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Original im Internet

Gibt es für jeden ein Zuhause?

Aus der November 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 17. August 2020 im Internet.


In Ballungsgebieten gehört Wohnraum zu den wertvollsten – und vielfach kaum verfügbaren – Dingen. Vielen Menschen in Ballungsgebieten weltweit mangelt es an einer sicheren Behausung. Überhöhte Preise tragen zur Obdachlosigkeit bei. Schnell wachsende Städte wie Mexiko City, Tokio, Johannesburg und Shanghai haben kaum noch freie Flächen, und in Städten wie London, Berlin und San Francisco sind die Mieten in den letzten zehn Jahren ins Unermessliche gestiegen.

Diese Probleme lassen sich nicht beschönigen. Sie erfordern enorme Anteilnahme, gemeinsamen Einsatz und echtes Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller auf unserem schönen Planeten. Doch eine Lösung ist bereits vorhanden, die hier und jetzt erschwinglich, erreichbar und zuverlässig ist, und zwar, dass es immer eine Lösung gibt.

Das mag anmaßend klingen, ist es aber nicht. Wir können inniglich vertraut mit dem Prinzip des unsterblichen Lebens – Gott – werden. Auf diese Weise können wir mit Autorität an die Ansprüche eines sterblichen Verständnisses vom Leben und die Tendenz herangehen, alles gänzlich materiell darzustellen. 

Fakt ist, dass es ein göttliches Gemüt, Gott, gibt, und dieses Gemüt ist das Bewusstsein und Leben des Universums, einschließlich des Menschen. Dieses Gemüt ist nicht außerhalb oder abseits von uns, sondern gegenwärtig, wohltätig und enthält all das Wissen und Verständnis, die Weisheit und Erkenntnis, die Ideen und Lösungen, die die Schöpfung des Gemüts widerspiegeln.

Dieses Gemüt drückt sich selbst unendlich aus, während ich dies schreibe. Mary Baker Eddy offenbart der Menschheit in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Das unendliche Gemüt erschafft und regiert alles, vom mentalen Molekül bis zur Unendlichkeit. Dieses göttliche Prinzip von allem bringt durch Seine ganze Schöpfung hindurch Wissenschaft und Kunst sowie die Unsterblichkeit des Menschen und des Universums zum Ausdruck. Die Schöpfung erscheint immer, und aufgrund der Natur ihrer unerschöpflichen Quelle muss sie immer weiter erscheinen. Der sterbliche Sinn kehrt dieses Erscheinen um und nennt Ideen materiell“ (S. 507).

Das menschliche Denken neigt jedoch dazu, sich gegen Veränderungen zu wehren, sogar gegen progressive Ideen, die vom göttlichen Gemüt ausgehen. Galileo zeigte einst den Widerstand gegen Veränderungen anhand der Weigerung einiger, durch sein Teleskop zu blicken. In einem Brief an Johannes Kepler 1610 berichtete er von Personen, die seine Befunde bewerten sollten – darunter, dass der Planet Jupiter große Satelliten (Monde) hat und dass unser Mond Berge und Täler hat wie die Erde. In diesem Brief drückt Galileo seine große Verwunderung über diejenigen aus, die sich weigerten, durch das Teleskop zu schauen, um sich selbst ein Bild zu machen. Er hatte 1609 ein besseres Teleskop gebaut, um seinem Verlangen gerecht zu werden, den Kosmos zu verstehen. Abgesehen von den historischen Auswirkungen enthalten Galileos und Keplers Entdeckungen eine geistige Botschaft für uns heute: Sind wir bereit, mit einem ehrlichen, vielleicht kindlichen geistigen Staunen über eine größere Welt – ja, einen ganzen Kosmos – durch das mentale Teleskop zu blicken?

Es macht einen enormen Unterschied, wenn das menschliche Denken bereit ist, eine höhere Warte einzunehmen und ausschließlich von der göttlichen Liebe beeinflusst zu werden. Es gibt einen Weg dahin.

Vor einigen Jahren versuchten mein Mann und ich, die richtigen Käufer für unsere Eigentumswohnung zu finden, während wir gleichzeitig nach einer neuen suchten. Dies spielte sich in Berlin ab, einer Stadt mit lebendiger Kultur, die seit dem Fall der Mauer zu den besten Städten der Welt für Start-up-Unternehmen gehört. Wir fanden, dass die Käufer gut zu den wundervollen Mitbewohnern im Haus passen sollten, das hauptsächlich von jungen Familien bewohnt war. Viele Käufer boten die richtige Summe, doch wir fanden, dass die Wohnung an eine Familie mit kleinen Kindern gehen sollte. Während die Wochen vergingen und weder die richtigen Käufer noch eine halbwegs passende Wohnung für uns zu erkennen war, baten wir einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft, mit uns zu beten. Daraufhin begann sich die Lösung zu entfalten.

Wir wurden ermutigt, uns von unserer begrenzten Situation abzuwenden und an das Konzept von Heim in der Bibel zu denken. Eine besonders inspirierende Geschichte war die der Frau aus Schunem. Dort bereitet eine geistig gesinnte Frau einen Platz für den Propheten Elisa, der in zeitlichen Abständen in ihr Dorf kommt. Sie sagt zu ihrem Mann: „Ich merke, dass dieser, der regelmäßig hier vorbeikommt, ein heiliger Mann Gottes ist. Lass uns ihm ein kleines gemauertes Obergemach machen und ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter hineinstellen, damit er dort einkehrt, wenn er zu uns kommt“ (2. Könige 4:9, 10).

Diese Geschichte zeigt göttliche Wahrnehmung und geistige Erleuchtung. Mein Mann und ich fühlten uns auf zweierlei Weise ermutigt. Erstens verstanden wir, dass es von großer Wichtigkeit ist, geistiges Licht bereitzustellen und leuchten zu lassen. Für uns bedeutete dies, das Licht der göttlichen Liebe wahrhaft in unserem Bewusstsein leuchten zu lassen. Es ist etwas wundervoll Bescheidenes und Sanftmütiges damit verbunden, ein mentales Licht hochzuhalten. Es ist ein Zeichen und eine Bereitstellung der Anziehung des Guten und macht das Gute auf konkrete Weise sichtbar. Der Leuchter sollte dem Propheten Licht spenden, und wir freuten uns darauf, unser geistiges Verständnis so klar leuchten zu lassen, dass das, was wir zu bieten hatten, sichtbar werden würde.

Zweitens erkannten wir, dass wir selbst geistig nach dem Licht Ausschau halten mussten. Wir bemühten uns bewusst, keine geistige Idee, keine Inspiration von Gott zu übersehen. Geistiges Verständnis ist dieses Licht des Leuchters. Ich schloss alle in meine Gebete ein, die kein Heim hatten, Flüchtlinge, arme und verlassene Menschen ohne Ortsbindung, und ging Obdachlosigkeit als Irreführung an, die von der Geborgenheit der Liebe ausgeräumt wird. Niemand ist ausgeschlossen.

Im Buch Jesaja lesen wir: „Mache dich auf, werde licht! Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn sieh, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Nationen werden zu deinem Licht kommen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir“ (60:1–4).

Wir nahmen die zweifache Wirkung der Liebe wahr: Einerseits führt ein Licht nach Hause und andererseits sind wir fähig, dieses Licht, das jeden zu einem Zuhause führt, zu erkennen. Der geistige Sinn ist unsere natürliche Fähigkeit, Geist zu verstehen – den Willen der göttlichen Liebe zu fühlen und zu erkennen. Er ist für die Anziehung der Liebe empfänglich und macht Liebe sichtbar.

Nachdem unsere Hingabe an die Planung der Liebe ehrlich und aufrichtig geworden war, fand sich eine wundervolle Familie für unser Haus. Das Ehepaar war interessanterweise im Bereich Menschenrechte engagiert und brachte Großeltern mit, die mit einziehen sollten. 

Doch kurz bevor wir den Vertrag unterschreiben sollten, war ich von Traurigkeit darüber ergriffen, das langjährige Heim unserer Familie zu verlassen. Eine Bemerkung von meinem Mann trocknete meine Tränen: „Wir verlassen nicht unser Heim, Schatz; wir verkaufen nur eine Wohnung.“ Das Licht der göttlichen Liebe scheint immerzu, und damit waren meine Zweifel ein für alle Mal ausgeräumt. Ich hatte nie wieder das Gefühl, dass ich mein Zuhause verlassen oder verlieren könnte.

Nun war ein Teil der Gleichung abgeschlossen, doch wir hatten immer noch keine Wohnung für uns. Mein Mann und ich zogen uns ans Meer zurück, um ganz still zu sein, zu lauschen und zu beten. Nach dem dritten Tag klappte mein Mann energisch seine Bibel zu und erklärte, dass wir nicht suchen, sondern finden müssen. Wir packten unsere Sachen, stiegen ins Auto und fuhren zurück in die Stadt.

Wir waren kaum eine Stunde auf der Autobahn, als mein Telefon klingelte. Eine Maklerin erzählte uns von einem neuen Objekt, das gerade auf den Markt gekommen war, und wir fuhren direkt hin, um ein wunderschönes Wohnhaus von vor dem Ersten Weltkrieg in einem historischen Stadtteil zu besichtigen. Es musste umfassend saniert und renoviert werden, doch wir konnten uns ein Leben dort vorstellen und stimmten sofort einem Kauf zu. Später erfuhren wir, dass diese Wohnung jahrzehntelang mit klassischer Musik erfüllt war, und das gefiel uns sehr. Sie ist ein Ort der Heilung, des Friedensschaffens; hier wird Bedarf gestillt und Liebe ausgedrückt, und wir finden ständig neue Möglichkeiten, den Platz zu nutzen, um uns und anderen Trost und Freude zu spenden.

Diese Erfahrung hat mich unter anderem gelehrt, die ganze menschliche Familie in meine Gebete für jedes Problem einzuschließen. Jede Demonstration der göttlichen Gesetze ist eine Demonstration für alle Menschen, denn sie demonstriert das universale göttliche Prinzip des Seins. Sie hat mich ferner die Demut gelehrt, über Begrenzung hinaus auf eine höhere Sichtweise zu schauen und Zweifel, mentale Faulheit, Negativität und Furcht von vornherein anzugehen. Diese Erfahrung hat mein Selbstvertrauen und meine Fähigkeit gestärkt, die Gesetze der göttlichen Wissenschaft zu demonstrieren.

Jetzt erlebe ich auch in anderen Bereichen, dass es machtvoll ist, einen mentalen Leuchter (das Verkünden der Nachfrage) aufzustellen und gleichzeitig nach der Antwort (dem Angebot) Ausschau zu halten. Das ist keine Theorie, sondern das Ergebnis ehrlichen, beharrlichen Gebets und Lauschens. Gottes Liebe stellt die Inspiration für beides bereit – wie man den Bedarf kenntlich macht und wie man darauf eingeht und ein Angebot findet.

Und – gibt es für jeden ein Zuhause? Ja, es gibt für alle einen Platz, unabhängig von den menschlichen Umständen, und es gibt für jeden neuen Schritt einen Wegweiser. Christi Jesu Bergpredigt ist heute so relevant wie vor Jahrtausenden: „Glückselig sind, die Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Glückselig sind die Sanftmütigen; denn sie werden die Erde besitzen. Glückselig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden“ (Matthäus 5:4–6).

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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