Skip to main content

Mit Heilung auf die Ereignisse der Welt eingehen

Aus der Mai 2017-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017.


Neuerungen in Veröffentlichung und Kommunikation haben dazu geführt, dass der Erdball quasi geschrumpft ist, und wir erhalten Nachrichten schneller und anschaulicher als je zuvor. Vorfälle werden fast augenblicklich in aller Welt gemeldet. Doch während technische Änderungen den Zugang zu Nachrichten verbessert haben, ändern sie den mentalen Standpunkt nicht, von dem wir Ereignisse aufnehmen und auf sie eingehen, und das bestimmt letztlich, welche Auswirkungen diese auf uns haben.

Wie sieht dieser Standpunkt aus? Die Menschheit nimmt im Großen und Ganzen die Sichtweise der Existenz an, die sich den körperlichen Sinnen präsentiert – dass Leben in der Materie und deren Produkt ist und dass das Böse so echt und so wahrscheinlich ist, wie das Gute, wenn nicht noch mehr. Daher erscheinen Berichte von Zwistigkeiten, Gewalt, Leiden und Korruption natürlich und unvermeidbar. Aus dieser materiellen Sichtweise ist eine Reaktion aus Wut, Furcht oder Trauer ebenfalls normal. Doch diese Reaktionen bestärken die Behauptungen des Bösen nur. Diese Denkweise kann uns allenfalls Möglichkeiten bieten, wie man das Böse eindämmen und mit dessen Auswirkungen umgehen kann.

Die Christliche Wissenschaft eröffnet den umgekehrten Standpunkt, eine geistige Grundlage des Seins, die auf dem inspirierten Wort der Bibel beruht. Diese Wissenschaft bestätigt, dass Gott der alleinige Schöpfer und Herrscher der Existenz ist und dass die wahre Natur Seiner Schöpfung völlig geistig ist und Sein Wesen als Geist ausdrückt (siehe Johannes 4:24). Sie besteht darauf, dass Leben, Substanz und Intelligenz göttlich sind und dass allein das Gute wirklich ist (siehe 1. Mose 1:31). Ihre Authentizität zeigt sich in der direkten heilenden Auswirkung auf das menschliche Leben. Diese Heilung findet statt, wenn das menschliche Gemüt die Wahrheiten der Wissenschaft hinsichtlich konkreter Fragen erkennt und von ganzem Herzen bejaht.

Wenn wir uns dem Göttlichen zuwenden und unsere Schlüsse völlig aus der geistigen Wirklichkeit von Gottes allmächtiger Güte und der Vollkommenheit Seiner geistigen Schöpfung ziehen, können wir erkennen, dass die Behauptungen des Bösen gegenstandslos sind. Wir erkennen, dass sie keine Grundlage im göttlichen Geist und somit keine faktische Grundlage haben. Je mehr wir die Wahrheit der geistigen Denkweise erkennen, desto unglaubwürdiger werden die Behauptungen des Bösen, die uns vorgegaukelt werden, bis wir aufhören, sie als legitim anzunehmen.

Das soll nicht heißen, dass wir das ignorieren, was eindeutig auf der Welt geheilt werden muss. Vielmehr gehen wir mit einem wachsenden Verständnis von Gott direkt darauf ein. 

Wenn es uns schwerfällt, an einem geistigen Standpunkt festzuhalten, können wir uns der Macht des Christus, der göttlichen Idee Gottes, bewusster ergeben, die Jesus exemplifizierte. Der Christus ist der Einfluss der göttlichen Wahrheit, der stets im menschlichen Denken vorhanden ist, um uns zu führen und die göttliche Gegenwart sichtbar zu machen. Er offenbart eine unerschütterliche Grundlage, von der aus wir mit Mitgefühl, Mut, Liebe und Heilung auf die Probleme der Welt eingehen. Unsere Gebete, die sich auf das Verständnis von Gott als das allmächtige Gute und vom Bösen als machtlos stützen, können dazu beitragen, das Böse auf der Welt zu verringern, statt nur zu helfen, seine Auswirkungen im Zaum zu halten.

Mary Baker Eddy verwendet im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, eine Metapher, die mir sehr dabei hilft, die Unverlässlichkeit der Berichte der materiellen Sinne zu durchschauen. Sie schreibt: „Eine versehentliche Nachricht, die irrtümlicherweise den Tod eines Freundes mitteilt, verursacht den gleichen Kummer, den der wirkliche Tod des Freundes mit sich bringen würde. Du meinst, dein Schmerz sei durch deinen Verlust verursacht worden. Eine zweite Nachricht, die den Fehler berichtigt, heilt deinen Kummer und du erkennst, dass dein Leid nur die Folge deiner Vorstellung war. So ist es mit allem Leid, mit Krankheit und Tod. Du wirst schließlich erkennen, dass es keine Ursache für Kummer gibt, und die göttliche Weisheit wird dann verstanden werden. Irrtum, nicht Wahrheit, erzeugt alles Leid auf Erden“ (S. 386).

Obwohl Mrs. Eddy sich hier auf einen geistig wie menschlich gesehen unwahren Bericht bezieht – da die Person nicht gestorben war –, finde ich das Konzept einer „versehentlichen Nachricht“ hilfreich, wenn man mit Beweisen des Bösen in unserem Leben und der Welt konfrontiert ist. Dieser Ausdruck kann uns daran erinnern, dass die angebliche Handlung des Bösen aus geistiger Sicht keine faktische Grundlage hat, da sie nicht Gott entstammt. Und das ist der Fall völlig losgelöst von dem Umfang oder der Intensität der Beweise, die die materiellen Sinne zur Untermauerung des behaupteten Bösen vorlegen. Auf diese Weise kann jede Behauptung des Bösen als versehentliche Nachricht betrachtet werden.

Ich hatte vor einigen Jahren eine Erfahrung, die mir diese Sache näherbrachte. Ich war damals in einem kleinen Bauunternehmen tätig. Eine meiner Aufgaben war das Koordinieren des Kundendienstes. Ich war die Kontaktperson für Hausbesitzer, die Probleme mit ihren Häusern hatten. Eines Tages berichteten Angestellte, dass eine Hausbesitzerin „unter Strom“ stand. Sie gingen davon aus, dass die Frau mir einige Schwierigkeiten bereiten würde. Ich nahm das nicht weiter ernst, akzeptierte aber, ohne es zu merken, dass diese Frau irgendwann problematisch werden würde.

Kurz darauf rief sie mich an. Das Gespräch ging sehr schnell in eine Beschimpfung des Unternehmens und der Angestellten über, und dann legte sie abrupt auf. Ich war erstaunt über den aggressiven Angriff, wusste aber, dass es an mir lag, das Problem zu lösen. Jetzt hatte ich die Wahl. Ich konnte die „versehentliche Nachricht“ – die äußerliche Sicht einer Frau voller Wut und Hass – annehmen, oder ich konnte mich im Gebet an Gott wenden und die wahre Natur der Frau als Sein geliebtes Kind bekräftigen, das nur fähig ist, die Sanftmut unserer Vater-Mutter Liebe zum Ausdruck zu bringen. 

Ich betete. Als ich soweit war, sie zurückzurufen, klingelte das Telefon. Dieselbe Frau war wieder am Apparat. Diesmal war sie freundlich und umgänglich und offen für Lösungen, die die Probleme an ihrem Haus beseitigen würden. Die Macht des Christus hatte mich dazu geführt, die wahre, geistige Natur der Frau als Gottes Ausdruck zu erkennen, und die unnatürliche, hasserfüllte Denkweise aufgelöst, die nichts mit ihrem wahren Wesen zu tun hatte. Die Wirkung des Gebets trat sofort ein und war von Dauer. Während der zweijährigen Garantiezeit war diese Frau höflich und kooperativ.

Diese Erfahrung hat mir vielfach weitergeholfen. Wenn wir Berichte bedauerlicher Ereignisse vor Ort oder weltweit erhalten – ob Krankheit, Naturkatastrophe, Gewalt oder Korruption –, bezeichne ich den Bericht im Denken als „versehentliche Mitteilung“. Zwar gibt es materielle Beweise für die Behauptung, doch sie gründet sich nicht auf geistige Tatsachen. Ich habe genau dieselbe Wahl wie damals im Büro: Akzeptiere ich die Hinweise, dass das Böse eine Realität ist, über die ich kaum oder keine Kontrolle habe, oder beharre ich auf der Überzeugung, dass Gottes Güte allmächtig und allgegenwärtig ist und dass ich diese Tatsache – wenn auch bescheiden – demonstrieren kann?

Wenn wir geistige Vollkommenheit zu unserem Standard machen – zu dem, was wir als wirklich wahr akzeptieren –, werden wir nicht zu dem Glauben an die Märchen eines materiellen Sinnes unserer Existenz verleitet, und wir sind besser in der Lage, der Menschheit durch Gebet zu helfen. Doch ein passives Annehmen von Sünde und Leid als normal und unvermeidlich kann nichts bewirken, um dem individuellen oder dem der Welt Heilung zu bringen, und wir setzen uns der Willkür der allgemeinen Meinung aus.

Unser Meister Christus Jesus hatte nicht die Angewohnheit, einer materiellen Ursache oder Wirkung Macht zuzuerkennen. Der größte Beweisführer der Christusmacht zeigte uns seinen Ansatz, indem er ihn uns vormachte. Im Lukas­evangelium erfahren wir beispielsweise, dass er von Jairus gebeten wurde, zu ihm zu kommen und seine sterbende Tochter zu heilen (siehe Kapitel 8:41, 42, 49–56). Als Jesus mitging, überbrachte ein Bote Jairus schlechte Nachrichten: „Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht.“ Doch glaubte Jesus dieser Nachricht? Nein. Er verstand ganz klar, dass sie nicht das letzte Wort hatte, und seine Erwiderung waren Trost und Heilung, die aus seiner christlichen Erkenntnis der geistigen Tatsachen erwuchs. Selbst angesichts des augenscheinlichen Todes blieb er überzeugt, dass das Leben des Mädchens in Gott, der allgegenwärtigen Liebe, unversehrt war und nicht zerstört werden konnte. Durch seine korrekte Einschätzung der Lage konnte er das Kind wiederherstellen und demonstrieren, dass die geistige Tatsache des allgegenwärtigen Lebens jederzeit sichtbar ist.

Jesu Erkenntnis der geistigen Natur der Wirklichkeit war die Grundlage für seine Lehre und seine Heilarbeit, und sie steht im Mittelpunkt dessen, was wir die Heilsbotschaft nennen. Diese Heilsbotschaft, die gute Nachricht, die er predigte, lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: „Das Himmelreich ist nahe gekommen“ (Matthäus 10:7). Für Jesus war die Regierung der Harmonie, die dieses Reich ausmacht, nicht nur ein ferner Zustand. Aus seinen Worten und Taten geht hervor, dass das Himmelreich die geistige Tatsache der jetzigen Existenz ist. Bessere Nachrichten kann es nicht geben. Doch seine Lehre verdeutlicht außerdem die Notwendigkeit einer Erneuerung, einer Reinigung des Denkens, die uns befähigt, die geistigen Tatsachen jeder Situation immer besser zu erkennen, und damit zur Heilung der Menschheit beizutragen.

Wie nehmen wir also die Nachrichten auf? Werden wir die Beweise der materiellen Sinne, die versehentlichen Nachrichten des sterblichen Denkens, annehmen? Oder werden wir vom geistigen Sinn dazu geführt, die „gute Nachricht“ anzunehmen, die Jesus der Welt gebracht hat, und die Menschheit in der heilenden Liebe des Evangeliums der Wahrheit zu umfangen? Diese Heilsbotschaft ist nie schal, nie veraltet, nie eine Nachricht von gestern. Sie ist immer frisch und relevant – die inspirierte Sichtweise, durch die wir die Welt sehr segnen können.

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017.

ERLANGEN SIE ZUGRIFF AUF WEITERE WUNDERBARE ARTIKEL WIE DIESEN!

Willkommen zu Herold-Online, dem Zuhause des Herold der Christlichen Wissenschaft. Wir hoffen, dass der an Sie weiterempfohlene Artikel Ihnen gefallen hat.

 Sie erlangen vollständigen Zugriff auf alle Herolde, wenn Sie mithilfe Ihres Abonnements auf die Druckausgabe des Herold ein Konto aktivieren oder wenn Sie ein Abonnement auf JSH-Online abschließen.

More in this issue / Mai 2017

Die Mission des Herold

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.