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Veränderungen, Vertrauen und der Leuchtturm

Aus der Februar 1997-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Letzten Monat zeigte das Titelfoto des Herolds einen Leuchtturm von der kalifornischen Küste. Diese Bauwerke haben den Seefahrern seit Jahrhunderten durch und Nächte und Stürme hindurch sicher den Weg gewiesen und sie vor Schaden bewahrt. Viele dieser Gebäude sind Wahrzeichen geworden und nie verändert worden. Aber gelegentlich sind Veränderungen erforderlich und nützlich. Ein Freund erzählte mir kürzlich von einem Leuchtturm auf einer Insel in seiner Nähe, der Erneuerungen unterzogen wurde. Das Licht war bis dahin durch eine offene Flamme erzeugt worden. Das erforderliche Öl war durch große Dochte aus dem Keller bis nach oben gesaugt worden. Aber der technische Fortschritt machte es möglich, den Leuchtturm mit speziell angefertigten elektrischen Scheinwerfern auszurüsten, die ein viel helleres Licht produzieren. Das Licht kann jetzt bis aus 35 Kilometern Entfernung vom Meer aus gesehen werden. Hier ist eine Veränderung ein Schritt, der sicherstellt, dass der Leuchtturm in Zukunft seine Aufgabe sogar besser als vorher erfüllen wird. Und so ist es mit vielen Änderungen.

Wenn Sie diese Zeitschrift bereits kennen, sind Ihnen sicherlich eine Reihe von Änderungen aufgefallen, besonders seit der letzten Ausgabe. Woran haben sich die Redakteure bei den Änderungen orientiert? Mary Baker Eddy schreibt: "Geistiger Sinn ist das Erkennen des geistig Guten." Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 505.

Die Redakteure haben danach gestrebt, sich von diesem geistigen Sinn leiten zu lassen. Sie haben sich eingehend mit dem Zweck des Herolds beschäftigt, mit Mrs. Eddys Worten, „die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden"Die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, und Verschiedenes, S. 353.. Hinter dieser Aussage steckt unendlich viel Gutes und die Redakteure hatten zum Ziel, dieses Gute klarer und voller zum Ausdruck zu bringen. Das Ergebnis, über das die Januarausgabe ausführlich berichtet, hat im Stil und Layout zu Veränderungen geführt, um die Aufgabe des Herolds noch transparenter herausleuchten zu lassen und noch zugänglicher zu machen. Und diese Entfaltung wird weitergehen.

Jeder Leser hat daran großen Anteil, dass der Herold seine Aufgabe erfüllt. Der Herold ermutigt jeden von uns, das geistig Gute zu entdecken — den geistigen Sinn zu betätigen. Wir sehen damit klarer die geistigen Tatsachen unserer Beziehung zu Gott und entdecken gleichermaßen auch Gelegenheiten, sie der Welt zu verkünden und anzuwenden: mit anderen Worten, die Aufgabe des Herolds zu erfüllen.

Durch diesen geistigen Sinn erkennen wir Gottes Regierung. Das Wunderbare ist, dass wir nicht eine Bestätigung durch die fünf körperlichen Sinne brauchen, um dem zu vertrauen, was uns der geistige Sinn entfaltet. Der geistige Sinn gibt uns die Sicherheit, dass wir nicht der Spielball der Umstände sind, sondern dass Gott uns auf dem vor uns liegenden Weg leitet und uns den Weg des Fortschritts zeigt. Ich muss dabei an ein Erlebnis denken, wo ich mich radikal an diesen Sinn klammern musste.

Vor mehreren Jahren hatte ich das starke Gefühl, meine Frau und ich würden im Laufe jenes Jahres in ein anderes Land ziehen, aber es gab keinerlei erkennbaren Grund für so einen Schritt. Ich wollte dieser Intuition jedoch gehorsam sein und versuchte verschiedentlich Kontakte mit Firmen in meiner Berufssparte in diesem Land herzustellen, doch nichts ergab sich daraus. Wir begannen uns schon zu fragen, ob wir wirklich auf dem richtigen Weg waren, als uns völlig überraschend eine Stelle in diesem Land in Aussicht gestellt wurde, noch dazu in einer völlig anderen Art, als wir erwartet hatten.

Ohne in Einzelheiten zu gehen kann ich sagen, dass diese Zeit der Veränderungen für uns beide von einer großen und heiligen Ruhe getragen war. Alles lief wie im Zeitraffertempo ab und ich hatte das Gefühl, fast als ein Zuschauer zu beobachten, wie eine höhere Macht alles um uns herum koordinierte. Oft ergaben sich Einzelheiten in so harmonischer Weise, dass Freunde und Bekannte wiederholt vor Staunen nur den Kopf schütteln konnten. Alles schien mir ganz harmonisch und natürlich, dass ich ganz konkret empfand, dass hier Gott am Wirken war.

Zweifellos handelte es sich bei unserm Umzug um eine große Veränderung. Unsere Umgebung, Arbeitsverhältnisse, Freunde, Heim — alles änderte sich. Und an unserm neuen Ort fiel uns nicht alles in den Schoß. Aber Gebet und Vertrauen hielt uns ständig auf einer ruhigen Höhe und wir wurden auf unerwartete Weise zu einem Heim geführt, einer Kirche, wo wir uns am richtigen Platz fühlten und wir schlossen neue Freundschaften. Und ich kann sagen, dass unser Leben durch diesen Wechsel auf eine Weise bereichert wurde, die wir uns nie hätten vorstellen können.

Zuweilen mögen Veränderungen, auf die uns die Intuition vorbereitet und auf die wir unsere Entscheidungen gründen, für andere nicht immer logisch verständlich sein. Aber in unserem Fall war uns klar, dass unsere bedingungslose Bereitschaft, den Willen Gottes zu tun, uns bei allen kommenden Veränderungen leiten würde, wie sie auch immer aussehen würden. Wir müssen nicht alle Entscheidungen intellektuell nachvollziehen können. Unabhängig davon, an welchem Punkt in unserm Leben oder in welcher Situation wir uns befinden, können wir immer darauf vertrauen, dass uns Gott, das göttliche Prinzip, und Sein Gesetz regieren. Entscheidungen, die auf Gebet beruhen, auf einem Gehorsam gegenüber dem geistigen Sinn, verdienen immer unsere Unterstützung, auch wenn sie umfassende Veränderungen mit sich bringen. Wenn wir uns vom gottgegebenen geistigen Sinn leiten lassen, werden sich unsere Entscheidungen entweder als richtig erweisen oder wir haben die ganz natürliche Demut, sie zu korrigieren. Wenn wir Entscheidungen mit menschlichem Willen treffen und dann auf Gedeih oder Verderb wollen, ist es schwer, für neue Entwicklungen offen zu sein. Aber ein Lauschen mit dem geistigen Sinn auf Gottes Ideen gibt uns Sicherheit und innere Freiheit in dem Wissen, dass Gott regiert, und wir werden bereit sein, Ihm zu folgen.

Viele Veränderungen bieten uns Gelegenheiten an, die wir nicht ungenutzt vorbeigehen lassen sollten. Denken wir einmal an die Jünger Jesu. Ihr Leben hat durch die Lehren von Christus Jesus eine radikale Veränderung erfahren. Damit haben sich ihnen vorher unbekannte Gelegenheiten aufgetan, das Leben von anderen Menschen zu berühren. Sie begannen wie Jesus zu heilen und den Menschen von ihren neuen Erkenntnissen zu berichten. (Wir können darüber zum Beispiel im Lukas-Evangelium im Kapitel 9:1-6 lesen.)

Wir bekommen alle durch Gebet und das Studium der göttlichen Gesetze neue Erkenntnisse über das göttliche Wesen und damit über unsere wahre geistige Natur. Damit einher geht gesetzmäßig ein Segen in Form von geistiger Erneuerung, Gesundheit, Harmonie, innerer Festigkeit und Freude. Was für eine wunderbare Veränderung kann das jeden Tag in unserem Leben bedeuten! Wir können dem Impuls des geistigen Sinnes gehorsam sein und unsere Freude und Dankbarkeit weitergeben — wie die Jünger.

Wir alle haben liebgewonnene und erprobte „Leuchttürme“, die uns in unserem Leben begleiten, die wir schätzen gelernt haben, wie zum Beispiel unsere Familie, liebe Freunde, unseren Arbeitsplatz oder auch dieser Herold. Wenn wir nun erleben, dass sie sich manchmal auf andere Weise ausdrücken, gibt uns das nicht die Gelegenheit, sie noch mehr zu lieben und mit größerem Vertrauen, tieferem Glauben und reinerer Liebe vorwärtszudringen? Wie der Leuchtturm von meinem Freund mit seinem stärkeren, helleren Licht, werden wir entdecken, dass auch dieser „veränderte“ Herold seine ursprüngliche Funktion noch besser erfüllt, der Welt die „allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden".


Geschäftsführender Redakteur des Christian Science Herold

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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