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Früchte unserer Zeitschriften

Bericht über eine Versammlung, die am Dienstag, dem 5. Juni 1956, 10 Uhr vormittags im Erweiterungsbau Der Mutterkirche abgehalten wurde.

Aus der Oktober 1956-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Christian Science Sentinel


[Dieser Bericht erscheint in englischer Sprache im Christian Science Sentinel

Die Versammlung wurde mit dem Singen des Liedes No. 252 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft „O Weisheit hoch vom Himmel“ eröffnet. Alsdann verlas Oberstleutnant Cyril H. Golding, Bezirksleiter der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft für die Britischen Inseln, einen Begrüßungsbrief vom Vorstand der Christlichen Wissenschaft und eine grundlegende Botschaft von den Treuhändern der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft.

Begrüßungsbrief vom Vorstand der Christlichen Wissenschaft

Liebe Freunde:

Es ist uns eine große Freude, Sie zu dieser Versammlung willkommen zu heißen, die im Interesse der von unserer geliebten Führerin Mary Baker Eddy gegründeten Zeitschriften abgehalten wird.

Während des vergangenen Jahres haben wir erfreuliche Beweise dafür gehabt, daß unsere Zeitschriften auf ihrem Wege in alle Gegenden der Welt wie ein Sauerteig auf das menschliche Denken wirken. Täglich, wöchentlich, monatlich und vierteljährlich bringen sie ihre heilende und aufbauende Botschaft des guten Willens, der Erleuchtung und Inspiration zu dem empfänglichen Denken in aller Welt.

Oft hören wir, daß jemand zum ersten Mal von der Christlichen Wissenschaft durch die Zeitschriften hörte. Unsere Führerin schreibt in ihrem Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ (S. 118): „Die Zeiten gehen dahin, aber dieser Sauerteig der Wahrheit wirkt immerdar. Er muß die ganze Masse des Irrtums zerstören und also in der geistigen Freiheit des Menschen ewiglich verherrlicht werden.“

Die Christlichen Wissenschafter, deren Herzen von Dankbarkeit für unsere Führerin und ihr großes Werk überströmen, haben die gesegnete Gelegenheit, jeder einzelnen von ihr gegründeten Zeitschrift metaphysische sowohl wie praktische Unterstützung zu geben, indem sie auf sie abonnieren und Nicht-Wissenschafter mit ihnen bekanntmachen. Dies ist wahrlich eine gesegnete Gelegenheit, und der Lohn dafür wird sich im zunehmenden Wachstum unserer Bewegung zeigen.

Freundschaftlichst die Ihrigen

Eine grundlegende Botschaft von den Treuhändern der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft

„Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte.“ So sagte Christus Jesus (Joh. 4:35). Wenn wir heute prüfenden Auges in die Welt schauen, so sehen wir die Anzeichen der Ernte.

In christlichen Ländern sowohl als auch in fernen Gegenden der Welt sehen wir das christliche Ideal der Demokratie zur Auswirkung heranreifen. Individuelle Selbstregierung ist ein göttlich verliehenes und unveräußerliches Recht. Das tägliche, wirksame Gebet der Christlichen Wissenschafter, daß das Wort Gottes die Liebe der ganzen Menschheit bereichern und beherrschen möge, ist im Begriff, erhört zu werden. Ganze Völker, ob sie sich nun Christen nennen oder nicht, reagieren mehr oder weniger auf dies Wort und übertragen es auf Selbstzucht und demokratische Regierungsformen. Ist nicht dieses Eingehen eines der mächtigen Werke, von denen Mary Baker Eddy sagt (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, Vorw. S. xi): „Sie sind das Zeichen des Immanuel oder ,Gott mit uns' — sie sind ein göttlicher Einfluß, der im menschlichen Bewußtsein immer gegenwärtig ist, sich wiederholt und heute kommt, wie vor alters verheißen ward:

Zu predigen den Gefangenen [des Sinnes], daß sie los
sein sollen,
Und den Blinden das Gesicht,
Und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein
sollen.“

Dieser Einfluß des Christus ist in jedem einzelnen menschlichen Bewußtsein gegenwärtig; er wirkt auf es und hebt den Irrtum auf, wie eine Säure ein Alkali unwirksam macht.

Die Verderbtheit des sterblichen Gemüts kann die Lauterkeit unseres Gebets weder verfälschen noch ihm widerstehen. Laßt uns fortfahren zu beten, wie unsere unerschrockene Führerin Mrs. Eddy es uns gelehrt hat (Handbuch Der Mutterkirche, Art. VIII, Abschn. 4): „, Dein Reich komme'; laß die Herrschaft der göttlichen Wahrheit, des göttlichen Lebens und der göttlichen Liebe in mir entfernen; und alle Sünde aus mir entfernen; und möge Dein Wort die Liebe der ganzen Menschheit bereichern und sie beherrschen!“

Wenn wir selbst, wenn jemand in unserer Mitte, wenn junge Regierungen irgendwo in der Welt mit dem alten Heidentum kämpfen und das junge Christentum in die Praxis umsetzen, so laßt uns nicht aufhören, demütig zu beten: „Dein Reich komme.“ Die Christlich-Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft bringt uns jeden Tag von allen Enden der Welt Botschaften vom Kommen jenes Reichs. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Vierteljahr trägt die Verlagsgesellschaft das Evangelium der Selbstregierung, die mit dem Prinzip übereinstimmt, in alle Teile der Welt.

Auf anderen weiten Gebieten des Denkens — der Physik und der Erfindung — erleben wir überraschende Fortschritte. Warum auf diesen besonderen Gebieten mehr, als auf beinahe allen anderen? Die Wissenschaft der Wissenschaften, die göttliche Wissenschaft, ist offenbart worden und das menschliche Denken hat darauf so wissenschaftlich reagiert, wie es ihm möglich ist. Kleine Kinder, die sich den Mond wünschen, wachsen zu Männern heran, die erwarten, bald zum Mond reisen zu können. Die Offenbarung der göttlichen Wissenschaft, daß „Atomkraft Gemüt, nicht Materie“ ist (Miscellaneous Writings [Vermischte Schriften] von Mrs. Eddy, S. 190) hat die Physiker — obgleich sie mißverstanden, was sie antrieb — dazu veranlaßt, das sogenannte materielle Atom zu spalten und dann wieder zusammenzuschweißen. Von noch größerer Vorbedeutung jedoch ist ihr Eingehen auf die moralische Macht des Gemüts, wodurch das Ziel der Menschen, Macht nur zum Guten anzuwenden, mit Gottes Ziel übereinstimmt. Laßt uns dieses gute Ziel durch unser Gebet: „Dein Reich ist gekommen“ unterstützen!

Mit jeder Post erhält unsere Verlagsgesellschaft viele Dankesbriefe für die Heilung körperlicher Krankheiten. Unsere Druckerpressen vervielfältigen diese Heilungsberichte viele tausendmal, und sie gehen hinaus in eine hungernde Welt. In der Tagespresse bemerken wir, daß die Arzneiwissenschaft und die Psychologie mehr menschlich-wissenschaftlich werden. Sie sind jetzt davon überzeugt, daß Krankheiten, die früher für unheilbar gehalten wurden, geheilt werden können, und sie sind entschlossen, sie zu heilen. Wie sind sie zu dieser Überzeugung gekommen? Die Liebe und die Wissenschaft, die den Christus ausmachen, haben bewiesen und fahren fort zu beweisen, daß es so etwas wie unheilbare Krankheit nicht gibt — daß Gesundheit die von Gott verliehene Wirklichkeit ist. Die psychosomatische Heilmethode ist ein Schritt in der Richtung zu dem, was die Christliche Wissenschaft behauptet: daß das Heilmittel mental — göttlich mental — ist, weil die Krankheit mental ist. Das Denken reagiert schneller auf den Gebieten der Wissenschaft und Medizin, als auf dem der Theologie. Andererseits anerkennt die Theologie die Macht geistigen Denkens im Heilen — die Macht des Gebets allein, ohne Materie oder Hypnotismus.

Der Geistliche einer protestantischen Kirche bemerkte kürzlich: „Es gibt Gesetze, die das Dasein regieren, denn das Leben selbst ist eine Wissenschaft. Jesus verstand diese Gesetze und wandte sie auf das menschliche Dasein an. Obgleich wir jetzt diese Gesetze nicht alle verstehen, sind auch wir imstande, diese Gesetze anzuwenden und ähnliche Werke zu vollbringen, wie Jesus. Wir leben in einem großen Zeitalter und wir werden noch zu unseren Lebzeiten einen großen Wandel über die Menschheit kommen sehen, der die Welt völlig revolutionieren wird.“

Und ein Einwohner der Stadt, in der dieser Geistliche lebt, schrieb an die Verlagsgesellschaft: „Einem Mitglied der Kirche dieses Geistlichen wurde von einem Arzt gesagt, daß er nur bis zum April leben würde. Als der Geistliche hiervon hörte, traf er einmal die Woche mit anderen Kirchenmitgliedern im Hause dieses Mannes zusammen, um mit ihm zu beten. Wenig später fand dieser Mann, daß er als Folge des Gebets völlig von Krebs geheilt war.“

Mrs. Eddy schreibt auf Seite 22 in „Pulpit and Press“ (Kanzel und Presse): „Wenn das Leben der Christlichen Wissenschafter Zeugnis von ihrer Treue zur Wahrheit ablegt, so sage ich voraus, daß im zwanzigsten Jahrhundert jede christliche Kirche in unserem Lande und einige in weit entfernten Ländern sich dem Verständnis der Christlichen Wissenschaft genügend genähert haben werden, um die Kranken in seinem Namen zu heilen.“ Diese Prophezeiung beginnt sich bereits zu erfüllen, weil die Christlichen Wissenschafter Zeugnis von ihrer Treue ablegen. Laßt uns ihre Erfüllung beschleunigen, indem wir das folgende Gebet leben: „Laß die Herrschaft der göttlichen Wahrheit, des göttlichen Lebens und der göttlichen Liebe in mir aufgerichtet werden und alle Sünde aus mir entfernen.“

Nicht nur die Christlichen Wissenschafter, sondern auch unsere anderen christlichen Mitgläubigen erkennen die Zeichen einer großen Verheißung im menschlichen Denken. Sie sprechen davon als dem Erscheinen einer Wiedergeburt, einer Wiederherstellung des Geistes des ursprünglichen Christentums. Die Wissenschaft des Christentums bringt den Geist des Glaubens zurück. Und ihre einfache, göttliche Logik ist unter den Elementen dieser Wissenschaft unentbehrlich. Ihre Voraussetzung ist, daß Gott, das Gute, die einzige Ursache und der einzige Schöpfer ist. Ihre Schlußfolgerung ist, daß die Wirkung aus dieser Ursache gut ist — dem Gesetz der Logik entsprechend, daß Gleiches Gleiches hervorbringt. Dieses Gesetz ist in Kraft auch in den menschlichen Bereichen der Politik, Physik, Medizin und Theologie, weil es ein göttlich wahres Gesetz ist. Die Logik und Ausübung der göttlichen Wissenschaft bringen den reinen Geist und Beweis des Christentums zurück. Wir ernten heute die ersten Früchte dieser Wissenschaft.

Nach einigen Augenblicken stillen Gebets, gefolgt von dem gemeinsam gesprochenen Gebet des Herrn, wurden die folgenden Ansprachen gehalten.

Unsere Lektionspredigt

Vor kurzem las ich wieder einmal in „Rückblick und Einblick“ den Hinweis unserer Führerin auf eine Versammlung der Christlich-Wissenschaftlichen Vereinigung im Jahre 1879, in der beschlossen wurde, eine Kirche zu gründen, die die Errinnerung an die Worte und Werke unseres Meisters wachhalten sollte, eine Kirche des Gemüts-Heilens.

Zuerst waren persönliche Predigten in unseren Kirchen üblich, aber Mary Baker Eddy hielt es für weise, diesen Brauch aufzugeben. Sie wandte sich um Führung an das göttliche Gemüt und wurde dazu veranlaßt, die Bibel und ihr Buch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ zu unseren einzigen Predigern zu bestimmen, zu unserem unpersönlichen Pastor. Dies war ein weiterer Beweis für das Auftauchen einer großen geistigen, von der Liebe inspirierten Führerin. Sie hatte die Christus-Wissenschaft entdeckt, hatte sie in der menschlichen Erfahrung demonstriert; sie hatte das Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit“ geschrieben, ihre Kirche organisiert, und nun sorgte sie für eine wöchentliche Lektionspredigt im Christlich-Wissenschaftlichen. Vierteljahrsheft, welche alle Wahrheitssucher befähigen sollte, von der geistigen Natur Gottes und des Menschen zu hören, sie zu studieren, zu verstehen und zu demonstrieren.

Die Reinheit der geistigen Schau, die Mrs. Eddy befähigte, die Schrift geistig auszulegen, entfaltete auch die wunderbare Idee eines Gottesdienstes, der für immer ihre geheiligte Entdeckung gegen falsche Auslegung durch rein persönliche Ansichten oder Doktrin schützen sollte.

Haben wir uns nicht alle schon einmal über gewisse Lektionen gewundert, die von unserem hingebungsvoll arbeitenden Bibellektion-Ausschuß monatelang im voraus ausgearbeitet wurden und die so zeitgemäß beim Lösen besonderer örtlicher, nationaler oder internationaler Probleme erschienen? Ein hervorragendes Beispiel hierfür gab es zu der Zeit, als während des Zweiten Weltkrieges die alliierten Truppen bei Dünkirchen zurückgezogen wurden. In der ganzen Welt studierten die Christlichen Wissenschafter die so passende Lektion „Die Zauberei des Altertums und der Neuzeit — auch genannt Mesmerismus und Hypnotismus — bloßgestellt“. Die Aussicht auf Errettung schien wahrlich trübe zu sein, aber die intelligenten, liebevollen Gebete der Völker demonstrierten den immergegenwärtigen Christus (Matth. 14:27): „Ich bin's; fürchtet euch nicht!“ Das Ergebnis war eine ungewöhnliche Meeresstille im Englischen Kanal und ein Dunst über der Küste, der den vollen Einsatz der feindlichen Luftwaffe verhinderte. Wahrscheinlich könnte jeder hier Anwesende bezeugen, daß eine bestimmte Lektionspredigt gerade zur rechten Zeit erschien, um ein besonders dringendes Bedürfnis zu befriedigen.

Die Christlichen Wissenschafter lernen durch ihr hingebungsvolles Studium der Lektionspredigt, persönliche sowohl wie Weltprobleme zu handhaben. Der Irrtum mag allerdings versuchen, höchst plausible Gründe gegen dieses Studium vorzubringen, wie Zeitmangel, entgegengesetzte Interessen, persönliche Gefühle und dergleichen. Dies ist natürlich das Heimtückische: „Was haben wir mit dir zu schaffen?“ des Bösen. Wir müssen diese aggressive Einflüsterung des Bösen aufdecken und zurückweisen. Obgleich das Handbuch Der Mutterkirche von Mrs. Eddy keine Satzung mit Bezug auf das tägliche Studium der Lektionspredigt enthält, so sagt Mrs. Eddy doch in diesem Handbuch, daß die Wohlfahrt der Christlichen Wissenschaft in hohem Maße von der Lektionspredigt abhängt. Der fortgeschrittene Schüler gewinnt genau soviel Nutzen aus dem täglichen Studium, wie der Anfänger. Im 1. Johannes lesen wir (2:21): „Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht; sondern ihr wisset sie und wisset, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt.“ Was man von dem gedruckten Wort erntet, steht in genauem Verhältnis zu dem geistigen Verständnis, mit dem man das Studium beginnt. Der Christliche Wissenschafter, der unbegrenztes Verständnis als die Tatsache seines Seins beansprucht, wird in zunehmendem Maße im Stande sein, dieses Verständnis zu demonstrieren.

Ein erfahrener Arbeiter in unserer Bewegung sprach einst von der allgemeinen Annahme, daß wir körperliche Arbeit leisteten, während in Wirklichkeit alle Tätigkeit mental sei. Er setzte hinzu, daß das geistige Verständnis uns befähigt, alle Dinge harmonischer und wirkungsvoller zu tun, und daß er für Christliche Wissenschafter von keiner besseren Methode wüßte, richtige Führung und intelligente Tätigkeit zu demonstrieren, als durch das tägliche gründliche Studium der Lektion am frühen Morgen.

Jedes Thema einer Lektion wird als ein Ganzes in sechs Abschnitten oder von sechs Gesichtspunkten aus behandelt. Wer daher nur einen Teil liest, geht der vollen Bedeutung und Nützlichkeit verlustig. Obgleich das gebetvolle Studium eines oder mehrerer Abschnitte besser ist, als das oberflächliche Durchlesen der ganzen Lektion, so wird doch die reichste geistige Inspiration, Entfaltung und Heilung durch das tägliche Durcharbeiten aller sechs Abschnitte erzielt.

Vielleicht hat sich die Einflüsterung gemeldet, daß die Lektionen weniger inspirierend seien, weil gewisse Zitate wiederholt werden. Es erweist sich mitunter als notwendig, gewisse Stellen zu wiederholen, wenn sie sich in Lektionen über dasselbe Thema befinden. Diese Wiederholung mag sich jedoch für den Schüler von immer zunehmendem Wert erweisen, denn oft nehmen die wiederhoten Stellen in verschiedener Verbindung oder mit anderem wechselbezüglichem Stoff eine neue Bedeutung an. Viele Schüler haben durch das gebetvolle Studium dieser wiederholten Zitate eine neue, wunderbare Erleuchtung gefunden. Dies erfordert tiefes, durchdringendes Denken und es ist bedeutungsvoll, daß unsere Führerin im Vorwort von „Wissenschaft und Gesundheit“ sagt (S. vii): „Die Zeit für Denker ist gekommen.“

Neulinge drücken oft Erstaunen darüber aus, daß wir Christlichen Wissenschafter die Lektionspredigt während der Woche studieren und dann am Sonntag zur Kirche gehen, um sie vorgelesen zu hören. Wenn wir dem Gottesdienst mit einem auf die Wahrheit eingestellten Denken und mit einem durch unser Studium vermehrten Verständnis beiwohnen und gebetvoll unserem unpersönlichen Prediger lauschen, so hört jeder von uns wie an jenen Pfingsten vor alters das Wort in seiner eigenen Zunge, das heißt, jeder empfängt vom Gottesdienst, was er an weiterer Führung, neuer Inspiration, Berichtigung und Heilung benötigt. Auf diese Weise demonstrieren wir für uns selbst und für die ganze Welt die heilende Gegenwart des Christus.

Die Leser der Kirchen müssen sich stets der unpersönlichen Natur unseres Pastors bewußt sein. Ihr gebeterfülltes Studium der Lektion in ihrer geistigen Bedeutung, ihre sorgfältige Vorbereitung des Lesens für die Gemeinde, wie korrekter Vortrag, deutliche Aussprache und Vertrautheit mit dem Text, geben die Gewißheit, daß dieser Text intelligent und in aufrichtiger Demut und Liebe vorgelesen wird. Die Lektionspredigt bedarf keiner persönlichen Ausschmückung, und ihre Darbietung sollte nicht der schlichten Vortrefflichkeit ermangeln. Sie ermangelt tatsächlich niemals der Vortrefflichkeit, wo Geistigkeit und selbstlose Hingabe vorherrschen. Ein Lesen, das keine persönliche Aufmerksamkeit erregt, sondern den herrlichen Ideen der Wahrheit erlaubt, sich selbst zu erklären, ist keineswegs charakterlos und langweilig, sondern strahlt von geistiger Freude, Kraft, Gewicht und „mitfolgenden Zeichen“. Es trägt bei zur Erfüllung der Sehnsucht unserer Führerin, daß unsere Kirche eine Kirche des Gemüts-Heilens sein soll.

Die göttliche Weisheit, die Mrs. Eddy dazu veranlaßte, die Lektionspredigten festzusetzen, führte sie auch in der Auswahl der zu behandelnden Themen. So unendlich und abwechslungsreich, so ewig neu und überzeugend ist die Entfaltung der Wahrheit, daß die sechsundzwanzig Themen stets ausreichend sein werden, die Bedürfnisse des einzelnen und der Völker zu befriedigen. In jeder Lektion werden nicht nur die hervorragenden Punkte des Themas definiert und entwickelt, sondern ihr angebliches Gegenteil wird auch aufgedeckt und unwirksam gemacht.

Zum Beispiel handhabt die Lektionspredigt über das Thema „Geist“ sehr oft den falschen Anspruch des Spiritualismus, während sie die Wahrheit darbietet, daß Geist Gott ist, eine unendliche, allmächtige, göttliche Gegenwart. Die Lektion über das Thema „Seele“ stößt die Lüge, daß sich die Seele im Körper befindet, mit der Wahrheit um, daß Seele Gott ist, der den Menschen und das Universum regiert. Das Thema „Gemüt“ offenbart stets Gott als das eine und einzige Gemüt. Es handhabt die Annahme von einem Gott entgegengesetzten, bösen Gemüt, das sich in vielen Gemütern, Verwirrung, Unentschlossenheit, Gleichgültigkeit und Vereitelung ausdrückt.

Die Lektionspredigt über das Thema „Hat sich das Weltall, einschließlich des Menschen, durch atomische Kraft entwickelt?“ ist ein weiteres Beispiel für die bemerkenswerte geistige Voraussicht und Führerschaft Mrs. Eddys. Die menschliche Vorstellung von Atomenergie mit all ihren guten und bösen Möglichkeiten beansprucht in zunehmendem Maße Bedeutung im menschlichen Denken. Unsere Führerin sah den Widerstand des Materialismus gegen die geistige Lehre und Ausübung der Christlichen Wissenschaft voraus; sie schrieb in „Wissenschaft und Gesundheit“ (S. 83): „Die Sterblichen müssen ihre Zuflucht in der Wahrheit finden, um dem Irrtum dieser letzten Tage zu entrinnen.“ Wie tröstend ist es doch, in „Miscellaneous Writings“ (Vermischte Schriften) von Mrs. Eddy zu lesen (S. 190): „Atomkraft ist Gemüt, nicht Materie. Sie ist weder materielle Energie, das Ergebnis organischer Gestaltung, noch die Folge davon, daß der Materie Leben eingeflößt worden wäre: sie ist unendlicher Geist, Wahrheit, Leben, dem Irrtum oder der Materie Trotz bietend.“

Vielleicht hat sich die Einflüsterung gemeldet, daß einige Lektionen, zum Beispiel die über die Themen „Materie“, „Ewige Strafe“ und „Die Probezeit nach dem Tode“, negativ und doktrinär und nicht so inspirierend und heilend seien, wie die positiven Themen wie „Leben“, „Wahrheit“ und „Liebe.“ Tatsächlich ist jede Lektion heilend und erlösend, indem sie beständig Nachdruck auf die positive Tatsache des Geistes und die Nichtsheit der Materie, der Sünde und des Todes legt. Nicht nur muß der beginnende Schüler über die christlich-wissenschaftliche Lehre hinsichtlich dieser Themen richtig belehrt werden, sondern die mehr erfahrenen Arbeiter müssen auch an ihre Verantwortung erinnert werden, die allgemeinen falschen Annahmen dieser Dinge zu handhaben.

Jede Lektionspredigt wird daher von jedem Christlichen Wissenschafter benötigt. Es ist ganz unmöglich, den Wert des Vertrautwerdens mit den absoluten Erklärungen der göttlichen Wissenschaft zu überschätzen, wie sie in der Entwicklung jedes Themas angewandt werden. Außerdem bedürfen wir alle solch tröstlicher Versicherungen wie die folgende aus Jesaja, die vor einigen Wochen in einer Lektion vorkam (41:10): „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; sei nicht bestürzt, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit“ (engl. Bibel). Ein Wörterbuch gibt für das Wort „bestürzt“ die folgende interessante Erklärung: „Durch Schrekken und Befürchtungen unfähig machen.“ In seinem Studium der Lektion findet der Schüler, was seine Befürchtungen zerstreut und seine positive Fähigkeit erweckt, furchtlos gegenüber sogenannten Problemen zu bleiben, seien es Welt- oder andere Probleme, und so zu ihrer Lösung beizutragen.

Vor einigen Monaten enthielt eine Lektion das folgende Zitat aus 1. Timotheus (2:1, 2): „So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.“ Wir werden finden, daß unsere scheinbaren eigenen Probleme abnehmen und verschwinden, wenn wir für die Welt beten. Für uns alle ist ein richtiger Begriff von Volk und Regierung von lebenswichtiger Bedeutung. Unsere Lektionen entfalten diese Begriffe, welche notwendigerweise das Übergewicht jener Völker zur Folge haben müssen, die die Regierung des Christus am besten ausdrücken. Und diese Völker werden den Fortschritt der ganzen Menschheit beschleunigen. Auf diese Weise wird die biblische Prophezeiung erfüllt (Jes. 9:6): „Die Herrschaft ist auf seiner Schulter.“ Die Christus-Idee führt. Sie ist universal. Kein Volk kann ein ausschließliches Recht auf diese Idee haben, und keiner kann sie verdunkeln oder vernichten.

Um uns wirkungsvoll mit der Entwicklung der Welt befassen zu können, laßt uns die reine Geistigkeit demonstrieren, die allein die Kriegsdrohungen, das Düster der orientalischen Philosophie und die hypnotischen Einflüsterungen der schulmäßigen Theologie unschädlich machen kann. Daher kann allein die Geistigkeit, das Christus-Bewußtsein, die Probleme des einzelnen, der Rassen und Völker lösen. Hingebendes Studium der Lektionspredigt vergeistigt das Denken und Handeln. Machen wir uns diese große Gabe der Liebe voll und ganz für uns und für die ganze Menschheit zunutze? Um nochmals Jesaja zu zitieren (62:10): „Gehet hin, gehet hin durch die Tore! bereitet dem Volk den Weg! machet Bahn, machet Bahn! räumet die Steine hinweg! werft ein Panier auf über die Völker!“ Unsere von der Liebe gekrönte Führerin hat ein Panier aufgeworfen. Laßt es uns hochhalten.

Die Mission unserer Zeitschriften

In „Rückblick und Einblick“ von Mary Baker Eddy lesen wir (S. 88): „Das Gemüt beweist, daß es allgegenwärtig und allmächtig ist, aber das Gemüt schwingt sich um eine geistige Achse. Seine Macht entfaltet sich und seine Gegenwart wird fühlbar in ewiger Stille und unverrückbarer Liebe.“

Es ist fraglos einleuchtend, daß das Gemüt, welches unendlich ist, stets gegenwärtig und die alleinige Macht sein muß, und es ist ebenso klar, daß in dieser Stille — in der Ruhe und Gelassenheit des Bewußtseins, das die unwandelbare Liebe ausmacht und das weder anklagt noch verdammt — die Allgegenwart und Allmacht des Gemüts erkannt und behauptet werden kann.

In dieser Stille des reinen geistigen Wissens kann es keine Vorstellung von Begrenzung oder Verzögerung geben. Dies erklärt die augenblicklichen und dauernden Heilungen und das neu erweckte Bewußtsein des Guten, das die Christliche Wissenschaft zuwege bringt.

Geistig wissenschaftliches Denken, selbst wenn es in keiner bestimmten Richtung ausgesandt wird, kann das materiell abgestumpfte Bewußtsein eines jeden überall in der weiten Welt aufrütteln — in unserer angeblich erleuchteten Zivilisation sowohl wie bei den geistig wenigst erweckten Völkern. Wahrheit ist allerhaben, und allerhaben bedeutet allerhaben! Und wenn wir als einzelne innehalten, um dies zu erwägen — zeigt uns das nicht, wie jeder von uns dazu beitragen kann, unseren Zeitschriften in ihrer Mission der Aufklärung und Erlösung der Welt zum Erfolg zu verhelfen?

Als ich über die Mission unserer Zeitschriften nachdachte, wurde ich dazu geführt, den folgenden Worten Mrs. Eddys in einem Leitartikel der ersten Ausgabe des Christian Science Monitor unter dem Titel „Was sagt ein Name?“ besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie schreibt (The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany — Die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, und Verschiedenes, S. 353): „Ich habe allen christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften ihren Namen gegeben. Die erste war The Christian Science Journal, dazu bestimmt, die göttliche Wissenschaft der Wahrheit aufzuzeichnen.“ Wir sehen also, daß der Zweck des Journal war, die Wissenschaft der Wahrheit zu erklären. Die späteren Zeitschriften zeigen die Anwendung dieser Wissenschaft — wie sie auf alle Lagen des menschlichen Daseins praktisch angewendet werden kann. Mit anderen Worten, sie führen das „Amt. .. der Versöhnung“ das Amt der der Versöhnung des Menschen und des Universums mit Gott.

Vom Christian Science Sentinel sagt Mrs. Eddy: „Die zweite benannte ich Sentinel, dazu bestimmt, über Wahrheit, Leben und Liebe Wache zu halten.“ Ich glaube, Sie alle haben den Sentinel als einen wachsamen, umsichtigen Gefährten erkannt, der wöchentlich zu uns kommt, um uns zu helfen, uns der Entmutigung, der Niedergeschlagenheit und der selbstanklägerichen Einflüsterungen — Argumente aller Art — zu erwehren, Argumente, die, wenn sie einmal ins Denken eingelassen und dort beherbergt werden, uns vorübergehend blind gegen die Wahrheit, das Leben und die Liebe machen würden, die wir uns alle bemühen auszudrücken.

Es hat Tage gegeben, wo mir eine Last von den Schultern fiel und der Tag erleuchtet wurde durch die geistige Speise aus dem Sentinel. Dies erläutert die praktische Anwendbarkeit der göttlichen Wissenschaft und die Art und Weise, in der sie nicht nur Probleme löst, sondern vielen sogar zuvorkommt. Wie die Entdeckerin und Gründerin dieser Wissenschaft erklärt, ist die Christliche Wissenschaft die auf die Menschheit angewendete göttliche Wissenschaft. Die Christliche Wissenschaft ist die Anwendung der göttlichen Wissenschaft in unseren menschlichen Angelegenheiten, die Bekräftigung der Wahrheit, die den Irrtum durchdringt und ungültig macht, ob er nun als Sünde, Krankheit, Mangel oder Elend erscheint. Die Christliche Wissenschaft ist das Wirken des Christus, das in das individuelle Bewußtsein eindringt, es reinigt und erlöst, und auf diese Weise alles, was uns betrifft, verbessert — unsere Gesinnung, unseren Körper, unsere Beziehungen zu andern, unsere Kirchen und alle unsere Angelegenheiten.

In dem Maße, wie unser beständiges, wirksames Denken in intelligenter Weise der Unterstützung unserer Zeitschriften gewidmet ist, in dem Ausmaße erfüllen diese ihr Amt, ihre göttliche Funktion, die ganze Menschheit zu erleuchten und uns und allen anderen die Welt zu offenbaren, wie sie wirklich existiert. Die Christliche Wissenschaft lediglich als eine Theorie zu betrachten, als eine Beschäftigung des Intellekts, würde uns keinen Auftrieb geben und von keinerlei praktischem Wert für uns sein. Würden wir wohl Häuser, Autobahnen, Städte, Automobile, Ozeandampfer oder Flugzeuge haben, wenn die Wissenschaft der Mathematik nicht angewandt würde, wenn sie lediglich den Intellekt in Anspruch nehmen und angenehm unterhalten würde — als ein intellektueller Zeitvertreib?

Die Christliche Wissenschaft ist eine Wissenschaft, nämlich die Wissenschaft von Gott, die Wissenschaft des Gemüts, und daher die Wissenschaft aktiven, rechten Denkens. Sie ist reines, unverfälschtes, geistiges Wissen, das ganz natürlich und unausbleiblich wirksam ist, falsche Vorstellungen zu berichtigen und zu ersetzen, jene falschen Annahmen, die die Menschheit in Begrenzung und Knechtschaft halten.

Unser Sentinel hat etwas Freundliches an sich. Seine einfache, anspruchslose Decke stellt keine Forderungen und überläßt es einem selbst, ob man ihn lesen möchte oder nicht, aber sein Inhalt befriedigt, heilt und bereichert. Ein interessantes Beispiel hierfür ist das einer Familie in Übersee, die hohen Geistes, edel gesinnt und hochgestellt, jedoch verarmt war, als der Feind das Land besetzte. Infolge von Unterernährung und großen Härten erkrankte die Frau an Tuberkulose, und sie war im Krankenhaus in einem fremden Lande, als sie mit der Christlichen Wissenschaft bekannt wurde. Jemand hatte ihr einen Sentinel gegeben. Sie wurde durch die Christliche Wissenschaft geheilt, und bald war die Familie wieder in guten Verhältnissen. Der Mann wurde sofort ein ernsthafter, demonstrierender Christlicher Wissenschafter und sehr bald auch eine anerkannte Kraft im Lande seiner Wahl, wo er offiziell sowohl wie inoffiziell unserer Bewegung gute Dienste leistete.

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft (in seinen verschiedenen Ausgaben) ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Die von uns mit zunehmender Treue im Denken gehegte Allgegenwart des Gemütes und Allumfassendheit des Christus können sich — und Mrs. Eddy schreibt, daß dies schließlich der Fall sein muß — zu den fernsten Grenzen der Welt erstrecken. Niemand ist unempfänglich für ihren Einfluß oder kann überhaupt unempfänglich dafür sein. Die Empfänglichkeit für das Gute, die von Gott verliehene Fähigkeit, Gottes Allheit zu verstehen und zu demonstrieren, ist nicht auf die christliche Welt beschränkt noch auf Menschen mit sogenannter Bildung und intellektuellen Gaben, denn Gott sieht nicht die Person an. Die Annahme, daß der tiefliegende Aberglaube sogenannter primitiver Völker nicht der Aufklärung weichen kann, ist ohne Grundlage und absolut falsch. Gott und Gottes Schöpfung sind unversehrt. Zweifel hieran würde Seine ewige Vollständigkeit in Frage stellen. Das göttliche Gemüt ist das Gemüt aller in der ganzen Welt. Und in dem Maße, wie wir an dieser Tatsache des göttlichen Gemüts festhalten, werden jene, „die im Finstern wandeln“, wahrlich „ein großes Licht“ sehen. Und in den Worten eines Liedes (Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 82):

... die Erde wird voll von Erkenntnis des Herrn,
Wie die Wasser decken das Meer.

Es ist nicht etwa eine Frage der Zeit, ob die Wahrheit allüberall angenommen und betätigt wird, sondern eine Frage des Mutes und der Pflichttreue — auf Ihrer sowohl wie auf meiner Seite — des Mutes, unsere individuelle Verantwortung freudig auf uns zu nehmen, und der Standhaftigkeit, unser Denken jeden Augenblick zu überwachen und im Zaume zu halten. Da es nur einen Gott gibt, und da Gott das Gemüt ist, haben alle Menschen dies Gemüt. Die Annahme, daß jahrhundertealter Rassenhaß und Mißverständnisse uns getrennt haben, ist ohne tatsächliche Grundlage und muß aufgegeben werden. Unser Lehrbuch gibt eine genaue, bestimmte Regel für das Verscheuchen solcher Annahmen, eine Regel, die von der Allwissenheit herrührt und von der Allmacht aufrechterhalten wird. Mrs. Eddy macht es absolut klar, daß Gott, das Gute, das einzige Gemüt ist und der Vertilger des Irrtums.

Es ist daher wichtig zu erklären und aufrechtzuerhalten, daß Gott, das Gute, das einzige Gemüt ist; daß Er das Gemüt eines jeden von uns ist; daß dieses Gemüt in Wahrheit das Denken, Wollen und Tun eines jeden von uns beherrscht, daß es als ein Gesetz des Segens für jeden wirkt, für uns sowohl wie für die ganze Schöpfung, und daß solches Wissen zur rechten Zeit allen Widerstand gegen die Christliche Wissenschaft überwinden wird. Die Demonstration des einen Gemüts ist die wirkungsvollste Behandlung des Glaubens an Malpraxis, gleichviel ob unbeabsichtigt oder beabsichtigt. Sie zerstört diesen Anspruch des Bösen gemäß der Goldenen Regel.

Von unserer Tageszeitung schreibt Mrs. Eddy: „Die nächste nannte ich Monitor, der die unerschöpflich wirkende Wissenschaft ungeteilt verbreiten soll. Der Zweck des Monitor ist, niemandem zu schaden sondern die ganze Menschheit zu segnen.“

Im Hinblick darauf, daß Mrs. Eddy unsere Tageszeitung The Christian Science Monitor benannte, ist es interessant zu erwägen, was das Wort „Monitor“ bedeutet. Die Erklärungen in zwei verschiedenen Wörterbüchern lauten: „Jemand, der vor Fehlern warnt und über Pflichten belehrt“, und „Jemand, der nützliche Hinweise gibt“. Ich glaube, wenn wir dies bedenken, so müssen wir alle zugeben, daß der Monitor dem ziemlich nahe kommt, was unsere geliebte Führerin von ihm erwartete. Und um dazu beizutragen, daß er seine Nützlichkeit erweitert und die ganze Menschheit segnet, müssen wir erkennen, daß der Monitor in Wirklichkeit nicht als Papier und Druckerschwärze existiert, sondern als Idee.

Die Entfaltung der Wissenschaft in Mrs. Eddys Bewußtsein, und als ihr Bewußtsein, brachte ihr die geistige Vorstellung dieser Tageszeitung. Sie hatte ihren Ursprung im Gemüt und trat als Entfaltung des Gemüts menschlich in Erscheinung. Um richtig verstanden zu werden, muß sie als solche erkannt und aufrechterhalten werden.

Wenn wir für die Verbreitung des Monitor arbeiten, müssen wir erkennen, daß alle Ideen des Gemüts allgegenwärtig sind, weil das Gemüt allgegenwärtig ist. Obgleich dies den menschlichen Sinnen noch nicht faßbar erscheint, so ist es doch eine göttliche und ewige Tatsache, die bereits auf dem Wege ist, demonstriert zu werden. Es hängt von jedem einzelnen von uns ab, wie lange es dauern wird, bis dies als ein Gesetz unbeschränkter Ausbreitung für unseren Monitor erkannt wird — von unserer Liebe zu unserer Bewegung und von der Stärke und Ausdauer unseres Wunsches, ihr zu dienen.

Zum Schluß möchte ich Ihnen zwei Auszüge aus dem Handbuch Der Mutterkirche von Mrs. Eddy vorlesen (Art. VIII, Abschn. 6 und 14): „Es ist die Pflicht eines jeden Mitglieds dieser Kirche, sich täglich gegen aggressive mentale Suggestion zu schützen und sich nicht verleiten zu lassen, seine Pflicht gegen Gott, gegen seine Führerin und gegen die Menschheit zu vergessen oder zu versäumen“ und: „Es soll das Vorrecht und die Pflicht eines jeden Mitglieds sein, sofern es seine Mittel erlauben, auf die Zeitschriften zu abonnieren, die die Organe dieser Kirche sind.“ Und laßt uns keiner aggressiven Einflüsterung erlauben, Mrs. Eddys Worte „sofern es seine Mittel erlauben“ umzudeuten in „sofern er es sich leisten kann“, denn es ist ganz sicher, daß unsere Führerin keinem Christlichen Wissenschafter die Vorstellung geben würde, daß er es sich nicht leisten kann, unsere Bewegung von ganzem Herzen zu unterstutzen.

Dies ist unsere Kirche. Dies sind unsere Zeitschriften. Und wir können es uns nicht leisten, ihnen unsere Unterstützung zu versagen, und noch weniger können wir es uns leisten, uns selbst des Vorzuges zu berauben, unsere Zeitschriften zu unterstützen.

Die Mission unserer Tageszeitung

Lassen Sie uns für einen Augenblick eine große Tageszeitung betrachten, aber nicht mit Augen, die nur Papier und Druckerschwärze, Anzeigen und Umsatz, Nachrichten und Menschen sehen, sondern durch die Augen einer geistigen Seherin, der Mary Baker Eddy. Was sah sie? Sie sah den Widerstand des fleischlichen Gemüts gegen den Christus. Aber sie ging weiter: sie sah die Antwort, die uns befähigt, diesen Widerstand zu bekämpfen. Heute halten wir diese Antwort in unseren Händen — den Christian Science Monitor.

In der ganzen Weltgeschichte finden wir hier und da einige von Gott inspirierte Männer und Frauen, die eine materielle Vorstellung vom Leben in Frage stellten, und die sich darüber wunderten, warum wohl etwas so Unlogisches, so Unerklärliches wie eine Welt, die sowohl gut wie böse ist, aufbauend und vernichtend, lebendig und doch sterblich, Wirklichkeit sein sollte.

Gelegentlich hat einer von ihnen den materiellen Augenschein durchbrochen und den Schimmer einer Welt erhascht, in der solche Widersprüche nicht vorhanden sind. Vor nahezu zweitausend Jahren erschien der Mensch Jesus, der erklärte, er lebe in der Welt des Geistes. Und er lehrte die Menschen, daß sie sich ebenfalls dieser geistigen Welt bewußt werden könnten. Und beinahe zweitausend Jahre später erschien Mrs. Eddy, die ein volles geistiges Erschauen der Lehren Jesu gewann. Sie gründete ihre Entdeckung der Christlichen Wissenschaft auf dieselbe Voraussetzung, nämlich daß alles Geist ist; daß es keine Materie gibt. Auf diese selbe Voraussetzung gründete sie die christlich-wissenschaftliche Kirche, schrieb sie deren Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ und ihre Regeln und Satzungen im Handbuch Der Mutterkirche und setzte sie die Zeitschriften ein, so daß die Menschen die Wahrheit in ihrer eigenen Sprache studieren könnten.

Welche besondere Methode ersann unsere Führerin, um die sich widerstreitenden Ansichten der Welt von dem Standpunkt des geistigen Universums und des geistigen Menschen aus zu erklären? Welche Mittel gab sie uns an die Hand, um diese Welt des Geistes in praktischer Form darzubieten? Welche größeren Mittel bestehen wohl, um das Denken der ganzen Menschheit zu erreichen, als die einer großen internationalen Tageszeitung?

Es ist also dieses Mittel, das uns zur Verfügung steht — eines der vielen, die uns von der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft nach Jahren des Gebets und dank eines Lebens der Selbstverleugnung gegeben wurden. Dies war eine Pflichterfüllung allerhöchsten Ranges, Pflichterfüllung nicht nur dem Buchstaben, sondern dem Geiste nach.

Lassen Sie uns nun hier, in diesem großen Kirchengebäude, die Mission des Christian Science Monitor einer genauen Prüfung unterziehen! Daß er bis zu einem gewissen Grade in seiner Mission erfolgreich ist, kann an Hand der sichtbaren Beweise, die sich heute überall in der Welt finden, beurteilt werden. Diese Beweise werden nicht selten von Leuten erbracht, die sich beeilen zu versichern, daß sie keine Christlichen Wissenschafter sind. Möchten doch die Christlichen Wissenschafter selbst ebensolche Beweise der Wertschätzung dieses Boten erbringen, und zwar mit derselben spontanen Bereitwilligkeit.

Eines der stärksten Argumente, die in meinem eigenen Arbeitsfelde, den Britischen Inseln, überwunden werden müssen, ist, daß bis zur Lieferung der Zeitung so viel Zeit verstreicht. Aber Zeit und Entfernung gehören ja gerade zu den Dingen, die der Christian Science Monitor, wie Mrs. Eddy erwartete, überwinden sollte — zuerst im Bewußtsein und dann tatsächlich. Wenn dies in dieser Reihenfolge erreicht worden ist, werden wir alle imstande sein, größere Pünktlichkeit in allem zu demonstrieren, was wir unternehmen.

Lassen Sie uns einen Blick auf einige der Beweggründe unserer Führerin zur Gründung des Monitor werfen, dessen Aufgabe es ist, die ungeteilte Wissenschaft zu verbreiten. Welch eine vollkommene Aufhebung der Zeit, ja, und auch der Entfernung! Es kann kein Gefühl von wahrer Gemeinschaft geben, wenn Sie hier sind und ich dort drüben bin, und es der Zeit bedarf, um uns zusammenzubringen. Es ist viel wahrscheinlicher, daß Zeit uns trennt. Gemeinschaft beruht auf einer göttlichen Idee, und Ideen sind nicht der Zeit unterworfen. Braucht einer von uns Zeit, um in Gedanken sein Heim zu betreten? Bedarf man der Zeit, um zu lieben? Benötigt die Liebe Zeit, um mich zu erreichen? Nein! Wenn man also den Monitor als Idee in der Wahrheit sieht, so wird man ihn als frei von aller Zeistbeschräkung erkennen. Wenn man in ihm dagegen nichts weiter als eine Zeitung sieht — meinetwegen sogar eine große Zeitung — so kommt er unter die Herrschaft materieller Zeitmaße und ebenfalls unter die Herrschaft geldlicher Ausgaben.

Ich fühle heute morgen viele Fragen in mir aufsteigen. Die meisten sind an mich selbst gerichtet. Betrachten wir den Monitor nicht nur als ein Mittel für die Heilung der Welt, sondern auch für die Heilung des einzelnen? Ich glaube, wir tun dies nicht oft genug. Aber lesen Sie ihn einmal mit dem alleinigen Zweck im Auge, zu entdecken, wieviel seines Inhaltes den direkten Beweggrund des Heilens hat, und ich meine, des körperlichen Heilens! Und ich beschränke diese Prüfung nicht etwa auf den religiösen Artikel auf der „Home Forum“-Seite. In „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ schreibt Mrs. Eddy (S. 411): „Die bewirkende Ursache und Grundlage aller Krankheit ist Furcht, Unwissenheit oder Sünde.“ Es handelt sich bei der Furcht beinahe immer um die Zukunft, und sie ist zum größten Teil in den beiden Erzbetrügern, den Wörtchen „ob“ und „wenn“ enthalten.

Sehr wenige Zeitungen, selbst die angesehensten, können der Versuchung widerstehen, in die Zukunft zu blicken und Schwierigkeiten zu prophezeien. Sorgen, Altern, Unfähigkeit und die meisten Krankheiten sind wahrscheinlich auf Furcht zurückzuführen. Um sie zu heilen, haben wir hier eine Zeitung, die die Zukunft nicht auf Schwierigkeiten gründet, sondern auf die aufbauende absolute Gewißheit, daß Gott, das Gute, regiert. Halten Sie nach dieser positiven Einstellung Ausschau, wenn Sie die nächste Ausgabe lesen. Sie werden nicht enttäuscht sein. Diese Einstellung ist da, und sie hat mit ihrer heilenden Mission begonnen, lange bevor diese besondere Ausgabe in den Setzersaal geschickt wurde — sie hat mit dem Heilen in dem Augenblick begonnen, wo der Verfasser sein eigenes Denken mit der Liebe erfüllte, die segnet. Das, was die Welt im allgemeinen Nachrichten nennt, durch die Lupe der Wahrheit, die Furcht austreibt, zu betrachten, bedeutet, die Furcht zu heilen und somit Krankheit zu heilen.

Mangel, Beschränkungen, verpaßte Gelegenheiten und Disharmonie können ihren Ursprung in der Unwissenheit haben. Auch hier handelt es sich nicht darum, daß Sie den Monitor nur auf Hörensagen als ein Heilmittel annehmen. Prüfen Sie ihn! Sie werden Seite um Seite Artikel finden, die die Unwissenheit vertreiben. Wenn ich weiß, wie meine Mitmenschen leben, denken und arbeiten, und wenn diese ihrerseits wissen, wie ich lebe, so bringt dieses Wissen uns sicherlich zusammen, statt uns zu trennen. Es mag sein, daß wir unsere eigene Lebensweise vorziehen, aber wir haben wenigstens eine solide Grundlage der Gemeinschaft und des Verstehens gefunden. Diese beiden Eigenschaften bedeuten Frieden für die Welt. Und außerdem bedeuten sie Weitherzigkeit, Freiheit und Eintracht. Wenn das Bewußtsein mit diesen Eigenschaften angefüllt ist, wie könnte wohl Mangel, Begrenzung und Disharmonie Einlaß finden?

Sünde ist nur allzuoft eine Einflüsterung, die aufgenommen statt zurückgewiesen wird. Von Anbeginn hat der Christian Science Monitor das, was verderblich und zerstörerisch war, nicht einfach unbeachtet gelassen, sondern seine Mission war, es durch die Erhebung des Denkens zu überwinden. Das Niedrige, das Falsche und das Nutzlose wird in seinen Spalten nicht ausgebeutet, sondern zerstört. Machen Sie auch hiervon die Probe.

Worin besteht also unsere Aufgabe? Stimmen wir der Mission zu und hegen lediglich die besten Wünsche für den Missionar? Wenn wir einem Missionar bei der Abreise lediglich von der Landungsbrücke mit dem Taschentuch nachwinken, so ist das zwar eine schöne Geste, aber es ist auch nichts mehr als eine Geste, wenn wir ihn ohne sonstige Unterstützung lassen. Um unsere herrliche Tageszeitung zu unterstützen, bedarf es weit mehr als bloßes Zuwinken mit dem Taschentuch. Es erfordert Studium, Anwendung, Mut und die Gewißheit, daß all dies und weit mehr innerhalb unserer Fähigkeiten liegt.

In meinem Lande haben wir eine geheimnisvolle Gruppe von Menschen, „sie“ genannt. Diese „Sies“ sind die Leutchen, die irgendwas für irgendwen tun sollten, zum Beispiel dafür sorgen, daß noch eine spätere Straßenbahn eingesetzt wird, daß der Bürgersteig endlich ausgebessert wird, oder dergleichen. Wir haben diese „Sies“ sogar in unseren Kirchen der Christlichen Wissenschaft in England. In diesem Fall sind die geheimnisvollen „Sies“ gewöhnlich der Kirchenvorstand, der irgendwas tun sollte, oder, was weit öfter vorkommt, der irgendwas nicht hätte tun sollen.

Der Christian Science Monitor hat auch seine „Sies“, welche eine ganze Menge tun sollten! Ich möchte wohl wissen, ob von diesen „Sies“ heute morgen einige anwesend sind? O ja, meine Freunde, mehrere Tausend! Es sind jene, die jeden Tag mehr Zeit finden sollten, den Monitor zu lesen und über seinen belebenden Einfluß nachzudenken und so zu heilen. Einer der „Sies“, die etwas für den Monitor tun sollten, ist der Mann, der in meinen Schuhen nach Hause geht. Wäre es vielleicht möglich, daß es auch der Mann ist, der in Ihren Schuhen nach Hause geht?

Laßt uns auf unsere Tageszeitung die folgenden Worte unserer Führerin anwenden (Miscellaneous Writings — Vermischte Schriften, S. 319): „Das Ziel, das erreicht werden soll, bietet den Christlichen Wissenschaftern reichlich Gelegenheit, ihre Aufmerksamkeit der Vollendung des großen Werkes zu widmen und sich damit allein unter den Sternen zu fühlen.“ Welche Führerschaft! Welch eine Mission! Und wenn wir folgen, welche Errungenschaften erwarten uns!

Wenn wir den Segen annehmen wollen, den der Monitor der ganzen Menschheit zu bieten hat, so brauchen wir zuerst einmal eine allumfassende Vorstellung davon, was es bedeutet, zu segnen. Segnen erscheint so oft als eine sehr begrenzte, beinahe ritualistische Tätigkeit von bestimmter, religiöser Bedeutung. Wenn man aber Gott als das Gute erkennt, so sind die Anerkennung und Mitteilung des Guten ein wahrer Segen für uns und für andere. Es ist Religionsbetätigung auf höchster und wissenschaftlichster Ebene. Erwägen Sie einige Gesichtspunkte des Segnens, die direkt auf den Monitor anwendbar sind. Ein Wörterbuch gibt für das Verb „segnen“ teilweise die Erklärung „glücklich machen; Wohlergehen und Glückseligkeit verleihen“.

Nehmen Sie irgendeine Nummer des Monitor und lassen Sie uns sehen, ob diese Mission des Verleihens von Wohlergehen und Glückseligkeit erfüllt wird — nehmen Sie just irgendeine Ausgabe und suchen Sie nicht erst lange herum! Die Anzeigenspalten zum Beispiel sind ein direktes und beständiges Beispiel dieses Segnens. Diese Anzeigen sind gewählt worden wegen ihrer Fähigkeit bekanntzugeben, daß ein einzelner, eine Firma oder eine Gesellschaft den Wirkungskreis ihrer konstruktiven Nützlichkeit und aufgeklärten Dienstbereitschaft zu erweitern wünscht und somit jenen einen rechten Begriff von Wohlergehen verleihen kann, die sich ihrer bedienen wollen.

Wir können viel weiter gehen und entdecken, wie in den Anzeigen Eigenschaften wie Redlichkeit, Ehrlichkeit, Dienstfertigkeit, Schönheit und viele mehr praktisch zum Ausdruck kommen. In diesem Lichte gesehen ist die kleinste Anzeige dem Wesen nach eine Anerkennung des Zieles und Zweckes und der Demonstration Mrs. Eddys, eines Zweckes, der in die Praxis übertragen werden muß. Die ganze Menschheit zu segnen ist so umfassend, daß es nicht nur jene einschließt, die ihre Dienste und ihre Redlichkeit anbieten, sondern auch die, welche die Anzeigen lesen. Sollte unsere Reaktion lediglich die der Sentimentalität oder Gefühlserregung sein? Oder eine Quidproquo-Einstellung? Oder ist es die willige Anerkennung, daß die Eigenschaften, die die Anzeige ins Sein riefen, von Gott gegeben sind und deshalb auch unweigerlich von denen ausgedrückt werden müssen, die auf die Anzeige reagieren? Wenn wir dies erkennen, so erfüllen wir heute die Mission des Monitor.

Es ist so bereichernd, die Schriften unserer Führerin vorzunehmen und zu entdecken, wie beständig und standhaft sie den Beweggrund und die Ursache ihrer Bewegung in ihrem Denken und ihren Gebeten hochhielt; wie sie die Macht anerkannte, die ihre Entdeckung beseelte, und die göttliche Inspiration ihrer Führerschaft. In ihren Schriften finden sich viele Andeutungen, daß sie die Sehnsucht, der Welt eine Tageszeitung wie den Christian Science Monitor zu geben, seit den frühesten Tagen hegte. Diese Sehnsucht wuchs in ihrem Bewußtsein, wartete jedoch geduldig auf die von Gott bestimmte Zeit, um in Erfüllung zu gehen.

Lassen Sie uns kurz zu Mrs. Eddys Erklärung: „Die bewirkende Ursache und Grundlage aller Krankheit ist Furcht, Unwissenheit oder Sünde“ zurückkehren und sie mit dem verbinden, was unsere Führerin über ihre Entdeckung der göttlichen Wissenschaft sagt (Rückblick und Einblick, S. 32): „Es war das Evangelium des Heilens mit seiner von Gott bestimmten menschlichen Aufgabe, das, wie es mir erschien „die Schönheit der Heiligkeit' auf seinen weißen Schwingen trug — eben die Möglichkeiten des geistigen Einblicks, der geistigen Erkenntnis und des geistigen Seins.“ Wenn wir diese beiden Stellen miteinander verbinden, so ist das bereits vorhandene Heilmittel, das die Not stillt, leicht zu erkennen. Gibt es irgend etwas, das uns der Freude berauben könnte, den Christian Science Monitor mit jenem einfachen Zweck des Heilens und Segnens zu identifizieren?

Jenen von uns, die über seine rein journalistischen Errungenschaften hinaus blicken, erscheint der Monitor weniger als eine große Tageszeitung und mehr als ein großer heilender Missionar. Wir können das Elend der Welt wahrnehmen, die falschen Ansprüche, die sie verwirren und quälen, sehen und dann erkennen, was für ein vollkommenes Heilmittel wir in Händen halten, wenn wir einen Christian Science Monitor zur Hand nehmen. Wir haben die Fähigkeit, dies zu erkennen; um jedoch diesen großen Segen weiterleiten zu können, müssen wir Liebe im Überfluß zum Ausdruck bringen, uneingeschränkte Unterstützung gewähren und in gewissem Maße die Überzeugung jener Frau teilen, die diese Zeitung auf ihre Mission in die Welt sandte — eine Mission, die an diesem Morgen auch die unsrige ist, wie sie die unserer Führerin war, als sie den Monitor gründete.

Die Versammlung schloß mit dem Singen des Liedes Nr. 226: „O Herr des Lebens“.


Du, Herr, bist der Höchste in allen Landen; du bist hoch erhöht über alle Götter. Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten. Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen. Ihr Gerechten, freuet euch des Herrn und danket ihm und preiset seine Heiligkeit! — Psalm 97:9–12.

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– Mildred W. Willenbrock, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1963 

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