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Original im Internet

Muss Fortschritt einem Verlauf folgen?

Aus der Januar 2022-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 29. Juli 2021 im Internet.


Unlängst ging mir das Konzept eines Verlaufs, insbesondere in Bezug auf Heilung, durch den Kopf. Wir stoßen häufig auf die allgemeine Annahme, dass Heilung und Fortschritt jeder Art einen bestimmten Verlauf nehmen muss. Viele Länder sind beispielsweise dabei, sich schrittweise wieder zu öffnen, während es Besorgnisse hinsichtlich der weltweiten Pandemie gibt und diese Schritte anderenorts durch weitere Lockdowns verlangsamt oder hinausgeschoben werden.

Wie der jeweilige Verlauf auch aussehen mag, es sind immer Schritte zum angestrebten Ziel oder Ergebnis hin erforderlich. Doch wenn er hauptsächlich von materiellen Prognosen abhängt, was die einzelnen Schritte und den Zeitraum angeht, können sich daraus viele Hürden ergeben.

Es ist allerdings möglich, diese Ketten eines materiellen Verlaufs mithilfe von Gebet, das unser Denken an Gottes Vollkommenheit ausrichtet, zu sprengen.

Im Johannesevangelium macht Jesus dieses wunderschöne Versprechen, das der Behauptung, Fortschritt müsse einen bestimmten Verlauf nehmen, direkt widerspricht: „Sagt ihr nicht: ‚Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte‘? Seht, ich sage euch: ‚Macht eure Augen auf und seht auf die Felder! Denn sie sind schon weiß zur Ernte‘“ (4:35). Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, führt dieses Versprechen in ihrem Buch Die Einheit des Guten weiter aus: „Jesus benötigte weder Zeit noch Nachdenken, um die Tauglichkeit zur Vollkommenheit und deren Möglichkeiten reifen zu lassen. Er sagte: Das Himmelreich ist hier, im Gemüt einbegriffen; und wenn ihr sagt: Es sind noch vier Monate, und dann kommt die Ernte, so sage ich: Hebet eure Augen auf und blicket nicht hinab, denn eure Felder sind schon weiß zur Ernte; und bringt die Ernte auf geistige, nicht materielle Weise ein“ (S. 11–12).

Ein besonderer Prozess, den die meisten von uns irgendwann durchlaufen, ist die Suche nach einer Arbeitsstelle. Ich habe jedoch gelernt, dass auch das keinen bestimmten Verlauf erfordert. Als ich den Impuls fühlte, dem tiefen Wunsch zu folgen, meine Liebe zur Christlichen Wissenschaft und ihrer heilenden Mission durch meine Arbeit zu unterstützen, kündigte ich vertrauensvoll meine Stelle, obwohl ich noch keine weitere hatte.

Meine Gebete wurden während dieser Zeit oft durch diesen Vers eines Liedes im Liederbuch der Christlichen Wissenschaft gelenkt:

Treu, fest und standhaft, wenn Prüfung befällt dich,
bitte das eine vom Herrn, deinem Hort:
Gnade für heute. Wohin Er auch führe,
fröhlich gehorche dem Ruf, Seinem Wort.
(Nr. 278, Adapt. und Übers., ©CSBD)

Obwohl ich nicht sofort eine neue Arbeitsstelle fand, gab es in dieser Zeit sehr viele Beweise für Gottes Gnade und Führung, die mir Türen öffneten und mich veranlassten, voranzugehen. Unterwegs hatte ich vielfältige und bereichernde Erlebnisse, die es mir ermöglichten, meine Liebe zur heilenden Praxis der Christlichen Wissenschaft umzusetzen und mehr von Gottes Größe, Schönheit und Liebe zu entdecken.

Gottes Güte ist immer gegenwärtig; die Gottheit verzögert nichts und schiebt auch nichts hinaus.

„Ich muss das erst verarbeiten“ ist eine häufig gebrauchte Wendung. Doch es gibt keinen Hinweis darauf, dass Christus Jesus beim Heilen für sich selbst oder andere einen langen Denkprozess durchlief. Vielmehr wurden alle, die ihn um Heilung von Krankheit oder Leiden baten, augenblicklich geheilt. Im Matthäusevangelium wird Jesus so zitiert: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe gekommen!“ (4:17). Das Himmelreich – die Herrschaft der göttlichen Harmonie – ist hier und jetzt, nicht an einem fernen Ort oder in ferner Zukunft. Jesu Heilmission bezeugte die Allgegenwart der göttlichen Wirklichkeit, und das bewirkte die erforderlichen Veränderungen im Leben derer, die er heilte, und zwar nicht nach und nach, sondern sofort.

Daraus habe ich gelernt, dass Gottes Güte immer gegenwärtig ist; die Gottheit verzögert nichts und schiebt auch nichts hinaus. Kurz nachdem ich bei meinem alten Arbeitgeber gekündigt hatte, bewarb ich mich auf eine Stelle, die mir perfekt erschien. Das Bewerbungsverfahren ging über mehrere Monate, und am Ende wurde ich nicht genommen. Zuerst war ich enttäuscht. Doch weniger als eine Woche später bekam ich unerwartet sofort eine Stelle, für die kein Bewerbungsprozess erforderlich war und die meine Liebe zum geistigen Heilen unterstützte.

Heilung ist kein Prozess, sondern eine Offenbarung von dem, was immer auf Gottes geistige Schöpfung und unsere Vollständigkeit als Gottes Widerspiegelung zugetroffen hat und immer zutreffen wird. Gebet hebt unser Denken über begrenzte, ichbezogene Sichtweisen hinaus zur Wirklichkeit der Dinge, wie Gott sie wahrnimmt – vollständig gut, zielgerichtet, ordentlich und harmonisch.

Ob unsere Umgebung sich nach und nach wieder öffnet oder weiter im Lockdown ist, wir können bekräftigen und beweisen, dass das Himmelreich, in dem Gottes Gesetze der Gesundheit und Harmonie allgegenwärtig und immer aktiv sind, nahe gekommen ist. Unser Leben stützt sich nicht auf einen materiellen Verlauf, sondern auf ewige, geistige Entfaltung, die eine begrenzte, materielle Sichtweise aufdeckt und die universale Gegenwart und Herrschaft von Geist, Gott, und Seiner vollkommenen Schöpfung offenbart. Jeder Tag ist eine Gelegenheit, mehr von der Vollkommenheit zu bezeugen, die bereits jedem von uns innewohnt.

Wir machen immer Fortschritt, und unser Vater-Mutter-Gott, die göttliche Liebe, entfaltet jeden Schritt und offenbart jedem von uns einen umfassenderen Sinn von Identität, Zweck und Gesundheit.

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Die Mission des Herold

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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