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Original im Internet

Schlechte Angewohnheit besiegt

Aus der August 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 2. August 2021 im Internet.


Es passierte immer wieder – ich konnte nicht aufhören, an den Fingernägeln zu kauen. Ich war frustriert über diese Angewohnheit und wollte eine Lösung finden. Über einen Zeitraum von 35 Jahren hatte ich viele sogenannte Abhilfen probiert, darunter furchtbar schmeckenden Nagellack, auf den Händen sitzen und Handschuhe – und ich hatte Tausende Dollar für Akrylnägel ausgegeben. Doch ich hörte nie länger als sechs Monate mit Nägelkauen auf. Als Erwachsene hatte ich mir damit zweimal einen Zahn beschädigt. Die meiste Zeit kaute ich an den Fingernägeln, ohne es auch nur zu merken. Und ich war mir sehr bewusst, dass die Neigung dazu besonders stark war, wenn ich mich um etwas sorgte.

Ich bin mein Leben lang Christliche Wissenschaftlerin und habe viele andere Heilungen erlebt. Wieso ließ ich dieses Verhalten dann so lange zu, ohne mich besser dagegen zu wehren – mit anderen Worten, ohne mein Denken geistig mehr zu festigen? Ich weiß, dass ein Problem nie wirklich das ist, als was es sich oberflächlich darstellt. Für mich ging es nie wirklich darum, eine Angewohnheit oder Beklommenheit zu heilen, sondern ich musste die tückische Vorstellung loslassen, dass ich ein von Gott getrenntes Gemüt habe, das Dinge tun kann, die außerhalb von Gottes Kontrolle sind. Ich wusste, dass Gott jeden von uns geistig erschaffen hat und dass ich und alle anderen Menschen deshalb nur das einzige göttliche Gemüt, Gott, ausdrücken können.

Vor mehr als einem Jahr fiel mir folgende Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy ins Auge, als ich die Bibellektion aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft zum Thema „Gemüt“ las: „Die Freudigkeit, die falschen Orientierungspunkte zu verlassen, und die Freude sie verschwinden zu sehen – diese Einstellung hilft die endgültige Harmonie herbeizuführen“ (S. 324). All die Jahrzehnte des Nägelkauens waren eindeutig ein falscher Orientierungspunkt, und ich schrieb am nächsten Tag eine metaphysische Behandlung, in der ich die Wahrheit über Gott und Seine Schöpfung bekräftigte und Geistesabwesenheit anfocht.

Hier sind einige dieser geistigen Wahrheitsgedanken, die ich mir über die göttliche Realität und meine wahre, geistige Identität aufschrieb: Es gibt keine Geistesabwesenheit. Es gibt nur Gemüt, Gott – allgegenwärtig, allwissend, allmächtig. Gott ist unendlich und immer am Ruder. Ich spiegele dieses Gemüt wider und bin daher immer wach, nie abgelenkt, nie geistig abwesend, unwissend oder umnebelt. Es gibt niemals einen Augenblick, an dem ich Gott nicht widerspiegele. Die Widerspiegelung von Gottes Güte und Vollkommenheit ist unmittelbar, und ich spiegele dieses göttlich Gute jetzt und immer wider. Das Gute enthält keine Beklommenheit. Ich werde nur von Güte regiert. Mein Verhalten ist nie geistesabwesend oder lieblos, daher kann ich nur liebevoll mit mir umgehen. Es gibt ein Bewusstsein – göttliches Gemüt, göttliche Liebe, göttliche Wahrheit.

Was dieses Bewusstsein angeht, so war mir ein Satz von einem frühen Christlichen Wissenschaftler eine große Hilfe. Aus Bemerkungen von Mrs. Eddy über den geistigen Wert von Psalm 91:1 erkannte Irving C. Tomlinson: „Wir sollen bleiben in der Wahrheit, denn wir haben nur ein Bewusstsein; wir erkennen, dass wir mit der göttlichen Liebe vereint sind, dann werden wir immerwährende Gesundheit erleben, nicht schwindende, sondern ständige Harmonie“ (Zwölf Jahre mit Mary Baker Eddy, S. 79).

Es ging nie wirklich darum, eine Angewohnheit oder Beklommenheit zu heilen.

Nachdem ich auf diese Weise gebetet hatte, wandte ich mich wieder meinen vielen Tätigkeiten zu. Ich merkte erst Wochen später, dass die Fingernägel gewachsen waren und ich gar nicht wusste, wann ich zuletzt daran gekaut hatte. Das war noch nie ohne irgendwelche Ablenkungsmanöver passiert, und ich war so überrascht, dass ich in meinem Tagebuch zurückblätterte, um mich davon zu überzeugen, dass ich diese geistigen Wahrheitsgedanken tatsächlich niedergeschrieben hatte. Und wirklich: da waren sie, und ich wusste, dass die Heilung durch diesen festen mentalen Standpunkt erlangt worden war. Inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen, und ich habe kein Mal an den Nägeln gekaut. Und ich weiß, dass es so bleiben wird.

Ich habe erkannt, dass ich andere schädliche Gedanken auf ähnliche Weise bekämpfen kann – indem ich verstehe und bekräftige, dass Gedanken und Handlungen in Wirklichkeit vom göttlichen Gemüt regiert werden. Gemüt kontrolliert die Ausgewogenheit, Haltung und Produktivität unserer Gedanken und gibt uns nur Zielgerichtetheit und Klarheit.

Heilung hat weder einem Zeitrahmen noch ein Verfallsdatum. Jahrzehntealte Probleme können zügig und sogar augenblicklich geheilt werden, wenn wir sie korrekt als Irrtum des Denkens verstehen. Diese Geschichte in der Bibel ist ein wundervolles Beispiel: Als Petrus und Johannes am Eingang zum Tempel einen Lahmen betteln sahen, heilten sie ihn augenblicklich. Der Mann musste nicht laufen lernen oder Zeit damit verbringen, seine Beinmuskulatur zu kräftigen. Die Bibel sagt einfach: „[Petrus] ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sofort wurden seine Füße und Knöchel fest, und er sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang und lobte Gott“ (Apostelgeschichte 3:7, 8).

Egal, womit jeder von uns zu kämpfen hat, wir können auf unserem Recht auf gesundes Denken und Handeln bestehen. Wir können wissen, dass unser Denken von Gottes Harmonie und unser Handeln von Gottes Gnade regiert wird.

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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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