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Original im Internet

Wo ist Gott, wenn schlimme Dinge passieren? 2. Teil: Auf Notfälle reagieren

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 12. Mai 2022

Klicken Sie hier, um dieses Interview auf Englisch zu hören oder zu lesen.


Jenny Sawyer: Die Nachrichten dieser Tage wiegen schwer; man kann kaum die Schlagzeilen lesen, ohne nicht nur auf schlechte, sondern auf verheerende und scheinbar unüberwindliche Nachrichten zu stoßen. Und für viele werfen herzzerreißende Ereignisse in aller Welt die Frage auf, wo Gott ist, wenn schlimme Dinge passieren. Wir haben daher beschlossen, uns bei Sentinel Watch, einer wöchentlichen Produktion des Christian Science Sentinels, in diesem Monat mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Ich bin Jenny Sawyer und führe Sie heute durch die Sendung. Mein Gast ist Diana Davis Butler, eine Praktikerin und Lehrerin der Christlichen Wissenschaft aus Fresno in Kalifornien. Wir beschäftigen uns mit der Frage: „Kann Gott in einem Notfall Hilfe leisten?“

Diana, erzählen Sie uns doch erst ein wenig von Ihrer Erfahrung als Disponentin in einer Einsatzzentrale. Was für Aufgaben hatten Sie dort?

Diana Davis Butler: Ja, ich war über 25 Jahre Disponentin in einer Einsatzzentrale. Ich war für Einsätze der Polizei, Feuerwehr und Notärzte zuständig und musste Notrufe und das Anfordern von Einsatzkräften entgegennehmen.

Okay, beschreiben Sie mal einen typischen Tag. Wie sah der aus?

Ich war in einer mittelgroßen Einsatzzentrale tätig. In den letzten 16 Jahren meiner Laufbahn war ich bei der Polizei, und wir waren immer zu zweit im Dienst. Eine Person hat sich um die Feuerwehr, also Einsätze bei Bränden und medizinischen Notfällen gekümmert, und dann hatten wir Notrufe und all die administrativen Anrufe der Einsatzzentrale. Unser Ort war eine Universitätsstadt. Und wenn wir freitags und samstags Nachtdienst hatten, haben wir es lachend „Freitagabend im Kampfring“ genannt – sobald die Bars schlossen, war immer die Hölle los.

Wow.

Ich hatte also immer viel zu tun. Die Arbeit war aufregend und machte Spaß, aber es gab auch viel Druck.

Inwiefern machte sie Spaß?

Das Wichtigste für mich war, dass wir Menschen halfen. Ich hatte das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Mit anderen Worten, die Arbeit war wichtig. Es ging um Flugzeugabstürze, Tötungsdelikte, Brände, Explosionen. Ich hatte vermutlich mit so ziemlich allem zu tun, was es so gibt.

Wie fühlte es sich an, wenn solch ein Anruf einging? War es stressig oder waren Sie dann sofort in Einsatzhaltung? Wie war das?

Ein bisschen von beidem. Es war stressig, aber ich habe mir immer einen winzigen Augenblick genommen und gedacht: „Okay, Vater, zeig mir, was ich tun soll.“ Ich wusste, dass mein Vater-Mutter-Gott meine und unser aller Quelle, die einzige Quelle ist, die es gibt. Und Gott ist unendliches Gutes, göttliche Intelligenz, unendliches Gemüt. Demnach ist dies das einzige Gemüt, das jeder von uns wirklich hat. Wenn ich also lausche, um zu hören, was Gott mir sagt, dann wird das allwissende Gemüt mir alles mitteilen, was ich wissen und sagen muss, und durch mich wirken. So ungefähr ist meine Denkweise verlaufen.

Außerdem habe ich versucht, mich vor der Arbeit vorzubereiten, denn wenn ich dort ankam, war ich oft so beschäftigt, dass ich kaum Zeit hatte, noch viel mehr zu tun als einfach zu funktionieren.

Und wie sah diese Vorbereitungsarbeit in den meisten Fällen für Sie aus?

Es mag komisch klingen, aber ich habe dafür gesorgt, nicht im Weg zu stehen; ich habe menschliche Meinungen, Furcht, Zweifel draußen gelassen und darauf vertraut, dass Gott Sein Universum immer regiert – jeden Bestandteil. Ein erfahrener Christlicher Wissenschaftler, der viele Jahre lang mein Mentor war, hat einmal gesagt: „Wenn man eine Sirene oder so etwas hört oder sieht, sollte man an das Gute denken.“ Er hat glaube ich damit gemeint, dass Gott bereits dort ist und alles bereitstellt, was vonnöten ist. Es trägt sich nichts zu außer Gott. Und ich habe wirklich versucht, an den Punkt zu kommen, wo das für mich die Wirklichkeit war. Wo es eine greifbare Wahrheit war.

Diese Idee, nicht im Weg zu stehen, geht vielleicht gegen die eigene Intuition, denn bei Notfällen meinen wir als Erstes, etwas tun zu müssen – ein Auto anzuheben, um jemandem zu befreien oder irgendwie einzugreifen –, doch man ist am Telefon und hat diese Rolle nicht. Können Sie trotzdem weiter ausführen, wie man „aus dem Weg geht“? Wie sieht das konkret aus?

Für mich hieß es lernen, nicht zu denken: „Ich muss das machen, ich trage die Verantwortung.“ Natürlich hatte ich mich vorbereitet. Mit anderen Worten, ich wusste, welche Schritte die Einsatzzentrale vorschrieb. Wenn ein Anruf eingeht, muss man bestimmte Informationen einholen. Es gibt ein Muster, nach dem man Informationen erfragt. Und ich wusste, welche Art von Hilfe ich senden würde. Das ist die menschliche Seite.

Aber dann gibt es etwas im Hintergrund, das sagt: „Oje, und was ist, wenn ich das nicht kann? Was ist, wenn ich nicht gut genug bin?“ oder „Wow, mir kann keiner das Wasser reichen!“ Beides ist nicht hilfreich. Doch wenn ich akzeptiert habe, dass die göttliche Liebe für ihre Schöpfung sorgt und dass sie dies auf eine für mich nachvollziehbare Weise tut, dann wurde ich so geführt, dass ich die richtigen Fragen stellen und die richtigen Maßnahmen in die Wege leiten konnte.

Könnten Sie kurz beschreiben, wie diese Führung aussah? Haben Sie einfach die richtigen Worte gefunden, oder wie sah das aus?

Es ist wie eine kleine innere Stimme. Wissen Sie, ich nenne es geistige Intuition, und wir alle haben sie. Doch wir sind so in der Vorstellung begraben, dass alles materiell ist und dass alles durch die fünf körperlichen Sinne zu uns kommt, dass wir glaube ich diese geistige Intuition oft abstellen. Aber ich versuchte bewusst, sie besser zu entwickeln und immer empfangsbereit zu sein. Und wenn ich das Gefühl hatte, etwas fragen zu sollen, oder wenn mir eine Frage einfiel, die zunächst keinen Zusammenhang zu den Informationen des Anrufers zu haben schien, dann habe ich sie trotzdem gestellt und sie hat dann alle möglichen Angaben ans Licht gebracht, die ich für die Sicherheit meiner Beamten brauchte und die für die richtigen Ressourcen vonnöten waren.

Können Sie ein konkretes Beispiel geben?

Einmal hatten wir einen Fall, wo ich Schichtleiterin war, also war ich nicht selbst am Telefon. Aber meine beiden Disponentinnen waren beschäftigt, als gerade ein Anruf einging, also bin ich rangegangen. Die Anruferin war eine junge Frau, und sie war außer sich. Ein Freund hatte sie angerufen, ein Student. Er hatte ihr gesagt, dass er eine Überdosis genommen hatte, um sich umzubringen, und sich verabschieden wollte. Sie wusste nur seinen Vornamen und dass er in einem Hotel in der Stadt war.

Unsere Stadt war zwar klein, aber eine Touristenstadt. Wir hatten mehr als hundert Hotels, und ich konnte nicht alle anrufen. Ich habe so viele Angaben von der Frau eingeholt, wie ich konnte, und als ich auflegte, sagte ich den Disponentinnen, was ich wusste. Die Antwort war: „Wir können nichts für ihn tun.“ Und ich habe gesagt: „Doch, es gibt etwas. Wir lassen ihn nicht einfach sterben.“ Und ich habe eine Sekunde in Ruhe gedacht: „Gut, Vater, der Fall gehört Dir. Wenn Du möchtest, dass ich dem jungen Mann helfe, musst Du mir sagen, wo er ist. Ich weiß, dass Du das weißt.“

Dann ist mir der Gedanke gekommen, dass es in einem Stadtteil billigere Hotels gibt, und ich dachte: „OK, das ist ein Student; er wird nicht viel Geld haben. Ich rufe mal ein paar Hotels an.“ Ich habe bei einem angerufen, und es hatte jemanden in einer Gruppe, der denselben Vornamen hatte. Also haben wir sofort Beamte hingeschickt. Ich habe weiter gelauscht, um empfänglich zu sein, falls Gott mir sonst noch etwas mitzuteilen hatte.

Mir ist immer wieder der Name eines anderen Hotels eingefallen. Doch ich hatte es noch nicht angerufen, weil ich bereits Beamte losgeschickt hatte. Als sie ankamen, meldeten sie sich und sagten, dass es nicht der junge Mann in der Gruppe war. Also habe ich das Hotel angerufen, dessen Name mir immer in den Sinn kam. Dort war jemand mit diesem Namen, und er hatte sich allein eingecheckt, was viel mehr Sinn machte. Sie konnten mir den Nachnamen und ein Geburtsdatum nennen, und damit konnte ich ihn im Computer nachsehen und seinen Führerschein finden, der aufzeigte, dass sich sein Wohnort ca. 16 km südlich von uns befand. Das alles ergab ein klares Bild.

Als ich alle diese Angaben zusammen hatte, hat mein Beamter angerufen und gefragt: „Haben Sie noch mehr Informationen?“ Ich gab ihm, was ich hatte, und er sagte: „Das muss er sein.“ Der Beamte hatte mit der Frau gesprochen, die uns alarmiert hatte, um noch weitere Informationen von ihr zu bekommen. Es hat alles gepasst. Also haben wir Feuerwehr, Krankenwagen und die Polizisten mit Blaulicht und Sirenen zum Hotel geschickt, wo er rechtzeitig gefunden wurde. Die Notärzte haben mir hinterher gesagt, dass wir 20 Minuten später zu spät gewesen wären.

Wow! Was hat Sie diese Erfahrung gelehrt?

Wenn wir nur unseren menschlichen Verstand aus dem Weg räumen und Gott fragen und dann lauschen und eine Antwort erwarten, dann erhalten wir eine. Und diese Antwort segnet nicht nur uns, sondern alle.

Ich finde es wunderbar, dass Sie erwartet hatten, genau das zu erhalten, was Sie brauchten, und für mich weist das auf eine einzigartige Perspektive von Gott hin. Und das kommt aus Ihrer engen Verbindung zur Christlichen Wissenschaft. Sind Sie schon Ihr ganzes Leben Christliche Wissenschaftlerin?

Das war das beste Geschenk, das meine Mutter mir jemals gemacht hat.

Und wie hat sich Ihr Verständnis von Gott im Laufe der Jahre entwickelt? Und wie hat Ihr Job als Disponentin geholfen, dieses Verständnis zu entwickeln?

Oh, mein Verständnis hat zugenommen. Aber es erfordert etwas Demut und Gehorsam Gott gegenüber, und man muss auf Ihn lauschen und Ihm folgen. In diesem Disponentenjob bin ich ja am Telefon, also gibt es nichts, was ich physisch tun kann. Daher muss ich mich vollständig Gott fügen. Man muss seinen Partnern vertrauen. Man muss dem Team vertrauen. Und man muss darauf vertrauen zu wissen, was wie zu tun ist. Wenn nicht, wird man verrückt. Dann könnte keiner die Arbeit tun. Dass ich mich auf Gott stützen konnte, hat den Druck erheblich erleichtert.

Und ich schätze, dass Ihr Vertrauen auf Gott und die Tatsache, dass Gott eine Hilfe in Notfällen ist, durch solche Erfahrungen noch stärker wurde, richtig?

Oh ja, und wie! Und man sieht immer wieder neue Beweise dafür und kommt an den Punkt, wo man sich als Erstes und nicht erst als Zweites an Gott wendet. Wenn wir Zeit haben, kann ich noch ein zweites Beispiel nennen.

Ja, sehr gern!

Damals war ich beim Polizeifunk. Eine junge Frau rief an; mein Partner war am Apparat, und die Frau war völlig verzweifelt. Ein Freund hatte angerufen und gesagt, dass er eine Waffe hatte und sich umbringen werde. Es klang so, als hätte er bereits einen Schuss abgefeuert. Er wohnte in einem Studentenwohnheim. Sie kannte den Standort und seinen vollständigen Namen, aber sie wusste nicht, ob vielleicht jemand bei ihm war. Doch sie wusste, dass er eine Pistole hatte.

Wenn so etwas passiert, sind wir in höchster Alarmbereitschaft, denn wir wissen nicht, ob es eventuell Geiseln gibt. Wenn er eine Waffe hat und versucht, sich umzubringen, dann ist er mental labil. Daher weiß man nicht, womit man es zu tun hat. Das erfordert ein besonderes Einsatzteam.

Disponentin der Polizei zu sein bedeutete sehr viel Arbeit für mich. Ich musste die verschiedenen Beamten losschicken und dafür sorgen, dass Kommunikationswege vorhanden waren. Mit anderen Worten, ich hatte nur Zeit dafür, mich Gott zuzuwenden. Mir kam sehr klar der Gedanke: „Dieser junge Mann ist ein geliebter Sohn Gottes, und Gott sorgt für ihn und für uns alle, und Er hat die ganze Situation im Griff.“ Für ein längeres Gebet war keine Zeit. Das war mein Gebet, und es war schlicht und direkt. Und dann habe ich alles gemacht, wozu ich ausgebildet war.

Ein paar Minuten später rief der junge Mann bei meinem Partner an, und er war sauer. Er war stinkwütend! Er hatte abgedrückt, aber die Waffe schoss nicht. Er hatte sich die Waffe an den Kopf gehalten und abgedrückt, doch sie klemmte. Er wollte von uns wissen, wie man die Ladehemmung überwindet, womit wir natürlich nicht geholfen haben. Doch wir haben Beamte vorbeigeschickt. Und so, wie sich das restliche Gespräch entwickelt hat, wurde alles harmonisch gelöst. Niemand ist zu Schaden gekommen.

So gegen drei oder vier Uhr morgens, als sich alles beruhigt hatte, kam der Beamte, der den Einsatz durchgeführt hatte, in die Einsatzzentrale und sagte: „Sie werden es nicht glauben. Hier, ich zeige Ihnen die Waffe und wie sie geklemmt hat.“

Er wusste, dass ich früher Sportschützin war und mich mit Waffen gut auskannte. Er hat erklärt, dass die Kugel sich im Lauf verklemmt hatte.

Sowas passiert nicht einfach so. Die Kugel musste auf der Polizeistation mit Werkzeugen entfernt werden. Der Beamte sah mich an und sagte, dass da wohl Gott am Werk gewesen war. Ich musste lachen.

Und Sie haben gesagt: „Genauso war es.“

Ja, genau das habe ich gesagt. Ich habe gesagt: „Ja, ich glaube, so war es.“ Es hatte nichts mit dem zu tun, was ich getan hatte. Es war alles Gottes Werk.

Wie gesagt, Sie müssen eine wundervolle Zuversicht in und Erwartung von Gottes Hilfe haben. Und es klingt so, als wären Sie fähig gewesen, sich Gott instinktiv zuzuwenden. Wenn ich an Situationen denke, in denen ich entweder selbst war oder jemand, den ich kenne, richtig schlimme Notfälle, und man jemand ist, der betet, dann denkt man vielleicht: „Meine erste Reaktion wäre, mich Gott zuzuwenden.“ Und dann gerät man in so eine Situation und ist aber ganz starr.

Was sagen Sie einem Zuhörer, der jetzt denkt: „Tja, also ich würde starr vor Schreck sein oder gar nicht wissen, was zu tun ist.“ Wie kann man besser bereit sein, sich instinktiv direkt an Gott zu wenden?

Warten Sie nicht erst, bis ein Notfall passiert. Bleiben Sie über alles in einem Dialog mit Gott. Öffnen Sie Ihr Denken für Gott und erwarten Sie Antworten. Als ich damit angefangen habe, war ich nicht mehr ganz jung, obwohl ich mein Leben lang Christliche Wissenschaftlerin bin. Aber ich hatte ein paar ernste Probleme und fing mit dem an, was ich praktizieren nennen würde, also wirklich ohne Unterlass beten und ständig darauf lauschen, was Gott mir sagt, und ich habe immerzu gedacht: „Okay, Vater, was möchtest Du, das ich jetzt tun soll?“ Ich habe nicht erst gewartet, bis etwas schief ging und eine Reaktion erforderte.

Hier ist ein kleines Beispiel: Ich war in den Bergen unterwegs, wo ich früher gelebt habe, und fuhr auf einer vielbefahrenen zweispurigen Straße um eine Kurve, hinter der der Verkehr völlig zum Erliegen gekommen war. Das war kein Problem. Jemand wollte links abbiegen, und ich hielt an. Kein Problem. Doch dann kam mir klar der Gedanke: „Schau in den Rückspiegel.“ Das tat ich, aber da war nichts. Dann die nächste Abgabe: „Die Person hinter dir wird nicht anhalten.“ Ich habe nachgeschaut, und es war immer noch niemand da, aber ich hab immer wieder hingesehen und gelauscht. Inzwischen hatte ich gelernt, dass das etwas ist, was wir als Engelsbotschaft bezeichnen, eine Art sanfter Hinweis von Gott. Dann sah ich, dass rechts von mir eine Ausbuchtung war, in die ich vorfahren konnte.

Als ich zwischendurch in den Rückspiegel sah, flitzte jemand mit gut 100 km/h um die Kurve, und er hatte nicht gesehen, dass der Verkehr zum Stillstand gekommen war. Also habe ich mein Auto rechts nach vorn direkt neben das Auto vor mir gefahren. In dem Moment sah der Fahrer uns, trat auf die Bremse und kam genau da zum Stehen, wo mein Auto gewesen war.

Wow!

Da hatte ich gestanden. Das Auto wäre auf meins draufgeknallt, und dann wären mehrere Autos ineinandergeschoben worden. Und das kommt, wenn man einen Dialog mit Gott hat; wenn man immer wieder fragt: „Vater, was soll ich wissen?“

Wissen Sie, es ist egal, ob man morgens aufsteht und denkt: „Was soll ich heute anziehen?“ Halten Sie einen Augenblick inne und denken Sie: „Vater, welche Kleidung ist die richtige Entscheidung für heute?“

Es mag albern und trivial klingen, aber es ist eine gute Praxis. Deshalb heißt es Praxis der Christlichen Wissenschaft. Es ist geistige Intuition, derer wir uns bewusst sein und die wir nutzen müssen. Und je mehr wir sie einsetzen, desto mehr Kontrolle haben wir darüber und desto stärker wird sie.

Wie würden Sie den Unterschied zwischen einem Wahrnehmen von Gott und einem zufälligen Gedanken beschreiben?

Wenn etwas von Gott kommt, dann ist es aus Sicht der menschlichen Logik nicht unbedingt völlig einleuchtend. Aber ich habe gelernt, diese Anweisungen trotzdem zu befolgen. Und das ist manchmal die Möglichkeit, den Unterschied zu erkennen. Man lernt es aus Erfahrung. Man lauscht oder hat aus heiterem Himmel einen Gedanken, und wenn man ihn dann nicht befolgt, erkennt man später, warum es besser gewesen wäre, und denkt: „Oh, Gott, das kam von Dir. Das tut mir leid.“

Wenn man das zwei, drei Mal erlebt hat, passt man nächstes Mal auf und denkt dann: „Oh, jetzt habe ich es gemacht und das war gut. Danke!“ Man muss nur bereit sein und es machen.

Ja, genau. Es hat den Anschein, dass Sie gut darauf vorbereitet waren, auf andere Weise mit Notfällen umzugehen, als Sie dann Praktikerin der Christlichen Wissenschaft wurden – und Sie können den Zuhörerinnen und Zuhörern etwas mehr über diesen Beruf erzählen.

Ja. Ich habe den Beruf gewechselt, aber die Arbeit ist eigentlich gleichgeblieben. Ich werde auch weiterhin bei Notfällen angerufen und schicke Hilfe. Der Unterschied ist, dass die Hilfe jetzt so viel wirksamer ist als alles, was ich als Disponentin tun konnte. Und diese Hilfe ist die Erkenntnis, dass Gott bereits da ist, bereits für Seine Schöpfung sorgt, und zwar mit Liebe und absoluter, fehlerfreier Vollkommenheit. Das ist also jetzt quasi mein Arbeitsplatz. Darf ich noch eine Geschichte erzählen?

Oh ja, gern!

Diese Begebenheit liegt nicht so weit zurück. Ich war zu der Zeit schon Praktikerin. Ja, ich war bereits Lehrerin der Christlichen Wissenschaft. Eine Schülerin von mir rief verzweifelt an, denn ihre Mutter, die ebenfalls Christliche Wissenschaftlerin ist und für die ich zuvor auch schon gebetet hatte, war sterbenskrank geworden. Und ihre Schwestern, die keine Christlichen Wissenschaftlerinnen waren, hatten einen Krankenwagen gerufen. Als der Krankenwagen ankam, war die Mutter bewusstlos.

Sie war ins Krankenhaus gebracht worden, lag im Koma und war an lebenserhaltende Geräte angeschlossen. Die Ärzte hatten der Familie gesagt, dass die Mutter auf keinen Fall wieder gesund würde. Falls sie durch ein Wunder doch das Bewusstsein wiedererlangen würde, dann mit solchen Schäden, dass sie nicht mehr funktionieren würde. Die Schwestern wollten die Geräte abschalten. Sie meinten, dass es besser wäre, sie sterben zu lassen.

Die Familie war verzweifelt; meine Schülerin war verzweifelt und hat mich gefragt: „Gibt es etwas, das Sie für uns tun können?“ Und ich habe gesagt: „Geben Sie mir eine Minute. Lassen Sie mich einen Augenblick beten.“

Wir haben das Gespräch beendet und ich wurde sehr ruhig. Und mir ist so klar der Gedanke gekommen: Das ist nicht wahr über Gottes Idee und auch nicht über Gott. Und ich wusste das. Ich wusste es ebenso sicher, wie ich weiß, dass das Meer die Sonne nicht auslöscht, wenn ich sehe, wie sie im Meer untergeht. Es war mir genauso klar. Und dann habe ich meine normalen Aktivitäten fortgesetzt.

Etwas später hat meine Schülerin angerufen und gesagt: „Sie werden nicht glauben, was passiert ist.“ Und ich habe geantwortet: „Wirklich?“

Sie sagte: „Ja, meine Mutter war mindestens zwei Tage lang bewusstlos. Ganz plötzlich ist sie aufgewacht und hat angedeutet, dass sie etwas schreiben wollte, denn sie konnte mit den Schläuchen im Hals nicht sprechen. Also haben sie ihr einen Stift und Papier gegeben, und sie schrieb: ‚Ich möchte leben.‘“

Damit war der Familie die Entscheidung genommen. Innerhalb weniger Tage waren keine Geräte mehr nötig. Sie ist wieder zu Hause und alles ist in Ordnung. Es sind keine der befürchteten Nebeneffekte aufgetreten. Sie hat alles wunderbar überstanden. Und das ist Gott.

Die Bibel sagt uns, dass Gott jedem Notfall gewachsen ist. Wir lesen in den Psalmen: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben“ (46:2). Und ich habe erlebt, dass das buchstäblich wahr ist.

Lassen Sie uns kurz zu dem Moment zurückgehen, als Sie angesichts alarmierender und beängstigender Informationen die Botschaft von Gott erhalten haben. Können Sie unseren Zuhörerinnen und Zuhörern erklären, was Ihre Rolle dabei war?

Viele Leute glauben vielleicht: „Ich könnte denken, dass Gott alles ist und dass diese schlimmen Umstände auf Gottes Idee und Gott nicht zutreffen, aber das würde nichts bewirken.“ Was hat nach Ihrer Meinung in diesem Fall den Unterschied ausgemacht?

Ich glaube, es lag daran, dass ich nicht einfach nur hoffnungsvoll war. Ich war überzeugt. Ich habe absolut darauf vertraut. Wissen Sie, Gott war dort. Es ist ein bisschen wie Nebel, der uns daran hindert, die gute Wirklichkeit zu sehen, die Gott uns zu allen Zeiten mitteilt. Ich kann es so erklären, dass man, wenn man mit einer Lupe ein Feuer im Wald entfachen will, die Lupe auf trockenes Laub halten und so ausrichten muss, dass die Sonne durchscheinen kann. Die Lupe sammelt die Sonnenstrahlen, aber sie ist nicht deren Quelle. Die Sonne entfacht das Feuer.

Die Arbeit der Praktikerin sieht ähnlich aus. Sie ist wie eine Lupe und gestattet, dass die Wahrheit, die Gott uns ständig mitteilt, durch unser menschliches Denken hindurchscheint und quasi das Feuer entfacht oder berichtigt, was zu berichtigen ist, um Seine Gegenwart und Macht für uns sichtbar zu machen.

Das ist eine gute Analogie. Und falls eine Zuhörerin oder ein Zuhörer nicht weiß, was eine Lehrerin der Christlichen Wissenschaft ist, können Sie erklären, was damit gemeint ist und wie die Beziehung zu einer Schülerin und einem Schüler aussieht?

Wenn man Erfahrung im Heilen gesammelt hat, kann man sich bewerben, Lehrerin oder Lehrer zu werden. Das bedeutet, dass man autorisiert ist, jedes Jahr eine zweiwöchige Klasse auf der Grundlage des Kapitels „Zusammenfassung“ in unserem Lehrbuch, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, zu unterrichten. Der Unterricht bereitet die Schülerinnen und Schüler darauf vor, Heiler zu sein – zu wissen, wie die Wissenschaft des Christentums wirkt.

Mit anderen Worten, sie ist kein Zauberstab und keine Schönwetter-Philosophie. Sie ist das Gesetz Gottes. Sie ist der Erdanziehung ähnlich; man muss sie nicht verstehen, um fest auf dem Boden zu bleiben. Doch wenn man eine Rakete bauen will, muss man sie begreifen.

Das Gesetz Gottes ist genauso. Man muss es nicht verstehen, um darin inbegriffen zu sein und Hilfe und Heilung davon zu erlangen. Doch wenn man anderen helfen und es konsequent umgesetzt sehen möchte, muss man es verstehen. Und das geschieht durch die zweiwöchige Klasse. Sie gibt den Schülerinnen und Schülern das Werkzeug, um die Christliche Wissenschaft selbst zu praktizieren.

Sehr gut. Lassen Sie uns diesen Punkt ausweiten. Wenn Menschen Erfahrungen mit dem Beten haben und wirklich helfen wollen, wenn sie in den Nachrichten von Notfällen in anderen Teilen der Welt oder in ihrem Umfeld erfahren, was würden Sie ihnen vorschlagen? Wie können sie Hilfe leisten?

Fangen Sie nicht mit dem Problem an. Lassen Sie sich nicht so von dem Problem vereinnahmen, dass Sie nichts anderes mehr sehen können. Legen Sie das Problem zur Seite und fangen Sie mit Gott an.

Wenn ich weiß, dass Gott gut ist – unendliches, allgegenwärtiges, allmächtiges Gutes –, was sieht und weiß Gott an der Stelle, wo sich ein hässliches Bild präsentiert? Und so bleiben Sie unabhängig davon, was das materielle Bild Ihnen vormacht. Sie halten an dem fest, was Gott weiß, was Gott Seiner guten Schöpfung gibt. Und vergessen Sie nicht zu lauschen. 90 Prozent des Gebets sollte aus Lauschen bestehen.

Diana, das war ein wundervolles Gespräch. Möchten Sie noch etwas hinzufügen, bevor wir zum Ende kommen?

Mrs. Eddy hat einen wundervollen Satz in Wissenschaft und Gesundheit: „Liebe [das ist ein anderer Name für Gott, weil die Bibel uns sagt, dass Gott Liebe ist] ist unparteiisch und universal in ihrer Anwendbarkeit und in ihren Gaben“ (S. 13). Diesen Satz liebe ich, denn für mich ist er wie eine riesige Umarmung aller Menschen. Liebe ist da, wo Gott ist, und Gott ist überall. Es gibt keinen Ort, an den wir gehen können, und keinen noch so furchtbaren Notfall, dass Liebe nicht dort ist, um zu trösten, zu beschützen und zu leiten. Und das können wir wahrnehmen.

Das ist sehr schön! Vielen Dank für das Gespräch, Diana!

Ich danke Ihnen. Ich bin so dankbar, heute hier zu sein, und hoffe, dass dies für jeden Menschen von Segen war.

Davon bin ich überzeugt.

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– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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