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Haben Sie Visionen?

Aus der Dezember 2011-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Interview mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt, der auf die Frage, welche Visionen er für Deutschland und Europa habe, geantwortet hatte: „Wenn ich Visionen hätte, würde ich zum Arzt gehen." Was er gemeint hat, war klar, und seitdem wird oft beim Thema Visionen an diesen Kalauer erinnert.

Visionen, in dem Sinne, wie ich sie verstehe, sind etwas anderes. Nämlich die Auseinandersetzung mit Plänen, Hoffnungen, Erwartungen. Mit Zielen, die erreichbar sind, deren Einzelheiten aber noch nicht so genau zu erkennen sind, als dass man von Anfang an daraus zuverlässige, geradezu unumstößliche Festlegungen und präzise Abläufe benennen könnte.

Was braucht man, um Visionen – oft sogar mit ungewissem Ausgang, weil Entwicklungen eben auch Veränderungen und Modifizierungen mit sich bringen können – zu unterstützen?

Wichtig ist Vertrauen. Vertrauen in Gott, präziser in göttliches Gemüt, das schöpferische und kreative Wissen einer immer gegenwärtigen, fürsorglichen, unerschöpflichen Quelle. Dieses Vertrauen schließt mit ein, dass sich unter Umständen falsche Entwicklungen selbst entlarven, dass sie rechtzeitig korrigiert oder, wenn erforderlich, ganz eingestellt werden — ohne dass dadurch ein Schaden entsteht. Und es gehört eine muntere Beobachtungsgabe dazu, sich an Entwicklungen, und seien sie noch so zart, erfreuen zu können und sie im eigenen Bewusstsein zu pflegen.

Eine solche Haltung ist aufbauend, sie macht Freude, und sie lässt uns teilhaben am Lauf der Welt, im Großen wie im ganz Kleinen. Das kann sich auf die Entwicklungen des Euro und der Weltwirtschaft ebenso beziehen wie auf das Heranwachsen kleiner Kinder oder eine sich entwickelnde Zusammenarbeit beispielsweise am Arbeitsplatz. Und eine solche Haltung hält jung und lebendig.

Diese Überlegungen lassen mich an einen guten Freund denken, Hans. Seines Zeichens Bäcker und Konditor, seit über 15 Jahren pensioniert. Er ist ein solcher Begleiter geistiger Entwicklungen, er hat ein Gefühl für Visionen. Ich erzählte ihm kürzlich von einem Buch, das neue wirtschaftliche Formen der Kooperation aufzeigt und zu einem Umdenken in Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit führen kann. Eine der Kernaussagen ist: Diese Entwicklung kann noch 20 Jahre dauern, aber sie wird eintreten. Die wunderbare Offenheit von Hans zeigte sich in seiner Antwort: „Da freu ich mich, da werden ja die nächsten 20 Jahre echt spannend. Ich bin dabei.“

Ist das nicht großartig, solche Neugier zu erleben, sich von Interesse an Neuem und von Mut zu Veränderungen tragen zu lassen! So können Christliche Wissenschaftler denken. So können auch Sie neue Entwicklungen mit tragen. Ich grüße Dich, Hans, ganz persönlich, und alle, die ganz anders heißen, aber ähnlich denken, aufs Herzlichste und wünsche allen im Namen der Redaktion des Herold der Christlichen Wissenschaft eine glückliche Weihnachtszeit und ein spannendes neues Jahr.

Ihr

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Mrs. Eddys göttlich inspirierte Erklärung der Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft, der im Jahre 1903 gegründet wurde, ist zu einem Symbol für die weltumfassenden Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Bewegung geworden. Ihre Worte erscheinen als Inschrift an der Vorderseite der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Sie lauten: die allumfassende wirksankeit und verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden. Der Herold ist ein greifbarer Ausdruck des Wunsches unserer Führerin, die unschätzbare Kenntnis der Wissenschaft des Lebens an die ganze Menschheit weiterzugeben. Sie erkannte, daß der Tröster „zur Heilung der Völker“ gekommen war.

Alfred F. Schneider, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, September 1977

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