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„Ich verließ den Vortrag geheilt“

Aus der Juli 2004-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich nicht mehr lange leben würde, und beschloss in ein Kloster einzutreten. Dort brachte ich meine Tage mit andächtigem, religiösem Meditieren zu. Das gab mir Kraft und einen immer tieferen inneren Frieden, trotz meiner schlechten körperlichen Verfassung.

Ich war Skilehrer und erfolgreicher Geschäftsmann gewesen. Ich hatte zwei kleine Unternehmen, die Skireisen und Sommerkurse anboten. Von damals bis zu meinem jetzigen Zustand als Körperbehinderter war es ein langer Weg. Ich bezeichnete mich selbst als einen hoffnungslosen Fall.

Als Kind litt ich an einem Knochenleiden. Als Folge davon war ein Bein kürzer als das andere und mein Rückgrat war verkrümmt. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, Sport zu treiben. Ich spielte Fußball und Tennis, surfte und fuhr Rad. Auch nach meinem Schulabschluss war ich noch sportlich aktiv.

1995 fing ich plötzlich an abzunehmen. Die Ärzte konnten sich das nicht erklären. Ich brachte Monate mit klinischen Tests und medikamentöser Behandlung zu. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass ich an Darmreizung litt. Ich konnte bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen. Außerdem litt ich an chronischem Müdigkeitssyndrom. Meine Rücken- und Halsmuskeln waren geschrumpft und mein Hals war aufgrund der Rückgratverkrümmung schwach. Ende 1997 war mein Gewicht auf unter 50 kg gesunken. Außer gekochtem, braunem Reis und rohem, geriebenem Gemüse konnte ich keine Nahrung zu mir nehmen und ich verrenkte mir regelmäßig den Hals und war bettlägerig.

Im Frühjahr 2001 sah ich dann ein Plakat, das einen Vortrag ankündigte. Er handelte von einer Frau, von der ich noch nie gehört hatte: Mary Baker Eddy. Ich konnte nicht verstehen, warum mir das im Gedächtnis haften blieb. Denn ich fühlte mich dieser Frau nicht verbunden und hatte kein Interesse an ihr. Und ich verspürte auch keinen Wunsch, etwas über sie zu erfahren. Außerdem war der Vortragsort für mich als Körperbehinderten schwer zu erreichen. Doch der Gedanke ließ mich nicht los. Er ging mir immer im Kopf herum. Letztendlich entschloss ich mich also, den Vortrag zu besuchen.

Langsam, unter Schmerzen und mit viel Geduld, erreichte ich den Vortragssaal. Ich war erschöpft und litt ziemlich unter Schmerzen.

Was ich dort hörte, gab mir ein ungutes Gefühl. Da war von der Heiligen Schrift die Rede. Als Junge war ich argwöhnisch gegenüber Leuten, die sich mit der Heiligen Schrift befassten. Auch hörte ich viel das Wort „Heilung”. Ich hatte viel Geld für alle möglichen alternativen und natürlichen Heilmethoden ausgegeben, von Akupunktur bis Zonentherapie und vieles mehr. Ich war nicht zu diesem Vortrag gekommen, um geheilt zu werden. Und so ließ mein Interesse schnell nach.

Dann wurde im Vortrag folgende Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit zitiert: „Gott ist zugleich der Mittelpunkt und der Umkreis des Seins” (S. 203). Damit erregte der Vortragende meine Aufmerksamkeit! Sofort fragte ich mich: „Wie in aller Welt kann es sein, dass Gott, der Mittelpunkt und der Umkreis' dieses Seins ist? Dieses Sein mit all seiner Krankheit, seinem Schmerz und den deformierten Knochen.”

Ich erinnere mich auch noch, wie ich hörte, dass der Begriff Gott „gut” bedeutet und dass dieses „Gute” jederzeit allen Raum füllt. Als ich das hörte, wurde ich böse. Was war denn „gut” an all dem, was ich in all den Jahren gelitten hatte? Was war „gut” daran, offiziell körperbehindert zu sein und im Alter von 35 Jahren als unheilbar zu gelten? Ich bekam die Wut! In meinem Kopf schwirrten eine Menge böse Gedanken herum.

Plötzlich trat jedoch eine Veränderung ein. Mein Denken wurde ganz still. Ich fühlte, wie die Schmerzen nachließen. Zuerst in meinem Bauch, dann in meinem Hals und danach in meinem Knien. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, in einem unterernährten, gekrümmten und schmerzenden Körper gefangen zu sein. Vielmehr hatte ich das Gefühl, ein distanzierter, stiller Beobachter zu sein, der ein zunehmendes Wohlgefühl wahrnahm. Dieses Wohlgefühl trat an die Stelle von ständigem Schmerz und Kranksein. Man kann es mit einem Eiswürfel vergleichen, der auf einem sonnigen Fensterbrett liegt und langsam schmilzt und seine Form verändert. Gleichermaßen veränderten sich in mir langsam die Schmerzen und die Starre und verloren ihre Form. Die jahrelange Starre, die mich gefangen gehalten hatte, wich. Ich war fassungslos.

Die einfachen Wahrheitsgedanken hatten meinen von Schmerzen gequälten Körper verändert und ich fühlte mich entspannt und leicht. Was dann geschah, schockte mich. Ich verließ den Vortragssaal mit großen, forschen Schritten, mit erhobenem Kopf, Brust heraus und ohne Schmerzen, ohne Müdigkeit oder irgendwelche Behinderung. Ich ging den ganzen Nachhauseweg zu Fuß — etwa anderthalb Kilometer — und kam dort überglücklich an, ganz erstaunt, was mit mir geschehen war.

Was war „gut“ daran, im Alter von 35 Jahren als unheilbar zu gelten? Ich bekam die Wut!

In der Nacht schlief ich wie ein kleines Kind und wachte morgens mit dem Gedanken auf, wie gut Gott ist. Gott war in der Tat „der Mittelpunkt und der Umkreis” meines Seins. Ich erinnerte mich auch noch an andere Gedanken, die ich auf dem Vortrag am Abend zuvor gehört hatte. Zum Beispiel Folgendes aus dem Anfangskapitel des Ersten Buches Mose: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.” Und dies: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.”

Plötzlich trat jedoch eine Veränderung ein. Ich fühlte, wie die Schmerzen nachließen.

Als ich aus dem Bett stieg, erhielt ich den nächsten Schock. Ich stand völlig aufrecht, anstatt das übliche Gefühl zu haben, gekrümmt zu sein, weil meine Beine verschieden lang waren. Meine Haltung war aufrecht, als ich barfuß dastand. Gerade, als ich mir dessen so richtig bewusst wurde, hörte ich die Worte: „Wir müssen uns völlig auf Gott verlassen, um das Gute zu erleben.” Es waren Worte, die mir vom Vortrag nicht bewusst im Gedächtnis geblieben waren. Sie kamen mit solcher Bestimmtheit, dass ich nicht an ihrer Wahrheit zweifelte. Ich musste gleich aus allen meinen linken Schuhen die Einlagen herausnehmen.

Dann packte mich das Verlangen, alles Nötige für ein normales Frühstück einzukaufen, Dinge wie Tee, Zucker, Milch, Getreideflocken, Brot, Butter und Honig. All das hatte ich seit sechs Jahren nicht mehr zu mir nehmen können. Ich aß ein wunderbares „normales” Frühstück ohne auch nur eine Spur von einer negativen Reaktion oder von Unverträglichkeit. Ich dachte damals, dass das eigentlich keine außergewöhnliche Veränderung war, sondern eine Rückkehr zur Normalität. Ich sollte eigentlich noch viel mehr erwarten können.

Zwei Tage später ging ich zu Fuß zu meinem ersten Gottesdienst in einer Christian Science Kirche. Ich fing an Wissenschaft und Gesundheit regelmäßig zu lesen, indem ich die wöchentliche Bibellektion im Christian Science Vierteljahresheft studierte.

Innerhalb von vier Wochen hatte ich etwa 25 kg zugenommen. Ich konnte alle Arten von Nahrungsmitteln essen und verdauen. Jeden Tag ging ich drei Kilometer zu Fuß und fuhr wieder Rad, wanderte und schwamm. Ich fühlte mich wie neugeboren und fing ein neues Leben an. Ich war mir bewusst, dass mein Leben von Gott kommt und mir nicht genommen werden kann. Es konnte nicht irgendwie beeinträchtigt werden oder von materiellen Umständen abhängig sein.

Ich hatte einen Christian Science Vortrag besucht, ohne irgendwelche Erwartungen zu hegen, und als ich wegging, hatte ich keine Körperbehinderung mehr. Ich hatte für den Rest des Lebens meine Freiheit erlangt.


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„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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