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Original im Internet

Das Chaos des sterblichen Gemüts oder der Kosmos des unsterblichen Gemüts

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 16. September 2021


Es hat den Anschein, als sei unsere Welt in Chaos verfallen. Die Nachrichten scheinen nichts als Verwirrung und Krisen aller Art zu bringen und Unsicherheit und Sorgen zu verbreiten. Können wir als Einzelne helfen, dies zu heilen und uns und unsere Welt aus dem Chaos zu befreien?

Ein kurzer Satz von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, gibt uns eine ermutigende Denkanregung und bietet eine Grundlage für unsere Gebete für die Welt. Sie schreibt über das materielle Verständnis vom Leben im Gegensatz zur göttlichen Intelligenz: „Das Chaos des sterblichen Gemüts wird zum Schrittstein zu dem Kosmos des unsterblichen Gemüts gemacht“ (Die Einheit des Guten, S. 56).

Ein Wörterbuch definiert Chaos als „Abwesenheit, Auflösung aller Ordnung; völliges Durcheinander“. Und es definiert Kosmos als „die Welt bzw. das Universum als geordnetes Ganzes“.

Sehen wir uns als in Chaos oder im Kosmos lebend? Woraus bestehen sie jeweils?

Die einander widersprechenden Schöpfungsberichte in 1. Mose 1 und 2 verdeutlichen zwei gegensätzliche Denkweisen über die Wirklichkeit. Die Christliche Wissenschaft erklärt den ersten als wahr und den zweiten als unwahr.

Im ersten Bericht beginnt die Schöpfung mit Geist, Gott, und entfaltet sich auf geordnete und klare Weise. Gott erschafft erst Licht und trennt es dann von der Dunkelheit. Dann trennt Gott das Meer vom Festland und sorgt dafür, dass die Erde Gras, Kräuter und Früchte hervorbringt – reichhaltige Nahrung. Nach Sonne, Mond und Sternen erschafft Gott alle Lebewesen; ihr Lebensraum besteht bereits und wartet auf sie. Als Höhepunkt der göttlichen Schöpfung formt Gott den Menschen, Mann und Frau, nach Seinem Bild und Gleichnis und verleiht ihm Herrschaft. Und am Ende erkennt Gott die ganze geistige Schöpfung als „sehr gut“ (siehe 1. Mose 1:1–31). Das ist eindeutig ein harmonisches, schönes Universum, in dem jede Idee friedlich mit allen anderen in einer göttlichen Ordnung zusammenlebt.

Im Gegenzug dazu beginnt das Anfang des zweiten Kapitels der Genesis in der Allegorie von Adam und Eva beschriebene Chaos mit Nebel, der alles verzerrt. Eine gegenteilige, unwahre Darstellung von Gott, genannt Gott der Herr, erschafft ein Universum aus Materie und den Mann aus Staub. Dieser unechte Gott hypnotisiert den Staub-Mann dann und entnimmt ihm in einer Operation einen Knochen, aus dem er eine Frau formt. Eine sprechende Schlange, die die Frau mit Lügen verführt und den Mann demoralisiert, macht das Chaos perfekt. Der Bericht endet damit, dass Adam zu einem Leben schwerer Arbeit und Eva zu schmerzhaften Entbindungen verflucht wird (siehe 1. Mose 2:4–3:19). Was für ein Chaos!

Im Augenblick erscheint es, als gleiche unsere Welt dem Chaos des zweiten Schöpfungsberichts, statt dem Kosmos des ersten. Doch im Lauf der Geschichte hat es immer die Wahl gegeben, was man als die herrschende Macht des Universums anerkennt, und diese Wahl hat sich auf die menschliche Erfahrung ausgewirkt. Die Bibel berichtet, dass den Kindern Israel gesagt worden war: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt“ (Josua 24:15).

Akzeptieren wir die chaotische Beschreibung unserer Umgebung – einen Ort, wo Krankheit, Wirtschaftskrisen und politische Zwietracht sich breitmachen und unsere Freiheiten beschneiden? Das ist nicht das Design eines allguten, allliebenden Gottes, sondern die Veräußerlichung von Materialismus und einem irrigen Verständnis vom Leben.

Wie sieht das Bild, die göttliche Realität, wirklich aus? Sie zeigt das vom allguten Gott, Geist, erschaffene schöne, geordnete, produktive Universum des ersten Kapitels der Genesis. Dort wird der Mensch – die wahre Identität eines jeden von uns – nach Gottes Ebenbild erschaffen und von Gott mit Herrschaft gesegnet, ewiglich sicher in der Allgegenwart des göttlichen Geistes; er spiegelt die Allmacht des Geistes wider und bringt das Gemüt und die Intelligenz Gottes zum Ausdruck.

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Die drei großen Wahrheiten des Geistes, Allmacht, Allgegenwart, Allwissenheit – Geist, der alle Macht besitzt, allen Raum erfüllt, alle Wissenschaft ausmacht –, widersprechen für immer dem falschen Glauben, dass die Materie wirklich sein kann. Diese ewigen Wahrheiten offenbaren das ursprüngliche Dasein als die strahlende Wirklichkeit der Schöpfung Gottes, in der alles, was Er gemacht hat, von Seiner Weisheit für gut erklärt wird“ (S. 109–110).

Dieses mentale Modell als das einzig wahre zu akzeptieren befähigt uns, ohne Furcht oder Sorgen zu leben und himmlische Harmonie hier und jetzt zu erleben. Jesus illustrierte die erhabene Harmonie von Gottes Regierung durch seine Gleichnisse und sagte, dass das Himmelreich nahe gekommen ist – genau hier zu uns (siehe Matthäus 4:17).

Und als er gefragt wurde, wann das Reich Gottes kommen werde, antwortete Jesus: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; man wird auch nicht sagen: ‚Sieh, hier!‘ oder: ‚Sieh, dort!‘. Denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas 17:20, 21). Mit anderen Worten, die körperlichen Sinne können dieses im ersten Kapitel der Genesis als sehr gut beschriebene Reich nicht wahrnehmen, denn diese Sinne sehen, hören und fühlen nur Materie. Und doch leben wir in Wirklichkeit in diesem Himmelreich des Geistes und nicht da, wo Disharmonie in Form von Sünde, Krankheit und Tod zu herrschen scheint. Je mehr wir diese Wahrheit akzeptieren und uns zu eigen machen, desto besser verstehen wir sie und sind fähig, uns und anderen zu helfen, im „Kosmos des unsterblichen Gemüts“ statt im „Chaos des sterblichen Gemüts“ zu leben.

Um uns zu helfen, hier und jetzt himmlische Harmonie zu erleben, zeigt uns der folgende Absatz aus Wissenschaft und Gesundheit das Gebet, das ein harmonisches Leben formt.

Mrs. Eddy erklärt, dass die Welt uns ständig ein unharmonisches Modell vom Leben vor Augen hält, und sagt dann: „Um dem abzuhelfen, müssen wir zuerst unseren Blick in die richtige Richtung lenken und dann in diese Richtung gehen. Wir müssen vollkommene Vorbilder im Denken formen und ständig auf sie schauen, sonst werden wir sie niemals zu einem großartigen und edlen Leben ausgestalten. Lasst Selbstlosigkeit, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gesundheit, Heiligkeit, Liebe – das Himmelreich – in uns herrschen, und Sünde, Krankheit und Tod werden abnehmen, bis sie schließlich verschwinden“ (S. 248).

Wenn wir anfangen, uns als dauerhafte Bewohner des von Jesus bezeichneten „Himmelreichs“ zu sehen – des geistigen Kosmos von Ordnung, Harmonie, Frieden, Fülle, Sicherheit, Wohlbefinden, göttlicher Gemeinschaft, richtigen Aktivitäten usw. –, wird das verzerrte Bild der staubigen, nebligen, begrenzten, materiellen, unharmonischen Beschreibung vom Leben proportional aus unserem Bewusstsein und somit aus unserer Erfahrung verschwinden.

Wie ist es dann möglich, dass „das Chaos des sterblichen Gemüts“ zum Schrittstein für den „Kosmos des unsterblichen Gemüts“ wird? Ein Zustand des Chaos kann ein Wegbereiter für Fortschritt und Aufsteigen sein, wenn wir erkennen, dass Prüfungen „Beweise von der Fürsorge Gottes“ sind, wie wir in Wissenschaft und Gesundheit lesen (S. 66).

Das heißt, wenn wir auf Prüfungen stoßen, können wir das entmutigende Bild des Chaos in unserem Denken und Gebet durch die unveränderliche göttliche Tatsache ersetzen, dass wir in Wirklichkeit im Kosmos, dem harmonischen System Gottes, leben. Wenn wir dies tun, beweisen wir, dass Gottes Fürsorge in der Tat dort ist, wo wir eine Prüfung zu meistern haben, und wir helfen nicht nur uns selbst, sondern der ganzen Menschheit, das falsche Bild von Verwirrung und Unordnung zu zerstören und in der gottgegebenen Herrschaft des Menschen, in uneingeschränktem Frieden und reichhaltiger Freude Fortschritt zu machen und höher zu steigen.

Gottes allgutes Reich ist bereits hier, um erfasst, akzeptiert, freudig anerkannt und bewohnt zu werden. Lassen Sie es uns als den Ort identifizieren, an dem wir, unsere Familie und unsere Welt leben, weben und sind. Der „Himmel auf Erden“ existiert buchstäblich überall. Lassen Sie uns also noch heute umziehen! Lassen Sie uns mental aus dem Land des Chaos ausziehen und bewusst hier und jetzt im Frieden, in der Ordnung und Schönheit von Gottes Reich leben – dem „Kosmos des unsterblichen Gemüts“.

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– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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