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Original im Internet

Für Jugendliche

Ich, helfen? Aber sicher!

Aus der Oktober 2017-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 7. August 2017 im Internet.
Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 14. Juni 2017.


F: Wie kann ich in einer Situation beten, wenn mich niemand direkt um Hilfe gebeten hat?

A: Beim Beten geht es darum, die Dinge korrekt – geistig – zu sehen. Wir tun das, indem wir unsere Gedanken eng an Gott orientieren und unsere Einschätzung jeder Situation von der Perspektive erheben lassen, die auf Gott, Liebe, basiert. Wenn wir uns wirklich Gottes Gegenwart und Macht bewusst sind, können wir nichts anderes erleben – und das segnet und berührt alle, denen wir begegnen. Wir müssen also nicht darauf warten, dass andere uns um Hilfe durch Gebet bitten, um Hilfe zu leisten. Wir brauchen auch nicht für sie direkt zu beten, um Heilung zu erkennen. Wenn wir unser eigenes vergeistigtes Denken in eine Situation einbringen, beten wir – und das bringt Heilung.

Mit dieser Ausrichtung auf Gott und die Wirklichkeit Seiner geistigen, völlig guten Schöpfung heilten Christus Jesus und Mary Baker Eddy ganz natürlich. Mrs. Eddy wich keinen Deut von Jesu Worten und Werken ab. Sie schrieb: „Wahrhaft beten ... heißt lieben lernen und die ganze Menschheit in eine Liebe einschließen“ (Nein und Ja, S. 39). Sie lebte dieses Gebet jeden Tag.

Eines Tages machte sie eine Pause und ging im Park spazieren, wo ein stark entstellter Mann auf dem Bürgersteig saß. Sie flüsterte ihm ins Ohr: „Gott liebt Sie.“ Er wurde geheilt (siehe Yvonne Caché von Fettweis und Robert Warneck, Mary Baker Eddy: Christliche Heilerin, Erweiterte Ausgabe, S. 88). Mrs. Eddys Bewusstsein war so von Gott erfüllt, dass sie wie Jesus nichts anderes als die Schöpfung der Liebe sehen konnte – geistig und vollkommen. Und sie bewies: „Die geistige Kraft eines wissenschaftlichen, rechten Gedankens – ohne direktes Bemühen, ohne hörbare, ja sogar ohne gedankliche Beweisführung – hat schon oft hartnäckige Krankheiten geheilt“ (Mary Baker Eddy, Grundzüge der göttlichen Wissenschaft, S. 9).

Dieses kleine Gedicht, das ich einst abgeschrieben und in meine Bibel gelegt habe, hilft mir, die Menschheit täglich im Gebet in Liebe zu hüllen:

Lass mich heute,
lieber Gott,
meine Mitmenschen
als Deine Schöpfung sehen,
perfekt, ewig,
liebevoll und freundlich,
die wahre Widerspiegelung
des ewigen Gemüts.

(Elizabeth Sembler, „Today“, [Heute] Christian Science Sentinel, 24, März 1951)

Einmal hatte ich morgens mit diesem Gebet begonnen und mich den ganzen Tag bemüht, jeden Gedanken so auszurichten. Ich bekräftigte Gottes Gegenwart und Macht bei allem, was meine Aufmerksamkeit erregte – die AIDS-Epidemie und verhungernde Kinder in Afrika, Masern in der Grundschule meiner Kinder, ein Schulbusunfall und so weiter. Auf dem Heimweg von der Arbeit machte ich kurz im Einkaufszentrum Halt, als ein Mann vor mir zusammenbrach. Ich beugte mich über ihn, bettete seinen Kopf auf meine Tasche, lockerte ihm die Krawatte und sagte mit Überzeugung: „Sie sind gesund. Ihr Gott ist Ihr Leben.“ Es waren weniger meine Worte als meine geistige Haltung, die bei dieser Situation den Ausschlag gab. Hier, direkt vor mir, war eine weitere Gelegenheit, meinen Mitmenschen als Gottes Schöpfung zu sehen. Und genau so sah ich ihn in dem Moment.

Nach ein paar Minuten kam er zu sich, blinzelte und setzte sich auf, als gerade zwei Sanitäter mit einer Trage kamen − jemand hatte den Mann zusammenbrechen sehen und Hilfe gerufen. Doch dem Mann ging es gut; er stand auf und bedankte sich.

Abends dachte ich über diese kurze, heilige Begegnung nach. Ich hatte keine Sekunde gezweifelt, dass Gott das Leben des Mannes war. Und ich war sicher, dass Liebe alle Kinder Gottes regiert. Diese Überzeugung war Gebet und ich dankte Gott.

Wenn wir unsere Gedanken den ganzen Tag über nahe an Gott halten und uns Seiner Liebe zu allen Seinen Kindern sicher sind, beten wir so, dass wir bereit und nützlich sein können – ob uns jemand um Hilfe durch Gebet bittet oder ob wir in einer Situation sind, wo klares Denken vonnöten ist. Das Bestreben, so zu sehen wie Gott, ist ein Gebet, das die Kraft Seiner Allmacht hinter sich hat.

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 7. August 2017 im Internet.
Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 14. Juni 2017.

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Die Mission des Herold

Die Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft ist, wie Mrs. Eddy sagt, „die universelle Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden“. In einem Wörterbuch wird das Wort „Herold“ wie folgt erklärt: „Ein Vorläufer — ein vorausgesandter Bote, der das Herannahen dessen verkündet, was nachfolgt“. Diese Definition gibt dem Namen Herold eine besondere Bedeutung und deutet überdies auf unsere Verpflichtung hin, die Verpflichtung eines jeden von uns, darauf zu achten, daß unsere Herolde die ihnen anvertraute Aufgabe erfüllen, eine Aufgabe, die untrennbar von dem Christus ist und die zuerst von Jesus verkündet wurde (Mark. 16:15): „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“

Mary Sands Lee, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1956

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