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Original im Internet

Stellen Sie keine Zusammenhänge her

Aus der Juni 2019-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 3. Mai 2019 im Internet.


Vor einigen Jahren hatte ich mit Schmerzen in den Beinen zu kämpfen, die bewirkten, dass ich weder bequem liegen noch problemlos sitzen und arbeiten konnte. Meine Gebete brachten keine dauerhafte Lösung, also rief ich einen anderen Christlichen Wissenschaftler an, um die Lage zu besprechen und vielleicht ein paar frische geistige Erkenntnisse zu erlangen.

Im Laufe unseres Gesprächs erwähnte ich mehrere Vorfälle, die mich belastet hatten, und äußerte meinen Verdacht, dass das körperliche Problem etwas damit zu tun haben könnte. Es war zwar legitim, diese Befürchtung anzusprechen, doch mein Bekannter führte mein Denken in eine völlig neue Richtung, als er sagte: „Stell keine Zusammenhänge her.“ Dann fügte er hinzu: „Diese Sachen stehen von sich aus in keinem Zusammenhang miteinander, also schaffe ihnen keinen.“

Da musste ich an Malbücher für Kinder denken, bei denen man Punkte durch eine Linie verbinden soll. Man hat ein weißes Blatt mit vielen kleinen Punkten vor sich, neben denen jeweils eine ebenso kleine Zahl steht. Ein Bild ist nicht zu erkennen, nur das Chaos unzusammenhängender Punkte ... bis man die Punkte sorgfältig miteinander verbindet. Dann ergibt sich nach und nach das Bild eines Bauernhofs, einer Zeichentrickfigur oder einer anderen Sache.

Bei dieser Analogie fiel mir sehr auf, dass die Punkte unbeweglich, geistlos sind, unfähig, sich selbst mit den anderen zu verbinden. Die Christliche Wissenschaft macht ähnlich deutlich, dass ein körperliches Symptom keine eigene Intelligenz hat und deshalb keinen Zusammenhang zu einem anderen Problem oder einer Krankheit herstellen kann; ebenso wenig haben Stress und Sorgen die Fähigkeit, körperliche Auswirkungen hervorzurufen. Ich erkannte nun das mentale Wesen dieser scheinbaren Verbindungen klarer und verstand besser, wieso ich mich weigern konnte, ein mentales „Bild“ von Krankheit und Behinderung nachzuzeichnen.

Durch den inspirierten Hinweis meines Bekannten, keinen Zusammenhang herzustellen, hörte ich Gottes heilenden Christus zu mir sagen: „Entscheide dich. Dein himmlischer Vater, allmächtiger Geist, gibt dir die göttliche Autorität, Ihn als die einzig wahre Wirklichkeit zu ehren – Seine Erhabenheit in der jetzigen Situation zu erklären und der Materie, dem sterblichen Gemüt und materiellen sogenannten Gesetzen jede Ursächlichkeit abzusprechen. Du kannst dich weigern, einer Sache Macht zuzuweisen, die gar keine hat.“

Meine Bekümmerung über die verschiedenen Faktoren, die mir als mögliche Ursachen der Schmerzen Sorgen bereitet hatten, nahm sehr ab. Auch wenn diese Faktoren nicht sofort aus der Welt geschafft waren, erkannte ich, dass sie keine ursächliche Macht hatten; sie konnten Krankheit weder hervorrufen noch verschlimmern.

An diesem und dem folgenden Tag fühlte ich mich immer, wenn die Suggestion aufkam, dass ein körperlicher oder emotionaler Faktor dem Problem zugrunde liegen könnte, durch die göttliche Inspiration gestärkt, meine Zustimmung zu verweigern. Zurückblickend kann ich sagen, dass ein Leugnen einer Ursächlichkeit der Schwierigkeit bedeutete, dass ich ihr quasi den Boden unter den Füßen entzog. Ich konnte erkennen, dass eine Krankheit ohne Ursache unfähig ist zu existieren – oder fortzudauern. Das körperliche Problem und die damit einhergehenden Symptome lösten sich während dieser beiden Tage völlig auf.

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Lehren der Christlichen Wissenschaft unendlich darüber hinausgehen, einem Lernenden die mentale Ursache der menschlichen Erfahrungen im Allgemeinen und von Krankheit im Besonderen zu erklären – so relevant dieser Punkt für die wirksame Praxis christlich-wissenschaftlichen Heilens auch ist. Mary Baker Eddy macht im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift,ferner klar, dass sterbliches, materielles Denken sich im menschlichen Körper manifestiert; ja, sie erklärt, dass der menschliche Körper „das unbewusste Substrat“ des sogenannten sterblichen Gemüts ist (siehe z. B. S. 409). Doch obwohl diese Beobachtung die allgemeine Überzeugung widerlegt, dass der menschliche Körper unabhängig vom menschlichen Bewusstsein funktioniert, liegt die wirkliche Offenbarung der Christlichen Wissenschaft darin, die geistige Funktion der Dinge zu erkennen.

Die Heilung von Schmerzen in meinen Beinen führte mich auf die vollständig geistige Prämisse der Christlichen Wissenschaft zurück: dass Gott die eine absolute, allmächtige, unendlich gute Ursache ist. Auf der Grundlage der inspirierten Botschaft der Bibel beschreibt Mrs. Eddy Gott in ihren Schriften als allmächtig, allgegenwärtig und allwissend. Diese Begriffe erschließen uns das geistige Verständnis von Gott als das allmächtige Gute, als allgegenwärtiges göttliches Leben und göttliche Liebe und allwissende göttliche Intelligenz. Gott – göttlicher, unendlicher Geist – teilt sich Seine Macht weder mit Materie noch mit dem sogenannten sterblichen Gemüt. Sie existieren auch nicht als geringere Kräfte, die sich irgendwie Teilen Seiner Schöpfung bemächtigen und die Gesundheit und Harmonie Seiner Kinder unterminieren können.

Einfach ausgedrückt, ist Gott das einzige Gemüt, und dieses Gemüt, dieser Geist, schließt jede andere Ursache, Substanz, Macht, Gegenwart und jedes andere Gemüt aus. Jeder von uns ist als Kind Gottes das Ergebnis dieser unendlich guten Ursache. Das bedeutet, dass unser wahres Sein geistig ist, dass es ausschließlich innerhalb des göttlichen Gemüts funktioniert und die weise und unfehlbare Führung manifestiert. Alles, was mit uns als geistigem Ausdruck des Gemüts zusammenhängt, ist harmlos, nützlich, harmonisch und empfänglich für das wohltätige Gesetz von Leben, Wahrheit und Liebe. Wir sind nicht die physischen Körper, die die materiellen Sinne wahrnehmen – selbstbestimmenden physikalischen und psychologischen Faktoren ausgesetzt, vom göttlichen Gemüt weder erschaffen noch erkannt.

Ich mich konnte weigern, ein mentales „Bild“ von Krankheit nachzuzeichnen.

Obwohl wir versucht sein mögen, menschlich zu verstehen, was ein Leiden hervorgerufen haben könnte, werden solche Versuche – insofern als sie auf persönlichem Einsatz und Furcht über eine Situation beruhen – sich ohne Zweifel als nutzlos erweisen. Sie werden uns auf keinen Fall die wahren Tatsachen über unser Dasein vermitteln oder dauerhafte Heilung bewirken. Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft enthält folgende weise Erkenntnis von Mrs. Eddy: „Wir können das Wesen und die Qualität der Schöpfung Gottes nicht dadurch ergründen, dass wir in die Untiefen einer sterblichen Auffassung eintauchen.“ Und dann wendet sie den Leser einer erfolgreicheren Herangehensweise zu: „Wir müssen unseren zaghaften Flugversuchen – unseren Bemühungen, Leben und Wahrheit in der Materie zu finden – die entgegengesetzte Richtung geben und uns über das Zeugnis der materiellen Sinne erheben, über das Sterbliche zur unsterblichen Idee Gottes. Diese klareren, höheren Anschauungen inspirieren den Gott-ähnlichen Menschen, den absoluten Mittelpunkt und Umkreis seines Seins zu erreichen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 262).

Wenn wir nach Heilung streben, wird nichts Kompliziertes von uns verlangt, doch wir dringen damit bis zum Kern der Mission des Meisters vor. Wir müssen kindlich sein, wie Christus Jesus uns empfahl, und den heilenden Christus, die Wahrheit, in unser Bewusstsein einlassen, die wahre Idee von Gott und dem Menschen, die Jesus unvoreingenommen annahm und bei seinen Heilungen verdeutlichte. Wir müssen die Bereitschaft und die Demut haben, die geistigen Tatsachen unseres Seins so umfassend wie nur möglich zu akzeptieren, selbst wenn das Bild der Krankheit in dem Moment für die Sinne noch vorhanden ist. Furcht, Sünde und Disharmonie treten vom Bewusstsein zurück, das ganz mit der göttlichen Wahrheit alliiert ist; und sie werden letztendlich vertrieben, wenn die gottgegebene geistige Erkenntnis die Übermacht gewinnt und in unserem Denken wächst.

Wenn uns klar wird, dass etwas in unserem Bewusstsein oder Charakter geheilt oder berichtigt werden muss, wird Christus, Wahrheit, uns den Irrtum als unwirklich und machtlos offenbaren und nicht als wirkliche und dauerhafte Ursache von Krankheit, mit der wir uns irgendwie abfinden müssen. Ja, Wahrheit erklärt die Tatsache, dass sündige Neigungen – Egoismus, Sinnlichkeit, Wut – keine Verbindung zu unserer wahren, geistigen Identität haben oder je hatten. Dieses Verständnis zerstört Sünde und befreit uns, damit wir die Reinheit und gottgeführte Selbstkontrolle, die uns als Gottes Kindern natürlich innewohnt, besser ausdrücken können.

Als die Söhne und Töchter Gottes wurden Sie und ich schlicht und einfach nie von einer Phase der Sterblichkeit berührt. Wir waren niemals Teil einer herzlosen Aufrechnung, nach der ein irriges sterbliches Gemüt einem verletzlichen Körper seine eigenen Phänomene namens Sünde, Krankheit und Tod aufdrängt. Die „wissenschaftliche Erklärung des Seins“ im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft sagt unzweideutig: „Alles ist unendliches Gemüt und seine unendliche Manifestation, denn Gott ist Alles-in-allem“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 468). Innerhalb der Allheit des göttlichen Gemüts und seiner unendlichen Manifestation gibt es buchstäblich keine Zusammenhänge zwischen einer materiellen Ursache und einer Wirkung herzustellen!

Durch Gebet erkennen wir unseren klaren Weg aus der Validierung von Problemen heraus, die dadurch kommt, dass wir ihnen einen Grund für ihre Existenz und Fortdauer zugestehen. Gott gibt uns die Gnade und Überzeugung, Ihn als die einzige Ursache und Bedingung unseres Daseins zu ehren. Dann stellen wir fest, dass das geistige Licht, das wir so dringend brauchen, bereits zur Hand ist und es längst war, weil Gott es ja bereitstellt. Und wir treten ganz natürlich in die heilige Erfahrung einer christlichen Heilung ein.

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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