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Original im Internet

Unerschütterliche Freude

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 3. August 2020


Bei der Arbeit an etwas Lohnendem, das anderen zugutekommt, stoße ich gelegentlich auf Widerstand, der mich zu entmutigen droht. Zu solchen Zeiten habe ich festgestellt, dass die Bibel und die Schriften von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, viel Ermutigung und Anleitung enthalten. Mrs. Eddy verwendet den Begriff sterbliches Gemüt für eine angebliche, sündige Mentalität, die Gott, dem Guten, entgegengesetzt ist. Sie schreibt: „So lasst uns den Verkrampfungen des sterblichen Gemüts sanftmütig begegnen und sie erbarmungsvoll vergeben, weise überdenken und liebevoll prüfen, damit seine plötzlichen Ausbrüche uns nicht nur zu anfänglicher, sondern zum Besitz unveränderlicher Freude verhelfen mögen“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 201).

Unveränderliche Freude? Gibt es die? Schlechte Gesundheit, Zukunftsangst, finanzielle Probleme, ein unsicherer Arbeitsplatz, anhaltende Trauer über den Tod eines geliebten Menschen, Einsamkeit, Reue über Fehler der Vergangenheit usw. – all das scheint unsere Freude zu bedrohen. Doch Freude, die von Gott ausgeht, ist unveränderlich. Sie hebt und senkt sich nicht wie die Tide. Sie ist nicht von Umständen abhängig, sondern geistig, beständig, ewig und zutiefst befriedigend. Wir lesen ja in der Bibel: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem es keinen Wechsel und auch nicht den Schatten einer Veränderung gibt“ (Jakobus 1:17).

Betrachten wir also einmal, wie wir die „Verkrampfungen“ – unnormale, heftige Erschütterungen – des sterblichen Gemüts handhaben und seine „plötzlichen Ausbrüche“, seine negativen Anfälle, Schläge und Aufwallungen, überwinden können. Schauen wir einmal, wie Gebet uns helfen kann, unsere mentale Ausgeglichenheit und geistige Gelassenheit zu wahren und den „Besitz unveränderlicher Freude“ zu erlangen. Ich habe festgestellt, dass die obige Aussage von Mrs. Eddy mir geholfen hat, meine Gebete darauf auszurichten, Sanftmut, Vergebung und Liebe zu praktizieren.

Sanftmut

Sanftmut wird vielfach mit Schwäche in Verbindung gebracht – mit jemandem, der zu ängstlich oder zaghaft ist, um bei Problemen, wo moralische Stärke und Mut erforderlich sind, für sich selbst einzustehen. Doch Sanftmut ist moralische und geistige Kraft. Wahre Sanftmut enthält keine Zaghaftigkeit, keine wütende oder gekränkte Reaktion, kein Beleidigtsein, keinen Wunsch auf Revanche, wenn man unfair kritisiert oder missverstanden wird. Sanftmut ist eine geistige Haltung, die von Gott ausgeht und wertgeschätzt, gestärkt und in unserem Umgang mit anderen ausgedrückt werden muss. Sie ist kein passiver Zustand, sondern manifestiert sich in Selbstkontrolle. Sie reagiert nicht unwillig, sondern übt Herrschaft aus.

Vergebung

Christus Jesus lehrte uns in seiner Bergpredigt, anderen barmherzig zu vergeben, wenn wir Vergebung erlangen wollen. „Wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, dann wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben“ (Matthäus 6:14). Wie der Meister aller Christen vergab auch Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, barmherzig ihren Feinden. Sie überwand Hass, Verleumdung, Verfolgung und Erniedrigung aus allen möglichen Richtungen, darunter von Geistlichen und Reportern, indem sie sich auf die göttliche Liebe stützte und in ihr verharrte. Sie befolgte den Rat, den sie anderen in einem ihrer Gedichte gab, beständig selbst: „Herz, harre aus: für Hass lieb um so mehr / Gott ist ja gut, Verlust ist segenschwer“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 389). Vergebung, die die Sünde vom Sünder trennt und so liebt, wie Gott liebt, segnet den vom Weg Abgeirrten und ermöglicht es dem Vergebenden, den eigenen Weg fortzusetzen und Frieden und Freude zu finden.

Liebe

Mrs. Eddys Artikel „Liebet eure Feinde“ (siehe Vermischte Schriften, S. 8–13) ist eine tröstliche, heilende Ressource für alle, die zeitweise an Anfeindungen oder unfairer Kritik zu leiden scheinen. Wir lernen beim Lesen, wie man hasserfüllte Ausbrüche und andere negative Reaktionen handhaben kann. Dort heißt es: „‚Liebe deine Feinde‘ ist gleichbedeutend mit ‚du hast keine Feinde‘. Wie kann diese Behauptung auf jene bezogen werden, die dich ohne Ursache gehasst haben? Einfach dadurch, dass jene unglückseligen Menschenkinder tatsächlich deine besten Freunde sind. Von Anfang bis zu Ende tun sie dir weit mehr Gutes, als du mit deiner augenblicklichen Vorstellung vom Guten fassen kannst“ (S. 9).

Wie können Menschen, die uns hassen, uns etwas Gutes tun? Können sie uns wirklich „zum Besitz unveränderlicher Freude verhelfen“? Menschliche Beziehungen mögen uns enttäuschen, doch dadurch wenden wir uns Gott, unserem besten und ewigen Freund, zu, der uns nie verlässt oder im Stich lässt. Unser himmlischer Vater-Mutter-Gott, in dem wir leben, weben und sind (siehe Apostelgeschichte 17:28), liebt uns unvoreingenommen mit göttlicher Zuneigung, und wenn wir diese Beziehung bewusst und dankbar wahrnehmen, erlangen wir unaussprechlichen Frieden und dauerhafte Freude.

Viele menschliche Beziehungen bereichern und erfüllen uns. Doch das Glück, das wir daraus erlangen, ist nicht immer von Dauer. Ablehnung, zerbrochene Freundschaften oder der Tod von Verwandten und Freunden reden uns vielleicht ein, dass Freude und Gutes sehr unsicher sind. Mrs. Eddy schreibt jedoch: „Geistige Entwicklung keimt nicht aus dem Samen, der in den Boden materieller Hoffnungen gesät ist, sondern wenn diese vergehen, pflanzt Liebe erneut die höheren Freuden des Geistes fort, an denen kein Makel der Erde haftet“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 66).

Diese „höheren Freuden des Geistes“ sind ewig. Sie hängen nicht von Umständen oder persönlichen Beziehungen ab, auch nicht von den Beziehungen, die uns besonders lieb und teuer sind. Sie beruhen auf unserem Bewusstsein unserer Beziehung zu Gott als Seine geliebten, behüteten Söhne und Töchter – und diese „höheren Freuden“ wachsen, wenn wir andere lieben und versorgen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung.

Nachdem eine enge Beziehung zerbrochen war und mir die Zukunft leer erschien, ermunterte mich eine Freundin, die Möglichkeit einer erfüllenden Stellung in der Mutterkirche, der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, in Boston in Erwägung zu ziehen. Ich bat Gott im Gebet um Führung und Anweisung, überdachte diese Option, und wurde bald darauf dort angestellt. Ich verbrachte drei glückliche, erfüllte Jahre in dieser Rolle und erlebte auch eine Heilung des Beziehungsproblems. Ich verstand, dass „Glück ... geistig, aus Wahrheit und Liebe geboren“, ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 57) – dass es nicht auf einer persönlichen Beziehung beruht, sondern auf einem immer tiefergehenden Verständnis der Beziehung zu Gott.

Und dann folgte ich einem göttlichen Impuls und kehrte in meine Heimatstadt zurück, wo ich die heilende Mission der christlich-wissenschaftlichen Praxis aufnahm. Diese Arbeit, in der ich nun etliche Jahre tätig bin, stellt mir unveränderliche Freude bereit.

Jegliche selbstlose Arbeit, die anderen und einem selbst zugutekommt und das geistige Wachstum fördert, befähigt einen, diesen Besitz zu erwerben, egal wie viel Widerstand dagegen zu existieren scheint.

Das englische Wort tenure im eingangs erwähnten Zitat (übersetzt mit Besitz) bedeutet unter anderem auch eine dauerhafte, garantierte Arbeitsstelle. Geistige Freude ist nicht unsicher, gefährdet oder von kurzer Dauer, denn sie gründet sich auf etwas Wirkliches und Verlässliches – unsere unzerreißbare Beziehung zu Gott, dem Guten. In Wissenschaft und Gesundheit heißt es dazu: „Wenn das Wirkliche, das von der Wissenschaft angekündigt wird, erreicht ist, wird Freude nicht mehr zu erschüttern sein, noch wird Hoffnung trügerisch sein“ (S. 298).

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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