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Heilung in der Christlichen Wissenschaft: weder unerklärlich noch ein Wunder

Aus der November 2017-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 14. September 2017


Lange bevor ich die Christliche Wissenschaft kannte, öffnete ich einmal das Schiebefenster im Schlafzimmer. Die Gewichtsschnur riss und das Fenster fiel mit einem Ruck nach unten, wodurch mir beide Daumen eingeklemmt wurden. Ich versuchte, es mit dem Kinn wieder hochzuschieben, aber das ging nicht, denn das Fenster war viel zu schwer. Ich rief um Hilfe, aber ich war allein zu Hause und niemand hörte mich. Ich war völlig verzweifelt und rief aus tiefstem Herzen mit lauter Stimme: „Oh Gott, bitte hilf mir!“

Fast augenblicklich waren meine Daumen plötzlich frei. Erst hatten sie Dellen, doch die verschwanden schnell und es blieben keine Verletzungen zurück. Das war eine große Erleichterung, denn ich studierte damals Musik mit Hauptfach Klavier.

Geistiges Heilen ist wissenschaftlich begründet.

Ich verstand nicht, wie meine Hände befreit worden waren – es schien unerklärlich, wie ein Wunder als Antwort auf mein Flehen zu Gott. Wie vielleicht viele Leute hatte ich immer geglaubt, dass Gott gelegentlich heilend oder helfend auf der materiellen Ebene eingreift. Rückblickend verstehe ich, dass die Sache mit den Daumen ein Hinweis darauf war, dass wir alle in den Genuss von Gottes liebevoller Fürsorge kommen, wenn wir uns von ganzem Herzen an Ihn wenden, denn auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind, ist Gott ständig bei jedem von uns. Der Vorfall war ferner ein Hinweis auf die Substanzlosigkeit der Materie, denn sie hatte sich eindeutig nicht so verhalten, wie es nach der materiellen Gesetzgebung hätte sein müssen.

Jahre später, nachdem ich angefangen hatte, die Christliche Wissenschaft zu studieren, verstand ich, dass Gott Liebe ist, und: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18:27); ich lernte, dass die Materie tatsächlich substanzlos ist, denn in Wirklichkeit ist Substanz geistig, nicht materiell.

Ferner erfuhr ich, dass geistiges Heilen einer Wissenschaft – der göttlichen Wissenschaft – unterliegt, so dass ein scheinbares Wunder für den menschlichen Sinn in Wirklichkeit der natürliche Beweis ist, dass Gott, unser himmlischer Vater, für Seine Kinder sorgt. Gott kennt uns nur so, wie Er uns erschaffen hat – als Seine vollkommenen, geistigen Kinder –, und hält immerdar sorgsam Wache über uns. Diese auf der Bibel beruhende Wissenschaft wird von ihrer Entdeckerin Mary Baker Eddy in dem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift erklärt, wo wir lesen: „Das Wunder der Gnade ist kein Wunder für die Liebe. Jesus demonstrierte die Unfähigkeit der Körperlichkeit wie auch die unendliche Fähigkeit des Geistes und half dadurch dem irrenden menschlichen Sinn, seinen eigenen Überzeugungen zu entrinnen und in der göttlichen Wissenschaft Sicherheit zu suchen“ (S. 494).

Das Studium dieses Buches hat mir die Bedeutung von zwei unabhängigen Schöpfungsberichten im 1. Buch Mose gezeigt, und es war besonders erhellend zu erkennen, dass nicht beide wahr sein können, da sie gegenteilig sind. Der erste Bericht (im 1. Kapitel) besagt, dass Gottes Werk geistig, vollendet und sehr gut war. Der zweite Bericht (im 2. Kapitel) hingegen ist, wie wir in Wissenschaft und Gesundheit lesen, materiell und nicht geistig und hat den Zweck uns zu lehren, „niemals eine Lüge zu glauben“ (S. 540). Das bedeutet, dass das, was wir von einer materiellen Warte aus sehen oder erleben, nicht von Gott, Geist, gemacht wurde, denn Gott kann nichts schaffen, was dem Geist, Seiner eigenen Substanz, unähnlich ist; daher haben solche materiellen Konzepte keinerlei wirkliche Existenz.

Statt also das zu glauben, was die materiellen Sinne erklären, sollten wir tiefer blicken, auf die geistige Tatsache dessen, was unser lieber Vater-Mutter-Gott weiß und manifestiert. Das befähigt uns, in unserem eigenen Leben Beweise von dem Guten der Schöpfung Gottes zu erkennen.

Auf dieser geistigen Grundlage vollbrachte Christus Jesus viele Heilungen. Einige betrachten diese Werke als Wunder, doch ihnen lag das göttliche Prinzip zugrunde. Jesus sah den Menschen durch seinen gottgegebenen geistigen Sinn. Sein Verständnis von den geistigen Tatsachen des Seins zerstörte die Illusionen der materiellen Sinne, die den Menschen als Sterblichen darstellten – mit all den Ansprüchen von Krankheit und Sünde, die damit einhergehen.

Jesus heilte zum Beispiel einst einen Mann mit einer verdorrten Hand (siehe Markus 3:1–5). Mary Baker Eddy schreibt über diese Heilung: „Jesus beugte sich weder dem menschlichen Bewusstsein noch dem Augenschein der Sinne. Er achtete nicht der Schmähung: ‚Diese verdorrte Hand sieht sehr wirklich aus und fühlt sich sehr wirklich an‘, sondern er brachte dieses törichte Prahlen zum Schweigen und brach den menschlichen Stolz dadurch, dass er den materiellen Augenschein beseitigte“ (Die Einheit des Guten, S. 11). Wie beseitigte er ihn? Indem er den Menschen durch seinen gottgegebenen geistigen Sinn betrachtete.

Die ewige geistige Realität, die Jesus auf seine Weise bezeugte und bewies, kann von jedem von uns durch den geistigen Sinn erkannt werden, den Gott einem jeden von uns verliehen hat. Das hat nichts mit blindem Glauben zu tun. Es bedeutet, dass wir nach und nach lernen, wie und warum wir auf Gott vertrauen können, und auf einem wachsenden Verständnis vom wahren Wesen Gottes und Seiner vollkommenen Idee aufbauen − dem Menschen. Es befähigt uns, nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen Heilung zu finden und zu erfahren, dass solche Heilungen nichts Übernatürliches sind. Sie beseitigen Illusionen – falsche materielle Überzeugungen, die die Vollkommenheit des Menschen ins Gegenteil verkehrt zu haben schienen –, indem sie die wahre, von Gott verliehene Vollkommenheit des Menschen ans Licht bringen.

Wenn wir meinen, nichts als Sterbliche in einer materiellen Welt und getrennt von Gott zu sein, stehen uns möglicherweise unvermeidbare und unüberwindliche Probleme gegenüber.

Doch Er wird uns erhören, wenn wir Ihn in der Not anrufen, wie es ein Psalm ausdrückt (siehe 86:7). Wenn wir unseren Vater-Mutter-Gott von Herzen besser verstehen wollen, werden wir klarer erkennen, was wir in Wahrheit als geistige Schöpfung der göttlichen Liebe sind, und wir stellen fest, dass Gott fähig ist, uns aus materiellen Nöten zu befreien. Wir müssen also nicht auf Wunder hoffen; wir können uns auf diese Verheißung in den Psalmen verlassen: „Er hängt an mir, darum will ich ihn retten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn befreien und zu Ehren bringen (91:14, 15).

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 14. September 2017

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Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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