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Unsere Zeitschriften

Eine Versammlung im Erweiterungsbau Der Mutterkirche am Dienstag, dem 3. Juni 1969, 10 Uhr vormittags

Aus der November 1969-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Christian Science Journal


[Alle, die den Bericht in englischer Sprache lesen möchten, finden ihn im „Christian Science Journal“ ]

WIE KÖNNEN WIR DAZU BEITRAGEN, DIE WELT DURCH UNSERE ZEITSCHRIFTEN ZU HEILEN?

Die Versammlung wurde mit Singen des Liedes Nr. 304 eröffnet, dessen englischer Originaltext von unserer Führerin Mary Baker Eddy ist. Der Vorsitzende, Edward Froderman, Treuhänder der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft, las Stellen aus der Bibel, aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift und The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany von Mary Baker Eddy. Nach dem stillen Gebet folgte das gemeinsam gesprochene Gebet des Herrn.

DIE WELT, IN DER WIR LEBEN, UND WAS SIE VON UNS VERLANGT

Zu den verschiedenen Krisen, die die Welt heute in Atem halten, gehört nicht zuletzt die Krise in der Religion.

In vieler Hinsicht liegt sie sogar all den anderen Krisen zugrunde. Der Glaube an Gott in dieser oder jener Form ist der bestimmende Faktor gewesen, durch den das menschliche Denken im allgemeinen die menschliche Gesellschaft zusammenhielt. In der jüdisch-christlichen Tradition ist die Bibel ein Leitstern für Gesetz und Moral gewesen. Heute dagegen leugnet ein beträchtlicher Teil der Menschheit Gott oder versteht ganz und gar nicht, was Gott bedeutet. Für viele hat die Bibel nur noch literarischen Wert. Kein Wunder, daß die menschliche Gesellschaft sich heute in einem Zustand der Verwirrung befindet.

Fast überall ringen die organisierten Kirchen, einschließlich unserer Kirche, mit den ernsten Schwierigkeiten, die sich in ihrer heutigen Umwelt zeigen. Die größte christliche Konfession befindet sich in einem Zustand heftiger innerer Auseinandersetzungen. Ihre althergebrachten Disziplinen drohen auseinanderzubrechen. Andere christliche Kirchen setzen ihre Modernisierung fort, allzuoft durch wenig mehr als ihre soziale Arbeit. Die Suche nach dem, was Zeitnähe genannt wird, wird vorangetrieben, jedoch ohne greifbare Resultate.

Ja, es gibt Kritiker, die behaupten, daß die Kirchen in großen Teilen der Welt in Gefahr sind, in irgendeiner Weise überschattet oder ausgelöscht zu werden. Das trifft zu einem gewissen Grade sogar auf die Religion selbst zu, insofern sie von der Institution der organisierten Kirche abhängig ist. Humanistische und materialistische Auguren sagen frei heraus, daß innerhalb weniger Jahrzehnte Kirchenorganisationen, wie wir sie heute kennen, nicht mehr bestehen werden. Das ist eine harte Drohung, denn trotz all ihrer Begrenzungen und Fehler waren die Kirchen ein Bestandteil des Zements der menschlichen Gesellschaft.

Diese mißliche Lage, in der sich die organisierte Religion befindet, ist für die Christlichen Wissenschafter von ernster Bedeutung und ruft sie zum Handeln auf. Unsere Kirche muß auf der Hut sein vor dem Schlamm des Materialismus, der Ichbezogenheit, des autoritären, des ekklesiastischen Systems, der Unkenntnis der Sachlage, der Beziehungslosig-keit. Wir müssen mit erneuter Energie die einzigartigen und mächtigen geistigen Kräfte, die uns zu Gebote stehen, nützen.

In dieser weltweiten Krise hält die Christliehe Wissenschaft eine Reihe grundlegender Faktoren bereit, die einen Halt bieten.

1 ) Eine Definition oder Identifikation Gottes, die sowohl von der Vernunft als auch von der Offenbarung her so klar ist, daß sie logisch nicht abgestritten werden kann.

2) Eine Einstellung zur Bibel, die diese aus der Kontroverse über ihre buchstäbliche Bedeutung herausnimmt und für alle Zeiten ihre geistigen Wahrheiten aufrechterhält und klärt.

3) Eine Aufhellung der Bedeutung und des Wesens des göttlichen Christus, die insbesondere den menschlichen Jesus zu einem Bindeglied zwischen der Gottheit und der Menschheit, zwischen dem Absoluten und dem Relativen macht, und zwar auf eine Weise, die für einen weiten Kreis denkender Menschen verständlich, akzeptabel und voll unmittelbarer Möglichkeiten ist.

4) Eine Klarstellung der Natur des Wirklichen als geistig und des Bösen als unwirklich. Diese Erkenntnis öffnet den Weg zur Heilung aller Probleme. Sie gibt der Religion das Werkzeug in die Hand, dessen sie bedarf, um ihre Mission zu erfüllen. Ohne diesen lebenswichtigen Begriff von der Unwirklich- keit des Bösen ist die Religion auf einen mutmaßlichen und endlosen Kampf mit dem Satan festgelegt.

5) Und so nimmt die Christliche Wissenschaft mit ihrem demonstrierbaren Beweis in der Heilung menschlicher Übel und Probleme eine Sonderstellung ein. Sie macht die Religion nicht nur zeitnahe, sondern zu einer in jeder Hinsicht erlösenden Kraft des menschlichen Lebens.

Die Religion ohne Gott ist nichts. Es hat das menschliche Denken viel Zeit gekostet, sich eines anthropomorphischen Begriffs von Gott zu entledigen. Leider hört man heute noch Menschen, die es besser wissen sollten, in höchst irreführender und unschöner Weise von „dem Mann da oben“ sprechen.

Von allen Erkenntnissen, die Mary Baker Eddy offenbart wurden, ist wohl keine heute zeitgemäßer als ihre Definition für Gott. Sie beschrieb Gott, wie Sie alle gut wissen, wie folgt: „Der große Ich bin; der All-Wissende, All-Sehende, All-Wirkende, All-Weise, All- Liebende und Ewige; Prinzip; Gemüt; Seele; Geist; Leben; Wahrheit; Liebe; alle Substanz; Intelligenz.“  Wissenschaft und Gesundheit, S. 587;

Diese Bezeichnungen, die wir Synonyme nennen und die in der Hauptsache von der Definition, die die Bibel selber für Gott gibt, hergeleitet sind, zeigen ganz unmißverständlich, daß Gott nicht sterben könnte, da Gott das Leben selbst ist. Gott ist Gemüt. Sogar das materielle Universum erweist sich in seiner symbolischen Form jeden Tag immer mehr als ein sorgfältig ausgedachter Raum und Prozeß. Die Macht Gottes als Liebe wird von Menschen in ihrer Not und in ihrem Sehnen gesucht und angewandt, insbesondere von der heutigen Jugend.

Und so macht uns die Christliche Wissenschaft die Bedeutung und die Identität Gottes klar und verständlich. Dies ist das Herz der Religion. Es nimmt Gott aus dem Bereich des bloßen Glaubens heraus und versetzt uns in die Lage, Ihn mit der kombinierten Sicht von Vernunft und Offenbarung zu sehen.

Wenn Gott als Prinzip verstanden wird, können Gesetz, Ordnung und Gerechtigkeit in den menschlichen Angelegenheiten demonstriert werden, und zwar fest gegründet auf das geistige Gesetz, die ewige Ordnung und die göttliche Gerechtigkeit. Mit einem klaren Begriff von Gott ausgestattet, nimmt die Religion wieder ihren rechtmäßigen Platz in der modernen Welt ein.

Zu allen Zeiten hat die Bibel der Menschheit das Wort Gottes verkündet und nahegebracht. Als jedoch eine eingehendere Kenntnis des physikalischen Universums und des materiellen Lebens einsetzte, die im 19. Jahrhundert zum Durchbruch kam und sich seitdem explosionsartig fortentwickelte, wurde eine rein buchstäbliche Interpretation der Bibel unzureichend und verwirrend. Die Kenntnis, die durch die Naturwissenschaft erlangt wurde, schien der Bibel zu widersprechen und ihre Gültigkeit zu zerstören.

Mrs. Eddys Erkenntnisse retteten die Bibel. Sie schrieb: „Die einzige Auslegung der Heiligen Schrift, die von Bedeutung ist, ist die geistige.“  S. 320; Ferner schrieb sie: „In der Christlichen Wissenschaft lernen wir verstehen, daß, wenn die materielle Definition eines Schriftwortes durch die geistige ersetzt wird, dieses oft die Auffassung des inspirierten Schreibers klarmacht.“  S. 579;

Demnach kann das erste Kapitel der Genesis als eine großartige Beschreibung der geistigen Schöpfung gelesen werden. Die Apollo-Astronauten erinnerten uns eindringlich an diese unmittelbare Bedeutung der Bibel, als man sie aus dem Weltall die unvergänglichen Worte lesen hörte: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“  1. Mose 1:1–3;

Das zweite und das dritte Kapitel zeigen das Wirken der Lüge im menschlichen Bewußtsein anhand der Allegorie des schlangenartigen Bösen, die heute noch, wie vor 3000 Jahren, ihre Gültigkeit besitzt. Die Erfahrungen Moses, Josephs, Jakobs und der anderen Propheten enthalten immer gültige Wahrheiten, die nicht davon abhängig sind, daß sich die Dinge buchstäblich so zugetragen haben.

Von der Genesis bis zur Apokalypse sucht und findet der Christliche Wissenschafter geistige Bedeutungen von ewigem Wert. In der Tat, die Bibel ist ein wirksamer Führer im täglichen Leben. Sie ist logisch aufgebaut und zeitnahe. Jeden Tag hat sie eine neue Bedeutung für den Suchenden, die durch sein eigenes Verständnis individualisiert wird.

Eine dritte große Erleuchtung, die die Christliche Wissenschaft heute der Weltreligion bringt, ist ihre umfassende Identifizierung des ewigen Christus. Der Christus ist die immer bestehende geistige Idee. Zu allen Zeiten erhaschten alle jene Menschen einen Schimmer von ihm, deren geistiger Blick sie befähigte, Christus, Wahrheit, zu empfangen.

Christus Jesus kam in einer menschlichen Gestalt, damit alle diese Wahrheit erkennen und verstehen könnten. Er war das Band zwischen der Gottheit und der Menschheit, der wahrnehmbare Beweis dafür, daß sich geistige absolute Tatsachen auf relative Zustände auswirken. Jesu Mission war für einen jeden von uns eine Ermutigung und zugleich ein Aufruf, seinem Weg zu folgen. Inmitten des Aufruhrs und der Verwirrung der Welt können wir den Schlüssel finden, der die Probleme des Lebens durch Jesus löst.

Die klare Unterscheidung, die die Christliche Wissenschaft zwischen dem ewigen Christus und dem menschlichen Jesus trifft, macht beide für die menschliche Erfahrung verständlich und gegenwartsbezogen. Ohne Mystizismus überbrücken sie die Kluft zwischen Vernunft und Offenbarung. Die moderne Religion bedarf sehr dieser Brücke. Nur zu oft ist die Religion der heutigen Zeit entweder gänzlich menschlich, humanistisch ausgerichtet und erschöpft sich in sozialen Dienstleistungen, oder sie ist gänzlich mystisch und verlangt einen blinden Glauben anstelle von Glaubwürdigkeit.

Ein bekannter Theologe veranschaulichte einmal die Unzulänglichkeit des Mystizismus, als er schrieb, daß eine Religion, die bewiesen werden kann, nicht verdiene, geglaubt zu werden. Dr. John Knox in „Interseminary Series“, Bd. 3. Zitiert von Erwin D. Canham in „Awakening: The World at Midcentury“, S. 182. Religion muß sowohl verstanden und bewiesen wie auch vom Glauben getragen sein, sonst wird sie versagen. Dadurch, daß die Christliche Wissenschaft den Christus und Jesus identifiziert, gibt sie dem Denken der Welt die Brücke zwischen Verständnis und Glauben, zwischen Göttlichkeit und Menschlichkeit.

Diese Brücke wäre jedoch unzureichend, wenn sie die Menschheit und die Gottheit als in gleichem Maße wirklich und als entgegengesetzte Kräfte definierte. Die Christliche Wissenschaft bejaht, daß die Wirklichkeit geistig und das Böse unwirklich ist. Sie ist meines Wissens die einzige Weltreligion, die das Böse als unwirklich erkennt. Das Böse als wirklich zu akzeptieren ist ein großes Hemmnis für die Religion.

Einige Christliche Wissenschafter hatten im vergangenen Jahr das Vorrecht, der Tagung des Weltkirchenrats in Uppsala, Schweden, als offizielle Gäste beizuwohnen. Dort diskutierten Vertreter der meisten christlichen Glaubensrichtungen der Welt mit äußerster Ernsthaftigkeit und Hingabe die Notwendigkeit einer Wiedergeburt der Religion.

Sie waren sich der ernsten Probleme bewußt, die in der Welt nach einer Lösung verlangen. Sie waren ehrfürchtig und hingebungsvoll. Sie bemühten sich, für die Lösung der Probleme und die Errettung der Kirche zu beten und zu arbeiten. Doch stets dachten und beteten sie von dem Standpunkt der Wirklichkeit des Bösen aus. Die Christliche Wissenschaft bringt die Lösung von Problemen und die Heilung allen Übels genau in dem Verhältnis mit sich, wie ihre Exponenten verstehen, daß das Böse unwirklich, die Materie unwahr und der Mensch geistig, ungefallen und rein ist.

Somit ist das Heilen der Schlußstein des Beweises, den die Christliche Wissenschaft ihren anderen Beiträgen zur Lösung der Weltprobleme auf religiöser Basis hinzufügt. Das Heilen ist das verlorengegangene Element des Christentums. Es wird in der heutigen Welt dringend benötigt. Wenn es in das Gewebe der Religion wieder eingefügt wird, nimmt es die Religion aus dem Theologischen und Philosophischen heraus und stellt sie mitten hinein in das pulsierende, praktische Leben der Menschheit.

Zeitnahe, heilende Religion kann die Kluft der Mißverständnisse überbrücken, die die Völker in Kriege verwickeln möchten. Religion, die auf die integrierende Macht Gottes, als Gemüt, gegründet ist, entfernt den Haß und die Furcht zwischen Menschen und Völkern. Religion, die auf Gott als Gemüt gegründet ist, hilft den Menschen Pläne aufzustellen und darauf hinzuarbeiten, daß die Probleme des Mangels und der Hungersnot gelöst werden. Die Menschen, die die göttliche Weisheit widerspiegeln, können die Herausforderung der Bevölkerungsexplosion meistern. Sie können Kenntnisse, die in einem Teil der Welt vorhanden sind, mit den Menschen in einem anderen Teil der Welt teilen, so daß die ungleichen Lebensbedingungen durch das heilsame Wirken der erwachten Menschheit ausgeglichen werden können. Sie können Herrschaft über alle Elemente der physischen Umwelt gewinnen.

Religion, die sich auf das klare Verständnis dessen gründet, was Gott ist, kann eine Religion für diese Zeit der Verwirrung sein, dadurch nämlich, daß sie das geistig erläuterte Wort der Bibel zur Anwendung bringt, das Bindeglied zu dem ewigen Christus durch den menschlichen Jesus findet, das Böse als unwirklich und die Wirklichkeit als geistig erkennt und diese Wahrheiten auf das Heilen aller Probleme, sowohl individueller wie kollektiver Art, anwendet.

Die Christlichen Wissenschafter sind nicht die Exponenten einer besonderen Sekte. Wir sind Sucher nach der Wahrheit, die in der Bibel und durch den Weitblick unserer Führerin den Weg erkennen, auf dem die Religion auf alle Probleme anwendbar gemacht werden kann. Es gab eine Zeit, da Mrs. Eddy glaubte, die anderen Kirchen würden ihre Erkenntnisse akzeptieren und es sei daher nicht notwendig, daß eine gesonderte christlich-wissenschaft- liche Kirche bestehe. Sie entdeckte bald, daß der ekklesiastische Widerstand zu groß war. Doch die Theologie, die durch die organisierten Kirchen und Schulen zum Ausdruck kommt, befindet sich heute in den Geburtswehen eines großen Wandels.

Wäre es nicht denkbar, daß die Zeit näher rückt, in der eine zunehmende Zahl religiös interessierter Menschen folgendes erkennt und empfindet: daß Gott identifiziert, die Bibel erklärt, Jesu Weg beschritten, das Böse als unwirklich erkannt wurde und daß das Heilen demonstriert wird? Mrs. Eddy weist darauf hin, daß der Sauerteig der Wahrheit den Teig, der durch die Theologie dargestellt wird, ebenso durchsäuern wird wie den Teig, der Wissenschaft und Medizin versinnbildlicht. (Siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. 118.) Sie sagt uns auch, daß das Leben der Christlichen Wissenschafter erst einmal ihre Treue zur Wahrheit bekunden muß, ehe die Christliche Wissenschaft in anderen christlichen Kirchen verstanden und die Christenheit schließlich als Christliche Wissenschafter klassifiziert werden kann (siehe Pulpit and Press, S. 22).

Unsere Zeitschriften bringen fortlaufend diesen Aufruf zum Handeln und diese Wahrheiten zum Ausdruck. Sie sind unser Kommunikationssystem. Es ist unsere Pflicht und unser Vorrecht, für unsere Zeitschriften zu schreiben und sie zu unserem eigenen Erwachen und unserer eigenen Heilung sowie auch zur Erneuerung des einzelnen wie der menschlichen Gesellschaft zu benutzen. Die Religion kann in der modernen Welt durch den Sauerteig der göttlichen Wissenschaft gerettet werden. Wir sind die Exponenten dieses Sauerteigs, die Ausüber dieser Wahrheiten. Unsere Verantwortung ist überwältigend groß, aber sie ist auch unendlich reich an Segnungen und an Freude.

WIE UNS DER CHRISTIAN SCIENCE MONITOR ÜBER DIE WELT UND IHRE NÖTE AUF DEM LAUFENDEN HÄLT

Stellen Sie sich ein Kind vor, das ein anderes Kind äußerst grausam behandelt. Die Eltern des Kindes sind zugegen, und auch andere Erwachsene. Aber alle sehen weg. Sie scheinen sich viel mehr für einen schönen Sonnenuntergang zu interessieren.

Nun ein anderes Bild. Stellen Sie sich einen Jungen vor, einen Teenager, der durch ein belebtes Warenhaus läuft und Handtaschen stiehlt. Halten Sie lieber Ihre eigene Tasche fest. Und sehen Sie sich die Leute an. Sie interessieren sich zu sehr für schöne Dinge, um den Jungen beachten zu können.

Als nächstes stellen Sie sich selbst einmal in dieses Bild hinein. Fragen Sie die Menschen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Was sagte die Frau dort in dem dunklen Kostüm, oder war es der Mann in der Sportjacke? Sie sagen, sie lebten nach dem Motto: „Tue keinem Kind unrecht, sondern segne alle Kinder“? Und sie glauben wirklich, sie täten das, indem sie das Unrecht um sich her geflissentlich übersehen?

„Das ist lächerlich!“ sagen Sie?

Dann ist es an der Zeit, einmal über diese Dinge zu sprechen.

Wie oft haben Sie nicht Christliche Wissenschafter in ähnlicher Weise von einer entsprechenden Forderung an den Christian Science Monitor sprechen gehört? Wie oft ziehen sie vor, nur über Schönes und Erfreuliches zu lesen?

Wie heimtückisch, wie spitzfindig der Irrtum doch ist!

Damit hält man es mit den drei bronzenen Affen, die „nichts Böses sehen, nichts Böses hören und nichts Böses sprechen“.

Jemand sandte Mrs. Eddy einmal diese drei Affen, und John C. Lathrop berichtet uns im ersten Band des Buches We Knew Mary Baker Eddy (Wir kannten Mary Baker Eddy, siehe S. 22), daß sie den Gedanken verwarf, den sie darstellten, und darauf hinwies, daß dies nicht christlich-wissenschaftlich sei, sondern heidnische Philosophie. Sie sagte, Christliche Wissenschafter verschließen ihre Augen nicht vor dem Bösen, sie öffnen sie. Sie öffnen ihre Augen in geistiger Weise. Sie sehen die wahre Natur des Bösen, und dann erkennen sie dessen Nichtsheit.

Christus Jesus, unser Wegweiser, ignorierte ebenfalls nicht das Böse. Er schaute ihm furchtlos in die Augen; er nannte es beim Namen, und er zerstörte es!

Am 5. Oktober 1905 berief Mrs. Eddy den Vorstand der Christlichen Wissenschaft und die Schriftleiter der Zeitschriften zu sich. Sie teilte ihnen unter anderem mit, sie könne es nicht zulassen, daß abgeschmackte Anschauungen über Jesus veröffentlicht würden. (Siehe We Knew Mary Baker Eddy, Dritter Band, S. 85–89).

Und warum nicht? Schauen Sie sich einmal an, was er tat.

Er machte aus Stricken eine Geißel und trieb die Händler, die Opfertiere feilhielten, samt den Schafen und Ochsen aus dem Tempel. Er stieß die Tische der Wechsler um.

Die Bibel berichtet uns auch, wie er die Mächtigen herausforderte und von den überaus egoistischen Reichen sagte, sie seien so in den Materialismus verstrickt, daß sie ebensowenig in den Himmel kommen könnten, wie ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen könne.

Er pries die Demütigen, die Barmherzigen und die Friedfertigen und verbrachte viel Zeit bei den Armen. Bietet die andere Wange auch dar, sagte er zu seinen Nachfolgern, und liebet eure Feinde.

Bedenken Sie jedoch, daß er nicht sagte, wir sollten das Böse lieben, das unsere Feinde tun. Statt dessen lieben wir sie, weil wir sie so sehen, wie sie wirklich sind. Wir sehen sie wie uns als Kinder Gottes.

Jesus tat dies ebenfalls, aber er sagte es auch den Menschen, wenn sie Unrecht taten. Er bezeichnete einige der religiösen Führer seiner Zeit sogar als Schlangen, Heuchler, Toren und blinde Führer, die so damit beschäftigt wären, in kleinen Dingen korrekt zu sein, daß sie die wirklich wichtigen Dinge übersähen. Und er beschuldigte sie auch des Raubes, der Gier, der Unehrlichkeit, der Torheit und Ungerechtigkeit.

Im Hebräerbrief lesen wir (siehe 1:9), daß Jesus die Gerechtigkeit geliebt und die Ungerechtigkeit gehaßt hat! Gehaßt. Das ist eine starke Sprache.

Was ist nun Ungerechtigkeit?

Für das entsprechende englische Wort findet man in den meisten Wörterbüchern an erster Stelle folgende Definition: „Grobe Verletzung von Recht und Gerechtigkeit.“

Was finden wir nun auf der ersten Seite des Monitors? Nehmen wir zum Beispiel den Disput zwischen Israel und den arabischen Staaten. Oder den Aufstand der Afro-Amerikaner in unseren Städten.

Gehen Sie den Dingen auf den Grund, und Sie finden ein Gefühl von „grober Verletzung von Recht und Gerechtigkeit“.

Und doch zögern wir zu oft, diese Ungerechtigkeit anzupacken. Wir möchten lieber einen Kompromiß schließen, beschwichtigen oder wegsehen. Mrs. Eddy kannte das aus eigener Erfahrung. „So oft hat es mich danach verlangt, nur Liebe — nur das Gute — zu sehen und zu kennen, aber ich habe es nicht gewagt“, sagte sie einst, wie ein Schüler berichtet. „Ich mußte die Ungerechtigkeit aufdecken und zurechtweisen und sie hassen.“  We Knew Mary Baker Eddy, Zweiter Band, S. 50;

In Wissenschaft und Gesundheit schreibt sie: „Viele sind gewillt, die Augen der Leute für die dem göttlichen Gemüt innewohnende Kraft des Guten zu öffnen, aber sie sind nicht so gewillt, auf das Böse in dem menschlichen Denken hinzuweisen und die mentalen Schleichwege des Bösen bloßzustellen, auf denen Schlechtigkeiten vollbracht werden. Warum dieses Zögern, da doch Bloßstellung notwendig ist, um das Böse sicher zu vermeiden?“  Wissenschaft und Gesundheit, S. S70;

Es sollte nun also klarsein, daß der Monitor, wenn er die ganze Menschheit segnen soll, unter anderem die Schlechtigkeit oder Ungerechtigkeit aufdecken muß.

Als ich hierüber nachsann, kam mir der Gedanke, daß Christus Jesus ein hervorragender Schriftleiter gewesen wäre. Er war sich sehr wohl alles dessen bewußt, was in der Welt vorging. Er lebte nicht in Weltabgeschiedenheit. Er verbrachte seine Zeit auf den Straßen, unter den Menschen. Und er gab gute Richtlinien sowohl für Berichterstatter wie für den Leser.

Jesus warnte davor, sich von Demagogen verführen zu lassen. Er sagte, wie wir im Matthäusevangelium lesen: „Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verführen. Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht. Denn das muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich wider das andere, und werden sein teure Zeit und Erdbeben hin und her.“  Matth. 24:4–7.

Und dies ist die Art der Berichterstattung, die Sie jeden Tag im Monitor finden. Aber es sind nicht die einzigen Nachrichten. Jesu Interessenbereich war groß, und so ist es auch mit dem Monitor.

Jesus wuchs als Sohn eines Zimmermanns heran. Der Monitor hat eine Spalte für das Bauwesen. Jesus sprach in seinen Gleichnissen auch über Landwirtschaft und Handel.

Jesus war oft unterwegs, und er heilte, wo er gerade war. Der Monitor hat eine Reisespalte, die unseren Begriff von der Welt erweitern kann. Was noch wichtiger ist, unsere Zeitung wird rund um den Erdball versandt — und sie heilt, wo immer sie hinkommt.

Jesus war ein Lehrer. Der Monitor hat eine wichtige Seite für Erziehung und Unterricht. Er legte Nachdruck auf Mitgefühl für die Armen. Das tut unsere Zeitung auch. Und was die Kenntnis von wahrer Regierung anbelangt, so hatte er nicht seinesgleichen.

Die Leitartikelseite des Monitors stimmt mit Jesu Lehren überein. Er suchte ständig die Menschen zum Nachdenken anzuregen über das, was sie taten und was um sie her vorging.

Jesus bekämpfte die Ungerechtigkeit. Er deckte auf, und er heilte.

Und das ist heute die grundlegende Aufgabe des Christian Science Monitors.

Erinnern Sie sich an die beiden jugendlichen Straffälligen, die ich anfangs erwähnte? Als ich von ihnen sprach, wie viele von Ihnen sahen da wohl den Irrtum und erkannten dann seine Nichtsheit.

Das ist nämlich genau die Art und Weise, wie wir den Monitor gebrauchen müssen. Zunächst sehen wir das Böse, das die Berichterstatter aufgedeckt haben, und dann erkennen wir seine Nichtsheit.

Das heißt den Monitor gebrauchen, um zu heilen.

Wenn wir das tun, beten wir selbstlos und lieben somit unseren Nächsten.

Und das ist die Art und Weise, wie der Monitor die ganze Menschheit segnen wird.

WIE DIE LEKTIONSPREDIGT DEN CHRISTLICHEN WISSENSCHAFTER MIT DEM GEISTIGEN RÜSTZEUG VERSIEHT, UM ZUR HEILUNG DER WELT BEIZUTRAGEN

Zu allen Zeiten haben sich die Menschen an ihre Pastoren um Trost und Hilfe gewandt. Und in den ersten Jahren der christlichwissenschaftlichen Bewegung gab es noch persönliche Pastoren in unserer Kirche, die christlich-wissenschaftliche Predigten hielten, und es ging viel Gutes daraus hervor. Aber Mrs. Eddy betete und arbeitete unaufhörlich für das Wohl der Kirche, und sie erkannte, daß persönliche Auslegungen von Bibeltexten dem wissenschaftlichen Christentum nicht zum besten dienten. Wie Sie alle wissen, bestimmte sie dann im Jahre 1895 die Bibel und das Lehrbuch Wissenschaft und Gesundheit zu unserem einzigen Prediger — zum Pastor der Kirche Christi, Wissenschafter, in der ganzen Welt. Zuerst wurden innerhalb und außerhalb der Bewegung einige Bedenken laut, und selbst Kritik wurde geäußert. Dies würde bestimmt das Ende der Kirche bedeuten, denn von jeher waren große und redegewandte Prediger das Fundament erfolgreicher Kirchen gewesen.

Sehr bald stellte sich jedoch heraus, daß die Lektionspredigt als Pastor unserer Kirche ihr Amt erfolgreich ausübte. Und im Oktober des Jahres 1895 berichtete der Schriftführer Der Mutterkirche: „Die Predigten unseres neuen Pastors, der Bibel und des Lehrbuchs Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, die unsere Pastorin Emerita, Rev. Mary Baker Eddy, bestimmt hat, tun unermeßlich viel Gutes.“  Historical Sketches von Clifford P. Smith, S. 194;

Und seither haben sie „unermeßlich viel Gutes“ getan. Ich denke an die Zeit, als mein Mann und ich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa gingen. Überall, wo wir hinkamen, sahen wir, wie Länder nach der grausamsten Zerstörung von Städten, Häusern und Eigentum wieder aufbauten. Christlichwissenschaftliche Gottesdienste waren in einigen dieser Länder gesetzlich aufgehoben worden. Doch die Vierteljahrshefte der Christlichen Wissenschaft, die die Lektionspredigten enthalten, brachten den dortigen Christlichen Wissenschaftern lebendigen Trost und große Inspiration. Mitunter waren die Lektionen mit der Hand abgeschrieben worden und oftmals viele Monate alt. Aber das machte nichts. Ihr Pastor war unter ihnen!

Sehr demütig sagten jene, die wir trafen, im wesentlichen: „Gott sei Dank für die Lektionspredigten. Sie waren ein Glied, das uns mit geistiger Gesundheit und Sicherheit und Frieden vereinigte. Wir wußten, daß sie in der ganzen Welt von denen, die sie studierten, geliebt wurden und daß das Licht, das sie ausstrahlten, und die Zusammengehörigkeit, die sie predigten, die Welt erleuchteten. Wir haben gelernt, dieses Licht nicht zu messen, sondern zu wissen, daß es die herrliche Widerspiegelung der Liebe unseres universalen Vater-Mutter Gottes ist, das der ganzen Menschheit den Weg zeigt.“

Und so ist es auch heute — sie tun in der ganzen Welt für die gesamte Menschheit „unermeßlich viel Gutes“. Wir kennen alle den Grund hierfür. Diese Lektionspredigten, wie Mrs. Eddy sie einführte, unterliegen keinen menschlichen Begrenzungen oder keinem menschlichen Versagen. Sie sind das Wort Gottes, die göttliche Äußerung, die segnet und heilt, die die Menschheit buchstäblich von Furcht und Schmerzen, von Sünde, Krankheit und Tod erlöst. Sie können die Menschheit trösten, weil sie die Menschen überall Gottes immer verfügbarer, unfehlbarer Weisheit, Führung, Seines Schutzes und der Unermeßlichkeit Seiner Versorgung versichern. Was für ein wunderbares Mittel hat uns unsere Führerin mit unseren Lektionspredigten gegeben, um Brücken zu unserer Welt zu schlagen ! Wie machen wir von diesen Brücken Gebrauch?

Es gibt eine alte Fabel über ein Schiff, das vor einigen Jahrhunderten vor der felsigen Küste eines weit entfernten Landes gesunken war. Einige Seeleute waren am Leben geblieben und konnten von ihrem Schiffswrack an Land schwimmen. Doch arg erschöpft, verletzt und voller Furcht vor dem, was ihnen bevorstand, gaben sie auf und starben bald, nachdem sie das Land erreicht hatten.

Einige Zeit später strandete ein anderes Schiff in denselben Gewässern. Wiederum gelang es einigen Seeleuten, ans Ufer zu schwimmen. Auch sie waren erschöpft und voller Furcht. Doch sie gaben nicht so leicht auf wie die ersten. Nachdem sie sich eine Zeitlang ausgeruht hatten, fanden sie eine Quelle mit frischem Wasser und in einer nahegelegenen Bucht einige eßbare Austern. Sie begnügten sich damit, bis sie später — gerade noch am Leben — gerettet wurden.

Wiederum sank ein Schiff vor dieser Felsenküste. Und abermals gelang es einigen Seeleuten, an Land zu schwimmen. Auch sie waren vom Sturm erschöpft. Auch sie hatten Furcht. Doch hier hört die Gleichartigkeit auf. Sie machten sich daran, die Situation zu meistern. Sie waren nicht intelligenter als die anderen, sie gebrauchten nur ihre Intelligenz auf intelligentere Weise! Sie fanden die Wasserquelle und die Austernbank. Doch damit gaben sie sich nicht zufrieden. Sie suchten weiter an der Küste entlang und fanden eine Stelle, wo es größere Austern gab. In den Austern fanden sie Perlen, und aus Schilf und Binsen machten sie sich kleine Beutel, in denen sie die Perlen aufbewahrten. Als sie einige Zeit später gerettet wurden, waren sie stark und gesund, hatten für ihre Familien ein Vermögen an Perlen und konnten außerdem dem Kapitän des Schiffes, das sie rettete, eine Seekarte übergeben, die helfen würde, zukünftigen Schiffbruch in jenen Gewässern zu vermeiden.

Was tragen wir dazu bei, um Schiffbruch in den unruhigen Gewässern unserer heutigen Welt zu verhüten? Wie teilen wir unsere große Gabe, die Christliche Wissenschaft, mit der Menschheit? Wie teilen wir unsere Lektionspredigten, jene großartigen Botschafter des Heilens und der Liebe, mit den Männern und Frauen in allen Ländern? Wie unterstützen wir unsere Lektionspredigten? Machen wir es wie die erste Gruppe von Seeleuten, die aufgab, ehe sie überhaupt versucht hatte — erreichen wir metaphysisch gesehen das Ufer, berühren den Saum des Gewandes der Wahrheit, aber gehen keinen Schritt weiter? Oder sind wir wie die zweite Gruppe, die ihre Gelegenheiten nur so weit wahrnahm, daß sie durchkommen konnte — überfliegen wir unsere Lektionen und sehen sie vielleicht nur als unsere Pflicht an? Tun wir, nachdem wir das Ufer erreicht haben, gerade nur so viel, daß wir am Leben bleiben? Oder sind wir wie die dritte Gruppe — studieren wir diese Lektion wirklich und wahrhaftig, voller Dankbarkeit, und lieben sie von ganzem Herzen und wissen, daß sie das kostbare Wort Gottes für die ganze Menschheit sind?

Die Wichtigkeit der Lektionspredigt beim Heilen der Welt sowie unsere Beteiligung an dieser Heilung kann durch die überheblichen Drohungen des Bösen nicht untergraben werden. Das Böse hat keine Macht. Gott, das unendlich Gute, ist allmächtig.

Es wird gesagt, daß Mrs. Eddy das große Verlangen hatte zu heilen. Wie erfolgreich hat sie dieses Verlangen allgemein anwendbar gemacht! Auch wir sehnen uns danach, zu heilen, zu geben! Freudig und reichlich geben wir den Bedürftigen Nahrung und Geld, und das ist gut! Doch unseren Pastor mit der Welt zu teilen — das ist wirkliche Substanz, unzerstörbare Substanz, ewige Substanz.

Wie oft hören wir jemanden sagen oder sagen wir zu uns selbst: „Diese Lektion enthält gerade das, was ich brauche. Es ist, als wäre sie gerade für mich gemacht worden!“

Dies trifft auch für die Welt zu. Die Lektion ist gerade das, was die Menschheit braucht. Sie wurde liebevoll für unsere Mitmenschen — für die ganze Welt vorbereitet.

Jeder von uns im Bau ein Stein —
Laßt uns der Gnade würdig sein,
Wahrheit der Welt zu verkünden. Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 176;

Die Welt beginnt vor unserer Türschwelle! Was für ein unermeßlich wunderbares Geschenk haben wir, um es mit ihr zu teilen! Christus Jesus sagte: “Gehet hin in alle Welt ... prediget das Evangelium ... macht Kranke gesund ... umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch.“  Mark. 16:15, Matth. 10:8.

WIE DAS CHRISTIAN SCIENCE JOURNAL UNS DAS RÜSTZEUG ZUR HEILUNG DER WELT GIBT

Jeden Monat, wenn unser Journal eintrifft, betrachten wir es liebevoll, aber sehen wir in ihm wirklich die große Macht zum Guten in der heutigen Welt? Unsere Führerin tat dies. Sie sagte von ihm: „Liebe Leser, unser Journal ist dazu ausersehen, jedem Heim, in das es Einlaß findet, Gesundheit und Glück zu bringen und allen größere Kraft zu verleihen, gut zu sein und Gutes zu tun. Wenn ihr einen so lauteren Vorsatz lebendig erhalten wollt, werdet ihr unsere Hoffnung, ihn zu verwirklichen, dadurch unterstützen, daß ihr das Christian Science Journal, von dem jetzt der fünfte Jahrgang erscheint, liebevoll fördert. Es ist mit dem neuen, kostbaren Frühlingsgewand des Heilens durch Wahrheit angetan.“  Vermischte Schriften, S. 262 ;

Wenn Sie über diese Erklärung nachdenken, werden Sie entdecken, daß sie sich auf das Rüstzeug bezieht, das unser Journal liefert. Meine heutige Ansprache befaßt sich mit diesem Rüstzeug.

Christus Jesus hatte kein solches, schon vorhandenes Rüstzeug zur Verfügung, wie wir es haben; auch Mrs. Eddy hatte es nicht. Sie mußten es sich durch große Geistigkeit und Gehorsam gegen Gottes Gebot selbst schaffen. Mrs. Eddys Mission war es, die endgültige Offenbarung der Wissenschaft des Christus darzubieten, und dann erkannte sie die Weisheit, geistiges Rüstzeug vorzusehen, das dem Zweck dient, die Christliche Wissenschaft in der Welt zu fördern. Wenn sie sagt, daß „unser Journal dazu ausersehen ist, jedem Heim, in das es Einlaß findet, Gesundheit und Glück zu bringen und allen größere Kraft zu verleihen, gut zu sein und Gutes zu tun“, so ersehen Sie daraus, daß sie zwei Arten von Rüstzeug anführt: erstens das allgemein anwendbare Rüstzeug, zweitens das spezielle Rüstzeug, und schließlich deutet sie an, wie wir dieses Rüstzeug gebrauchen sollen.

Betrachten wir das allgemeine Journal-Rüstzeug. Die ausführlicheren Aufsätze und Leitartikel ermöglichen eine tiefgehende Behandlung der Probleme und ihre metaphysische Lösung. Die Zeugnisse geben den lebendigen Beweis von der Anwendbarkeit dieser Wahrheiten. Die Kirchennachrichten verbinden uns enger mit der Tätigkeit in der Zentrale und im ganzen Felde der Bewegung. Das Kirchenverzeichnis — ein wahrhaft internationales — gibt an, wo sich die Kirchen und Lesezimmer befinden. Und was würden wir ohne jenes wichtige Verzeichnis anfangen, das die Praktiker und Pflegerinnen aufführt!

Nun zu unserem speziellen Rüstzeug — zu jenem, das mit seiner heilenden, befreienden Wirkung unmittelbar auf die Weltprobleme abgestimmt ist.

Nehmen wir das aufrüttelnde Januarheft mit seinem Leitthema „Gerechtigkeit“. Ein Leitartikel war betitelt „Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“. Nun, wir alle wissen, daß Gerechtigkeit — um Gerechtigkeit zu sein — in Gott gefunden werden muß. Wir können also sehen, wie wahrhaft gottgesandt diese Ausgabe war.

Gibt es irgendeinen Teil der menschlichen Gesellschaft, der heute mehr der Führung und Liebe bedarf als unsere Jugend? Die Universitäten, hier und anderswo, schäumen über von Aufruhr, Verwirrung und hypnotischen Anziehungskräften. Die Jugend hat so viel zu bieten: Mut, Frische, Vitalität. Aber ihre Energien und Fähigkeiten müssen oftmals richtig gelenkt werden. Das Februar-Journal brachte der Jugend von heute eine anregende und ermutigende Botschaft. Es waren darin Artikel enthalten, die genau darauf abzielten, der Jugend zu helfen, sich über die Versuchungen des Widersachers zu erheben.

Im April-Journal stand im Mittelpunkt ein Thema, das wir alle besser verstehen lernen müssen: Substanz. Die Artikel machten die christlich-wissenschaftliche Lehre verständlich, daß Geist und nicht Materie wahre Substanz ist. Ein anderer Artikel zeigte, daß geistige Aktivität, deren Ergebnis Heilungen sind, die Substanz der Kirche in der Christlichen Wissenschaft ist.

Das bringt uns zum dritten Gesichtspunkt in bezug auf das Rüstzeug des Journals: seine Anwendung. Unsere Führerin bat uns, dabei mitzuhelfen, daß das Journal seine ihm von Gott gegebene Mission erfüllt. Es genügt nicht, es zu abonnieren. Wir müssen es gebrauchen, und zwar sinnvoll!

Verrichten wir unsere metaphysische Arbeit, um die Botschaft unseres Journals zu unterstützen? Tun wir sie täglich? Sie wissen, daß das Journal — wie alle Missionare — im Licht des göttlichen Prinzips, das sein Erscheinen veranlaßte, verstanden werden muß. Weit mehr Christliche Wissenschafter sollten dafür schreiben, und wir alle sollten seine inspirierenden Aufsätze und Leitartikel lesen und lieben und die Inspiration mit unserer Familie und unseren Freunden teilen. Geteilte Inspiration ist doppelte Inspiration. Schüchterne Zurückhaltung ist nicht angebracht.

Wäre nicht zum Beispiel gerade die Ausgabe mit dem Thema „Substanz“ für irgendeinen Ihnen bekannten Geschäftsmann, der sich mit höheren Steuern, höheren Löhnen und den Komplikationen des Computer-Zeitalters abmüht, von Segen gewesen? Oder vielleicht für einen Freund mit einem sogenannten geringen Einkommen? Oder vielleicht für jemanden, dessen Vertrauen auf materielle Hilfsmittel gering geworden ist?

Ja, das fleischliche Gemüt möchte unter solchen Masken wie Schüchternheit, Unwissenheit, Gleichgültigkeit oder Begrenzung das Journal daran hindern, seine Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen diese hemmenden Annahmen als Waffen des sterblichen Gemüts behandeln, die gegenüber der Macht des Geistes machtlos sind.

Wir alle wissen, daß der Widerstand gegen die Wahrheit viele Formen annimmt. Sogar Gleichgültigkeit unsererseits ist eine Form des Widerstandes. Deshalb dürfen wir nicht stillstehen. Aufzubauen ist die beste Art und Weise, den Widersacher zu packen. „Ein Widersacher ist“, wie Mrs. Eddy sagt, „jemand, der sich widersetzt, der leugnet, streitet, nicht jemand, der aufbaut und die Wirklichkeit und Wahrheit aufrechterhält.“  Wissenschaft und Gesundheit, S. 580; Wenn wir nicht aufbauen, reißen wir nieder, und kein Christlicher Wissenschafter möchte zu einer Abrißkolonne gehören.

Die Bibel ist voller Beispiele von wachsamen Baumeistern. Sie liefen nicht vor den Herausforderungen davon, sondern stellten sich ihnen! Nehemia benutzte sein ihm von Gott gegebenes Rüstzeug, um erfolgreich zu bauen und die Sanballats und Tobias — die Abrißkolonne seiner Zeit — zu besiegen.

Christus Jesus, der größte geistige Baumeister, benutzte sein Rüstzeug des geistigen Verständnisses, um jede Lage besser zurückzulassen, als er sie vorgefunden hatte. Er kannte keinen Achtstundentag mit Feiertagen und freien Sonnabenden. Er war immer in dem Geschäft seines himmlischen Vaters tätig. Auch wir müssen es sein. Wir mögen Überstunden machen müssen, aber es bringt ständig Zinsen. Wir haben uns verpflichtet — jeder einzelne von uns —, das Böse zu vermindern, und wir müssen dieser Verpflichtung nachkommen. Ganz gewiß können wir dies für unsere Welt tun.

Wir können es uns nicht leisten, unsere Zeitschriften leichtzunehmen. Wenn Flugzeuge schneller als der Schall fliegen, wenn Astronauten den Mond umkreisen, müssen wir unser begrenztes, selbstgefälliges Denken aufgeben und die Herausforderung aufgreifen, das geistige Denken zu seinen höchsten Möglichkeiten zu entfalten.

Als Jesus die Siebzig aussandte und diese mit Freuden zurückkehrten und berichteten: „Herr, es sind uns auch die bösen Geister Untertan in deinem Namen“  Luk. 10:17;, waren sie sehr gestärkt und ermutigt durch ihre eigene Arbeit und ebenso gesegnet wie diejenigen, die sie geheilt hatten. Von der Macht des Christus, der Wahrheit, angetrieben, werden auch wir heute in die Welt hinausgeschickt, unser geistiges Rüstzeug zu benutzen, um zu heilen und zu erleuchten. Und auch wir werden mit Freuden zurückkommen.

Bedenken Sie, Mrs. Eddy forderte uns auf, das Journal in seiner heiligen Mission zu unterstützen. Diese Mission ist eine Weltmission. Wir sind ihrem Ruf in gewissem Grade gefolgt, sonst wären wir heute nicht hier. Und wenn wir zu diesem Zweck zusammenarbeiten, können wir den Lohn jener lieblichsten aller Lobesbezeugungen empfangen: „Du bist ... getreu gewesen“  Matth. 25:21. !

WIE DER CHRISTIAN SCIENCE SENTINEL UND DER HEROLD DER CHRISTLICHEN WISSENSCHAFT DEM EINZELNEN CHRISTLICHEN WISSENSCHAFTER BEI DER HEILUNG DER VÖLKER HELFEN

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Die Menschheit scheint noch weit davon entfernt zu sein, die Probleme zu lösen, die sie seit Beginn der Geschichte geplagt haben. Die Lösungen für solche Probleme scheinen noch weit vor uns zu liegen — der Verzicht auf Gewaltanwendung als Mittel zur Beilegung von Streitigkeiten, ein gerechtes System der Verteilung materieller Güter an alle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, ein Übereinkommen in internationalen Angelegenheiten, so daß ein gerechtes und blühendes Gemeinschaftsleben für die Zweidrittel der Weltbevölkerung, die in Armut und Entbehrung leben, gesichert ist.

Um zu verstehen, daß die unharmonischen Zustände, die wir überall sehen — Krieg, Armut, Ungerechtigkeit, Krankheit und Hoffnungslosigkeit —, illusorisch sind und daß Harmonie, nicht Disharmonie, Gutes, nicht Böses, Liebe, nicht Haß die einzige Wirklichkeit darstellen, bedarf es einer beständigen Läuterung und Klärung des Denkens. Die christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften tragen in hohem Maße zu diesem Prozeß bei, indem sie uns die Wahrheit vor Augen halten, die Mrs. Eddy in Wissenschaft und Gesundheit mit den Worten ausdrückt: „Alle Wirklichkeit ruht in Gott und Seiner Schöpfung und ist harmonisch und ewig.“  Wissenschaft und Gesundheit, S. 472 ;

Der heilende Einfluß dieser Wahrheit auf die Welt tut sich auf dreierlei Art und Weise kund — erstens: in unserem individuellen Bewußtsein, zweitens: in der Ausbreitung der Bewegung überhaupt und drittens: in seiner umgestaltenden Wirkung auf das Weltdenken.

Die Namen, die Mrs. Eddy dem Christian Science Sentinel und dem Herold der Christlichen Wissenschaft gab, sind an sich schon beachtenswerte Definitionen ihrer belebenden, läuternden und aufrüttelnden Funktion. Das Wort „Sentinel“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wachsamkeit. Ein „Herold“ ist eine Person, die bedeutsame Nachrichten verkündet, ein Vorläufer, ein Vorbote.

Wie zutreffend sind doch diese Namen für unsere Zeitschriften! Wieviel Weisheit und Erkenntnis bewies Mrs. Eddy! Sie werden sich erinnern, daß sie am 1. September 1898 das Christian Science Weekly gründete, doch nach weniger als fünf Monaten änderte sie seinen Namen in Christian Science Sentinel. Eine Erklärung in der ersten Ausgabe des Sentinels bringt zum Ausdruck, daß ein Sentinel jemand ist, „der Wache hält oder Posten steht, um eine Überraschung zu verhindern“, und fordert uns alle dringend auf, „Posten auf dem Wachtturm der Wahrheit“  Sentinel vom 26. Jan. 1899; zu sein.

Die erste Ausgabe des Christian Science Weekly deutete an, welchen Wert Mrs. Eddy auf eine Kenntnis vom Weltgeschehen legte. Sie enthielt die Ankündigung, daß die Zeitschrift „eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Ereignisse in der Welt“  Weekly vom 1. Sept. 1898; bringen würde. Um das Evangelium zu verbreiten, müssen wir darüber informiert sein, was in der Welt vor sich geht. Im Sentinel und Herold hat uns Mrs. Eddy ein Kommunikationsmittel gegeben, durch das die Wahrheit in die Welt hinausgetragen werden kann.

Die fremdsprachigen Herolde zeigen, daß die Christliche Wissenschaft eine Weltreligion ist, nicht eine amerikanische oder westliche Religion, sondern die für alle Menschen offenbarte Wahrheit. Petrus erfuhr, „daß Gott die Person nicht ansieht“  Apg. 10:34;, und der Apostel Paulus wurde dazu geführt, die Lehren Jesu auch den verachteten Heiden zu verkünden. Er reiste weit umher, um das zu erreichen.

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, daß für den Christlichen Wissenschafter in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschafter mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen. Die ständig zunehmende Reichweite der in dieser Weise verbreiteten Botschaft wird vielleicht durch zwei Beispiele aus Indonesien veranschaulicht.

Die meisten Indonesier sind Moslems, und die Moslems haben immer an die Existenz nur eines Gottes geglaubt. Ja, es war der monotheistische Charakter des Judentums und Christentums, der Mohammed anzog und ihn zur Gründung des Islam führte. Doch jetzt beginnen sie durch die Christliche Wissenschaft zu lernen, daß dieser eine Gott unendliches Prinzip ist, dessen geistige Gesetze auf die Probleme des Alltags angewendet werden können, zu lernen, wie Gott heilt, wenn die Beziehung des Menschen zu Ihm geistig verstanden wird.

Ein Student in Indonesien litt an einer sogenannten unheilbaren Krankheit. Er hörte einen Vortrag über die Christliche Wissenschaft und erhielt danach zwei Exemplare der indonesischen Ausgabe des Herolds oder „Bentara“, wie er in jener Sprache heißt. Er studierte sie und bemerkte plötzlich, daß er gesund war. Als einer Tante sein völlig verändertes Aussehen auffiel, begann sie mit ihrer Tochter die christlich-wissenschaftliche Kirche zu besuchen. Der junge Mann brachte auch seine Verlobte mit zur Kirche. Sie sind nun verheiratet und beide ernsthafte Christliche Wissenschafter und Mitglieder Der Mutterkirche.

In einem anderen Fall war ein junger Vater allein zu Hause mit seinem kleinen Sohn, der an einer beunruhigenden Form von Ruhr erkrankt war. Er begann in den Herolden zu lesen, die er erhalten hatte, und ein Leitartikel mit dem Titel „Aufbauendes Argument“ fesselte seine Aufmerksamkeit. Er bemühte sich, die darin enthaltene Wahrheit anzuwenden, und nach drei Tagen war der Knabe vollständig geheilt. Der junge Vater ist jetzt in der Kirchen- und Sonntagsschularbeit tätig.

Dieses wirkungsvolle Mitglied aus der Familie der Herolde ist jetzt mehr als sieben Jahre alt. Das Wachstum der Christlichen Wissenschaft in Indonesien läßt sich bestimmt zum Teil auf seine weite Verbreitung zurückführen. Immer wieder hört man, daß ein Indonesier durch das Lesen eines „Bentara“ zum ersten Male mit unserer Religion in Berührung kam. Es ist kein Wunder, daß in Indonesien die Menschen, die mehr über diese wundervolle Wahrheit wissen möchten, zu den Vorträgen über die Christliche Wissenschaft in Scharen herbeiströmen und daß sich die Bewegung dort rasch ausbreitet. Die fremdsprachigen Herolde tragen zu diesem Prozeß bei, indem sie die Wahrheit jenen nahebringen, die sie andernfalls vielleicht nie kennenlernen würden. Es gibt keinen Ersatz für Kommunikation in der Landessprache.

Ich habe hauptsächlich von Indonesien gesprochen, weil ich aus eigener Erfahrung darüber sprechen kann, denn ich habe über achteinhalb Jahre dort gelebt. Während der letzten zwei Jahre, die meine Frau und ich dort verbrachten, war die amerikanische Gemeinde gewaltigen Spannungen und Belastungen ausgesetzt. Die von Kommunisten kontrollierten Gewerkschaften weigerten sich eine Zeitlang, amerikanische Postsendungen anzunehmen oder auszuliefern, der elektrische Strom wurde in den von Amerikanern bewohnten Häusern abgeschaltet, die Büchereien des Informationsdienstes der Vereinigten Staaten (USIS) wurden angezündet, die Fenster unserer Residenz eingeschlagen und das Mobiliar zum Teil verbrannt. Am 14. März 1964 enthielt der Christian Science Sentinel einen Leitartikel mit dem Titel „Keine Gewalttätigkeiten im Lande“, der mir sehr dabei half, an der Wahrheit festzuhalten, daß Gewalttätigkeit etwas ist, wovon Gott keine Kenntnis nehmen konnte, und daß das Böse nur sich selbst zerstören kann.

Wir empfingen auch Hilfe durch zwei Artikel aus einem älteren Sentinel über „Rechte Selbstidentifizierung“ und „Wer ist unser Nächster?“ Der erste unterstrich, daß Christus Jesus der große Beispielgeber für rechte Selbstidentifizierung war und daß die Identität des Menschen die Widerspiegelung des Geistes, Gottes, ist. Der zweite legte Nachdruck auf das Gebot der Bibel „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“  3. Mose 19:18; und zeigte, daß das alle Menschen überall betraf.

Während dieser Zeit sagte der Botschafter eines anderen Landes zu mir, dessen Residenz ebenfalls das Ziel heftiger Demonstrationen gewesen war: „Wie erhalten Sie sich unter diesen Umständen Ihren Gleichmut?“ Ohne zu zögern antwortete ich: „Sie müssen zu sich selbst mit Jesus sagen:, Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun !‘  Luk. 23:34;

„Ich wünschte, ich könnte so liebevoll sein“, erwiderte er sarkastisch.

Obgleich ich traurig war über die scheinbare Zerstörung von so viel Schönem — in unserem Heim war ein Spiegel aus der Zeit Ludwig XVI wütend zerschlagen worden, und Glassplitter und Steine häuften sich in unserem Wohnzimmer, Eßzimmer und sogar im Schlafzimmer —, entdeckte ich plötzlich, daß ich nicht das geringste Gefühl von Groll oder Haß gegen diejenigen hegte, die das getan hatten. Mein Herz war nur von Liebe für das indonesische Volk erfüllt und von einer klaren Erkenntnis der Unpersönlichkeit und Selbstvernichtung des Bösen.

Ich könnte noch viele Illustrationen bringen, die zeigen, wie der Sentinel und Herold den Weg der Christlichen Wissenschafter erleuchten, die sich bemühen, mit ihrem Wissen die Übel der Welt zu heilen. Die Engelsbotschaften dieser Zeitschriften erreichen uns stets, wenn sie am meisten gebraucht werden.

In der Bibel lesen wir: „Die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.“  Offenb. 22:2; Ich habe oft daran gedacht, daß man die Bedeutung des Buchstabens nicht überspannt, wenn man diese Blätter als die Seiten der biblischen Bücher und von Wissenschaft und Gesundheit sowie der Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft ansieht, die das Wort der Wahrheit, das in diesen beiden großen Büchern enthalten ist, in die Welt hinaustragen. Unsere Führerin gibt uns folgende tröstliche Zusicherung: „In unseren Tagen und den kommenden Jahrhunderten wird dieser, Baum des Lebens‘, vom Tau der göttlichen Wissenschaft getränkt, zu größerer Freiheit erblühen, und seine Blätter werden, zur Heilung der Völker‘ dienen.“  Rückblick und Einblick, S. 94;

Unsere Zeitschriften, und nicht zuletzt diese Botschafter, der Sentinel und Herold, sind für die Arbeit der Christlichen Wissenschafter zur Heilung der Völker unerläßlich, sowohl zur Verbreitung des Wortes wie zur Untermauerung unseres Verständnisses von Mrs. Eddys klarer Erkenntnis: „Das Gottes-Prinzip ist allgegenwärtig und allmächtig. Gott ist allüberall, und nichts neben Ihm ist gegenwärtig oder hat Macht.“  Wissenschaft und Gesundheit, S. 473.

Die Versammlung schloß mit Singen des Liedes Nr. 188.

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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