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Original im Internet

FÜR JUNGE LEUTE

Wenn man an seine Grenzen stößt

Aus der September 2021-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 5. April 2021 im Internet.


Das Mädchen auf dem Bildschirm stieß einen Schrei aus. In der fiktionalen Online-Reihe, die ich mir ansah, war sie eine von acht Teenagern, die auf einer verlassenen Insel gestrandet waren – und sie war eindeutig an ihre Grenze gestoßen.

In ihren Schreien hörte ich ein Echo von echten Hilferufen, die ich in den vergangenen elf Monaten gehört habe. So viele Jugendliche, die ich kenne, meinen, an ihre Grenzen zu stoßen. Und im Moment scheint eine „Rettung“ nicht mal in Sicht zu sein – jedenfalls nicht, wenn man auf das Ende der Pandemie wartet oder hofft, zur Normalität zurückzukehren.

Doch ist es das, worauf wir warten? Ist der Countdown zur „Normalität“ das Einzige, was uns bei Verstand hält?

Ich bekam eine interessante Antwort, als ich mir diese Fragen zu einem Zeitpunkt stellte, an dem ich selbst das Gefühl hatte, bald zu platzen. Sie lautete: Die Lösung dafür, an deine Grenze zu stoßen, ist das Verständnis, dass es keine Grenzen gibt.

Hätte ein Mensch mir diese Worte gesagt, hätte ich vielleicht gemeint, er würde meinen „Ich kann nicht mehr“-Augenblick nicht ernst nehmen. Und wie bei allen Problemen und Augenblicken, bei denen es um unsere seelische Gesundheit geht, müssen wir uns diesen tiefen, schwierigen Gefühlen stellen, statt sie unter den Teppich zu kehren. Doch die Botschaft, die ich beim Beten um Hilfe bekam, brachte mir solch ein Gefühl von Sicherheit und Frieden, dass ich mich gleichzeitig ernst genommen und geheilt fühlte. Und ich wusste, dass etwas Wichtiges passierte, das über meine eigene persönliche Rettung hinausging: Gott zeigte mir eine Möglichkeit, wie wir für jeden – uns eingeschlossen – beten können, der das Gefühl hat, es bald nicht mehr aushalten zu können.

Das Konzept, an seine Grenzen zu stoßen, entsteht aus einem im Gehirn verankerten Paradigma, bei dem jeder Mensch ein eigenes Gemüt hat, das durch Trauma und Kurzschlüsse verletzt werden kann. In diesem Szenario haben wir sehr wenig Kontrolle über die Gedanken und Gefühle, die auf uns einstürzen, oder unsere Reaktion darauf. Wir stoßen an unsere Grenzen, denn das passiert, wenn man oder etwas zu sehr beansprucht wird.

Wenn das Universum wirklich so wäre, dann würde jeder übermenschliche Kräfte brauchen, um durchs Leben zu kommen. Doch mein Studium der Christlichen Wissenschaft hat mich gelehrt, dass dieses Konzept von unserer Welt als fragil und schmerzhaft nicht der Wirklichkeit entspricht. Und wenn wir unser Universum aus anderer Sicht betrachten, können wir unser Leben – und sogar unsere Probleme – anders wahrnehmen.

Und wie sieht diese andere Sichtweise aus? Sie zeigt die Wirklichkeit als geistig – als vollständig gut, von Gott regiert und erhalten. Sie gründet sich auf ein Verständnis, dass es nicht etliche Gemüter gibt, sondern ein Gemüt – das göttliche Gemüt, Gott. Da dieses Gemüt gleichzeitig der erhaltende Unendliche ist (siehe Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. vii), kann es weder überladen sein, zusammenbrechen, Kurzschlüsse erleiden noch an Grenzen stoßen. Es hat Eigenschaften wie Stabilität, Dauer, Frieden, Hoffnung, Vollständigkeit und Standhaftigkeit.

Die Bibel beschreibt es so: „Ich weiß genau, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben“ (Jeremia 29:11).

Die Gedanken, die das Gemüt uns eingibt, sind also nicht überwältigend und angsterfüllt. Es sind gute, friedvolle, intelligente Gedanken, denn Gemüt ist gut und Intelligenz. Und obwohl es vielleicht so klingt, als ob Gemüt uns diese Gedanken von irgendwo „da draußen“ schickt, ist dieses Gemüt hier und jetzt unser Gemüt. Da es das einzige ist, muss es auch unseres sein. Gemüt und seine Idee – wir – sind eins.

Das mag abstrakt klingen, doch es liegt Kraft in dem Gebet, das das göttliche Gemüt als unser einziges Gemüt und Gottes Gedanken als unsere Gedanken anerkennt. Ich habe festgestellt, dass wir, wenn wir in dieser Weise beten, die Kraft erhalten, die belastenden, überladenden dunklen Gefühle als grundlegend unrechtmäßig abzuweisen und auszuschließen – als ohne Ursprung und ohne Besitzer. Wir werden darin unterstützt, uns gegen den Strudel aus Burnout, Angst und Depressionen zu wehren, auf den wir kopfüber zuzusteuern scheinen, und ihn anzuhalten.

Und wir können auch auf klare und überzeugende Weise wissen, dass es keine Grenzen für uns gibt. Nicht, weil alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern weil unsere Rettung mit einer neuen Sichtweise kommt – durch die Entdeckung, dass wir nicht verzweifelt an unserem letzten Rest Verstand festhalten, denn Gemüt, das unaufhörlich stabil und sicher ist, führt uns aus Liebe zu der Erkenntnis, dass wir längst in Sicherheit sind.

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– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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