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Original im Internet

Tägliche Auferstehung

Aus der April 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 12. Oktober 2020 im Internet.


Zu Jesu Zeiten betrachteten viele Menschen ähnlich wie heute das Konzept Auferstehung als mystisches Ereignis, das wenn überhaupt in ferner Zukunft lag. Aber Jesus wusste es besser. Als sein Freund Lazarus starb, versicherte Jesus Lazarus’ Schwester Marta: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Marta wagte vielleicht nicht zu hoffen, dass sie ihren Bruder wiedersehen würde, und sagte: „Ich weiß genau, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.“ Doch Jesus, immer liebevoll zu denen, die litten, öffnete Marta für eine umfassendere und gegenwärtigere Sichtweise der Auferstehung, als er sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer lebt und an mich glaubt, der wird niemals mehr sterben“ (Johannes 11:1–44). Jesus ging zu Lazarus’ Grab und Lazarus trat aufrecht gehend hervor.

Danach bewies Jesus immer wieder, dass „Gott ... nicht ein Gott der Toten [ist], sondern der Lebendigen“ (Matthäus 22:32). Und als er sich nach seiner Kreuzigung und seinem eigenen Begräbnis lebendig zeigte, bewies er abschließend, dass der Christus, die geistige Idee Gottes und seiner Manifestation im menschlichen Leben, die Auferstehung der Menschheit vom Tod bewirkt. Er zeigte, dass der Mensch ebenso wenig sein Leben verlieren kann, wie Zahlen das Prinzip verlieren können, auf dem sie beruhen. Unser Leben ist jetzt ewig, denn es ist geistig, die Widerspiegelung Gottes, des Lebens.

Unsere Hauptaufgabe ist, auf unsere eigene Auferstehung hinzuarbeiten.

Unsere Hauptaufgabe ist somit, auf unsere eigene Auferstehung von einem sterblichen Verständnis von Leben hinzuarbeiten. Das ist uns möglich, denn der Christus ist jetzt hier und befähigt uns, unsere Einheit mit Gott zu verstehen und zu demonstrieren und uns von dem materiellen Verständnis von Leben mit einem Anfangs- und einem Endpunkt zu unserem unzerstörbaren geistigen Leben als Gottes Widerspiegelung zu erheben. Immer wenn wir die Allmacht Gottes, der göttlichen Wahrheit und Liebe, demonstrieren, indem wir einen unharmonischen Zustand durch die göttliche Wissenschaft des Christus heilen, erheben wir uns in der Demonstration des ewigen Lebens und unternehmen einen Schritt hin zu unserer vollständigen Auferstehung vom Glauben an ein Leben in der Materie.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Wissenschaft, die Christi Jesu Werken und Lehren zugrunde lag, macht deutlich, dass Auferstehung eine anhaltende geistige Forderung ist und kein materielles Phänomen oder einmaliges Ereignis. Sie definiert Auferstehung in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift als „Vergeistigung des Denkens; eine neue und höhere Idee von Unsterblichkeit oder geistigem Dasein; der Vorgang, bei dem materieller Glaube dem geistigen Verständnis weicht“ (S. 593). Jede Minute eines jeden Tages, jedes Ereignis und jede Phase unseres Lebens kann ein Augenblick der Auferstehung sein.

Nehmen wir die Ehe als Beispiel. Als meine erste Ehe geschieden wurde, war ich am Boden zerstört. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass etwas einst so Vielversprechendes einfach zu Grunde gehen konnte. Doch ich arbeitete weiter daran, mich geistig zu erheben, zahlreiche eigene Fehler abzulegen und Liebe tiefer als unzerstörbare geistige Qualität meines eigenen Wesens zu verstehen, die von Gott ausging. Nach und nach erkannte ich, dass ich eine sehr persönliche Vorstellung von Liebe hatte, die sinnlich, sterblich, begrenzt war und gar nicht anders konnte, als endlich zu sein. Endliche Dinge hören auf!

Also fing ich an, mich zu ändern. Immer wenn ich an Beziehungen dachte oder eine Frau kennenlernte, wandte ich mein Denken so gut ich nur konnte an Gott, die göttliche Liebe, als den wahren Ursprung von Liebe. Ich war nicht immer fähig, mich über ein menschliches Verständnis von Liebe zu erheben, doch ich war überzeugt, dass meine Treue ganz Gott und Seinem Ebenbild gelten musste, meiner wahren Identität und der aller anderen – dem geistigen Ausdruck von Liebe. Ich war zunehmend überzeugt, dass Liebe niemals verlorengehen kann.

Rückblickend verstehe ich nun, dass ich eine sterbliche und endliche Sichtweise von Liebe begrub. Indem ich diese Sichtweise ausräumte, konnte ich mehr von den ewigen geistigen Qualitäten erkennen und umsetzen, die Gott als Leben im Menschen ausdrückt – Qualitäten wie Integrität, Loyalität, Geduld und Weisheit.

Im Laufe der Zeit erlangte ich immer mehr Freiheit von einer engen, persönlichen Sicht von Beziehungen. Erst dachte ich, dass ich auf der Suche nach einer Frau war, die meiner Nationalität und Religion angehörte, doch dann lernte ich eine kennen, bei der das nicht der Fall war. Sie manifestierte eine Fülle der lebensbejahenden Qualitäten, die ich so wertschätzte, und wir heirateten. Diese Ehe hat uns nicht nur eine wundervolle Tochter beschert, sondern mich befähigt, ein praktischeres Verständnis der Christlichen Wissenschaft zu erlangen – ein Verständnis der heilenden Liebe, die ich vorher nie verstanden hatte.

Diese Erfahrung hat mir auch mehr davon zu verstehen geholfen, was Jesus lehrte, als er sagte „Die aber würdig geachtet sind, jene Welt und die Auferstehung von den Toten zu erlangen, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen“ (Lukas 20:35). Er predigte nicht gegen die Ehe als notwendige menschliche Institution, denn er sagte außerdem: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Matthäus 19:6). Für mich bedeutet das, dass wir uns letztendlich alle über Sinnlichkeit und den Glauben an einen menschengemachten Menschen erheben und erkennen müssen, dass wir ewiglich mit Gott, der göttlichen Wahrheit und Liebe, vermählt sind. Wissenschaft und Gesundheit sagt dazu: „Nur wenn die sogenannten Freuden und Schmerzen der Sinne in unserem Leben vergehen, finden wir unbestreitbare Zeichen dafür, dass Irrtum begraben worden ist und wir zu geistigem Leben auferstanden sind“ (S. 232).

Letztendlich werden wir alle ewiges Leben demonstrieren und jegliches materielle Verständnis von der Existenz und vom Leben vollständig aufgeben und gänzlich und ewiglich als Gottes Widerspiegelung leben. Jeder Schritt dahin, jede Auferstehung im Denken bringt uns diesem endgültigen Ziel näher. Diese Schritte erfordern, dass Christus, Wahrheit, uns immer wieder von dem erdrückenden Sog eines sterblichen, begrenzten Verständnisses vom Leben befreit. Das mag wie eine große Aufgabe aussehen, doch jede Demonstration bringt uns der Erkenntnis von unserem Leben als vollständig in Gott näher.

Jesus hat uns gezeigt, dass das Endziel erreichbar ist, und Mrs. Eddy hat uns in Wissenschaft und Gesundheit gezeigt, dass der Weg dorthin Fortschritt beinhaltet: „Es ist eine Sünde zu glauben, dass irgendetwas das allmächtige und ewige Leben überwältigen könne, und dieses Leben muss durch das Verständnis, dass es keinen Tod gibt, wie auch durch andere Gnadengaben des Geistes ans Licht gebracht werden. Wir müssen jedoch mit den einfacheren Demonstrationen der Herrschaft beginnen, und je eher wir das tun, desto besser“ (S. 428–429).

Letzten Endes beruht die Demonstration des ewigen Lebens auf der Demonstration der göttlichen, unzerstörbaren Liebe in unserem Leben. Ein wunderschönes Lied von einem Pionier der Christlichen Wissenschaft, William P. McKenzie, drückt diesen praktischen Geist der täglichen Auferstehung aus. Ein Teil daraus lautet:

Voll Hoffnung, gläubig, gleich Verbannten
   in Heimatsehnsucht eingehüllt,
so kehren nun die Menschen wieder
   zu Gott, der alles Sehnen stillt.
In Gottes Schutz sie sicher leben,
   in Frieden, Freude sie stets ruhn,
aus Sünde sie sich nun erheben
   und froh das Werk der Liebe tun.
(Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 381, Übers. ©CSBD)

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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