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Machtvolles, heilendes Gebet

Aus der April 1991-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Einige Monate Nachdem meine Zimmergenossin im Studentenwohnheim und ich die Christliche Wissenschaft kennengelernt hatten, befanden wir uns plötzlich in einer Situation, in der wir sofort Hilfe brauchten. Ich schnitt spät am Abend mit einem rasierklingenscharfen Messer Passepartouts für einige Zeichnungen zu. Versehentlich legte ich die linke Hand in die Schnittrichtung des Messers und schnitt mir tief in den Daumen.

Ich schrie vor Schmerzen auf, und meine Freundin rannte herbei, um zu helfen. Wir sahen beide, daß die Sache ernst war. Ich fürchtete, daß ich den Daumen verlieren könnte. Wir mußten schnellstens etwas tun. Meine Freundin sagte: „Entweder mußt du auf die Unfallstation ins Krankenhaus gebracht werden, oder wir müssen die Christliche Wissenschaft anwenden.“ Wir hatten bei unseren Freunden klare Beweise dafür gesehen, daß Gebet heilen kann, und in dieser Notlage wollten wir auf die Christliche Wissenschaft vertrauen.

Wir setzten uns beide auf die Kante meines Bettes. Meine Freundin wickelte mir vorsichtig ein Handtuch um die Hand, und wir begannen zu beten. Zuerst wußten wir nicht, wie wir beten sollten. Dann erinnerten wir uns daran, daß ein Sonntagsschullehrer der christlich-wissenschaftlichen Kirche in unserem Ort gesagt hatte, das Gebet des Herrn helfe immer. Früher hätte ich nicht gedacht, daß Gebet so praktisch sein kann. Ich kannte zwar das Gebet des Herrn, doch für mich waren es nur Worte gewesen. Ich brauchte mehr als Worte. Ich brauchte Hilfe. Die Christliche Wissenschaft hatte mir nun aber gezeigt, daß echtes Gebet nicht bloß aus Worten besteht. Meine Freunde hatten durch Gebet Heilungen erlebt. Ihnen war durch Gebet wirklich geholfen worden.

Meine Zimmergenossin fing an, mir das Gebet des Herrn sehr langsam vorzulesen. Sie las auch zu jeder Zeile die geistige Bedeutung, die auf Seite 16 und 17 in Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy zu finden ist. Ich schloß die Augen und hörte ganz aufmerksam zu — alles in mir hörte zu. Während meine Freundin weiterlas, wurde ich ganz erfüllt von dem Gefühl, daß Gott mich liebte — noch nie hatte ich Schutz und Liebe so stark empfunden. Die Angst verschwand und mit ihr die Schmerzen. Als meine Freundin bei der letzten Zeile angekommen war, wo es heißt, daß Gott in Ewigkeit alle Kraft und Herrlichkeit angehören, wußte ich, daß dies wahr sein mußte. Ich war zutiefst davon überzeugt, daß Gott die einzige Macht ist — alliebend und unendlich.

Bald darauf ging ich zu Bett und schlief ruhig. Am nächsten Morgen war der Daumen vollkommen normal. Er war weder wund noch geschwollen. Nicht einmal eine Narbe war zu sehen. Hätten nicht das verdorbene Passepartout und das blutbefleckte Handtuch auf dem Boden gelegen, ich hätte geglaubt, es sei alles ein Traum gewesen.

Meine Zimmergenossin und ich waren tief beeindruckt von dieser Heilung. Sie war für uns jedoch kein unerklärliches Wunder. Vielmehr war sie ein Beweis von Gottes Gegenwart und Macht und zeigte, daß die Wirklichkeit des Geistes und sein Gesetz der Harmonie in unserem Leben tätig sind. Ich begann zu verstehen, daß der Mensch nicht materiell ist, sondern daß Gott ihn zu Seinem Ebenbild erschafft — zum unzerstörbaren Ebenbild des Geistes. Die Erkenntnis dieser geistigen Tatsache hatte die Heilung bewirkt. Ich kann nicht behaupten, daß ich plötzlich das geistige Gesetz und meine geistige Identität voll und ganz erfaßt hätte. Doch das Verständnis der göttlichen Macht, das ich erlangte, war wunderbar, und es ist seitdem ständig größer geworden.

Obwohl ich nicht mit der Überzeugung aufgewachsen war, daß solche Heilungen möglich sind, konnte ich doch meine eigene Erfahrung nicht leugnen. Ich war eindeutig durch Gebet geheilt worden. Ebensowenig konnte ich die anderen durch Gebet bewirkten Heilungen ignorieren, die ich miterlebt hatte. All das weckte in mir den Wunsch, die Christliche Wissenschaft besser zu verstehen.

Wie kann Gebet einen physischen Zustand ändern? Das wollte ich wissen. Ich lernte, daß Gebet unser Bewußtsein von dem, was wir sind, ändert. Es erweckt unseren geistigen Sinn und führt uns zu der Erkenntnis, daß wir in Wahrheit das Ebenbild des Geistes, Gottes, sind und deshald unsere wirkliche Identität nicht verletzt, verwirrt oder Gottes Kontrolle entzogen werden kann. Die Veränderung, die bewirkt wird, findet in unserem Bewußtsein statt. Wenn dieses Licht des Christus, der Wahrheit, unser Denken erleuchtet, durchbricht es die Dunkelheit von Angst und Materialismus. Wenn das Licht der Wahrheit in unserem Bewußtsein aufdämmert, können wir seine Macht fühlen.

In Wissenschaft und Gesundheit Mrs. Eddy, wie sich das auf den Körper auswirkt: „Die Christliche Wissenschaft bringt dem Körper das Sonnenlicht der Wahrheit, das kräftigt und reinigt. Die Christliche Wissenschaft wirkt wie ein Reinigungsmittel, das den Irrtum durch Wahrheit neutralisiert. Sie verändert die Absonderungen, vertreibt schlechte Säfte, löst Geschwülste auf, macht starre Muskeln beweglich und heilt kariöse Knochen. Die Wirkung dieser Wissenschaft besteht darin, daß sie das menschliche Gemüt so aufrührt, daß es seine Grundlage verändert, von der aus es nun der Harmonie des göttlichen Gemüts Raum geben kann.“

Es geschieht nicht auf einmal, daß wir all unsere materiellen Annahmen in bezug auf Gott und uns selbst aufgeben. Trotzdem können Heilungen — Beweise für Gottes Gegenwart und Liebe — schnell eintreten und uns aus unserer Not befreien, wie meine Zimmergenossin und ich an jenem Abend sahen. Wenn wir bereit sind, unsere Gedanken mit der Wahrheit in Einklang zu bringen, ist unsere Erneuerung und Heilung durch nichts aufzuhalten, und zugleich machen wir dabei in unserem geistigen Verständnis unaufhörlich Fortschritte.

Zeit ist nicht ausschlaggebend. Das „Sonnenlicht der Wahrheit“ scheint immer. Gottes Gesetz der Heilung ist immer gültig. Je mehr wir uns von ganzem Herzen dem Licht der Wahrheit zuwenden, desto stärker werden wir es fühlen, und desto besser werden wir verstehen, wie es heilt.

Christus Jesus sagte: „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“ Die dunklen und furchterregenden Schatten von Krankheit und Sünde können durch inspiriertes Verständnis und Gebet aufgelöst werden.

Die Botschaft der Christlichen Wissenschaft lautet: Die heilende Macht des Christentums ist nicht verlorengegangen. Wir erleben sie noch heute.

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Ist das zuviel gesagt über eine einzelne Zeitschrift? Absolut nicht. Denn es ist nicht zuviel gesagt über die „Wirksamkeit“ und „Verfügbarkeit“ der Gesetze Gottes, die der Herold ja darstellt. Und in der Bibel schreibt Jeremia, daß Gott sprach: „Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?“

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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