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Original im Internet

Für Junge Leute

Eine offene Einladung

Aus der Februar 2019-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 18. Dezember 2018 im Internet.


Ich war immer gern zur Kirche gegangen. Ich liebte die Verbundenheit mit anderen. Es war schön, die Stadt durch unsere Gottesdienste und anderen Aktivitäten zu unterstützen. Und ich fühlte mich gern nützlich, indem ich mit der Gemeinde betete.

Doch dann kam urplötzlich ein neues Gefühl auf. Der Kirchenbesuch kam mir ungelegen. Ich hatte ein Neugeborenes zu Hause und fand den Gedanken, zur Kirche zu gehen, plötzlich lästig.

Auf einmal ging es um die viel tiefere Frage, was Kirche eigentlich ist. Als Christlicher Wissenschaftler war ich mit der Definition von Kirche im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy vertraut, das mit den Worten beginnt: „Die Struktur der Wahrheit und der Liebe...“ (S. 583). Ich war sicher, dass sich das Wort Struktur nicht auf die Balken, die Wände und den Boden einer Kirche bezieht. Wahrheit und Liebe beziehen sich auf Geist, Gott, also war mir klar, dass diese göttliche Struktur geistig sein muss – und sie muss überall sein, da Gott überall ist. Das bedeutete, dass ich Kirche im geistigen Sinne überall da leben kann, wo ich bin, oder? Ja, ich konnte Kirche in einem Gebäude am Sonntagmorgen finden, doch ich erkannte die Gegenwart von Kirche auch in den Bergen beim Wandern, im Frieden der Familie, die unseren Säugling liebkost, und sogar an der Kasse im Supermarkt. Wieso sollte ich mich zu etwas verpflichtet fühlen, was sich ehrlich gesagt wie ein ungelegenes Ritual anfühlte?

Ich bin daran gewöhnt, beim Beten kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich lege Gott alles vor, was mir nicht klar ist. Allerdings achte ich auch darauf, dass ich wirklich zuhöre, was Er antwortet. Als ich also über diese Frage betete, ob ich weiter zur Kirche gehen sollte, wollte ich auch sicher sein, dass ich ehrlich zuhörte – nicht nur mein Herz ausschütten und dann tun, was ich wollte.

Ja, ich erhielt eine Antwort, aber anders als erwartet. Ich fragte Gott im Prinzip, warum es besser war, zur Kirche zu gehen, als Kirche da „zu leben“, wo ich war. Die Antwort war keine Gegenüberstellung der Vorteile einer Möglichkeit verglichen mit der anderen. Stattdessen erhielt ich eine Einladung! Die Antworten auf meine Gebete kommen nicht immer in Form von Worten, doch diesmal hörte ich: „Komm doch vorbei und schau dir an, was ich mache. Komm und schau, was passiert, wenn ihr alle zusammengerufen werdet.“

Also, Einladungen nehme ich gerne an! Ob es um Brettspiele, eine Wanderung oder sogar etwas geht, was ich sonst nicht täte, ich nehme Einladungen normalerweise an, denn das ist oft eine gute Möglichkeit, die Person, die mich einlädt, zu ehren und wertzuschätzen. Die Antwort auf mein Gebet in Form einer Einladung von Gott, „komm und schau“, was in der Kirche wirklich geschieht, änderte meine Sichtweise völlig. Gott hatte nichtgesagt, dass Kirche auf einer Wanderung oder still zu Hause nicht angemessen war. Er hatte mich nur eingeladen, mir anzuschauen, was Er – was Liebe – für mich und andere tut, wenn wir zusammenkommen, um Ihm zu lauschen.

„Komm und schau“ ist so viel einladender als „Tu das, sonst wird es dir leid tun“. Und die Antwort umgeht die Frage, wie gelegen etwas kommen mag; man erhält einfach die Möglichkeit, die Person wertzuschätzen, die uns einlädt, zu kommen und zu schauen und etwas Neues zu tun.

Als ich diese Botschaft erhielt, musste ich lachen und sagte: „Gut, wenn Du es so ausdrückst, dann komme ich natürlich!“ Am folgenden Sonntag war ich wieder in der Kirche, und seit dieser Woche des Gebets nehme ich Gottes Einladung, doch vorbeizuschauen, gern an. In den Jahren seitdem sind wir weit weg gezogen und haben etliche Kirchen Christi, Wissenschaftler, besucht. Nicht immer war es möglich, zur Kirche zu gehen. Doch da ich nun meine Mitarbeit als Antwort auf eine Einladung statt als Pflicht betrachte, gehe ich gern zur Kirche und schaue mir an, was Gott tut, wie Liebe Herz und Gemüt der Menschen bewegt – und beteilige mich an dieser heilenden Bewegung.

Warum liebe ich Kirche also (immer noch)? Weil sie uns alle einlädt, vorbeizukommen und zu schauen, was Gott tut und wie gut Er ist. Natürlich können wir diese göttliche Aktivität überall sehen. Aber es ist eine besondere Freude, sich bewusst in der Kirche zu versammeln und diese göttliche Aktivität gemeinsam zu erleben.

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Die Mission des Herold

Mrs. Eddys göttlich inspirierte Erklärung der Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft, der im Jahre 1903 gegründet wurde, ist zu einem Symbol für die weltumfassenden Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Bewegung geworden. Ihre Worte erscheinen als Inschrift an der Vorderseite der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Sie lauten: „Die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden.“ Der Herold ist ein greifbarer Ausdruck des Wunsches unserer Führerin, die unschätzbare Kenntnis der Wissenschaft des Lebens an die ganze Menschheit weiterzugeben. Sie erkannte, dass der Tröster „zur Heilung der Völker“ gekommen war.

– Alfred F. Schneider, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, September 1977

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