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Original im Internet

Kann unser Gebet Rassenkonflikte abbauen?

Aus der November 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 10. August 2020 im Internet.


Hier in Südafrika wie auch in vielen Teilen der Welt erleben Menschen immer noch den Hass und die Entzweiung, die aus dem hässlichen Schreckgespenst des Rassismus und der Spannungen zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarben entstehen. Ich bete täglich um Heilung. Doch manchmal frage ich mich: „Wie kann Gebet – mein Gebet – dazu beitragen, dieses scheinbar unüberwindliche Unrecht zu heilen, das die Gesellschaft immer weiter belastet?“

Wenn man bei sich selbst anfängt und seine eigenen Vorurteile, falschen Auffassungen und Ängste heilt, so ist mir beim Nachdenken über dieses Thema klargeworden, erhebt es das eigene Denken, und das kann sich heilend auf die Atmosphäre des Denkens auf der Welt auswirken. Aus meinem Studium der Christlichen Wissenschaft habe ich gelernt, dass dies bedeutet zu prüfen, ob ich meine Mitmenschen wahrhaftig so liebe, wie Gott dies tut. Mit anderen Worten, bin ich bereit, begrenzte persönliche Vorstellungen von meinen Mitmenschen aufzugeben und sie als Gottes sündlose, liebenswerte Kinder zu betrachten? Diese geistige Sichtweise von uns allen als Gottes Nachkommen ist im ersten Schöpfungsbericht in der Bibel verwurzelt: „Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Ja, wir sind zu Gottes Ebenbild erschaffen, das geistig ist – ein Ebenbild, das nicht krank oder sündig sein und auch keine Identität haben kann, die der von Gott, dem Guten, unähnlich ist. Christi Jesu Bewusstsein dieser geistigen Individualität entfernte die negativen Bezeichnungen und Begrenzungen der physischen Sinne und stellte Gesundheit und Frieden wieder her.

Wenn ich erlebe, dass in alltäglichen Begegnungen Konflikte aufflammen, wie dies gelegentlich passiert, dann strebe ich in meinen Gebeten danach, mich umso entschlossener an die Wahrheit unseres geistigen Seins zu halten. Ich erkenne an, dass es nur einen Gott, Gemüt, gibt – das einzig wahre Gemüt aller – und dass wir dieses Gemüt widerspiegeln. Das ist das Gemüt, das Christus Jesus zum Ausdruck brachte, in dem kein Vorurteil, kein Hass, keine Ignoranz, keine Uneinigkeit und keine Furcht enthalten sein kann – nur Liebe. Menschliche Umstände können ein anderes Bild zeichnen, doch ich habe festgestellt, dass sich in einer menschlichen Situation vielfach mehr Harmonie zeigt, wenn ich beharrlich das liebe und im Bewusstsein bewahre, was geistig wahr ist.

Vor einigen Jahren erlebte ich einmal sehr klar, wie Gebet aus dieser geistigen Perspektive zu einer friedlicheren Atmosphäre beiträgt. Mein Mann und ich waren an einem Sonntag nach der Kirche zur Polizeiwache gegangen, um einen Diebstahl in der Stadt zu melden. Als wir darauf warteten, dass ein Beamter Zeit für uns hatte, traten mehrere schwarze Arbeiter ein und beschwerten sich lauthals über einen jungen Weißen, der sie ungerecht behandelt hatte. Der junge Mann kam herein, und der Austausch wurde sehr schnell noch hitziger. Alle redeten durcheinander und forderten Aufmerksamkeit, Entschädigung und Gerechtigkeit. Je lauter die eine Seite wurde, desto lauter wurde die andere, und die diensthabenden Polizisten schienen unfähig zu sein, die zunehmend hitzige Konfrontation beizulegen, die nun auch immer rassistischer wurde.

Mein sofortiger Instinkt war, still zu beten, und ich wusste, dass mein Mann ebenfalls betete. Ich wandte mich mental von dem ab, was ich vor mir sah, und bemühte mich anzuerkennen, dass nur Gottes Ebenbild – ehrlich, aufrecht und ohne Hass, Vorurteil oder Furcht – in dem Raum vertreten war. Das war das einzige, was ich in diesen Augenblicken stiller Kommunion mit Gott sah. Ich fühlte nur, wie die Gegenwart des Christus, der Wahrheit – der göttlichen Botschaft an alle – Harmonie wiederherstellte, und bekräftigte, dass jeder von uns auf der Wache das ebenfalls fühlte. Ich kam zu der Überzeugung, dass diese heilende Botschaft durch all den Lärm hindurch zu hören war. Das Geschrei menschlicher Gedanken und Meinungen kann das stille, sanfte Sausen Gottes, der göttlichen Wahrheit und Liebe, nicht übertönen.

Bald darauf wurde es still. Keiner sagte etwas. Die Männer, die kurz zuvor gedroht hatten, einander zu verprügeln, lächelten und gaben sich die Hand. Einer der Männer schaute mich an, lächelte, winkte mir zu und ging.

Der ranghöchste Polizist konnte nicht fassen, was passiert war. Er fragte meinen Mann und mich, ob wir christliche Literatur hätten, die wir ihm geben könnten. Er muss gesehen haben, dass wir zwei Bücher bei uns hatten: die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy. Obwohl wir keine hatten, die wir dem Beamten geben konnten, kehrten wir am folgenden Tag mit beiden Büchern zurück und hinterließen sie für ihn. 

Ich war freudig überrascht, als ich diesen Mann eine Woche später in unserem Leseraum der Christlichen Wissenschaft sah! Er bot uns an, die Bücher zurückzugeben, wenn er sie ausgelesen hatte, doch ich sagte ihm, er könne sie behalten. Er schien erleichtert – wie sich herausstellte, hatten seine Töchter Wissenschaft und Gesundheit genommen und lasen es! Ich gab ihm zwei weitere Exemplare.

Wenn ich das Gefühl habe, als ob ich nicht viel tun kann, um einen positiven Beitrag für die Welt zu leisten, bestätigt mir diese Erfahrung überzeugend, dass jedes Gebet heilende Auswirkungen hat. Wenn wir das Universum und alles, was darin ist, durch die Linse der Allgegenwart und Allmacht Gottes, des göttlichen Geistes, sehen, wird die Glut aus Hass und Disharmonie aufgelöst und die Menschheit auf eine Weise gesegnet, die wir uns gar nicht vorstellen können.

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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