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Original im Internet

Verletzungen aus der Vergangenheit geheilt

Aus der Juni 2019-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 2. April 2019 im Internet.


Eines Tages stand ich am Fenster in meiner Praxis, schaute in den Garten und pulte an einer kleinen Wunde auf meinem Daumengelenk. Ich dachte über die Frage nach, ob wir etwas heilen können, das in der Vergangenheit passiert ist, uns aber heute noch bedrückt. Es erschien mir völlig logisch, dass das nicht nur möglich, sondern ganz natürlich ist. Es gibt nur die gegenwärtige Wirklichkeit Gottes und Seiner geistigen Schöpfung, und Er erfüllt diese Wirklichkeit mit Seiner Vollkommenheit, die immer vollständig und harmonisch ist.

Mein Blick fiel auf die Wunde. Ich hatte mich dort zwei oder drei Jahre davor beim Kochen geschnitten, die Wunde versorgt und weiter gekocht. Diese Wunde hatte im Laufe der Zeit wildes Fleisch gebildet; es war eine hässliche Stelle oben am Daumengelenk entstanden, die seither Schorf bildete und stetig wuchs.

Mir kam der Gedanke, dass Gott keine Unfälle kennt (siehe Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 424). Wenn das so ist, konnte und kann dieser Schnitt in Wirklichkeit nicht nachwirken. Wie sollte ich etwas kennen, was Gott nicht kennt? Von diesem Standpunkt absoluter Wirklichkeit betrachtet, hatte ich mich nicht schneiden können, weil Gott Seine gesamte Schöpfung ohne Unterbrechung regiert. So sagte ich laut: „Vater, lass es mich demonstrieren.“

Ich wandte mich von meinem Fenster ab, setzte mein Tagewerk fort und vergaß die Sache. Drei Tage später stand ich an der gleichen Stelle in meiner Praxis und mir fielen diese Gedanken wieder ein. Ich schaute auf meinen Daumen und er war vollständig wiederhergestellt!

Einige Wochen später bekam ich die Gelegenheit, das Heilen eines in der Vergangenheit abgeschlossenen Vorgangs noch einmal zu demonstrieren. Mein Mann und ich hatten nach längerer Zeit das Radfahren für uns wiederentdeckt, und es macht so viel Spaß! Wir fahren seitdem bei jedem Wetter.

Bei einer dieser Touren goss es in Strömen. Trotz eigentlich gutem Regenzeug waren wir durchnässt, weil das Wasser seine Kanäle direkt in Pullover und Hose fand, bis hinunter in die Schuhe. Beim Bäcker kurz vor unserem Heim hielten wir, um uns etwas zu Essen zu kaufen. Da sich jedoch mein Regenzeug irgendwie mit dem Pedal verhakt und ich das nicht bemerkt hatte, stürzte ich beim Absteigen der Länge nach auf den nassen Asphalt. Mir tat alles weh. Mein Mann stellte mich wieder auf die Füße und dann fuhren wir nach Hause.

Abends beim Kochen merkte ich, dass ich meinen Daumen nicht benutzen konnte. Er passte nicht mehr durch den großen Griff der Haushaltsschere, so geschwollen war er. Außerdem fror ich immer noch von unserer Radtour und fühlte mich gar nicht wohl. So kroch ich irgendwann ins Bett. Aber in der Nacht wachte ich vor Schmerzen auf. Eine Schulter, beide Ellenbogen, die Hüften, Knie, Schienbeine und Fußknöchel taten weh, von der Hand gar nicht zu reden.

Ich fragte mich: „Was sagst du, wenn dir jemand von einem Unfall, den er erlebt hat, berichtet? Nun, du sagst, dass es bei Gott so etwas nicht gibt. Wenn wir stürzen, können wir uns sagen, dass wir direkt in Gottes Arme, Seine Liebe, stürzen.“ Nur leider fühlte es sich nicht so an. Doch jetzt dachte ich daran, dass nichts neben einem allgegenwärtigen und allmächtigen Gott existieren kann. Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit: „Gott erschafft alle Formen der Wirklichkeit. Seine Gedanken sind geistige Wirklichkeiten“ (S. 513). Ich fing an, mit dieser Tatsache zu beten.

Ich vertiefte mich in meine Gedanken und begann, mich still gebetvoll an Gott zu wenden. Ich überlegte, dass ich in dem Moment des Sturzes und auch danach nicht sehr ernsthaft gebetet hatte. Aber es ist nie zu spät, um die Vergangenheit zu heilen. Wir können uns von den Nachwirkungen jeder Situation befreien, indem wir anerkennen, dass wir genau in dem Moment, als ein Streit, etwas Bedrohliches oder eben ein Unfall stattzufinden schien, vollständig behütet wurden. Gott, die unendliche Liebe, ist die einzige Wirklichkeit und verhindert alles, was dem Guten unähnlich ist.

Als ich weiter betete, hielt ich an dem Gedanken fest, dass ich nicht auf den Asphalt gefallen war und mich verletzt hatte, sondern dass ich nur direkt in die liebenden Arme Gottes hatte fallen können, weil Er allen Raum erfüllt. Ich empfand dies sehr intensiv und wusste, dass dieses die einzige Wahrheit ist, die es gibt. Der Glaube an einen Unfall war der geistigen Wirklichkeit Gottes in meinem Bewusstsein gewichen.

Irgendwann schlief ich ein. Als ich am nächsten Morgen aufstand, war ich völlig schmerzfrei. Der Daumen war wieder vollkommen abgeschwollen und in Ordnung.

Ja, wir können die Vergangenheit heilen, weil wir für immer in der Gegenwart Gottes, im Zentrum Seiner Liebe, existieren. Ich bin unendlich dankbar für die Christliche Wissenschaft.

Inge Hake
Lehrte, Deutschland

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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