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Original im Internet

Den Hypnotismus unserer Zeit verurteilen

Aus der Mai 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 23. November 2020 im Internet.


Ein Objekt pendelt vor den Augen einer Person hin und her, hin und her – so habe ich mir als Kind Hypnotismus vorgestellt, wenn der Begriff in der Bibellektion erwähnt wurde, die im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft abgedruckt ist. Unter dem Thema „Altertümliche und neuzeitliche Totenbeschwörung – alias Mesmerismus und Hypnotismus – verurteilt“ wird gelegentlich auch Mesmer erwähnt, ein Mann, der im 17. und frühen 18. Jahrhundert lebte. Niemand, dem ich auf der Straße begegnete, versuchte je, mich zu hypnotisieren – inwiefern ist dieses Thema heute also relevant und wichtig?

Früher freute ich mich nur auf die Bibellektionen mit Ein-Wort-Themen wie „Liebe“. Sie leuchteten mir mehr ein. Nachdem ich immer wieder mit den Lektionen über „altertümliche und neuzeitliche Totenbeschwörung“ gebetet hatte, wurden sie und die anderen „ernst klingenden“ Lektionen mir besonders wichtig.

Eine Quelle definiert Totenbeschwörung als „Form des Spiritismus, die ... die Begegnung mit Geistern Verstorbener anstrebt“. Wir wissen also im Vorwege, dass diese Lektion sich mit der Vorstellung befasst, mit den Toten der Vergangenheit und Gegenwart kommunizieren zu können. Verallgemeinert bezieht sich das Wort auch auf Zauberei, Magie und die Anrufung von Geistern.

Der nächste Teil des Themas ist „alias Mesmerismus und Hypnotismus“. Alias bedeutet „auch bekannt als“ und zeigt an, dass etwas auch noch anders genannt wird. Somit wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe Mesmerismus und Hypnotismus miteinander einhergehen.

Mary Baker Eddy definiert Hypnotismus in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift als einen Begriff, der sich auf das sterbliche Gemüt bezieht – die Fälschung von Gott, dem göttlichen Gemüt: „In der Christlichen Wissenschaft ist tierischer Magnetismus oder Hypnotismus die spezielle Bezeichnung für Irrtum oder sterbliches Gemüt“ (S. 103). Wir wissen daher schon vom Titel her, dass Totenbeschwörung jeglicher Art nichts als Hypnotismus ist, ein Irrtum oder eine Illusion des sterblichen Gemüts.

Ich erkannte, dass ich nicht die eine Form des Irrtums auch nur ein wenig annehmen und gleichzeitig die andere ablehnen konnte.

Und am Ende des Themas steht „verurteilt“. Das bedeutet, dass die Vorstellungen von Totenbeschwörung, Hypnotismus und Mesmerismus in der Christlichen Wissenschaft als falsch offengelegt werden. Diese Vorstellungen werden durch die Tatsache verurteilt, dass es nur einen Gott gibt – ein Gemüt, eine Macht und ein Einfluss – und dass wir Seine völlig geistigen Ideen sind.

Mir hat die Erkenntnis, Hypnotismus auf dieser Grundlage zu handhaben, einmal geholfen, als ich mehrere Wochen lang an Schmerzen litt, die auf ein aus medizinischer Sicht ernstes körperliches Problem hindeuteten. Ich ließ es nicht diagnostizieren, denn ich wollte es ausschließlich durch eine Behandlung in der Christlichen Wissenschaft handhaben. Ich habe viele Heilungen in der Christlichen Wissenschaft erlebt und miterlebt. Doch diesmal bekam ich das Problem mental nicht in den Griff, so sehr ich auch betete. Ja, es wurde schlimmer. Mein Denken und meine Aufmerksamkeit drehten sich so sehr um die Sache, dass ich die Angst nicht überwinden konnte.

Ich hörte mir Artikel auf JSH-Online.com an, wo man auf Artikel und Heilungszeugnisse zugreifen kann, die in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht sind. Einer davon gehört zu meinen Lieblingsartikeln, nämlich „Nichts zu befürchten“ von James Spencer (Herold-Online, 20. April 2020). Als der Verfasser Furcht als „hypnotisch“ bezeichnete, wurde ich wachgerüttelt. Das ging so schnell, wie wenn jemand vor meiner Nase mit den Fingern geschnippt hätte. Ich wusste, dass ich geheilt war. Die Schmerzen ließen sofort nach und waren nach ein paar Tagen ganz verschwunden.

In der darauffolgenden Woche hatte die Bibellektion das oben erwähnte Thema. Ich nutzte sie dafür, mehr über die Heilung und das zu lernen, was passiert war. Sie diente mir als hilfreicher Leitfaden für mein Gebet und zeigte mir, wie man für jede Art hypnotischer Furcht wach sein kann, die uns von Gott fortführen möchte.

Nachdem ich diese wichtige Lektion studiert hatte, verstand ich, dass ich während dieses körperlichen Problems in den sozialen Medien Reklame für eine beliebte Fernsehserie über ein Medium gesehen hatte, die meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Das Medium konnte korrekte Einzelheiten über wichtige Erlebnisse, das Aussehen und die Persönlichkeit unlängst verstorbener Menschen wiedergeben. Obwohl ich seit meiner Kindheit die Christliche Wissenschaft praktiziert und nie an Geister, Medien oder Hellseher geglaubt hatte, war ich neugierig über die Möglichkeit, dass jemand solch ein Talent haben und mit Verstorbenen kommunizieren könnte.

Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit unmissverständlich: „In der Christlichen Wissenschaft gibt es niemals einen Rückschritt, niemals eine Rückkehr zu Standpunkten, denen man entwachsen ist. Die sogenannten Toten und die Lebenden können nicht miteinander kommunizieren, denn sie befinden sich in voneinander getrennten Daseins- oder Bewusstseinszuständen“ (S. 74). Als ich in der Woche nach meiner Heilung mit der Bibellektion betete, erkannte ich, dass ich betrogen worden war – erst durch die Behauptung, das Medium könne irgendwie mit einem verstorbenen Menschen kommunizieren, und dann durch die Behauptung, die Krankheit, die ich erlebt hatte, sei wirklich und werde schlimmer statt besser.

Die Erkenntnis, dass beides eine Form von Hypnotismus war, half mir zu verstehen, dass ich nicht die eine Form des Irrtums auch nur ein wenig annehmen und gleichzeitig die andere ablehnen konnte. Es ist nicht möglich, bestimmte Formen von Irrtum anzunehmen, denn eine Form von Irrtum könnte nie realer sein als eine andere. Der Irrtum – alles Gott Unähnliche – ist nichts, und zwar immer.

Das Medium in der Fernsehserie gab vor, ein besonderes Talent zu besitzen, und erklärte, Menschen mit ihren verstorbenen Lieben zu verbinden sei nicht nur etwas Gutes, sondern heilend. Doch wir lernen beim Studium der Christlichen Wissenschaft: „Jesus lehrte, dass es nur einen Gott, einen Geist, gibt, der den Menschen zum Bild und Gleichnis Seiner selbst erschafft – zum Bild des Geistes, nicht der Materie“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 94). Wenn wir an die Möglichkeit eines Mediums glauben, verwandeln wir die sogenannten Geister, mit denen das Medium angeblich kommuniziert, zu zweitrangigen Göttern und machen sogar das Medium selbst zu einem Gott, indem wir abergläubisch annehmen, dass diese Person eine (von Gott getrennte) menschliche Kraft hat, die über menschliche Begrenzungen hinausgeht.

Durch meine Gebete, als ich auf die Heilung hinarbeitete, wusste ich, dass die Behauptungen eines Daseins als Medium nicht wirklich sein konnten. Später erkannte ich, dass die vollständige körperliche Heilung in dem Moment eingetreten war, als ich mich gegen die Möglichkeit wehrte, dass diese Fernsehserie der Wahrheit entspricht. Das passierte in der Zeit, als ich mich ganz allgemein im Gebet vor Hypnotismus schützte – also vor einem angeblichen Einfluss außerhalb von Gott. Als ich für Gott als dem einen Geist, einen Gemüt, eintrat, wurde ich von dem Einfluss des Hypnotismus in Form von Krankheit und einem sogenannten Medium befreit.

Diese Lektion demonstrierte, wie wichtig die Satzungsbestimmung im Kirchenhandbuch ist, die u. a. erklärt: „Die Mitglieder dieser Kirche sollten täglich wachen und beten, um von allem Bösen erlöst zu werden, von irrigem Prophezeien, Richten, Verurteilen, Ratgeben, Beeinflussen oder Beeinflusstwerden“ (Mary Baker Eddy, „Eine Regel für Motive und Handlungen“, S. 40).

Der Glaube an eine Kontaktaufnahme mit dem Jenseits ist offenbar recht weit verbreitet. Vielleicht halten manche Leute, die einen geliebten Menschen verloren haben, dies für eine Möglichkeit, zum Guten zurückzukehren, das ihnen ihrer Meinung nach abhandengekommen ist. Das mag dazu führen, dass sie die Behauptung eines Mediums glauben, Heilung zu bewirken. Doch wenn es stimmt, dass Gott, der eine Geist, durch den Christus, die Wahrheit, heilt, dann kann der entgegengesetzte hypnotische Irrtum vieler Geister beim besten Willen nicht heilen.

Mrs. Eddy richtet sich in ihrem Buch Nein und Ja ausdrücklich gegen den Glauben an Medien: „Wenn ein spiritistisches Medium die Wissenschaft des Gemüts-Heilens verstände, würde es erkennen, dass es keinen Gedankenaustausch geben kann zwischen denen, die den Übergang, der Tod genannt wird, durchschritten haben, und denen, die ihn noch nicht durchschritten haben, und dass alle für die Sinne wahrnehmbaren Erscheinungen nichts weiter sind als subjektive Zustände des sterblichen Gemüts“ (S. 14). Und in Wissenschaft und Gesundheit weist sie uns darauf hin, was in diesen Fällen tatsächlich passiert: „Es ist offensichtlich, dass irgendjemand irgendwo den Verstorbenen, der der Vermittler sein soll, gekannt haben muss, und es ist ebenso leicht, ferne Gedanken zu lesen wie nahe“ (S. 81–82).

Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Lesen des sterblichen Gemüts und dem Lesen des unsterblichen Gemüts. Sterbliches Gemüts-Lesen richtet sich an den Glauben, dass es viele persönliche Gemüter gibt, die man unabhängig vom einen Gemüt, Gott, lesen kann. Christus Jesus exemplifizierte das korrekte Gemüts-Lesen, als er die Kranken heilte und die Toten auferweckte. Mary Baker Eddy schreibt: „Jesus konnte durch sein Gemüts-Lesen niemandem schaden. Die Wirkung seines Gemüts war immer Heilung und Erlösung, und das ist die einzige wahre Wissenschaft, mit der man das sterbliche Gemüt liest“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 94–95).

Gedanken durch das göttliche Gemüt zu lesen bzw. zu erfassen hat nichts damit zu tun, eine materielle Persönlichkeit zu lesen; man stützt sich vielmehr auf Gott, um gezeigt zu bekommen, welcher spezifische Irrtum durch Gebet gehandhabt werden muss. Unser Verständnis von der Christlichen Wissenschaft „befähigt uns, das menschliche Gemüt zu lesen, aber nicht wie ein Hellseher. [Die Christliche Wissenschaft] befähigt uns durch Gemüt zu heilen, aber nicht wie ein Mesmerist“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 87). Diese Art von Gemüts-Lesen – sich direkt an Gott zu wenden – ist die einzige Möglichkeit, Heilung zu erlangen.

Einige mögen sich fragen, ob die Geschichte von Jesu Verklärung, als drei seiner Jünger erlebten, wie er mit Mose und Elia zusammentraf und redete, ein Hinweis darauf ist, dass wir mit denen kommunizieren können, die uns vorausgegangen sind. Das ist nicht der Fall. Christi Jesu erhöhtes Denken nahm die materielle Persönlichkeit dieser Propheten nicht wahr. Doch da er das sah, was Gott sieht, nahm er ihre Einheit im unsterblichen Leben, Gott, wahr. Er demonstrierte, dass Materie nicht das Medium von Gemüt ist, sondern dass Gemüt Geist ist.

Vielleicht ist eine Lehre, die wir aus Jesu Verklärung ziehen können, dass wir ewiglich alle eins in göttlicher Liebe sind. Wir müssen weder warten noch die Hilfe anderer erhalten, um geliebt zu werden. Alle Liebe, die wir brauchen, ist hier, ist auf ewig bei uns, denn Gott ist Liebe. Die Lösung ist, uns niemals der hypnotischen Kontrolle eines anderen hinzugeben, sondern zu der Tatsache zu erwachen, dass wir auf immer alle in Geist, der göttlichen Liebe, leben.

Wenn Furcht oder ein Problem bei uns anklopft, kann die mentale Suggestion aggressiv aussehen. Ein Problem kann uns hypnotisch weismachen wollen, dass es zu groß, zu kompliziert oder zu schwer für uns ist. Wenn Suggestionen nicht überzeugend wären, hätten wir nie Probleme und alles wäre rund um die Uhr rosarot und einfach. Doch wir wissen, dass Probleme auftreten, die im Denken gehandhabt werden müssen. Und die Bibel, Wissenschaft und Gesundheit und die wöchentliche Bibellektion sind Werkzeuge, die uns zeigen, wie wir zu der wahren Harmonie des Seins erwachen können. Diese Werkzeuge sind nicht nur dazu da, im Regal bewundert zu werden; sie müssen benutzt werden, denn sie enthalten geistige Wahrheitsgedanken, die wir umsetzen müssen. Und dieses Studium lehrt uns, dass wir als Gottes Kinder in Wirklichkeit nicht hypnotisiert werden können.

Wir stellen jeden Tag fest, dass wir mit Liebe erfüllt sind, wenn wir mehr über unsere Einheit mit der göttlichen Liebe erfahren. Ein Goldring reagiert nicht auf Magneten, denn reines Gold enthält keine magnetischen Bestandteile. Ebenso enthalten wir als Gottes mit Liebe erfüllte Kinder nichts Ungöttliches, das uns für eine hypnotische Anziehung empfänglich macht. Wissenschaft und Gesundheit versichert uns: „Der Mensch ist kein Pendel, das zwischen Böse und Gut, Freude und Leid, Krankheit und Gesundheit, Leben und Tod hin und her schwingt. ... Das Vollkommene und das Unsterbliche sind das ewige Gleichnis ihres Schöpfers“ (S. 246).

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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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