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Original im Internet

„Alle Zahlen werden aus der Unendlichkeit geschöpft“

Aus der Oktober 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 29. Juni 2020 im Internet.


In der Christlichen Wissenschaft ist Geist als Eigenname die Bezeichnung für das Höchste Wesen. Sie bedeutet Quantität und Qualität und ist ausschließlich auf Gott anwendbar.

– Mary Baker Eddy
Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 93

Ich habe festgestellt, dass einer der wirksamsten Ausgangspunkte für ein Leben aus der Perspektive der Grenzenlosigkeit – einschließlich einer unbegrenzten Sichtweise von Menge (an Ressourcen, Finanzen, Vermögenswerten usw.) – darin besteht, bewusst alles als Ideen statt als materielle Objekte zu sehen, denn Ideen sind unteilbar. Auf der einfachsten menschlichen Ebene gesehen: wenn ich einen Kuchen in der Mitte durchschneide und einer Freundin eine Hälfte gebe, dann hat jede nur einen halben Kuchen. Doch wenn ich eine Idee mit jemandem teile, vermehrt sie sich – beide haben die Idee, und das weist auf eine unbegrenzte Quantität hin. Das verweist auf die geistige Realität, in der alle Ideen ihren Ursprung im unerschöpflichen göttlichen Gemüt, Gott, dem ewigen Vervielfacher und der unzerstörbaren Substanz von allem, haben und von ihm ausgehen. Ich habe in meiner Jugend gelernt, auf diese große Wahrheit Gottes zu vertrauen, und immer neue Beweise für ihre Anwendbarkeit erlebt, während meine menschlichen Bedürfnisse durchgehend gestillt wurden.

Doch vor vielen Jahren war ich einmal gefordert, mein Verständnis von der unendlichen Substanz und Versorgung auf neue und höhere Weise zu entwickeln. Aufgrund völlig unerwarteter Umstände befand ich mich in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Ein Großteil der Gewinne, die mein Geschäft im Laufe der Jahre erwirtschaftet hatte, war in das Geschäft zurückgeflossen, und ich hatte praktisch keine Ersparnisse. Gleichzeitig mussten die laufenden Ausgaben in Form einer Hypothek und der üblichen Wartung am Haus sowie Geschäfts- und Lebenshaltungskosten weiter beglichen werden.

Einige Monate, bevor dieser Bedarf sich zeigte – und ganz gemäß Jesajas Prophezeiung, „bevor sie rufen, will ich antworten“ (65:24) –, kam mir eine klare Botschaft, als wäre sie laut ausgesprochen, die mir auftrug, mich hinzusetzen und etwas aufzuschreiben. Und ich „hörte“ und schrieb Folgendes: „Alle Zahlen werden aus der Unendlichkeit geschöpft.“

Rückblickend sehe ich sehr klar, was Gott für mich tat – und wie es half. Mit diesen sieben Worten erteilte Liebe mir zwei separate und wertvolle Lektionen: 1. die Schönheit und ungefährliche Natur von Zahlen und 2. ihre unendliche Quelle.

Da ich von Kind auf Kunst lieber hatte als Rechnen, dachte ich bei geschöpft als Erstes daran, Zahlen künstlerisch zu betrachten – wie auf handgeschöpftem Papier. In den ersten Augenblicken dachte ich nur an die Schönheit der Ziffern als eigenständige, unveränderliche Ideen – wie man sie auf Büttenpapier der Unendlichkeit zeichnen würde.

Diese künstlerische Sicht war sofort ein Bollwerk gegen eine Sorge über Zahlen als etwas, das kleine oder große Mengen darstellt. Und so erhielt ich die zweite Lektion der Liebe: Gott, unendlicher Geist, ist der Ursprung aller Zahlen und Mengen. Ich begriff, dass Zahlen, die aus der Unendlichkeit geschöpft werden, Summen aus einer unversiegbaren Quelle, der göttlichen Liebe, bedeuten könnten, statt beispielsweise ein Bankkonto mit feststehendem Betrag, der aufgebraucht werden kann. In diesem Kontext konnte keine Summe jemals furchteinflößend sein.

Ich hatte alles, was ich brauchte, und es zeigte sich die überfließende Fülle von Gottes Liebe.

Rein mathematisch gesehen haben Zahlen selbst keine Grenzen. Egal wie groß eine Zahl ist, man kann immer weitere Ziffern hinzufügen. Wir stellen das nie infrage, denn wir betrachten Zahlen als Ideen statt als materielle Objekte. Wissenschaft und Gesundheit, das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, offenbart, dass das, was die sogenannten materiellen Sinne als materielle Objekte erkennen, in Wahrheit überhaupt nicht materiell ist, sondern greifbare Ideen sind, wenn sie vom geistigen Sinn korrekt wahrgenommen werden. Wir lesen dort: „Die göttliche Wissenschaft, die sich über die physischen Theorien erhebt, schließt die Materie aus, löst Dinge in Gedanken auf und ersetzt die Objekte des materiellen Sinnes durch geistige Ideen“ (S. 123). Und weiter hinten steht zum selben Thema: „Diese Ideen sind für das geistige Bewusstsein vollkommen wirklich und greifbar, und gegenüber den Gegenständen und Gedanken des materiellen Sinnes haben sie den Vorteil, dass sie gut und ewig sind“ (S. 269).

Christus Jesus kannte die wahre Schöpfung nur als Ideen – mental und geistig, aber auch „wirklich und greifbar“, nicht als theoretische Abstrahierungen, die keinen Bezug zu den praktischen Bedürfnissen der Menschheit haben und sie auch nicht versorgen können. Er erfüllte seine heilige Mission, die Welt von der Illusion bzw. dem Glauben zu retten, Intelligenz und Leben seien in der Materie, und bewies dabei immer wieder die Tatsache, dass Ideen und nicht materielle Objekte die konkrete praktische Realität auf Erden wie im Himmel sind.

Nach dem Muster seines eigenen jungfräulichen Ursprungs waren seine Lehren und Heilungen immer „von jungfräulicher Geburt“ – sie bauten vollständig auf einer geistigen Ursache auf, demonstrierten stets die liebevolle und beständige Geborgenheit aller Menschen in der Göttlichkeit, bewiesen immer, dass die Materie nicht wirklich die Substanz, das Leben oder das Gemüt des Menschen ist.

Als er eine kleine Anzahl Brote und Fische in der Wüste vermehrte, um Tausende hungriger Menschen zu speisen (siehe Matthäus 14:15–21 und 15:32–38), ersetzte er eindeutig das, was als „Objekte des materiellen Sinnes“ mit den dazugehörigen Begrenzungen betrachtet wurde, durch die unbegrenzten geistigen Ideen und ihre greifbare Darstellung. Demgegenüber schienen seine Jünger von der großen Zahl (der Menschenmenge) und der kleinen Zahl („nichts als fünf Brote und zwei Fische“) hypnotisiert zu sein. Sie erkannten diesen Proviant nicht als Ideen, die unendliche Versorgung repräsentierten – und ersetzten „die Objekte des materiellen Sinnes“ nicht „durch geistige Ideen“.

Doch Jesu reines Bewusstsein vergaß keinen Augenblick, dass Geist die einzige Substanz und der einzige Schöpfer ist. Er wusste, dass das dynamische Gesetz, der Heilige Geist – die göttliche Wissenschaft – nie unterbrochen werden kann. Er wusste, dass dieses Gesetz vom hinderlichen sterblichen Glauben an Zeit, der das spontane Erscheinen vollständiger Ideen – wie die durch die Brote und Fische dargestellte Nahrung – leugnet und vor Erlangen der Reife immer eine Form von Fortschritt fordert, weder aufgehalten noch berührt wird.

Er wies menschliche, auf physische Ursächlichkeit gestützte Logik zurück, indem er fragte: „Sagt ihr nicht: ‚Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte?‘ Seht, ich sage euch: ‚Macht eure Augen auf und seht auf die Felder! Denn sie sind schon weiß zur Ernte‘“ (Johannes 4:35). Er wusste: „Wenn [Gott] spricht, dann geschieht es“ (Psalm 33:9).

Als ich der Logik von Gottes Botschaft folgte, wurde ich dazu geführt, mich mental radikaler denn je von dem begrenzten menschlichen Konzept von Versorgung abzuwenden. Praktisch gesehen bedeutete dies, dass ich meine Wahrnehmung von „Zahlen“ und „Mengen“ – also von Substanz bzw. Versorgung – ganz und gar auf Unendlichkeit stützte. Als das unvorhergesehene Ereignis mit dem damit einhergehenden finanziellen Problem auftrat, war ich bereit, diese radikale Sicht von Versorgung, die mir Liebe aufgrund ihrer zärtlichen Fürsorge für alle ihre Nachkommen gegeben hatte, ohne Wenn und Aber anzuwenden. Und ich stellte fest, dass diese Idee in meinem Alltag absolut anwendbar war.

Um von der Furcht befreit zu werden, die mit der Sichtweise einer Summe als groß oder klein einhergeht, betrachtete ich Summen im Zusammenhang mit den beiden Lektionen, die ich durch Gottes einfache Aussage gelernt hatte. Als Erstes betrachtete ich Zahlen individuell als Ideen, ohne ihre Höhe zu fürchten. Wenn ich beispielsweise eine Rechnung von 854 Dollar zu bezahlen hatte, konnte ich mich von dieser Zahl schrecklicher Höhe abwenden, die von einer bestehenden Menge abgezogen wurde und diese aufbrauchte. Stattdessen betrachtete ich die Zahl als eine 8, eine 5 und eine 4, die ich aus der Unendlichkeit schöpfen konnte. Dieser schlichte praktische Schritt brachte die mit einer Menge einhergehende Angst zum Schweigen. Das hatte nichts mit einer Formel oder Technik zu tun, sondern lässt sich eher mit Stützrädern am Fahrrad vergleichen, die mir zu erkennen halfen, dass keine Menge die Macht hat, uns Angst zu machen oder zu überwältigen.

Und dann erkannte ich auf der Grundlage der zweiten Interpretation der Botschaft –Summen werden immer aus einer unendlichen Quelle geschöpft –, dass Gott, die Unendlichkeit, die einzige „Summe“ ist. Mrs. Eddy spricht in Wissenschaft und Gesundheit vom unendlichen Gemüt als der „Summe aller Substanz“ (S. 259). In ihrem Buch Vermischte Schriften 1883–1896 erklärt sie, dass Gott „das Ganze des Universums“ ist (S. 106). Somit wandte ich mich immer, wenn ich eine Rechnung bezahlte, vom rein relativen menschlichen Konzept großer und kleiner Summen ab und erkannte bewusst, dass ich den Betrag aus der Unendlichkeit schöpfte, weil jeder von uns hier und jetzt der individuelle Ausdruck der unendlichen Substanz ist. Meine Furcht vor Zahlen und Mengen verschwand stetig.

Im Laufe der Zeit merkte ich, dass künstliche Begrenzungen in den verschiedenen Bereichen meines Bewusstseins und meiner Erfahrung sich auflösten. Das Gefühl, meine Versorgung werde aufgebraucht, wenn ich Rechnungen bezahlte, verschwand. Ich hatte nicht nur alles, was ich brauchte, sondern es zeigte sich zunehmend die überfließende Fülle von Gottes Liebe. Das geistige Verständnis von Quantität, das ich erlangte, hatte praktische Auswirkungen auf mein Leben – oft auf beeindruckende und erstaunlich originelle Weise.

Irgendwann fing ich an, anderen von diesem einfachen und doch tiefen Konzept zu erzählen. Ein Mann hatte Kreditkartenschulden von 50.000 Dollar und konnte sie nicht begleichen. Um das Gefühl von Angst und Begrenzung zu lösen, das ihn in den Klauen zu haben schien, wies ich ihn darauf hin, dass er eigentlich nur eine fünf und vier Nullen brauchte. Die Angst, die durch ein hypnotisches Starren auf die Summe als Ganzes entstanden war, machte Gelächter Platz. Dies öffnete die Tür seines Denkens, sodass er nun über die Furcht hinaussehen und akzeptieren konnte, dass Gott, Geist, auch einen scheinbar sehr großen Bedarf decken kann.

Die neue Idee, dass Zahlen und Summen aus Unendlichkeit geschöpft werden und keine Macht haben, uns Angst einzujagen, ließ ihn neue Möglichkeiten erkennen. Etwa eine Woche später erzählte er mir ganz aufgeregt, dass er ein Computersystem im Wert von fünf Millionen Dollar an ein Unternehmen mit mehreren Geschäftszweigen verkauft hatte. Er sagte: „Meine Provision ist ein Prozent: eine Fünf und vier Nullen!“ (genau 50.000 Dollar).

Das Wichtige und Berührende an dieser Erfahrung war, dass der Mann diese neue Idee mit Bescheidenheit angegangen war, und seine Motive waren rein: Er war auf der Suche nach einem tieferen Verständnis von Gott und seiner Beziehung zu Ihm; es ging nicht nur darum, eine Rechnung bezahlen zu können.

Jesus zeigte uns nicht, wie man menschliche Bedürfnisse menschlich stillt, sondern wie die Göttlichkeit dies tut.

Diese wundervolle Wahrheit, dass wir hier und jetzt untrennbar vom unendlichen Korrekten sind und alles, was wir je brauchen könnten, aus der Unendlichkeit schöpfen, ist keine Gedankenakrobatik, keine menschliche „Visionierung“, keine Numerologie, keine Selbsthypnose, keine intellektuelle Denkübung, kein menschlicher Wille, keine Erlaubnis von Extravaganz und auch keine sonstige Phase des sogenannten menschlichen Gemüts.

Natürlich ist die Idee, Summen aus der Unendlichkeit zu schöpfen, für viele, die mit ernsten finanziellen Problemen konfrontiert sind – aufgrund der Zerstörung ihres Hauses und Grundstücks durch Brand oder Wetterkatastrophe, aufgrund von College- und anderen hohen Schulden, aufgrund des Verlusts eines Arbeitsplatzes, Geschäfts oder finanzieller Vermögenswerte –, erst vielleicht nicht sehr tröstlich oder realistisch. Sie mag ihnen sogar skurril vorkommen. Doch sie erscheint nur den vermeintlichen materiellen Sinnen der sterblichen Mentalität so, die nichts als Materie, Zeit und Prozesse für wirklich und substanziell hält. Der geistige Sinn – unsere gottgegebene Fähigkeit, geistige Realität zu erkennen –, kann den schattenhaften Schleier des Materialismus durchschauen und die Realität unbegrenzter Substanz erkennen, die jederzeit zur Hand ist, wie unser großer Meister Christus Jesus bewies. Geist ist wahrhaftig die unendliche Quelle und Substanz alles Guten – und zwar hier auf unserer Daseinsebene.

Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass Unendlichkeit ewiglich unser „Fazit“, die Summe unserer Substanz hier und jetzt, ist – und wo kann man besser beginnen als hier, um mit der aggressiven Suggestion finanzieller Verluste fertigzuwerden? Aus meiner Sicht lautet einer der tröstlichsten Sätze im Lehrbuch von Mrs. Eddy: „Es ist unmöglich, dass der Mensch irgendetwas verlieren könnte, was wirklich ist, wenn Gott alles ist und ewig sein Gott bleibt“ (S. 302). Alles, was Gott gehört, gehört – individuell und kollektiv – dem Menschen, Seinem Ebenbild. Und deshalb haben wir das göttliche Recht, den Frieden, das Durchhaltevermögen, die Freude, die Fülle, Gesundheit, Harmonie, Weisheit, Liebe, Intelligenz, Kraft, Schönheit, Güte, Stabilität und Geduld in Anspruch zu nehmen, die wir bereits besitzen – denn sie gehören ewiglich Gott.

Je mehr wir das anerkennen und umsetzen, was wir von der unbegrenzbaren Liebe verstehen, die ihre geliebte Schöpfung bereits mit allem Guten versorgt hat, desto realistischer und natürlicher wird es für das menschliche Bewusstsein, nur die göttliche Liebe den menschlichen Bedarf decken zu lassen. Genau jetzt können wir Quantität im Gehorsam gegen Jesu Vorbild in gewissem Maße als rein geistig und somit unendlich erkennen und beweisen.

Doch wir müssen bereit sein, die auf menschlichen Lehren beruhenden Überzeugungen und einstudierten Muster des einengenden menschlichen Gemüts mit seinen Formeln und völlig relativen Vorstellungen von Viel und Wenig abzulegen. Schließlich erscheint einem Milliardär eine Million vielleicht als wenig! Wir müssen bereit sein, die göttliche Idee von Menge gelten zu lassen und unser Denken vom Christus, von der Widerspiegelung grenzenloser Liebe in unserem Bewusstsein, erhellen und umwandeln zu lassen. Wenn ein Mensch auf rein finanzielle Gewinne, Zunahmen und Übernahmen, materiellen Komfort und eine „fixe Lösung“ aus ist, dann ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Man kann die unendliche Fülle, die beständig vom Herzen der Liebe zu uns fließt, um jeden Bedarf der Menschheit zu decken, nicht aus oberflächlichen oder egoistischen Motiven entgegennehmen, denn solche Motive haben keinen mentalen Bezug zur göttlichen Liebe. Sie führen dazu, dass wir uns von Liebe getrennt fühlen, und der Glaube, von unendlicher Liebe getrennt zu sein, ist die Lüge, von der alle Begrenzungen abgeleitet werden.

Ja, unser großer Bedarf ist die Vergeistigung des Denkens, die unsere Einheit mit Geist demonstriert, den Glauben an die Materie als Substanz zerstört und uns zu unserer Fähigkeit erweckt, das unendliche Sein zu erkennen. Mrs. Eddy schreibt: „Ich hatte verstehen gelernt, dass das Denken vergeistigt werden muss, um Geist erfassen zu können. Es muss ehrlich, selbstlos und rein werden, um auch nur im Geringsten ein Verständnis von Gott in der göttlichen Wissenschaft zu erlangen“ (Rückblick und Einblick, S. 28).

Paulus schreibt: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt ist. ... Der natürliche [weltliche, sterbliche] Mensch aber begreift nicht, was vom Geist Gottes ist; denn es ist für ihn eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss“ (1. Korinther 2:12, 14). Das ist solch eine klare Bestätigung, dass nur der geistige Sinn die Dinge von Gott kennen und empfangen kann! Das bescheidene, gehorsame menschliche Bewusstsein, das sich nach Christlichkeit sehnt und bereit ist, die Weltlichkeit aufzugeben und ganz mit Christlichkeit erfüllt zu werden, ist das Bewusstsein, das fähig ist, die unparteiische Fülle des Guten der Liebe für ihre Kinder anzunehmen.

Solch ein Bewusstsein mag das der Witwe im zweiten Buch Könige (Kapitel 4) gewesen sein, die kurz davor war, ihre beiden Söhne in die Leibeigenschaft zu verlieren, weil sie Schulden nicht bezahlen konnte und außer einem Krug Öl nichts besaß. Der Prophet Elisa trug ihr auf: „Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße, und nicht wenige davon“, und dann sollte sie aus dem einen Krug Öl „in alle Gefäße“ gießen (Vers 3 und 4). Der Prophet erkannte unzweifelhaft das Öl nicht als Materie, sondern als eine Idee, die vervielfältigt statt geteilt wird – eine Idee, die man aus der „Unendlichkeit schöpfen“ konnte, um den Bedarf der Frau zu decken. Demütig, vertrauensvoll, bedingungslos, gehorsam tat die Frau, was Elisa ihr auftrug, und als alle geliehenen Gefäße gefüllt waren, sagte Elisa ihr, sie solle das Öl verkaufen und ihre Schulden bezahlen – „du aber und deine Söhne ernährt euch von dem Rest“ (Vers 7).

Eine der vielen Botschaften, die man von diesem heiligen Beweis mitnehmen kann, dass Geist, unendliche Quantität, mit der menschlichen Erfahrung koexistiert, ist wiederum, dass wir das selbstlose Bewusstsein brauchen, das fähig ist, anzunehmen, was die unendliche Liebe bereitstellt. Die Gegenseite dieser Rechnung ist genau das, was Paulus uns sagt: dass dem materiellen Denken die Dinge von Gott als Torheit erscheinen. Man könnte sagen, dass das, was die göttliche Liebe auf ihre geliebten Kinder herabgießt, vom harten Gestein des selbstgerechten, lüsternen, eigenwilligen, sinnlichen, ungehorsamen, gierigen, egoistischen Denkens abprallt und uns somit des Reichtums der Liebe beraubt. Mrs. Eddy schreibt: „Falschheit, Neid, Heuchelei, Bosheit, Hass, Rache und dergleichen stehlen die Schätze der Wahrheit“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 241).

Vielleicht sollten wir uns fragen: Haben wir die bahnbrechende Wahrheit, dass unser Ursprung in Gott ist und wir noch nie ein endliches Bewusstsein oder eine begrenzte materielle Existenz hatten, wirklich in unser Bewusstsein eingelassen? Dass wir die Unendlichkeit widerspiegeln? Wenn wir uns für endliche Sterbliche halten, die sexuell empfangen wurden und in der Materie leben, statt als Gottes geliebte Ideen – Seine geistigen Söhne und Töchter, die geistig empfangen wurden –, dann wird es schwer sein, die unbegrenzte Natur von Versorgung zu begreifen. Statt das Unendliche als den Ursprung von Versorgung zu erkennen, betrachten wir wohl eher ein Bankkonto, Erbe, Gehalt oder vielleicht ein Aktienportfolio als ihre Quelle. Das heißt natürlich nicht, dass wir diese Dinge nicht haben sollten, doch die reibungslose Versorgung unseres menschlichen Bedarfs ist das praktische Ergebnis des korrekten Denkens über Versorgung, indem wir bei Geist, der einzig wahren Ursache auf Erden wie im Himmel, beginnen.

Schließlich sandte Gott Jesus nicht zu uns, um uns zu zeigen, wie man die menschlichen Bedürfnisse menschlich stillt, sondern wie die Göttlichkeit dies tut.

Nur Gemüt reproduziert und vermehrt Ideen. Wachstum, Fortpflanzung und Vermehrung – hier auf der menschlichen Ebene – sind göttliche Anweisungen, die von der göttlichen Macht ausgeführt werden; wie uns die Bibel immer wieder lehrt, haben sie keinen Bezug zu materiellen Gesetzen oder Umständen. Menschliche Gesetze, die die Wirtschaft regieren, sind von Land zu Land und von einer Regierung zur nächsten verschieden und behaupten, dass sie unser Einkommen erhöhen oder verringern können. Doch diese wandelbaren sogenannten Gesetze haben keine Macht über die unwandelbare, immer gegenwärtige göttliche Ökonomie und ihre Beziehung zu – oder Koinzidenz mit – der Menschheit.

In der ununterbrochenen Geborgenheit der Menschen bei Gott, wo die himmlischen Gesetze des Guten die einzig wahren Gesetze auf Erden sind, könnten alle nützlichen Elemente (wie Wasser oder Mineralien) entdeckt werden oder einfach ohne Verfahren auftreten (in unermesslichen Mengen und überragender Qualität), an Orten, wo man sie bisher nie erwartet hätte. Und sie würden zutage gefördert, ohne dass die Umwelt dabei zu Schaden kommt. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Die Schöpfung erscheint immer, und aufgrund der Natur ihrer unerschöpflichen Quelle muss sie immer weiter erscheinen“ (S. 507).

Die ungewöhnliche Inspiration, die mir vor so langer Zeit kam, dass „alle Zahlen aus der Unendlichkeit geschöpft“ werden, war ein Beweis der göttlichen Liebe, sich mir in einer für mich verständlichen Sprache mitzuteilen. In ähnlicher Weise gibt es unzählige einzigartige Wege, auf denen Geist sich selbst als die unerschöpfliche Quelle und Substanz aller Quantität (und Qualität) offenbart – in der göttlichen und menschlichen Koinzidenz immer so gestaltet, dass jeder menschliche Bedarf präzise gedeckt wird.

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Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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