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Original im Internet

Abhängigkeit überwunden

Aus der August 2017-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Januar 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 8. Juni 2017 im Internet.


Ich wuchs in einem liebevollen Heim mit Vater, Mutter und einer älteren Schwester auf, die alle Christliche Wissenschaftler waren. Es war normal, Gesundheit zu erwarten, und ich erinnere mich an eine beeindruckende Heilung als Teenager von starken Verbrennungen im Gesicht, die aufgetreten waren, nachdem ich unter einer Sonnenlampe eingeschlafen war. Als ich ins College kam, fing meine Mutter an, als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft im Christian Science Journal zu inserieren. Ich ging gern zur Sonntagsschule und schloss sie ab, als ich 20 Jahre alt wurde, und in den ersten beiden Jahren am College war ich Mitglied der dortigen Hochschulvereinigung der Christlichen Wissenschaft.

In der Zeit fing ich jedoch an, in Gesellschaft zu rauchen und Alkohol zu trinken. Nach Abschluss des Studiums behielt ich diese Angewohnheit bei. Ein paar Jahre später absolvierte ich ein weiterführendes Studium und zog an die Ostküste der USA, wo ich fünf Jahre verbrachte. Ich besuchte weder Gottesdienste, noch praktizierte ich die Christliche Wissenschaft.

Einmal arbeitete ich in der Finanzabteilung einer Universität, die eine große human- und zahnmedizinische Fakultät hatte. Als ich ein großes Möbelstück restaurierte, verletzte ich mir den Rücken und litt sehr unter Schmerzen. Ich erhielt mehrere Monate lang Behandlung von einem Chiropraktiker, doch die Schmerzen kehrten immer zurück und so machte ich einen Termin bei einem Arzt der Universitätsklinik. Nach einer kurzen Untersuchung überwies er mich an einen Orthopäden, der einen eingeklemmten Ischiasnerv diagnostizierte und eine sofortige Operation empfahl. Ich war völlig schockiert!

Als ich nach Hause kam, holte ich Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy und meine Bibel hervor, die seit Längerem in eine Umzugskiste verbannt worden waren. Ich war sehr empört, denn ich wusste, dass diese Diagnose kein Urteil war, das ein liebevoller Gott über mich aussprechen würde. Ich weigerte mich, das als wahr über mich zu akzeptierten, und rief dieser Ungerechtigkeit laut „Nein“ entgegen.

Zum Zeitpunkt der Verletzung kannte ich folgenden Satz aus Wissenschaft und Gesundheit noch nicht, der meine damalige Situation auf den Punkt bringt: „Es ist das moralische Recht des Menschen, ein ungerechtes Urteil aufzuheben, ein Urteil, das niemals durch göttliche Autorität verhängt wurde“ (S. 381).

Ich fand eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft im Telefonbuch und rief sie an. Ich weiß nicht mehr, was sie sagte, aber ich werde nie vergessen, wie unendlich geliebt ich mich fühlte. Sie verurteilte meinen Lebensstil nicht, sondern versicherte mir, dass Gott mich liebte und immer lieben würde. Ich bin dieser netten Frau nie begegnet. Wir telefonierten nur ein paar Mal, und zwei Wochen später ging ich völlig geheilt Wildwasser-Rafting.

Kurz darauf zog ich um und fing an, für einen großen multinationalen Konzern zu arbeiten, wo Freitagabende immer mit viel Alkohol in den Bars der Umgebung gefeiert wurden. Ich fing auch an, allein abends zu Hause zu trinken, manchmal eine ganze Flasche Wein an einem Abend. Ich besuchte eine Kirche Christi, Wissenschaftler, und las die wöchentliche Bibellektion der Christlichen Wissenschaft – doch oftmals mit einem dicken Kater!

Trotz der beachtlichen Heilung meines Rückens ging das gute zwei Jahre so. Ein paar Freunde bemerkten, dass ich zu viel trank und in Gefahr war, Alkoholikerin zu werden. Ich wusste ihre Anteilnahme zu schätzen, änderte mein Verhalten aber nicht.

Dann erhielt ich ein Angebot, bei einem Start-up-Unternehmen zu arbeiten. Ich zog erneut um und besuchte in der Gegend eine Kirche Christi, Wissenschaftler, die mir sehr gefiel. Ich fühlte mich geborgen, mit der Welt im Reinen und geliebt. Dieser Kirche wollte ich angehören und Mitglied sein.

Das ist jetzt viele Jahre her, und ich wusste, dass man in dieser Kirche nicht Mitglied sein konnte, wenn man rauchte oder Alkohol trank. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, ohne Zigaretten oder Alkohol an Partys oder sonstigen geselligen Zusammenkünften teilzunehmen.

Ich bat eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft mir zu helfen, dieses Dilemma anzugehen. Wir sprachen über mein Motiv für die Mitgliedschaft, das auf dem selbstlosen Wunsch beruhte, einen Beitrag zu leisten. Dann sprachen wir über meine Motive für den Besuch einer Party oder geselligen Funktion, wo Alkohol serviert wurde. Das Ergebnis der Überlegung war, dass ich durchaus gesellig sein konnte, aber dazu weder rauchen noch trinken musste.

Mein Motiv für Geselligkeit konnte nun sein, mich mit anderen über ihre Ideen und Interessen zu unterhalten und den Christus zum Ausdruck zu bringen, statt nur an mich zu denken. Es ging nicht um das Getränk in meiner Hand, sondern darum, wie ich andere so liebevoll wie möglich behandeln konnte.

Danach hatte ich nie wieder das Verlangen nach Alkohol oder Zigaretten. Ich vermisste sie auch gar nicht. Das geschah nicht mit menschlichem Willen, sondern ich empfand viel selbstlose Liebe. In Wissenschaft und Gesundheit wird es so ausgedrückt: „Wahrheit bringt die Elemente der Freiheit. Auf ihrem Banner steht das von Seele inspirierte Motto: ‚Die Sklaverei ist abgeschafft.‘ Die Macht Gottes bringt den Gefangenen Befreiung. Keine Macht kann der göttlichen Liebe widerstehen“ (S. 224).

Ich erfüllte die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft und meldete mich sofort als Ordnerin. Wie gesagt, es liegt Jahre zurück, und zu meiner Enttäuschung wurde mir gesagt, dass nur Männer Ordner sein konnten. Ich wusste jedoch, dass mein Wunsch, anderen zu dienen, nicht behindert werden konnte, und betete weiter darüber, wo mein rechter Platz in der Kirche war.

Kurz darauf war ich die erste Ordnerin der Kirche, und anschließend wurde ich in den Vorstand gewählt. Meine erste Erfahrung als Kirchenmitglied war wundervoll; sie war es wert, diese Abhängigkeiten zu überwinden. Mitgliedschaft in anderen Zweigkirchen führte zu weiterem geistigem Wachstum.

Die Heilung von Abhängigkeit liegt nun 37 Jahre zurück. Ich bin sehr dankbar für die unvoreingenommene Liebe und Unterstützung, die ich im Laufe der Jahre von Sonntagsschullehrern und von Praktikerinnen und Praktikern der Christlichen Wissenschaft erfahren habe, und für die Hingabe und das selbstlose Leben und Vorbild von Christus Jesus und unserer Führerin Mary Baker Eddy. Die Macht des Christus und das ernste Verlangen, der Christlichen Wissenschaft zu dienen, haben den Wunsch nach Alkohol und Zigaretten völlig zerstört. Ich habe wahrhaftig gelernt: „Es gibt keine Macht getrennt von Gott. Allmacht hat Allgewalt, und irgendeine andere Macht anerkennen bedeutet, Gott die Ehre zu versagen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 228).

Susan C. Burrows
Englewood, Colorado, Vereinigte Staaten

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Januar 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 8. Juni 2017 im Internet.

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Die Mission des Herold

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

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