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Original im Internet

Kann Gebet uns beschützen?

Aus der Oktober 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 30. Juli 2020 im Internet.


Die gegenwärtige Pandemie ist nicht völlig ohne positive „Nebenerscheinungen“. Eine ist die, dass Menschen den Segen von Gebet wiederentdecken, wie in einem Artikel mit der Überschrift „The Science of Prayer“ [Die Wissenschaft von Gebet] von Elizabeth Bernstein im Wall Street Journal (17. Mai 2020) zu lesen ist.

Der Artikel behandelt empirische Beweise für positive Auswirkungen von Gebet, ein ermutigendes Thema. Insbesondere eine junge New Yorkerin hat mich von dem wiedererlangten Status von Gebet überzeugt. Sie erklärte, dass sie sich durch Gebet beschützt fühlt, wenn sie durch die vom Coronavirus „verwüstete“ Stadt läuft, und sagte: „Wenn ich ein kurzes Gebet bete, besonders wenn ich es spreche, fühle ich, wie sich Spannung und Misstrauen in mir lösen und ich mehr Vertrauen und Hoffnung habe.“

Als Londoner, der ebenfalls regelmäßig in einer großen Stadt unterwegs ist, die die Auswirkungen der Pandemie zu spüren bekommen hat, kann ich mich mit der Umwandlung identifizieren, die mit Gebet einhergeht. In der Zeit der Ausgangssperre habe ich die erlaubte Bewegungszeit regelmäßig mit „Gebetsspaziergängen“ verbracht, bei denen ich auf ähnliche Weise mental von Spannung zu Vertrauen erhoben wurde und ich mich dann von meinen Bedürfnissen denen meiner Umgebung zugewandt habe. Während meiner weiteren Gebete wird mein Denken unweigerlich immer höher gehoben – von dem, was wir brauchen, zu dem, was ich dank der Christlichen Wissenschaft weiß, dass wir es längst haben: Gottes allgegenwärtige, allmächtige Liebe, die jeden umgibt und beschützt.

Diese Anerkennung von Gottes allumfassender Liebe bietet nicht nur hochwertigere Hoffnung in Zeiten der Not, sondern fühlbare Hilfe. Worte, die wir beim Beten denken oder sagen, können uns an sich nicht beschützen, doch sie heben unsere Gedanken höher, damit wir Gottes Allgegenwart und Allmacht wahrnehmen, und das kann unseren Tag verändern. Es bringt eine harmonische, geistige Wirklichkeit dort ans Licht, wo unharmonische, materielle Umstände zu sein scheinen. Zehntausende Zeugnisse über die Christliche Wissenschaft, die in den vergangenen 137 Jahren veröffentlicht wurden, haben den Wert dieses Gebets in Berichten körperlicher Heilungen, der vollständigen Genesung von psychischen Erkrankungen und dem Schutz vor Gefahren bezeugt.

In der biblischen Ausdrucksweise wird diese harmonische, geistige Wirklichkeit als der „Schirm des Höchsten“ beschrieben (Psalm 91:1), und die Bibel gibt die Sicherheit von Menschen wieder, deren Gedanken unter diesem „Schirm des Höchsten“ weilten, als sie in Extremsituationen – Krieg, Schiffbruch, Naturkatastrophen, Plagen – waren.

In den Schriften von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, wird dieser „Schirm des Höchsten“ nicht als Ort, sondern als „der geistige Stand des Menschen als Gottes Ebenbild und Gleichnis“ erklärt (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 244). Dieser Gott widerspiegelnde Zustand wird von den materiellen Sinnen nicht wahrgenommen und ist sicher vor der Verwüstung einer materiellen Existenz, denn sie steht unerreichbar über der Materie. Gebet befähigt uns, diesen geistigen Zustand als unser wahres und einziges Sein zu erkennen, in dem Gottes unterstützende Liebe uns alle umfängt und erhält. Dieser geistige Zustand zeigte sich ganz besonders in Christus Jesus während seiner Kreuzigung. Selbst angesichts der gröbsten Ungerechtigkeit und der grausamsten Bestrafung war es Jesus möglich, sein Bewusstsein von Gottes allgegenwärtiger schützender Macht aufrechtzuerhalten, während er augenscheinlich größter Gefahr ausgesetzt war.

Er erlebte eindeutig eine viel intensivere und direktere Bedrohung, bei der so viel mehr auf dem Spiel stand, als wir es jetzt erleben, wenn wir durch unsere Stadt, Ortschaft oder Umgebung laufen. Doch in dem Maße, wie wir uns bedroht fühlen, können wir uns in dieselbe Richtung wenden wie Jesus mit dem Ziel, das zu verstehen, was er verstand und durch seine Auferstehung bewies – dass unser wahres Sein unsere gottgegebene geistige Identität ist, und die ist nie einer Gefahr ausgesetzt. Durch seine Auferstehung und alle seine Heilungen bewies Jesus, dass wir Gottes Schutz durch Christus, die heilende Botschaft der göttlichen Liebe an unser menschliches Bewusstsein, fühlen und erleben können, die uns über das hinaushebt, was wir materiell sehen und hören. Immer wenn ich Christi Botschaft wahrgenommen und akzeptiert habe, dass Gottes allumfassende Liebe alle Menschen mit unerschütterlicher Sicherheit, Gesundheit und Versorgung umgibt, habe ich Seelenfrieden und greifbaren Schutz erlebt, ob angesichts Aggression, Mangel oder Krankheit.

Bei unablässigen materiellen Beweisen des Gegenteils ist mehr als ein passives Akzeptieren der Wahrheit Christi vonnöten, um von der Wahrheit über Gottes beständigen Schutz überzeugt zu werden. Es erfordert eine aktive Verbindung mit der geistigen Idee, die Jesus kannte und bewies. Christus kommt in unser Bewusstsein, wenn wir frische Erkenntnisse in den Lehrbüchern der Christlichen Wissenschaft – der Bibel sowie Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy – suchen und finden, uns die Zeit für eine stille Kommunion mit Wahrheit, Gott, nehmen und beharrlich über Ideen nachdenken, bis wir uns ihres Wahrheitsgehalts bewusst sind.

Es ist ebenfalls unerlässlich, angesichts von Suggestionen, die sich dem Verständnis einer geistigen Idee widersetzen, an dem festzuhalten, was wir als wahr erkannt haben. Solche der Wahrheit entgegenstehenden Suggestionen können die verschiedensten Formen annehmen. Mir wurde beispielsweise unlängst bewusst, dass ich mich nicht dazu verleiten lassen darf, bei Auseinandersetzungen in den kommerziellen oder sozialen Medien für eine Seite Partei zu ergreifen, ob es um das Maskentragen, die Aufforderung einer räumlichen Distanzierung, einer Fortsetzung der Ausgangssperre oder ähnliche Fragen geht. Derlei Emotionen haben nichts mit einem Bewusstsein zu tun, das heilt. Sie weichen von der geistigen Sicht der göttlichen Wirklichkeit eines jeden Menschen ab, die uns befähigt, unseren Mitmenschen zu helfen, ihre von Gott unterstützte Sicherheit zu erkennen.

Als Christlicher Wissenschaftler respektiere und befolge ich alle Maßnahmen zur Eindämmung von Ansteckung und Linderung der Ängste der Bevölkerung. Doch ich betrachte einen höheren Gehorsam als meinen wertvollsten Beitrag – Gehorsam gegenüber dem großen Gebot, das Jesus uns gab, nämlich den göttlichen Geist, Gott, von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt zu lieben, und dem zweiten Gebot, das Jesus als gleichwertig bezeichnete, nämlich, alle unsere Mitmenschen zu lieben, wie uns selbst. Wenn wir auf diese Weise an unserem Gebet festhalten, verschließen wir der irrigen Sicht von uns und anderen als wütende, starrköpfige Sterbliche die Tür. Wir erlangen das heilende Bewusstsein des Höchsten – das wir durch die ehrliche Erkenntnis von der geistigen Natur jedes Menschen erlangen.

Das ist die Art von Gebet, die heute vonnöten ist. Wie die junge New Yorkerin feststellt, hat Gebet umfassende Macht, uns angesichts von Chaos und Krisen zu beruhigen. Und das größte Potenzial von Gebet, das von der göttlichen Wissenschaft des Christus ausgeht, ist, uns noch höher zu heben, sodass wir die Sicherheit aller Menschen erkennen und beweisen, die „unter dem Schirm des Höchsten“ herrscht.

Tony Lobl
Stellvertretender Chefredakteur

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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