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Original im Internet

Heilung benötigt keine Zeit

Aus der August 2017-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Juni 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 22. Juni 2017 im Internet.


Wenn wir froh sind und alles glattgeht, möchten wir vielleicht die Zeit anhalten, doch sie scheint nur so zu verfliegen. Wenn wir zu kämpfen haben und mutlos oder frustriert sind, mag die Zeit im Schneckentempo vergehen und nicht voranbewegen. Viele Menschen erkennen, dass Zeit eine menschliche Erfindung ist, ein Mittel, um unser Leben zu strukturieren und Handlungen und Ereignisse zu verfolgen. Und damit verbunden ist häufig das Gefühl, daran gebunden zu sein.

Als ich anfing, die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft zu besuchen, war ich von den Heilungen in der Bibel sehr beeindruckt, besonders die von Christus Jesus. Fast alle fanden sofort oder sehr schnell statt. „Wie kam das?“, fragte ich mich.

Ich erkannte, dass Jesu reines Verständnis von Gott und seine Beziehung zu Gott als Sein Sohn, zusammen mit einem von Menschenliebe durchdrungenen Leben die Furcht, die Finsternis und den Sog von Sünde, Krankheit und sogar Tod so vollständig überdeckten, dass Gutes, Gesundheit und Heiligkeit sich ganz natürlich ausbreiteten und bemerkbar machten. Mit dieser Erkenntnis kam das Verständnis, dass es nichts mit Zeit zu tun hat, wenn eine Heilung schnell oder langsam kommt. Worum es wirklich geht – worauf man nicht verzichten kann –, ist ein Umdenken von Materialismus zu geistiger Wahrheit. Und obwohl diese mentale und geistige Umwandlung tiefes und geduldiges Gebet erfordern kann, benötigt es niemals Zeit.

Als die Jünger Jesus einst fragten, warum er Gleichnisse verwendete, sagte er: „Das Herz dieses Volkes ist verstockt, und ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile“ (Matthäus 13:15). Bedeutet das nicht, dass der Christus, Wahrheit, in jedem Augenblick präsent ist, um jede mögliche materielle Stumpfheit des Denkens zu durchdringen, die uns davon abhalten möchte, Heilung zu erfahren, und damit die Echtheit, Gewissheit und Vollständigkeit der göttlichen Güte und des göttlichen Lebens hier und jetzt genau da ans Licht zu bringen, wo das Problem zu sein scheint?

Wenn wir beten, kann ein klareres Verständnis von Gottes reinem, all-gutem, liebevollem Wesen und von unserem eigenen Wesen als Seine geistige Widerspiegelung jederzeit zutage treten und Heilung bringen. Der Apostel Paulus verdeutlichte das, als er schrieb: „Ich ... habe dir am Tag des Heils geholfen. Sieh, jetzt ist die angenehme Zeit! Sieh, jetzt ist der Tag des Heils!“ (2. Korinther 6:2).

Wir denken immer. Und obwohl zeitweilig Durchhaltevermögen erforderlich ist, um materielle Gedanken gegen geistigere auszutauschen, dauert es keineswegs länger, einen wahren, geistigen Gedanken zu hegen als einen verkehrten, begrenzenden, materiellen. Wir können immer selbst entscheiden, was wir in unser Denken einlassen. Es stellt sich also die Frage: Wem schenken Sie Aufmerksamkeit – was sehen, akzeptieren und erkennen Sie hier und jetzt als echt, machtvoll und wahr an?

Vor ein paar Jahren hatte ich eine Erfahrung, die mir diese Ideen und die Machtlosigkeit des sterblichen Maßes namens Zeit verdeutlichte. Bei einer Zahnreinigung äußerte die Dentalhygienikerin Besorgnis über das Zahnfleisch an einer Seite. Die Stelle hatte sich seit ein paar Wochen schmerzhaft angefühlt, und die Frau sagte alarmiert, dass ich sobald wie möglich eine Tiefenreinigung benötigte und danach häufiger zur normalen Reinigung kommen müsse.

In dem Augenblick kamen mir mehrere Gedanken. Einer war: „Das ist ein erhebliches Problem, das vermutlich eine Menge geistiges Studium und Gebet erfordert, um geheilt zu werden.“ Doch direkt danach ein zuversichtlicher, sanfter Gedanke: „Jetzt aber los! Du kannst doch sofort darüber beten.“

Also wandte ich mich von der Einschätzung der Hygienikerin ab und Gott zu und lauschte auf Seine liebevolle Botschaft. Das Thema der Bibellektionjener Woche aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft lautete „Materie“. Eine Stelle war mir besonders ins Auge gefallen: „Materie ist ein Irrtum in der Behauptung. Dieser Irrtum in der Prämisse führt bei jeder Behauptung, in die er eingeht, zu Irrtümern in der Schlussfolgerung“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 277). Ich argumentierte, dass Materie keine Sache und weder eine andere Art von Substanz noch das Gegenteil von göttlichem Geist ist, da sie „ein Irrtum in der Behauptung“ ist. Sie ist nichts als ein irriges Konzept.

Und wie wirkt man einem Irrtum oder irrigen Konzept entgegen? Mit der Wahrheit. Und was ist die Wahrheit? Die Tatsache, dass Geist, Gott, alles ist und es keine Materie gibt – kein Gegenteil des Geistes, keine Fälschung und keine unharmonische Substanz. Geist ist alles; er ist gut, rein und perfekt. Also bekräftigte ich sofort, dass ich absolut geistig bin, denn Gott ist Geist; Er ist die einzige Substanz und ich bin Seine Schöpfung. Ich wusste, dass Gott alles ist und dass die Wahrheit Seiner Allheit auf das kleinste Element der Schöpfung ebenso zutrifft wie auf das größte. Eine geistige und gute Sache ist unzerstörbar und spiegelt die Macht Gottes wider. Ist etwas nicht gut, dann ist es unwirklich.

Dann fiel mir ein anderer Satz aus der Lektion ein: „Eine geistige Idee enthält kein einziges Element des Irrtums, und diese Wahrheit entfernt alles Schädliche in der richtigen Weise“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 463). Dieser Satz bestätigte wunderbar das, was ich geistig argumentiert hatte, und machte mir die Tatsache bewusst, dass ich mich darauf verlassen konnte, dass die göttliche Wahrheit und dieses geistige Verständnis ganz natürlich alles entfernen würde, was nicht richtig war, ob es ein Gedanke oder eine Sache war.

Ich schloss auch alle in der Zahnarztpraxis in mein Gebet mit ein, indem ich mir bewusstmachte, dass jeder die Widerspiegelung Gottes ist und weder Krankheit noch Leid unterliegt – wir sind weder deren Opfer noch deren Zeugen. Gott ist das all-sehende, allwissende Gemüt und daher kann Gottes Ebenbild nur das sehen, was Gott sieht und weiß.

Aus der Bibel erhalten wir die Gewissheit: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Und da Gott göttliche Liebe, unveränderlich und vollkommen ist, muss alles, was Er erschafft, genauso unbeirrbar Leben und Gutes zum Ausdruck bringen. Aus diesem Grund ist geistige Vollkommenheit alles, das von Gottes Söhnen und Töchtern bewiesen und gesehen werden kann.

Die Hygienikerin war nun fertig und der Zahnarzt kam herein. Nachdem er die fragliche Stelle untersucht hatte, sagte er, alles sehe gut aus und dass es nicht nötig sei, häufiger zu kommen. Alles war in Ordnung und Zähne und Zahnfleisch waren gesund. Seitdem haben dieselbe Hygienikerin und derselbe Zahnarzt die Zähne mehrfach gereinigt, untersucht und auch geröntgt, und es wurde kein Wort mehr über Probleme mit Zähnen und Zahnfleisch gesagt. Die Schmerzen sind seit dem Tag auch nicht wiedergekommen.

Ich schätze, die Hygienikerin könnte sich geirrt haben, doch die Schmerzen an der Stelle waren wirklich verschwunden, und für mich war es eine klare Lehre dafür, dass wir die Suggestion, eine Heilung brauche Zeit oder ein Problem sei umfangreich und schwer zu heilen, nicht akzeptieren müssen. Schließlich ist alles, was nicht geistig ist, nicht substanziell – und muss daher eine Illusion sein. Und eine Illusion erfordert nicht Zeit, um zerstört zu werden, sondern die Erkenntnis dessen, was wahr ist. Diese Tatsache hat mehrfach bei mir Heilung bewirkt.

Es gibt nichts, das mit dem Gefühl von Frieden und Freude vergleichbar ist, die mit Fortschritt bei diesem Ziel kommen: „... die falsche Einschätzung von Leben und Glück, von Freude und Leid fallen lassen und die Glückseligkeit erlangen, selbstlos zu lieben, geduldig zu arbeiten und alles zu überwinden, was Gott unähnlich ist“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 262). Jeder kann jederzeit darauf hinarbeiten und damit anfangen, Gottes zeitlose Heilmacht hier und jetzt zu erleben.

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Juni 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 22. Juni 2017 im Internet.

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Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

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