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Original im Internet

ARTIKEL

Illusion, Täuschung und Verwirrung aufdecken

Aus der November 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 17. Juni 2021 im Internet.


Es gibt vielleicht für den menschlichen Verstand nichts Verblüffenderes als zu hören, dass Leiden oder Krankheit unwirklich ist. Wie kann etwas, das wir mit eigenen Augen sehen oder den körperlichen Sinnen fühlen, nicht echt sein? Drei Konzepte helfen, diesen Punkt zu klären, nämlich Illusion, Täuschung und Verwirrung.

Alle drei stellen die Beobachtung bzw. Wahrnehmung materieller Phänomene dar. Die Christliche Wissenschaft erklärt, dass echte Wahrnehmung geistig ist, und gewährt uns diesen Einblick in Jesu Heiltätigkeit: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 476–477). Diese korrekte Wahrnehmung, auch geistiger Sinn genannt, erkennt nur das, was Gott, Geist, erschaffen hat.

Ein erhellender Vortrag im Wissenschaftsmuseum in Boston enthielt einmal Beispiele für diese drei Konzepte. Der Sprecher begann mit Illusion (die er als etwas definierte, das sich den Augen darstellt, aber nicht wirklich ist). Er schien eine Kiste, in der sich eine Frau befand, in der Mitte durchzusägen, und sagte: „Es mag beeindruckend aussehen, ist aber, wie wir wissen, nicht wirklich!“

Als nächstes definierte er Täuschung als die Unfähigkeit, etwas zu sehen, das direkt vor einem ist, weil unser Geist es nicht registriert hat. Zweihundert Anwesende schauten sich ein Bild mit schwarzen und weißen Flecken an, doch keiner von uns konnte etwas darin erkennen. Dann sagte der Sprecher: „Da steht eine Kuh!“ In dem Augenblick, wo er das sagte, konnten wir sie alle sehen. Wir mussten empfänglich für das Objekt sein – annehmen oder aufnehmen, was uns mitgeteilt worden war –, um etwas zu bemerken, das die ganze Zeit dagewesen war.

Zum Schluss definierte er Verwirrung als einen Zustand, den man nicht recht verstehen kann, weil Einzelheiten widersprüchlich sind oder fehlen. Als ein großer Stahlträger, der von der Decke herabhing, sich auf einmal zu drehen schien, fragte der Sprecher: „In welche Richtung dreht er sich?“ Einige meinten, im Uhrzeigersinn, andere entgegen dem Uhrzeigersinn, und dann änderten einige von uns ihre Meinung. Als der Sprecher das Licht einschaltete, merkten wir, dass wir uns alle geirrt hatten – der Stahlträger bewegte sich nicht. Unsichtbare Blitzleuchten hatten die Drehbewegung vorgetäuscht. Der Mann schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Man kann sich nicht auf das verlassen, was die materiellen Sinne einem mitteilen. Sie täuschen uns immer.“

Als ich ging, musste ich an eine Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit denken: „Von betäubenden Illusionen eingelullt, schläft die Welt in der Wiege der Kindheit und verträumt die Stunden“ (S. 95). Eingehende Forschungen in der Bibel und dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft haben mir gezeigt, dass sterbliche Überzeugungen – betäubende Illusionen – aufgedeckt werden müssen, damit wir so heilen können wie Jesus.

Durch dieses Studium stellte ich fest, dass Illusion, Täuschung und Verwirrung ca. 150-mal in der Bibel und in Mrs. Eddys Werken vorkommen. Hier sind einige Beispiele dafür, was wir in diesen Büchern finden und wie ein Verständnis dieser Begriffe beim Heilen helfen kann.

Illusion

Unsere Führerin verwendet diesen Begriff Dutzende Male und verbindet ihn mit Konzepten wie Materie, falsche Vorstellung, Hypnotismus, Träume, Trugbilder, Mesmerismus, Mythologie, Nichtsheit, alles Sterbliche. Sie schreibt beispielsweise in Wissenschaft und Gesundheit: „Nichts ist wirklich und ewig – nichts ist Geist – außer Gott und Seiner Idee. Das Böse hat keine Wirklichkeit. Es ist weder Person, Ort noch Ding, es ist einfach eine Annahme, eine Illusion des materiellen Sinnes“ (S. 71). Das Böse als nichts zu identifizieren, befähigt uns, das zu durchschauen, was zu sein scheint, aber nicht ist, und das wahrzunehmen, was wirklich und wahr ist. Das ist keine intellektuelle Übung, sondern geistige Wahrnehmung, die Heilung und Erneuerung in der menschlichen Erfahrung bewirkt.

Der Begriff Illusion war ausschlaggebend für meine erste große Heilung in der Christlichen Wissenschaft. Eine Woche, bevor ich aufs College kam, hatte ich einen Motorradunfall. Da ich achtzehn war, konnte ich selbst über meine Gesundheitsversorgung entscheiden. Als meine Eltern mich fragten, ob ich ins Krankenhaus gehen wollte, sagte ich nein. Obwohl ich schwere Verletzungen hatte, wollte ich wie immer meine Gesundheit und mein Wohl Gott anvertrauen.

Ich wandte mich von ganzem Herzen an Gott und fragte: „Vater, was muss ich über mich selbst wissen, um zu verstehen, dass ich vollständig bin?“ Ich schlug Wissenschaft und Gesundheit auf und mein Blick fiel auf folgende Stelle: „Bürger der Welt, nehmt die ‚herrliche Freiheit der Kinder Gottes‘ an und seid frei! Das ist euer göttliches Recht. Die Illusion des materiellen Sinnes, nicht das göttliche Gesetz, hat euch gebunden, eure freien Glieder umgarnt, eure Fähigkeiten lahmgelegt, euren Körper geschwächt und die Tafel eures Seins entstellt“ (S. 227). Diese Worte bewirkten Tränen der Erleichterung – und die erste Erkenntnis, dass alles in Ordnung war, auch wenn es nicht so aussah. Es kam mir vor, als sagte Gott: „Die materielle Situation zeigt nicht das wahre Bild. Du gehörst zu Mir, und nichts kann dir jemals dein Erbe als Mein geliebtes Kind nehmen – du bist frei, harmonisch, vollständig, fröhlich, vollkommen.“

Diese Offenbarung hat meinen Fokus von einem verletzten Körper zu dem wunderschönen Ebenbild Gottes gelenkt. Als ein sterblicher Sinn der Situation aufhörte, mich zu hypnotisieren oder zu der Vorstellung zu verleiten, dass ein irriges Bild der Wirklichkeit entsprach, wies ich diese falsche Sichtweise zurück und hielt mein Denken auf Gott gerichtet. Am Ende jener Woche war ich vollständig geheilt – nicht nur körperlich gesund, sondern besser fähig, geistig zu sehen.

Täuschung

Geistige Empfänglichkeit ist unverzichtbar, um Täuschungen über die Wirklichkeit aufzudecken und zu berichtigen. Mrs. Eddy betont die Notwendigkeit, diese Eigenschaft anzunehmen, etliche Male, beispielsweise hier: „Wenn wir empfänglich sind wie kleine Kinder, willig werden, das göttliche Prinzip und Gesetz des Seins anzunehmen, wie sie sich in der göttlichen Wissenschaft entfalten, dann werden wir in ihrer Auslegung den Tröster erkennen, der in alle Wahrheit leitet“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 189). Und Jesus hat gelehrt, dass kindliche Empfänglichkeit unverzichtbar ist, um das Himmelreich zu erleben: „Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen“ (Lukas 18:17). Ein kindliches Herz liebt Güte, die Substanz Gottes, ganz natürlich und reagiert darauf.

Wie kann etwas, das wir mit den körperlichen Sinnen wahrnehmen, nicht echt sein?

Wenn wir materielle Überzeugungen – dass wir in die Materie hineingeboren werden, in ihr altern und aus ihr heraussterben – akzeptieren und ihnen entsprechend handeln, kann unser Leben nur diese Konzepte ausdrücken und nichts, was darüber hinausgeht. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „In dem Maße, wie die Sterblichen die Täuschung aufgeben, dass es mehr als ein Gemüt, mehr als einen Gott gibt, wird der Mensch als Gottes Gleichnis erscheinen, und dieser ewige Mensch wird in diesem Gleichnis kein materielles Element enthalten“ (S. 191). Wenn wir unser Bewusstsein mit dem füllen, was Gott uns mitteilt, fangen wir an, unsere göttliche Natur zu erkennen und wahrzunehmen.

Vor ca. einem Jahr brach ich mir beim Skifahren den Arm oben am Schultergelenk. Als ich mir eine Schlinge besorgen wollte, wurden Röntgenbilder angefertigt, und mir wurde gesagt, dass der Bruch einen Spezialisten erforderte. Es tat furchtbar weh, doch mir war klar, dass ich mich entscheiden musste. Materielle Vernunft teilte mir detaillierte Hypothesen über ein inkorrektes Verheilen des Arms mit und drängte darauf, einen Spezialisten aufzusuchen. Ich wusste jedoch, dass ich auf die Stimme der göttlichen Wirklichkeit vertrauen konnte – Gottes Erklärung, dass Er mich zu Seinem Bild und Gleichnis und vollständig geistig erschaffen hat.

Folgende geistigen Aussagen brachten den Wendepunkt: „Die Stimme des Herrn ergeht mit Macht; die Stimme des Herrn ergeht herrlich“ (Psalm 29:4) und „Wendet euch zu mir, dann werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner“ (Jesaja 45:22). Die Täuschung eines Bruchs wurde aufgedeckt, und ich beschloss, mich auf Gott, statt auf eine medizinische Behandlung zu stützen. Kurz darauf verschwanden die Schmerzen völlig. Nicht lange danach nahm ich meine tägliche Routine auf, fünfmal in der Woche zu schwimmen, und ich hatte völlige Bewegungsfreiheit. Heute ist dieser Arm kräftiger als der andere.

Verwirrung

Wenn wir nicht wissen, wohin wir uns wenden bzw. was wir tun oder denken sollen, haben wir das falsche Konzept Konflikt akzeptiert, die widersprüchlichen Botschaften des sterblichen Glaubens und geistigen Verständnisses. Diese unlogische Mixtur ist die unverblümte Leugnung von Gottes Allheit, des göttlichen Gemüts. Die Bibel ist unzweideutig: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist Herr allein“ (5. Mose 6:4).

„Je höher das falsche Wissen auf der Grundlage des Augenscheins baut, den es von den fünf körperlichen Sinnen erlangt hat“, lesen wir in Wissenschaft und Gesundheit, „desto mehr Verwirrung folgt daraus und desto gewisser ist der Einsturz seines Baus“ (S. 581). Gott ist allwissend, daher können wir in Wirklichkeit nur das wissen, was Er weiß. Wenn wir uns weigern, das Zeugnis der körperlichen Sinne zu akzeptieren, und die Möglichkeit mehrerer Gemüter ausschließen, zerstören wir die Chance auf Verwirrung. Das habe ich vor Jahren erlebt, als ich mein Restaurant verkaufen musste.

Um 22 Uhr am Abend vor dem Verkaufsabschluss erfuhr ich, dass die Käufer eine für den Geschäftserfolg erforderliche Lizenz nicht erworben hatten. Sie planten, meinen Mietvertrag zu übernehmen, ohne mich zu bezahlen, bis dieses drei- bis sechsmonatige Verfahren abgeschlossen war. Der Verkaufsabschluss war für 10 Uhr am folgenden Morgen anberaumt, und so schien ich keine Wahl zu haben als dieses unangemessene Angebot anzunehmen. Ich hatte mein Restaurant bereits geschlossen und die Angestellten entlassen. Wenn ich es jetzt nicht verkaufte, würde ich den langen Prozess, einen Käufer zu finden, von vorn anfangen müssen. Und in der Zwischenzeit müsste ich weiter die Miete bezahlen, ohne dass ich Einnahmen hatte.

Ich war verwirrt, was die nächsten Schritte anging. Als ich Gott um Führung bat, erkannte ich sehr schnell die verkehrte Logik, an mehrere Gemüter zu glauben. Also argumentierte ich mit Gott, dem einzigen Gemüt, wie die Bibel uns auffordert: „‚So kommt denn und lasst uns miteinander rechten‘, spricht der Herr“ (Jesaja 1:18). Es war mir ein Trost, mich von dem falschen Bild einer gestellten Falle abzuwenden. Ich war sicher, dass ich mich auf die Führung unseres allwissenden, allwirkenden und allliebenden Gottes verlassen konnte.

Vier Stunden vor dem Geschäftsabschluss wusste ich genau, was zu tun war. Ich lehnte die unfairen Bedingungen ab und erklärte den Käufern, dass ich ihnen das Restaurant nicht verkaufen würde. Und ich war froh! Gott hatte mir gesagt, was ich tun sollte, und ich vertraute Ihm.

Zwei Stunden später rief mein Makler an und erzählte mir von einer anderen Gruppe, die sich bereits ein Jahr zuvor gemeldet hatte, als das Restaurant schon unter Vertrag war. Der Kauf eines anderen Restaurants hatte nicht geklappt, und nun fragte die Gruppe an, ob meines verfügbar war. Diese Käufer erwarben es für wesentlich mehr als das, was die anderen bezahlt hätten, und innerhalb von drei Monaten war alles abgeschlossen. Ich empfand große Demut, Ehrfurcht und Dankbarkeit für die Macht Gottes, der keine Verwirrung kennt.

Ich glaube, dass der Sprecher im Museum recht hatte: „Man kann sich nicht auf das verlassen, was die materiellen Sinne einem mitteilen. Sie täuschen uns immer.“ Unsere Führerin drückt es so aus: „Das Zeugnis der physischen Sinne kehrt die wirkliche Wissenschaft des Seins oft um und schafft so ein Reich der Disharmonie, indem es Sünde, Krankheit und Tod scheinbare Macht zuschreibt; aber die großen Tatsachen des Lebens, richtig verstanden, besiegen diese Dreiheit der Irrtümer, widersprechen ihren falschen Zeugen und offenbaren das Himmelreich – die tatsächliche Herrschaft der Harmonie auf Erden“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 122).

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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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