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Original im Internet

Wahrheit zeigt uns den Weg

Aus der Juni 2018-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 17. April 2018 im Internet.


Man wird täglich mit Aussagen über Identität, Gesundheit, Lebenszweck und Erfolg konfrontiert, und allein schon die Tatsache, dass wir diese Dinge immer wieder hören, verleiht ihnen einen vermeintlichen Wert. Man mag versucht sein, sich auf die jeweilige Prämisse zu stützen und auf dieser Grundlage mit den guten oder schlechten Karten fertigzuwerden, die uns zugeteilt wurden, statt erst einmal deren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Wenn uns beispielsweise gesagt wird, dass gute Gesundheit von einem bestimmten Zeitplan ärztlicher Voruntersuchungen und der richtigen Mischung aus Ernährung und körperlicher Betätigung abhängt, dann können wir täglich viel Zeit damit verbringen, diese Anleitungen umzusetzen, ohne dass wir die zugrundeliegenden Meinungen darüber hinterfragen, was Gesundheit überhaupt ist, woher sie kommt und wie man sie aufrechterhält.

Glücklicherweise steckt mehr dahinter als nur die Hoffnung, das Beste aus unseren angeblichen Optionen zu machen. Wir haben die Fähigkeit und Gelegenheit, tiefer in die Fragestellung einzudringen und materielle Prämissen zu hinterfragen, indem wir im Gebet Gott, die göttliche Wahrheit, um Führung bitten.

Wenn wir die Christliche Wissenschaft praktizieren, können wir mit Wahrheit durchs Leben navigieren, denn dazu gehört, zwischen der Wahrheit der geistigen Realität und dem gegenteiligen Augenschein der körperlichen Sinne zu unterscheiden. Die richtige Herangehensweise wäre, so vertraut mit der Wahrheit an sich zu sein – die göttliche Wahrheit als einzigen Ausgangspunkt zu wählen und nicht davon abzuweichen –, dass der täuschende Augenschein der materiellen Sinne in keiner Hinsicht angenommen wird.

Als Synonym für Gott ist Wahrheit nicht nur ein Aspekt von Gott – ein Stück vom Ganzen. Wahrheit ist Gott; sie offenbart das Wesen Gottes, und es ist ganz natürlich für jeden Menschen, dafür empfänglich zu sein. Wir brauchen das, was der Wahrheit, Gott, unähnlich ist, nicht zu akzeptieren. Ich kann zum Beispiel beim Praktizieren des christlich-wissenschaftlichen Heilens nicht sagen: „Ein Kranker hat mich eben um Hilfe gebeten. Gott, zeig mir, wie ich jetzt diesen Kranken heilen kann.“ Ich habe vielmehr gelernt, für folgende Botschaft offen zu sein: „Du musst den Irrtum als nichts erkennen; dann und nur dann meisterst du ihn in der Wissenschaft“ (Mary Baker Eddy, Vermischte Schriften 1883–1896, S. 334). Was auch immer sich der Wahrheit in den Weg stellt, ist unwahr, eine Lüge; und wir erfahren Heilung nicht dadurch, dass wir eine Lüge für wahr halten und dann versuchen, sie so zu zerstören, als wäre sie echt. Um die Christliche Wissenschaft wirksam zu praktizieren, dürfen wir die Lüge nicht glauben – der Lüge auf der Grundlage der Wahrheit keinen Glauben zu schenken bewirkt Heilung.

Wenn wir eine Lüge erst einmal angenommen haben, wie können wir dann wissen, was wahr ist und was wir lediglich für wahr halten? Die Wahrheit, die Jesus lehrte und praktizierte, wurde von Mrs. Eddy ganz klar ins Bild gerückt, indem sie ihre praktische Anwendung erklärt und das demonstriert hat, was sie lehrte. Es ist also nicht nötig, alles noch mal von vorn zu entwickeln. Und dieses Verständnis von Gottes Wahrheit ist immer allen verfügbar, wenn man sich an den zeitlosen, „unpersönlichen Pastor“ der Kirche Christi, Wissenschaftler, wendet, den Mrs. Eddy in Form der Bibel und ihres Buches Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift eingesetzt hat (siehe Vermischte Schriften, S. 322).

Ich nahm an einem Wochenende einmal an einem nicht konfessionsgebundenen christlichen Abendgottesdienst teil und war beeindruckt von dem Vertrauen und der Aufmerksamkeit der Anwesenden ihrem Pastor gegenüber. Meine Sitznachbarn sagten mir hinterher, dass sie sicher waren, sich jederzeit um Hilfe an ihn wenden zu können. Ihr Vertrauen erweckte den Wunsch in mir, meinem eigenen Pastor besser und verständnisvoller zu vertrauen.

Als ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass wir uns wirklich jederzeit an die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit wenden und ihnen immer vertrauen können. Ich wurde immer dankbarer für das, was die Bibel uns mit Christi Jesu Lehren bereitstellt, und dafür, dass wir den Geist seiner Lehren erfahren, wenn wir sie in unserem Leben umsetzen. Die Jesu Worten und Werken zugrundeliegende Wissenschaft − von Gott und Mrs. Eddy erklärt und in Eddys Schriften ausgeführt − ist absolut wahr und ausreichend. Wir können sie bescheiden als unseren Ausgangspunkt nehmen und dem Wort Gottes mehr vertrauen als dem Augenschein der materiellen Sinne oder den Befürchtungen, die von diesem Augenschein ausgelöst werden.

Eine körperliche Heilung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, ganz auf der Seite der Wahrheit zu verharren. Ich war mehrere Tage sehr krank gewesen – ich konnte nichts essen und mir tat alles weh. Ich hatte gebetet, doch im Wesentlichen hatte ich dabei Gott gebeten, zu mir zu kommen und mein Elend zu heilen.

Eines Nachmittags, als ich erschöpfter war als je zuvor, wurde ich innerlich vollkommen still. Ich wurde mir eines leisen Gedankens bewusst, der mir immer wieder sagte, dass Gott nicht im Sturm sei. Sofort musste ich an den Bericht in der Bibel von dem Propheten Elia denken, als ihm am Berg Horeb versichert wurde, dass Gott nicht im Erdbeben, Wind und Feuer war (siehe 1. Könige 19:11, 12). Ich argumentierte, dass Gott, der doch alles gemacht hat und Alles-in-allem ist, nicht in dieser Krankheit war. Als Gottes Manifestation – der Mensch, den Gott nach Seinem geistigen Bild und Gleichnis geschaffen hat – konnte ich demnach ebenfalls nicht in der Krankheit sein und sie nicht in mir. Ich brauchte nicht zu beten, um einem echten Problem zu entkommen; ich musste Wahrheit mein Denken erheben lassen und einzig bei Gott bleiben, wo es außer Seinem Guten nichts gibt. Ich versuchte nicht, Ihn zu meiner Krankheit zu bringen, damit Er sie heile; ich blieb bei der Wahrheit, damit mein Bewusstsein über jede Überzeugung erhoben werde, dass ich krank sein könnte.

Ich hörte auf, die Krankheit in meine Gebete einzufügen, und dachte nur über die Liebe Gottes nach. Dann schlief ich ein, und als ich später aufwachte, war ich völlig gesund.

Gottes Gnade versichert uns immer Seiner Liebe, doch wenn wir uns mental an eine Lüge klammern und versuchen, eine Möglichkeit zu finden, durch diese Lüge zu navigieren, kann es schwer sein, einen Weg nach vorn zu erkennen. Wenn ich in meiner heilenden Praxis der Christlichen Wissenschaft tätig bin, ist es sehr hilfreich, absolut sicher zu sein, dass ein Problem – was und wie hartnäckig es auch sein mag – nicht wirklich ist und auch keinem Menschen anhaftet.

Mrs. Eddy schreibt im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken“ (S. 476–477). Wenn wir Jesu Vorbild folgen wollen, müssen wir richtig anfangen, und dazu gehört, in unserer Beurteilung nur die Wahrheit zuzulassen.

Es mag wie ein hoher Anspruch erscheinen, nur die Wahrheit zu sehen und auf diese Weise die Lüge zu entlarven und aus unserem Denken auszumerzen. Glücklicherweise wird dieses Umdenken vom Christus, dem göttlichen Einfluss, gelenkt, der in unserem Bewusstsein tätig ist und die geistige Wirklichkeit offenbart. Einst schwebte der Geist Gottes über den Wassern, wie die Bibel so poetisch sagt (siehe 1. Mose 1:2), und wir können sicher sein, dass unsere Konzepte von uns selbst und anderen ebenso erhoben und berichtigt werden können und dann in ihrem wahren geistigen Licht erscheinen. Wir brauchen bei unserer Tagesplanung keine Lüge zu berücksichtigen. Wenn wir allein die Wahrheit anerkennen, werden wir ihre absolute Vollständigkeit – und unsere Vollkommenheit – automatisch erleben.

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Die Mission des Herold

Mrs. Eddys göttlich inspirierte Erklärung der Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft, der im Jahre 1903 gegründet wurde, ist zu einem Symbol für die weltumfassenden Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Bewegung geworden. Ihre Worte erscheinen als Inschrift an der Vorderseite der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Sie lauten: „Die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden.“ Der Herold ist ein greifbarer Ausdruck des Wunsches unserer Führerin, die unschätzbare Kenntnis der Wissenschaft des Lebens an die ganze Menschheit weiterzugeben. Sie erkannte, dass der Tröster „zur Heilung der Völker“ gekommen war.

– Alfred F. Schneider, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, September 1977

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