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Engel beherbergen

Aus der Juni 1998-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Für viele Leute sind Engel übernatürliche Wesen in teils menschlicher, teils tierischer Gestalt. Das Christian Science Lehrbuch, Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy, beschreibt sie so: „Gottes Gedanken, die zum Menschen kommen; geistige Intuitionen, rein und vollkommen; die Inspiration von Güte, Reinheit und Unsterblichkeit, die allem Bösen, aller Sinnlichkeit und aller Sterblichkeit entgegenwirkt." Wissenschaft und Gesundheit, S. 581. Ein Engel ist also kein Botschafter, sondern eine Botschaft. Und wenn wir Engel „beherbergen" — um einen Ausdruck aus dem Hebräerbrief Siehe Hebr 13:2. zu gebrauchen —, beherbergen wir eigentlich Botschaften Gottes.

Die geistige Inspiration machte mir Mut: „Du weißt, wie man betet. Also tu es." Und das tat ich.

Wie erkennen wir Engelsgedanken? Ihr Wesen ist gewöhnlich still und friedevoll. Sie kommen ganz natürlich zu uns. Manchmal sind es Gedanken, die sagen: „Tu das" oder „Tu das nicht". Manchmal warnen sie uns. Ein andermal kommen sie in Form von geistiger Inspiration, vielleicht durch einen Bibelvers. Engel beherbergen heißt also, dass wir über einen bestimmten Vers oder eine geistige Botschaft nachdenken und sie auf unsere augenblickliche Situation anwenden.

Gebet ist im tiefsten Sinn sehr viel mehr, als nur Gott um Hilfe zu bitten. Es ist Gemeinschaft mit Gott — das Sprechen mit Ihm und das Lauschen darauf, was Er uns zu sagen hat. Weil der wirkliche Mensch die Widerspiegelung Gottes ist, der Ausdruck Seines Wesens, ist er eins mit Gott, dem unendlichen Gemüt. In seinem wahren Selbst ist jeder von uns jetzt dieser geistige, gottähnliche Mensch, untrennbar vom unendlichen Gemüt. Daher können wir immer — in jedem Augenblick — wissen, was wir wissen müssen. Es ist für uns ganz natürlich, ununterbrochen die Gedanken des Gemüts widerzuspiegeln, und diese Gedanken sind jederzeit gegenwärtig und stehen uns zur Verfügung.

Was hindert uns denn daran, Engelsbotschaften zu hören, oder, wenn wir sie hören, ihnen zu gehorchen? Unwissenheit über Gott und darüber, dass der Mensch Gottes eigene, die göttliche Intelligenz widerspiegelnde Offenbarwerdung ist. Manchmal ist die Botschaft nicht das, was wir hören wollen oder zu hören erwarten. Und der Eigenwille kommt uns in die Quere, wenn eine geistige Intuition sagt, dass wir etwas tun sollen, was uns eigentlich gegen den Strich geht. Wir wollen unser Denken und Handeln nicht ändern und so gehorchen wir der Botschaft Gottes nicht. Wir widersprechen sogar manchmal der Weisung Gottes. Aber Widersetzlichkeit ist das Gegenteil von „Engel beherbergen" und betrügt uns um den Segen, der immer folgt, wenn wir Gott, dem göttlich Guten, gehorsam sind.

Man könnte sich fragen, warum Engel überhaupt zu uns kommen. Sie sind der Beweis dafür, dass der Mensch Gottes geliebtes Kind ist. Von Gottes Liebe zum Menschen spricht die Bibel in einem Vers aus Jeremia: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." Jer 31:3. Weil Gott den Menschen mit ewiger Liebe liebt, sind Seine Gedanken, Seine geistigen Intuitionen, immer bei uns, um uns zu leiten und zu schützen.

Gedanken von Gott, geistige Intuitionen, gute und reine Inspiration — jeder von uns hat solche Botschaften schon einmal erhalten. Manchmal folgen wir dem Weg, den sie weisen, auch wenn es uns gar nicht bewusst ist, dass sie von Gott stammen. Die Bibel spricht davon, dass wir „ohne ... Wissen" Engel beherbergen können. Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir aufmerksam sind und beachten, was diese Botschaften uns von der Wahrheit und vom Guten sagen.

Furcht, Krankheitsgedanken, Sinnlichkeit, Unehrlichkeit und jeder unmoralische Gedanke sind das Gegenteil von Engeln, denn sie möchten uns zu unrechtem Denken und Handeln verleiten. Sie sind Erzeugnisse des sogenannten fleischlichen oder materiellen Gemüts, das uns einredet, der Mensch sei materiell und lebe, denke und bewege sich in der Materie.

Das Matthäus-Evangelium berichtet, wie Christus Jesus dreimal vom Teufel versucht wurde. Jesus wies alle drei Versuchungen zurück, indem er ihnen mit Wahrheiten aus der Heiligen Schrift entgegentrat. Darauf verließ ihn der Teufel, und Engel „dienten ihm" Siehe Mt 4: 1–11.. In dieser biblischen Erzählung wird der Teufel auch der Versucher genannt. Und „versuchen" ist das einzige, was das Böse — der Glaube an eine Gott entgegengesetzte Macht — tun kann. Es kann uns nicht zwingen, etwas zu tun. Es kann nur suggerieren. Es möchte uns dazu verleiten, ungöttliche Gedanken zu denken oder gottlos zu handeln. Jeder Mensch hat die Verantwortung, falsche Gedanken zurückzuweisen, und jeder von uns kann das auch tun, indem er der göttlichen Intuition und Inspiration folgt — also auf Gottes Engel hört.

Das erlebte ich einmal auf einer langen Autofahrt. Bei mir zeigten sich alle Symptome einer schweren Erkältung, die auch nicht gewichen waren, als ich mich bemüht hatte, geistig wissenschaftlich zu beten. Mein Mann machte ein Nickerchen, während ich am Steuer saß. Es wurde dunkel und es regnete.

Unsere Katze, die uns immer ein angenehmer Reisegefährte war, sprang auf die Rückenlehne meines Sitzes. Dabei schlug sie sehr kräftig mit dem Schwanz und traf mich ins Auge. Es fühlte sich an wie ein rauhes Seil. Ich hatte große Schmerzen, und mein Auge begann zu tränen. Durch die Tränen hindurch und die Regentropfen auf der Windschutzscheibe konnte ich kaum noch sehen, wohin ich fuhr.

Ich bedauerte mich sehr — mit meiner Erkältung und dem tränenden Auge. Dann kam mir ein Gedanke, den ich als Engelsbotschaft erkannte: „Na komm schon, du weißt es doch besser!"

Ich antwortete (in Gedanken): „Ich fühle mich scheußlich. Mir ist nach Heulen zumute und ich will nur weinen." (Typisch! Eine mentale Suggestion wollte mich in Versuchung führen, das Selbstmitleid als mein eigenes Denken zu akzeptieren.)

Wieder kam die Botschaft Gottes: „Du weißt doch, dass du etwas Besseres tun kannst, als hier zu sitzen und dich zu bedauern. Du weißt, wie man so etwas in den Griff kriegt."

„Aber ich fühle mich miserabel. Warum sollte ich mich auch nicht miserabel fühlen. Ich möchte heulen!"

Die geistige Inspiration machte mir Mut: „Du weißt, wie man betet. Also tu es."

Ich antwortete zögernd: „Also gut, ich werde es versuchen." Und das tat ich. Als ich zu beten begann, strömten geistige Erkenntnisse über Gott und Sein wunderbares Geschöpf, den Menschen, nur so in mein Denken. Ich verlor mich ganz in Gedanken wie: Da Gott immer und ewig vollkommen ist und der Mensch Gottes Bild und Gleichnis, Seine Widerspiegelung, kann der Mensch weder eine Erkältung noch Schmerzen haben. Weil ich die Widerspiegelung Gottes bin, muss ich hier und jetzt Seine Gesundheit und Harmonie widerspiegeln.

Meine Tränen versiegten. Die Kilometer flogen nur so vorbei, und als wir eine Stunde später am Ziel ankamen, stellte ich fest, dass alle Symptome der Erkältung vollständig verschwunden waren.

Die geistige Intuition war als eine Stimme zu mir gekommen, die mir Mut gemacht hatte, richtig zu denken. Als ich bereit war, auf sie zu hören, kam die Heilung. Und das war der springende Punkt: Als ich aufgeschlossen dafür war, willens, göttliche Botschaften der Wahrheit anzunehmen, statt „Ich"-Gedanken zu hätscheln, war ich innerlich bereit, Gottes Inspiration zu empfangen und geheilt zu werden. So hatte ich wirklich Engel beherbergt.

Wenn wir die göttlichen Botschaften erkennen lernen und ihnen folgen, wird uns der Segen zuteil, den der 91. Psalm verheißt: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest." Ps 91:11, 12. Wie tröstlich ist es zu wissen, dass der göttlichen Inspiration „befohlen" wurde, uns zu beschützen und uns auf Gottes Wegen zu halten.

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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