Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer
Original im Internet

Sind Sie bereit, Hilfe anzunehmen?

Aus der April 2019-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel vom 19. Februar 2019.


Meine Frau und ich stiegen eines Abends die Treppe zu einem Musiksaal hinauf, als im Gedränge eine Frau neben mir stolperte und in meine Richtung stürzte. Ich hielt instinktiv meine Hand unter ihren Ellbogen, um zu verhindern, dass sie auf die Betonstufen fiel, doch sie zog sofort den Arm zurück und sagte nichts über meine Hilfsbereitschaft. Ich war froh, dass sie sich am Geländer festhalten und die restliche Treppe nach oben steigen konnte.

Dann kam mir der Gedanke, dass manche Leute nur widerwillig Hilfe annehmen, weil sie alles selbst machen wollen oder befürchten, schwach und abhängig zu erscheinen, wenn sie sich helfen lassen.

Als interessierter Leser der Bibel beschäftigt mich immer wieder die Frage: „Wer oder was ist unsere wahre Hilfe, und was würde uns daran hindern, diese Hilfe anzunehmen oder zu nutzen?“

Folgende Versicherung im Buch der Sprüche ist in die Herzen aller geschrieben, die bei Gott Hilfe suchen: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern denke an ihn in allen deinen Wegen, dann wird er dich recht führen“ (3:5, 6).

Viele Berichte im Alten und Neuen Testament illustrieren, wie natürlich es ist, die Hilfe des Allmächtigen zu suchen und dankbar anzunehmen, denn Gottes liebevolle Fürsorge unterstützt und trägt uns immer. Im Matthäusevangelium lesen wir beispielsweise von einer Frau, die sich an Christus Jesus wandte, weil ihre Tochter „von einem Dämon schlimm geplagt“ wurde (siehe 15:22–28). Sie hatten einen kurzen Austausch, bei dem ihr tiefes Verlangen deutlich wurde, Heilung für ihre Tochter zu erwirken, und sie bat: „Herr, hilf mir!“ Nach ein paar weiteren Worten lesen wir: „Da antwortete ihr Jesus: ‚O Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.‘ Und ihre Tochter wurde in jener Stunde geheilt.“

Die demütige Bitte der Frau um Hilfe von Jesus, der seinerseits jede Heilung dem Vater zuschrieb, war kein Zeichen der Schwäche, sondern demonstrierte ihre Bereitschaft, die göttliche Hilfe anzunehmen, die jedem bereitsteht.

In dem Maße, wie unser Verständnis von Gottes wahrer Natur als reine Liebe wächst – als liebevoller Vater-Mutter-Gott, der für jeden von uns sorgt, weil wir Seine Kinder sind –, öffnet sich unser Denken für ein vollständiges und erwartungsvolles Vertrauen auf das Gute der göttlichen Liebe. Wir streben zunehmend Gottes Fürsorge an und stützen uns darauf. Und dieses klarere Verständnis von der Größe, dem Umfang und der Fülle der göttlichen Liebe bietet eine solide Grundlage für Heilung – für einen Sieg über Sünde, Krankheit und sogar Tod, wie Christus Jesus demonstrierte.

Am Ende seiner Laufbahn, als er mit der größten Prüfung seines Glaubens, nämlich der Kreuzigung, konfrontiert wurde, wandte sich Jesus wie immer von ganzem Herzen um Hilfe an Gott, bat aber auch drei seiner Jünger – Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus – zu beten, während er im Garten Gethsemane mit Gott sprach. Er zögerte nicht, seine besten Schüler um Hilfe zu bitten, damit sie mit ihm wachten. Obwohl sie die Bitte ihres Lehrers in diesem Fall leider nicht erfüllten, sondern einschliefen, ist seine Auferstehung der Beweis für alle seine Nachfolger, dass die göttliche Liebe uns nie im Stich lässt.

Der Meister zeigte uns, was es wahrhaftig bedeutet, ein Christ zu sein, indem er selbstlos und mitfühlend allen half, die ihn um Heilung baten. Und er wies seine Nachfolger an, anderen so zu helfen, wie sie es selbst wollen würden. Er predigte: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22:39). Diejenigen, die heute Christi Jesu Lehren befolgen und die Christliche Wissenschaft praktizieren, lernen, dass eine gegenseitige Fürsorge – die Unterstützung des geistigen Wachstums im Verständnis von Gott als Liebe und von den Mitmenschen als deren Widerspiegelung – ein Segen für den Empfänger und den Geber gleichermaßen ist.

Mary Baker Eddy, die die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler auf Christi Jesu Lehren gründete, schrieb: „Wenn wir willens sind, zu helfen und uns helfen zu lassen, dann ist die göttliche Hilfe nahe“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 166).

Im Kirchenhandbuch sieht sie Praktikerinnen und Praktiker sowie Pflegerinnen und Pfleger der Christlichen Wissenschaft vor, die konkret Hilfe leisten, wenn Menschen sich vollständig auf Gottes Hilfe verlassen wollen. Praktikerinnen und Praktiker stehen bereit, um das Denken desjenigen, der sie um Heilung bittet, durch Gebet auf diese „göttliche Hilfe“ zu lenken, und bieten Behandlung in der Christlichen Wissenschaft, die das Denken des Patienten mit der heilenden geistigen Wahrheit direkt berührt. Pflegerinnen und Pfleger in der Christlichen Wissenschaft bieten körperliche Versorgung und allgemeine und intuitive liebevolle geistige Unterstützung für Patienten, die sich vertrauensvoll bei der Heilung auf die Christliche Wissenschaft verlassen. Beide Berufsgruppen stehen allen bereit, die sie um Hilfe bitten.

Selbst ein geringes Verständnis von Gottes Güte und Macht stärkt unser Vertrauen auf Gott.

Und doch glauben Menschen manchmal, dass sie die Christliche Wissenschaft völlig allein demonstrieren müssen. In dem Kapitel „Die Praxis der Christlichen Wissenschaft“ im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft geht Mrs. Eddy auf die Zurückhaltung einiger Menschen ein, um Hilfe zu bitten, wenn sie durch ihre eigenen Gebete nicht zügig geheilt werden. Dort schreibt sie: „Wenn Schüler sich nicht selbst schnell heilen, sollten sie beizeiten einen erfahrenen Christlichen Wissenschaftler bitten ihnen zu helfen. Wenn sie nicht bereit sind, das für sich zu tun, brauchen sie nur zu wissen, dass Irrtum diesen unnatürlichen Widerstand nicht bewirken kann“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 420). Aus den verschiedenen Biografien über Mary Baker Eddy geht hervor, dass sie die Mitglieder ihres Haushalts um Gebete bat, wenn sie ein körperliches Problem hatte, das sich durch ihre eigene Arbeit nicht rasch auflöste, oder wenn sie Projekte für die Kirche konzipierte, die der Menschheit ihre Entdeckung der Christlichen Wissenschaft näherbrachten.

Mrs. Eddy erklärt in Wissenschaft und Gesundheit, wie man sich gegen den unnatürlichen Widerstand wehrt, die notwendige geistige Unterstützung einzuholen. Man tut es durch das Wissen, dass der „Irrtum“ – das, was sie als die „fleischliche materielle Mentalität, fälschlicherweise Gemüt genannt“ bezeichnet (S. 292) –, der protestiert, wenn man sich auf Gott verlassen will, nicht unser Gemüt ist, denn der Mensch ist in Wahrheit geistig, nicht materiell. Der Mensch spiegelt das eine göttliche Gemüt wider, und das hat keine unnatürlichen Gedanken oder Neigungen. Sie erklärt: „Gott ist Gemüt: Alles, was Gemüt, Gott, ist oder was Er gemacht hat, ist gut, und Er hat alles gemacht“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 311).

Selbst ein geringes Verständnis von Gottes Güte und Macht stärkt unser Vertrauen auf Gott – die erhabene, gütige und unendlich liebende göttliche Macht – als unsere geeignete Hilfe. Sich wirklich demütig an die göttliche Liebe zu wenden und bereit zu sein, Hilfe anzunehmen und zu leisten, ist ein wichtiger Schritt dabei, die göttliche Hilfe zu spüren und zu erleben, und das bringt uns Trost und Heilung. Damit verherrlichen wir Gott, indem wir Seine erhabene Macht und allgegenwärtige Liebe unter Beweis stellen.

ERLANGEN SIE ZUGRIFF AUF WEITERE WUNDERBARE ARTIKEL WIE DIESEN!

Willkommen zu Herold-Online, dem Zuhause des Herold der Christlichen Wissenschaft. Wir hoffen, dass der an Sie weiterempfohlene Artikel Ihnen gefallen hat.

 Sie erlangen vollständigen Zugriff auf alle Herolde, wenn Sie mithilfe Ihres Abonnements auf die Druckausgabe des Herold ein Konto aktivieren oder wenn Sie ein Abonnement auf JSH-Online abschließen.

More in this issue / April 2019

  

Die Mission des Herold

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.