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Original im Internet

Wenn Sie mit Leiden konfrontiert sind, heilen Sie

Aus der Februar 2019-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 13. Dezember 2018 im Internet.


Hatten Sie schon einmal Mitleid mit jemandem wegen einer Sache und litten dann selbst daran? Vielleicht war die Person deprimiert, und dann fühlten Sie sich deprimiert, oder krank und dann fühlten Sie sich auf einmal schlecht. Wenn ja, dann ist das ein Symptom für etwas, was ich teilnahmsvolles Mitleiden nenne – jede Art von Leiden, das man an anderen sieht und für wirklich erachtet. Man muss sich nicht davor fürchten, sondern kann es verhindern, indem man Gottes allgegenwärtige Liebe und Fürsorge versteht, die kein Leiden zulassen, geschweige denn die Übertragung von Leid von einer Person auf eine andere.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mich gegen das teilnahmsvolle Mitleiden mit anderen zu wehren. Als meine Frau und ich einmal zum Wandern in einem der Nationalparks in den Vereinigten Staaten waren, bekam ich an einem Tag voller Aktivitäten starke Kopfschmerzen. Sonst war so etwas immer sehr schnell verschwunden, sobald ich im Gebet Gottes Allheit und Güte bekräftigt hatte. Doch diesmal blieben die Schmerzen hartnäckig. Ich fühlte mich schlecht und verbrachte eine sehr unruhige Nacht.

Während ich versuchte, mich genug zusammenzunehmen, um das Frühstücksgeschirr abzuwaschen, betete ich innig um göttliche Inspiration, die den Hypnotismus des Leidens durchbrechen würde, in dem ich festzusitzen schien.

Mir fiel ein, dass Mary Baker Eddy einmal mit verschiedenen mentalen Behandlungen für Krankheiten experimentiert hatte. Das war vor ihrer Entdeckung der Christlichen Wissenschaft. Sie probierte kurze Zeit eine Methode des Gemütsheilens aus, das den Anschein erweckte, als könne man das Leid vom Körper des Patienten auf ihren Körper übertragen. Sie verstand sehr schnell, dass das nicht die Art war, wie Christus Jesus heilte, und gab die Versuche auf. Sie erkannte, dass Krankheit keine Wirklichkeit ist, die von einem Sterblichen auf andere übertragen wird, sondern ein Irrtum des menschlichen Gemüts, der mit dem Christus, der Wahrheit, vertrieben werden muss. Sobald mir das einfiel, verschwanden die Kopfschmerzen, die Übelkeit und das Unwohlsein augenblicklich und eine wundervolle Freude, Lebenskraft und Fröhlichkeit machten sich breit. Diese schnelle Besserung überraschte mich und ich fragte mich, was wohl die Verbindung zwischen dem Gedanken an Mrs. Eddys Erfahrung und meiner augenblicklichen Heilung war.

Als ich betete, um den Grund für meine Heilung zu verstehen, erkannte ich, dass ich unwissentlich aus Anteilnahme gelitten hatte. Ich bin Praktiker der Christlichen Wissenschaft, und unterwegs nahm ich gelegentlich Anrufe mit der Bitte um Gebet für Patienten entgegen. Ich hatte extra Zeit für Anrufer bereitgestellt. Doch am Tag, bevor ich Kopfschmerzen bekam, hatten etliche Patienten angerufen, und mehrere der beschriebenen Leiden hatten mich belastet. Mir war das Verständnis von Gottes vollkommenem Menschen etwas entglitten, sodass ich ein Gefühl von Belastung zugelassen hatte. Mein Gedankengang war: „Es gibt so viele Leute mit so vielen Problemen.“ Ohne es zu merken, hatte ich mir das Leid, das ich in anderen sah, selbst zu eigen gemacht.

Mrs. Eddy schrieb: „Man sollte niemals den Gedanken an Krankheit im Gemüt festhalten, sondern um seiner selbst willen ebenso wie um des Patienten willen alle Formen und Arten der Krankheit im Denken auslöschen“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 396). So wie ein Autofahrer die Windschutzscheibe sauber halten muss, damit er gut sehen und sicher fahren kann, müssen wir unsere mentale Sicht von Gottes vollkommenem Menschen sauber halten, um bei guter Gesundheit zu bleiben und anderen zu helfen, ihre natürliche Gesundheit und Vollkommenheit zu erkennen.

Als ich Schmerzen hatte und an Mrs. Eddys Erfahrung dachte, erkannte ich, dass ich das Leid der Patienten als wirklich angenommen hatte und dann am selben Glauben litt, dass Leiden wirklich ist. Aus meinem Studium der Christlichen Wissenschaft wusste ich, dass diese Sichtweise verkehrt ist. In Wahrheit ist Krankheit unwirklich; man muss sie streng zurückweisen und darf ihr nie zustimmen. Als ich diesen Logikfehler erkannte, wies ich die Vorstellung zurück, dass Leiden wirklich ist, und war geheilt.

Rückblickend war ich fähig, Leiden als unwirklich zu erkennen, denn ich verstand, dass allein das göttliche Gemüt den Menschen regiert, nicht sterbliche Überzeugungen und Ängste von anderen. Mrs. Eddy schrieb ferner: „Du wirst auch erkennen, dass es in der Wissenschaft keine Übertragung böser Suggestionen von einem Sterblichen auf den anderen gibt, denn es gibt nur ein Gemüt und dieses immer-gegenwärtige allmächtige Gemüt wird vom Menschen widergespiegelt und regiert das gesamte Universum“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 496). In dem Moment augenblicklicher Erkenntnis akzeptierte ich die Erhabenheit des göttlichen Gemüts in meinem Leben.

Weiser ist es, sich fest am Ufer der geistigen Wahrheit zu verankern und dann der notleidenden Person die Hand zu reichen und mit dem Verständnis davon, wie Gott hilft, in Sicherheit zu bringen.

Egal wie viele Leute mir sagten, dass sie krank waren oder woran sie genau litten, die Wahrheit über Gottes Menschen war unverändert. Der Zweck von Gebet in der Christlichen Wissenschaft liegt darin, die Wahrheit über Gottes Menschen zu erkennen und zu wissen, dass sie auf jeden Mann, jede Frau und jedes Kind zutrifft. Ich musste verstehen, dass meine Patienten und ich keine für Leiden anfälligen Sterblichen waren. Als Gottes Kinder sind wir unsterblich und können nur Gesundheit und Harmonie erleben. Eine klarere Erkenntnis dieser Wahrheit vertrieb das Gefühl, von den Eindrücken leidender Menschen beschwert zu sein. Ich begriff, dass Leiden ebenso wenig auf sie zutraf wie auf mich. Meine Gesundheit wurde wiederhergestellt, und meine Gebete brachten auch meinen Patienten Heilung.

Seit dieser Erfahrung passe ich besser auf, um die richtige Art von Mitgefühl mit Leuten zu haben, die Hilfe brauchen. Es ist normal und natürlich für jemanden, der Anteil nimmt, liebevoll und freundlich zu sein, und die Begegnung mit einem Leidenden weckt oft den Wunsch in uns, von Nutzen zu sein. Doch Kommentare wie: „Sie Armer“ oder „Du hast wirklich ein schweres Leben“ können das Leid einer Person festigen statt lindern.

Vom Leid eines anderen beeindruckt zu sein und dann auf der Grundlage, dieses Leid sei echt, helfen zu wollen, nützt ebenso wenig wie der Versuch, jemanden aus Treibsand zu befreien, indem man hineinspringt. Man würde nur mit versinken. Weiser ist es, sich fest am Ufer der geistigen Wahrheit zu verankern, Gottes allgegenwärtige Fürsorge zu verstehen und dann der notleidenden Person die Hand zu reichen und mit dem Verständnis davon, wie Gott hilft, in Sicherheit zu bringen.

Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Das Mitgefühl mit dem Irrtum sollte verschwinden“ (S. 211). Wenn wir die Individualität des Menschen verstehen, der mit ewiger Gesundheit und ewigem Wohlbefinden zum Ebenbild des Göttlichen erschaffen wurde, können wir das teilnahmsvolle Mitleiden vermeiden, das uns herabzieht, und den Bedürftigen eine Hilfe werden, statt das Gefühl von Leid und Hilflosigkeit zu verstärken.

Ein nützliches Modell von Mitgefühl, das heilt, finden wir in der Geschichte vom barmherzigen Samariter in der Bibel. Ein Samariter traf auf einer Reise auf einen überfallenen und halbtoten Mann. Sicher hatte er Mitleid mit dem Mann, doch das bedeutete nicht, dass er unfähig war, tätig zu werden. Er stieg von seinem Esel, ging zu dem Mann und half ihm. Sein Wunsch, etwas Positives zu bewirken, wurde zu christlicher Tat, die den Mann rettete.

Die Christliche Wissenschaft gibt uns die geistigen Mittel, tätige Hilfe zu leisten. Wenn Berichte über Leiden von Freunden oder Angehörigen eingehen, in den Nachrichten oder den sozialen Medien gebracht werden, können wir helfen, indem wir für die Betroffenen beten. Wir müssen keine mentalen Schwämme sein, die deprimierende und beschwerende Einzelheiten aufsaugen. Wir können Beschreibungen von Leid durch die geistige Realität ersetzen – mit einem Verständnis von Gottes Menschen, der zum göttlichen Ebenbild geschaffen wurde, gesund und wohl. Unsere Gebete werden allen zugutekommen, für die wir beten, ob sie bei uns wohnen oder am anderen Ende der Welt sind.

Wenn wir in irgendeiner Weise eine Bezugsperson sind, beispielsweise für Kinder, ältere Menschen, Kranke, Obdachlose oder geistig Verwirrte, können wir helfen, indem wir uns metaphysisch klarmachen, dass Gottes Mensch geistig ist und ewige Gesundheit verliehen bekommen hat; er kann nur das ausdrücken, was von Gott kommt. Wir können mehr sein als nur Zuschauer, die einfach Mitleid für Menschen in Not empfinden. Wir können eine proaktive Rolle bei der Überwindung von Unterdrückung einnehmen, indem wir die geistige Wahrheit verstehen, die das Denken zu Gesundheit und Heilung erhebt.

Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass wir im Reich des göttlichen Gemüts leben, wo Gott alles ist und der Mensch Seine Gegenwart widerspiegelt. Gott hat keine Sterblichen geschaffen, die dem Leid unterliegen. Gott erschuf uns als unsterblich, auf ewig in Harmonie und Frieden verankert. Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Die Wissenschaft macht die Übertragung von Gedanken von einem irrenden Gemüt auf ein anderes unmöglich“ (S. 211). Es ist nicht nötig zu leiden, wenn wir andere leiden sehen. Wir müssen unsere geistige Gesinnung aufrechterhalten und uns der Allgegenwart des einen Gemüts bewusst sein. Wir müssen unseren Nächsten mit der geistigen Wahrheit segnen, die sein Denken inspiriert, die Heilung vorantreibt und auch unsere Gesundheit aufrechterhält. Auf diese Weise verhindern wir teilnahmsvolles Mitleiden, und das ist für alle von Vorteil.

Weiser ist es, sich fest am Ufer der geistigen Wahrheit zu verankern und dann der notleidenden Person die Hand zu reichen.

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Die Mission des Herold

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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