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Original im Internet

Unsere Kleine? Sie ist vollkommen!

Aus der Februar 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 25. November 2019 im Internet.


Diese Nachricht hatte ich im Leben nicht erwartet. Bei einer Routineuntersuchung erfuhr meine Frau, die unser zweites Kind erwartete, dass unsere Tochter höchstwahrscheinlich einen schweren Geburtsfehler haben würde.

Meine Frau rief mich sofort vom Auto aus ganz verzweifelt an. Ich fühlte mich auf eine Art überwältigt, die ich noch nie erlebt hatte. Ich studiere die Christliche Wissenschaft seit meiner Kindheit, und meine Frau war damals noch recht neu mit dabei. Wir redeten darüber, was über Gottes Kinder wahr ist – dass wir alle die geistige Widerspiegelung eines guten Gottes sind.

Nach dem Telefonat traf mich eine Welle der Angst und Unsicherheit, die einem Tsunami gleichkam. Ich wurde von Emotionen übermannt und brach in einer Ecke der Sporteinrichtung, wo ich arbeite, in Tränen aus.

Meine Angst wurde zu Kummer und sogar ein paar völlig abwegigen Ressentiments gegen Gott, als ich mich fragte, wie Er so etwas bei uns zulassen konnte. Ich wiederholte all die weltlichen Argumente, die Gottes Regierung als den großen Ich binund erhabenen Lenker des Universums diskreditierte, und schimpfte: „Wieso ich, Gott? Meine Frau und ich ehren Dich und streben an, gute Menschen zu sein. Wir haben nicht die Kraft, ein behindertes Kind großzuziehen.“ Jeder Gedanke, der sich bei mir in den Vordergrund drängte, drehte sich um mich und meinen Lebensplan.

Nach einer guten Viertelstunde der Düsterkeit hörte ich eine stille, sanfte Stimme in meinem Bewusstsein – einen winzigen Hoffnungsschimmer und den Hauch eines Glaubens an Gott und Seinen allerbesten Plan. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, beschreibt Engel als „Gottes Gedanken, die zum Menschen kommen; geistige Intuitionen, rein und vollkommen; die Inspiration der Güte, Reinheit und Unsterblichkeit, die allem Bösen, aller Sinnlichkeit und aller Sterblichkeit entgegenwirkt“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 581).

Mein Denken wandte sich auf einmal der Geschichte in der Bibel zu, als die Jünger Jesus nach einem Mann befragten, der von Geburt an blind war (siehe Johannes 9:1–7). Wer hatte gesündigt, der Mann oder seine Eltern? Jesus antwortete: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern an ihm sollten die Taten Gottes sichtbar werden.“ Diese Engelsbotschaft, diese Gedanken von Gott, die zu mir kamen, brachten mir vorübergehend Frieden, doch die Ängste und Zweifel über ein schweres, schmerzvolles und unfaires Leben versuchten immer wieder, Zugang zu erlangen. Ich nahm mir den Rest des Tages frei, um heimzufahren; ich wollte um geistiges Verständnis beten.

Zu Hause beteten meine Frau und ich zusammen, um zu wissen, dass Gott unser Leben regiert. Wir beschlossen, einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft um Hilfe zu bitten, den wir kannten. Ich wollte seine Stimme hören, um meine Furcht und das überwältigende Schuldgefühl zu bezwingen, dass ich vielleicht „etwas falsch gemacht“ hatte, wodurch diese Sache passiert war (obwohl ich im tiefsten Innern wusste, dass das nicht stimmte, weil Gott die einzige Ursache und der einzige Schöpfer ist). Ich weiß noch genau, wie unser Praktiker ruhig und klar und ohne zu zaudern erklärte, dass jedes Kind Gottes Kind ist. Bevor wir das Gespräch beendeten, wiederholte er folgenden Satz mit Nachdruck: „Ihr müsst euch für die Wahrheit stark machen.“

Gott hatte uns die Kraft und Gnade verliehen hat, um dieses Geschenk anzunehmen.

Während der verbleibenden Monate der Schwangerschaft arbeiteten meine Frau und ich eng mit unserem Praktiker zusammen, um uns stark zu machen und zu erkennen, dass Gott die einzige Ursache und der einzige Schöpfer ist. Nach und nach löste sich die Angst. Meine Frau und ich beteten täglich, und ich war von ihrer wachsenden Kraft und Schönheit inspiriert.

Ich weiß noch, dass die Ärzte früh von der Option sprachen, die Schwangerschaft abzubrechen, doch das wiesen wir beide ohne Zögern zurück. Wir waren sicher, dass Gottes ewiger Plan nicht unterbrochen werden konnte. Als Christliche Wissenschaftler hatten wir gelernt, dass Gott nicht Gutes und Böses erschafft, sondern, wie wir im ersten Kapitel der Genesis lesen: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut“ (Vers 31). Gottes Plan umfasst die ganze Menschheit, und wir beteten täglich um die Weisheit und Gewissheit, dass Gott uns die Kraft und Gnade verliehen hat, um dieses Geschenk und den Segen anzunehmen, den Er in unser Leben brachte.

In den Monaten ernsthaften Gebets lernte ich, menschliche, materielle Gedanken von gottgesteuerten Gedanken zu unterscheiden. Sterbliche, materielle Gedanken von Furcht und Zweifel mögen den ganzen Tag auf uns niederregnen, doch Ideen von Gott bringen nur Frieden. Ich bekräftigte die Wahrheit über mein Dasein als das vollkommene Kind des allmächtigen Gottes. Ich sah meine Frau und unser liebevolles und geliebtes Kind im selben Licht. Bei den folgenden Arztbesuchen verzichteten wir auf alle zusätzlichen Tests und Ultraschalluntersuchungen. Es war unnötig, unser Vertrauen auf Gott als die Quelle alles Seins durch menschliche Aussichten beeinträchtigen zu lassen.

Die erste Strophe eines unserer Lieblingslieder im Liederbuch der Christlichen Wissenschaft lautet:

Der ew’ge Geist der Töpfer ist,
   sein Ton Ideen sind,
hier formt ein Künstler wunderbar
   ein Werk, das nie zerrinnt.
(Mary Alice Dayton, Nr. 51, Übersetzung ©CSBD)

Am Abend vor der anberaumten Entbindung war ich ganz von Liebe erfüllt, von Vertrauen auf Gottes Gegenwart und Regierung in unserem Leben, und meine Frau und ich empfanden nur Frieden. Wir wachten früh auf und fuhren ins Krankenhaus, um das wundervolle Geschenk – unser Kind – entgegenzunehmen.

Während der Stunden, in denen die Entbindung vorbereitet wurde, war ich von Frieden durchdrungen. Ich habe im Laufe der Jahre festgestellt, dass solch ein Frieden kommt, wenn ich mich voll und ganz auf Gottes Liebe verlasse und still und ruhig bin in dem Wissen, dass wir von Gottes Güte umgeben sind.

Als das Krankenhauspersonal meine Frau in den Entbindungssaal brachte, war ich zum ersten Mal seit Monaten mit meinen Gedanken allein. Ich wurde von den Ängsten der Welt auf eine Weise überflutet, die ich seit jenem Tag in der Sporteinrichtung nicht mehr erlebt hatte. Mir fiel sehr schnell die Anweisung in Wissenschaft und Gesundheit ein, „Wache an der Tür des Denkens“ zu stehen (S. 392), also keine Gedanken einzulassen, die dem geistig Wahren entgegenstehen, sondern die geistige Wahrheit zu bekräftigen. Das ist der Kern des christlich-wissenschaftlichen Heilens. Meine Furcht verschwand.

Ich bestand mehrfach auf der einzigen Tatsache, dass dieses Kind ein Segen von Gott ist. Wir wussten, dass Gott uns mit Seiner Gnade und ewigen Liebe gefüllt und uns zu den liebevollsten, fürsorglichsten und hilfreichsten Eltern gemacht hatte, die dieses Mädchen sich je wünschen könnte. Sie würde unsere Familie und die Welt durch ihre reine Widerspiegelung von Gottes Schönheit und Güte segnen.

Als ich in den Entbindungssaal geholt wurde, war ich mit nichts als der Wahrheit über unsere Existenz als Kinder Gottes ausgerüstet. Ich sah Gott in dem hilfreichen Wesen der etlichen medizinischen Fachkräfte widergespiegelt, die in dem überfüllten, aber friedvollen Raum bereitstanden. Ich hatte ein Gefühl von Teamwork und der Einheit des göttlichen Gemüts.

Die Entbindung ging schnell vonstatten und ich hielt unsere goldige kleine Tochter zum ersten Mal in den Armen. Meine Frau fragte ruhig und liebevoll: „Wie sieht sie aus?“ Alles, was ich sagen konnte, war: „Sie ist vollkommen!“, während mir Freudentränen über die Wangen liefen. Die Ärzte bestätigten, dass sie völlig gesund war – das war wundervoll zu hören. Doch in dem Augenblick wussten wir, dass wir unser Kind nur als Idee Gottes betrachten würden, komme was wolle. Unsere Tochter segnet die ganze Familie tagtäglich.

Diese Erfahrung hat meiner Frau und mir geholfen, ein klareres Verständnis von der Vollkommenheit aller Kinder Gottes zu erlangen, und das war eine Hilfe bei anderen Herausforderungen. Wir arbeiten und beten weiter, um über ein körperliches Erscheinungsbild hinaus auf das zu sehen, was wirklich Vollständigkeit, Schönheit und Erfolg ausmacht. Wir arbeiten weiter, um zu erkennen, dass jeder Mensch geistig ist, in jeder Weise aus Geist geboren, und von Gott tief geliebt.

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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