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Original im Internet

Kein Grund zur Angst

Aus der März 2018-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 18. Januar 2018 im Internet.


Ich hatte es geschafft! Ich hatte mich bei einer Schule für darstellende Kunst beworben und war überglücklich, angenommen worden zu sein. Doch gleichzeitig war ich nervös. Alle in meiner Gruppe waren sehr talentiert und der Konkurrenzkampf war enorm. Ich befürchtete, nicht gut genug zu sein und dass mein Gesangsstil – Musiktheater und Klassik – nicht in die Gruppe passen würde. Ich hatte die Bewerbungsvideos mehrerer anderer gesehen und war beeindruckt von ihren wunderbaren „Pop“-Stimmen.

Ich singe von jeher gern, egal ob klassische Musik, Pop, Musiktheater, Kirchenlieder oder Chormusik. Und obwohl ich eine professionelle Gesangsausbildung habe und in zahllosen Musicals, Showensembles und Schulchören aufgetreten bin, hatte ich kein Vertrauen in mich selbst oder mein Talent.

Das lag zum Teil daran, dass ich mich aufgrund meiner besonderen Ausbildung und meines Gesangsstils meiner Stimme genierte. Ich bin in Musiktheater und klassischem Gesang ausgebildet. Diese Stile wurden von vielen meiner Altersgenossen nicht verstanden oder als populär betrachtet, daher befürchtete ich, dass man sich über mich lustig machen würde, wenn ich so sänge. Und da ich nicht der Meinung war, das nötige Training zu haben, um einen Popsong zu singen, sang ich auch nicht gern in einem zeitgenössischeren Stil. Ich befand mich in einer aussichtslosen Situation, die jahrelang bewirkte, dass ich nur ungern vor anderen sang.

Ich erzählte niemandem davon, doch ein paar Wochen vor Beginn redete ich mit einer engen Freundin der Familie, einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, und sie erzählte mir das Gleichnis von Jesus über die Knechte und die Talente (siehe Matthäus 25:14–30). In diesem Gleichnis gibt ein Mann drei seiner Knechte Geldstücke, Talente genannt. Zwei dieser Männer investieren ihre Talente und gewinnen weitere dazu. Doch der dritte hat Angst davor zu versagen und investiert sein Talent daher nicht, sondern vergräbt es. Als der Dienstherr zurückkommt, ist er zufrieden mit den Knechten, die ihre Talente investiert haben, und sagt ihnen: „Gut gemacht, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh ein zu deines Herrn Freude!“ Doch er hat strenge Worte für den Mann, der sein Talent vergraben und nichts dazuverdient hatte.

Das Gleichnis rüttelte mich wach! Ich konnte die Parallele zwischen den Talenten im Gleichnis und meinem Talent, dem Gesang, erkennen. Ich verstand, dass meine Furcht vor dem Urteil anderer dazu geführt hatte, dass ich mich wie der Mann verhielt, der sein Talent vergraben hatte. Doch ich wollte ein „tüchtiger und treuer Knecht“ sein, indem ich verstand, dass alle Eigenschaften, die ich zum Ausdruck bringe, einschließlich Freude und Rhythmus, von Gott kommen. Daher kann ich sie frei und furchtlos mit anderen teilen.

Von da an betrachtete ich den Gesang aus einem neuen Blickwinkel. Für mich ist Singen ein Mittel, um Gott, Seele, auszudrücken. Ich wusste, dass ich Gott durch meine Stimme verherrlichen kann, indem ich Fröhlichkeit und Schönheit ausdrücke. Meine Gesangsausbildung und mein Stil waren kein Problem mehr; ich verstand, dass jeder Ausdruck von Seele ein schöner und benötigter Segen ist.

Die Furcht und jede Neigung, Vergleiche mit anderen anzustellen, verschwanden, und ich konnte Gott völlig ungehemmt preisen – indem ich meine Stimme im Gesang erhob und mein gottgegebenes Talent zum Ausdruck brachte. Statt mich meiner Gesangsstile zu genieren, erfreute ich mich ihrer, und meine Ausbildung hob mich schnell von den anderen in der Gruppe ab, so dass ich wachsen und Fortschritt machen konnte. Während dieses Studiums trat ich furchtlos als Solistin auf und nahm an öffentlichem Vorsingen teil – oft vor großem Publikum, das meine Darbietungen kritisch bewertete. Ich betrachtete jedes Vorsingen und jede Darbietung als eine Gelegenheit zu segnen, und ich war jedes Mal so von Liebe zu Gott und Seinen Kindern erfüllt, dass ich keine Angst hatte.

Ich brachte beim Singen eine neue Sicherheit und Freude zum Ausdruck.

Gegen Ende des Jahres sagte mir ein Freund der Familie, dass er eine große Veränderung an mir bemerkt hätte, seit ich das Studium begonnen hatte. Nachdem er ein Solo von mir in der Kirche gehört hatte, bemerkte er, dass ich beim Singen eine neue Sicherheit und Freude zum Ausdruck brachte, und das zeigte sich nicht nur in meinem Gesang, sondern auch in meinem ganzen Auftreten. Ich war sehr dankbar dafür und wusste, dass es das Ergebnis der wundervollen Heilung war, die ich erlebt hatte, und der neugewonnenen Klarheit des Denkens, die ich erlangt hatte.

In diesem Studium habe ich viel darüber gelernt, wie man ein besserer Musiker wird und besser auftritt, doch vor allem habe ich gelernt, wie man Angst überwindet, indem man Gott ausdrückt und die Schönheit von Seele durchscheinen lässt. Jetzt meine ich nie, mein Talent verstecken zu müssen; ich freue mich über jede Gelegenheit, es mit anderen zu teilen und meine Fertigkeiten zu verbessern, ohne in die Falle von Nervosität oder Vergleichen mit anderen zu tappen. Wie Mary Baker Eddy in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift schreibt: „Die Talente, die Er gibt, müssen wir nutzen“ (S. 6). Ich habe erlebt, dass wir und die Welt wundervoll gesegnet werden, wenn wir unsere Talente furchtlos annehmen und einsetzen.

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Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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