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Original im Internet

Zufrieden, nicht irritiert

Aus der August 2022-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 2. Mai 2022 im Internet.


Mary Baker Eddys  Gedicht „Satisfied“ [Zufriedenheit] gibt die wahre Natur von Gottes Idee, dem Menschen, wieder – die geistige Idee eines jeden von uns. Die letzte Strophe lautet:

Die Zeiten gehn, Gott bleibt bestehn
   in Herrlichkeit;
in Ihm stets find, o Gotteskind,
   Zufriedenheit.
(Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 160)

Zufriedenheit ist ein Aspekt von Vollständigkeit, Erfüllung, Ganzheit – das Ergebnis der Übereinstimmung zwischen Gott und den zu Seinem Ebenbild erschaffenen Töchtern und Söhnen.

Das Gedicht erkennt außerdem nur ein Ego an, nämlich Gott. Unser wahres Selbst ist das Ergebnis dieses einzigen Egos. Das göttliche Gemüt, Gott, ist die Intelligenz, die weiß, was zu tun ist, wie es zu bewerkstelligen ist, wann der richtige Zeitpunkt ist, warum es getan werden muss und mehr. Somit ist Gemüt die Quelle aller Tätigkeit. Dies zu verstehen, ist ein Schutz vor einigen der in diesem Gedicht erwähnten irrigen Vorstellungen oder Irrtümer – Vorstellungen, die uns unserer Zufriedenheit berauben: „Gewalt und Schein“, „dunkler Sinn“ und „Hass und Fall“.

Eines der einflussreichsten „Werkzeuge“, die das sogenannte sterbliche Gemüt einsetzt (das, was die Bibel fleischliche Gesinnung nennt), um uns unsere Zufriedenheit vorzuenthalten und einen angeblichen Willen aufzudrängen, ist Irritation – eine Versuchung, die durch die materiellen Sinne zu uns gelangt. Wir mögen Stunden mit friedvoller Forschung und Gebet verbringen und diesen Frieden dann verlieren, wenn wir wieder auf die Straße gehen. Wir sind genervt, wenn ein Autofahrer uns den Weg abschneidet, sich jemand in einer Schlange vordrängelt, eine Kollegin etwas Dummes sagt, Politiker etwas tun, das uns nicht gefällt, oder ein Kirchenmitglied einen Vorschlag macht, den wir für unsinnig halten.

Diese Irritation kommt nicht von Gott und gehört auch nicht zu Seinem Wesen. Sie führt zu Groll, Ressentiments und Sorge. Sie fördert Rache, Bosheit und Wut. Sie mag sich in unharmonischen körperlichen Zuständen zeigen.

Mit solchen Begleiterscheinungen ist Irritation eindeutig nicht das Ergebnis eines Gottes, der nur gut und das Prinzip Seiner eigenen geistigen Ideen ist, die es mit dem göttlichen Gesetz der Liebe regiert. Diese Wirklichkeit Gottes offenbart den Menschen als unverfälscht und unversehrt, eine Schöpfung, die in jeder Hinsicht vollkommen ist.

Die Grundlage von Irritation oder Genervtsein ist der Glaube, dass wir von außen provoziert werden. Das ist Hypnotismus – der Glaube, dass wir ein eigenes Ego mit einem Sinn für unseren Wert und Rang haben, das beleidigt oder herabgesetzt wurde; eine emotionale Wirkung, die zu mentaler Unruhe führt; ein Anreizen zu Wut u. Ä. als Reaktion auf einen äußerlichen Eindruck.

Da Gott das einzige Gemüt ist, hat Hypnotismus weder eine wirkliche Grundlage noch Autorität. Wir können entscheiden, ob wir die Einflüsterung einer Irritation akzeptieren oder ablehnen. Dies erfordert jedoch ständige Wachsamkeit, denn das Ärgernis tritt häufig plötzlich auf, erreicht uns unvorbereitet und ruft eine negative Reaktion hervor.

Betrachten wir nun einige wichtige Punkte, die uns helfen können, diese mit Übeln gefüllte Büchse der Pandora vollständig aus unserem Bewusstsein und somit unserem Leben auszuräumen und gänzlich zufrieden mit dem Reichtum von Gottes Ideen zu sein.

Sie zielen nicht auf uns ab, also müssen wir nicht auf sie reagieren.

Es ist oft leicht zu erkennen, dass weder die angebliche Ursache einer Provokation noch eine Reaktion darauf etwas mit uns zu tun hat. Wenn mir beispielsweise ein Autofahrer den Weg abschneidet, hat er mich vermutlich noch nie gesehen, und es ist ihm bestimmt völlig egal, dass ich in dem Auto sitze. Sein einziges Ziel ist, einen Vorteil zu erlangen. Wenn ich mich also ärgere, erlaube ich dem persönlichen Sinn – einer Vorstellung von Person oder Persönlichkeit, die das Gegenteil von Gottes Bild und Gleichnis ist –, mich zu kontrollieren. Ich habe damit nicht nur akzeptiert, dass es eine störende Persönlichkeit oder Einstellung geben kann, sondern mich dem falschen Glauben unterworfen, dass ich ein Angriffsziel für das Böse bin. Dann habe ich meine geistige Gelassenheit und die Kenntnis der Identität (meiner eigenen sowie der anderer Menschen) eingebüßt, die von dem Bewusstsein konfiguriert ist, das Gott ist.

Das Verständnis, dass Gottes geistige Idee, der Ausdruck von Seele, nicht zu einem Opfer gemacht werden kann, schafft Gemütsruhe und Gelassenheit. Es hält uns davon ab, auf Irrtum zu reagieren, und lässt keinen Raum und keine Grundlage für eine Handlung des Irrtums übrig. Wenn man reagiert, gibt man zu, dass sich ein unharmonisches Ereignis zugetragen hat. Doch liebevoll auf eine Situation einzugehen, zerstört das Gift bzw. die Bosheit und segnet alle Beteiligten.

Irritation und Frust mögen durch den Willen oder das Denken eines anderen hervorgerufen werden, doch wir können uns durch unsere gottgegebene Herrschaft als Sein Ebenbild gegen solche Einflüsse verteidigen. Diese Herrschaft drückt Weisheit aus – die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und dann Gottes Willen zu tun. Die Bibel sagt: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6:8).

Als ich an Verhandlungen für Branchenbeziehungen beteiligt war, hat das andere Team oft versucht, mich mithilfe herablassender Bemerkungen über meine Person aus der Bahn zu werfen. Ich lernte, mich nicht vom Irrtum ködern zu lassen, sondern liebevoll zu reagieren. Dies gründete sich auf das Verständnis, dass nicht nur ich, sondern auch der augenscheinliche Angreifer als Gottes Kind in Wirklichkeit unschuldig war. Diese Erkenntnis zerstörte den „dunklen Sinn“ von „Hass und Fall“. Ich erkannte alle Beteiligten als Repräsentanten von Leben, Wahrheit und Liebe statt als Gesandte einer menschlichen Organisation, und verstand, dass Frieden das Geburtsrecht aller war. Auf diese Weise konnte ich die Verhandlung zu einem gütlichen Ende führen, wie dies in Jesaja versprochen wird: „Die Frucht der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Nutzen der Gerechtigkeit werden Ruhe und Sicherheit für immer sein“ (32:17).

Keine von Gott getrennte Macht

Das Verständnis, dass es keine Macht neben Gott, der unendlichen Liebe, gibt, offenbart, dass wir nicht hypnotisiert werden können. Wir können nicht von menschlichem Willen kontrolliert werden, denn er ist eine Suggestion von außen, die uns in Versuchung führen will. Die Erkenntnis, dass allein Liebe regiert und die kontrollierende Macht ist, befähigt das Denken, sich auf die Allheit der göttlichen Liebe zu konzentrieren. Liebe ist sich der Materie oder Körperlichkeit nicht bewusst und räumt somit die Furcht aus, die durch den Glauben hervorgerufen wird, dass eine Person, ein Ort oder eine Sache uns irgendwie überwältigen könnte. Die Allgegenwart und Allmacht der Liebe verhindern eine Ursache neben Gott und erhalten unsere geistige Ausgeglichenheit aufrecht.

Intelligenz teilt sich nicht durch Elektrizität mit

Eine sogenannte Partnerschaft von Gehirn und Nerven, die Botschaften mithilfe von Materie in Form von Elektrizität übermitteln und empfangen, ist kein Bestandteil der wahren, geistigen Identität eines Menschen. Gemüt, Gott, ist die einzig wahre Intelligenz und der einzige Kommunikator. Die Vorstellung, dass das Denken materiell ist und materiell übermittelt wird, ist mentale Quacksalberei auf der Grundlage eines Glaubens an viele Gemüter. Da Gott, Gemüt, unendlich ist, kann sich unserem Denken nichts auferlegen oder in dieses eindringen, was dem göttlichen Gemüt unähnlich ist. Mentale Malpraxis verkörpert den „Glauben an das Böse“ (siehe Mary Baker Eddy, Vermischte Schriften 1883–1896, S. 31) und ist die Suggestion, dass Gemüt nicht allgegenwärtig ist.

Vor Jahren warf einer meiner Vorgesetzten mir vor, seine Autorität zu untergraben. Eine Konfrontation unter vier Augen drohte in eine hitzige Auseinandersetzung auszuarten. Indem ich mental auf meiner Unschuld bestand, konnte ich die Situation entschärfen, indem ich erstens nichts übelnahm und mich zweitens ruhig und versöhnlich verhielt, wie die Bibel uns rät: „Eine versöhnliche Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm“ (Sprüche 15:1).

Die Situation wurde friedlich beigelegt, und es entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen uns. Eine versöhnliche Antwort der göttlichen Liebe befähigt uns, den von Gott geschaffenen Menschen zu respektieren und Einigkeit anzuerkennen. Wie die vierte Strophe des Gedichts andeutet, löst und hebt uns dies aus dem Hass und Fall der Vorstellung, dass Elektrizität bzw. „die am wenigsten materielle Form des illusorischen Bewusstseins“ (siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. 293) – etwas, das nicht zu Gott gehört –, an andere übermittelt werden kann. Geistige, wissenschaftliche Gedanken, die von Gott zum Menschen fließen, sind die einzige Wirklichkeit.

Verständnis offenbart Harmonie

Geistiges Verständnis wird mit Irritation fertig, indem es die Wahrnehmung vom Guten in den Mittelpunkt unseres Bewusstseins stellt. Wenn wir dieses Verständnis haben – Gedanken von unserer Quelle, Gott, hegen –, erkennen wir klar, dass das sterbliche Gemüt sich nicht in Materie verwandeln kann. Es kann kein gegenständliches Objekt schaffen. Die einzige Wirklichkeit ist das göttliche Gemüt und seine geistigen Ideen, einschließlich des christusgemäßen Menschen, der mittels geistiger Eigenschaften ausgedrückt und verstanden wird. Geistige Qualitäten geben nur das von sich, was geistig, harmonisch und gesegnet ist, und das schließt Irritation aus.

Materie schafft niemals Zufriedenheit

Wenn wir Zufriedenheit oder Befriedigung in der Materie suchen, streben wir das an, was zeitlich, endlich und begrenzt ist. Da Materie keine unsterbliche Qualität besitzt, kann sie die dauerhaften und tröstenden Tatsachen der Spiritualität nicht umkehren. Das Wesen von Materie ist Veränderung und Vergänglichkeit. Wir wenden uns in dem Wissen, dass keine Form von Materie uns zufriedenstellen kann, der Spiritualität zu und stellen fest, dass „das Sein ... Heiligkeit, Harmonie, Unsterblichkeit“ ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 492).

Wenn wir darum beten, vom göttlichen Gemüt und nicht durch menschliche Impulse oder das Zeugnis der körperlichen Sinne geführt zu werden, erlangen wir Frieden und die Fähigkeit, Gottes Reich in und um uns ausgedrückt zu sehen. Wir sind sicher, dass Gott, Leben, Wahrheit und Liebe allmächtig ist, und jegliche Irritation wird durch Zufriedenheit ersetzt, sodass sich Mrs. Eddys Worte in dem Gedicht bewahrheiten werden: „In Ihm stets find, o Gotteskind, Zufriedenheit.“

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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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