheit sind Einstellungen, die für das Heilen der Kranken ungeeignet sind. Solche mentalen Zustände sind Zeichen von Schwäche anstatt von Stärke“ (S. 455).

Die Christliche Wissenschaft erklärt, dass die Lösung für Schuldgefühle darin liegt, unsere geistige Vollkommenheit als die unschuldigen Kinder Gottes darzulegen und zu verstehen – und dementsprechend zu leben. Wir müssen wissen, dass Probleme oder ein früheres Versagen nicht Teil unserer wahren, geistigen Identität sind, sondern zusammen mit einem materiellen Verständnis unserer Identität abgewiesen werden müssen. Dieser Prozess der Berichtigung und Reinigung des Denkens ist nicht passiv, sondern aktiv. Er kehrt Fehler nicht unter den Teppich, sondern konfrontiert sie und räumt sie aufgrund ihrer Unwirklichkeit aus, sodass wir vorankommen und es besser machen können.

Als ich anfing, auf diese Weise zu beten, löste sich das begrenzende Gefühl von Schuld, das mich ohne besonderen Anlass ständig zu begleiten schien, nach und nach auf, und ich konnte auf mehreren Ebenen Fortschritt machen.

Und was hat all das mit Selbstaufopferung zu tun? Als ich mein Denken über Selbstverdammung änderte, wurde mir bewusst, dass ich ein höheres Verständnis von Selbstaufopferung erlangen musste. Es ging eindeutig nicht um Selbstverdammung, doch worum ging es dann? Ein vertieftes Forschen in der Bibel, dem Lehrbuch und den Zeitschriften ergab neue Erkenntnisse. Mehrere Artikel in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft verdeutlichten mir, dass Selbstaufopferung der Prozess ist, bei dem man sein Denken berichtigt. Das Konzept eines Selbstopfers fing an, mir viel mehr einzuleuchten: Es bedeutet nicht, dass man das Gute opfert, sondern man opfert alles, was nicht in das Denken gehört – jeden irrigen Glauben, dass das Gute abwesend oder Gott nicht allmächtig ist oder dass ich (oder sonst jemand) nicht der Ausdruck Gottes bin.

Als ich über dieses Konzept betete, kam mir eine Engelsbotschaft von Gott, die mir erst überspitzt vorkam, bis ich begriff, dass Gottes Ideen auch mit Humor zu uns kommen können: Selbstaufopferung funktioniert ähnlich wie ein selbstreinigender Backofen. Wenn ein Ofen verschmutzt ist, kann man die Selbstreinigungsfunktion nutzen; sie verbrennt unerwünschte Substanzen und hinterlässt den Ofen sauber und unversehrt – ein Zustand, der unter dem Schmutz die ganze Zeit existiert hat.

Lachend verstand ich, dass wir den „selbstreinigenden Backofen“ der Selbstaufopferung anstellen und all die falschen Vorstellungen wegbrennen lassen können, wenn wir feststellen, dass sich ungeistige Eindrücke in unserem Denken aufgebaut haben, die alle auf dem Glauben an ein von Gott getrenntes Selbst beruhen. Diese Selbstreinigung bringt unsere wahre, reine und unschuldige Identität ans Licht, die immer eins mit Gott, dem Guten, ist. Das ist der machtvolle Vorgang der geistigen Taufe, der unser Denken und Leben Gott näherbringt – ein sehr positiver Schritt statt der negativen Handlung, für die ich Selbstaufopferung vorher gehalten hatte.

Wenn wir erkennen, dass etwas in unserem Denken berichtigt werden muss, brauchen wir nicht in den endlosen Kreislauf aus Schuldgefühl und Selbstverdammung einzutreten, sondern können den „selbstreinigenden Backofen“ anstellen, der unsere wahre, geistige Natur ans Licht bringt. Dieses wahre Selbst kann niemals zerstört oder unwürdig werden, denn es ist die Widerspiegelung des einen allmächtigen Gottes.

ERLANGEN SIE ZUGRIFF AUF WEITERE WUNDERBARE ARTIKEL WIE DIESEN!

Willkommen zu Herold-Online, dem Zuhause des Herold der Christlichen Wissenschaft. Wir hoffen, dass der an Sie weiterempfohlene Artikel Ihnen gefallen hat.

 Sie erlangen vollständigen Zugriff auf alle Herolde, wenn Sie mithilfe Ihres Abonnements auf die Druckausgabe des Herold ein Konto aktivieren oder wenn Sie ein Abonnement auf JSH-Online abschließen.

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.