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Herzlich willkommen in unserem Lesezimmer

Aus der September 1979-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft


Eine Frau stand fröstelnd im Regen an einer Bushaltestelle. Ob dieser Bus wohl kommt? Sie wurde auf ein beleuchtetes Schaufenster aufmerksam, in dem Bücher und Zeitschriften einladend ausgelegt waren. Im Hintergrund sah man Stühle, Tische und noch mehr Bücher, und Leute, die gemütlich im Warmen saßen und lasen.

„Wie gern würde ich für einige Minuten hineingehen“, dachte die Frau. „Doch ich kann nicht. Es ist ein Lesezimmer der Christlichen Wissenschaft, und ich bin kein Christlicher Wissenschafter.“ So blieb sie also auf der Straße stehen.

Warum hatte sie die Worte an der Tür „Alle sind herzlich willkommen“ nicht gesehen? Weshalb hatte sie die Einladung nicht gespürt, die an alle Vorübergehenden gerichtet war? Hätte sie sie gefühlt, würde sie wahrscheinlich nicht nur nicht mehr gefroren und allein in dem kalten Wetter auf der Straße gestanden haben. Möglicherweise hätte sie etwas davon verstanden, was es bedeutet, „der Gast Gottes“ zu sein, der stets in der Gegenwart der Seele daheim ist, von der Fürsorge der göttlichen Liebe umgeben und von der Harmonie des Himmels berührt wird. Sie hätte vielleicht einen Freund gefunden, den Freund, der die ganze Menschheit tröstet, der hanget „fester an als ein Bruder“ Spr. 18:24;. Vielleicht hätte sie etwas von der Macht des Christus verstehen gelernt, der wahren Idee Gottes, die den Weg für uns öffnet, damit wir an dem großen Segen teilhaben können, der täglich und stündlich von unserem himmlischen Vater zum Segen aller Seiner Kinder ausströmt.

Die Einladung, in ein Lesezimmer der Christlichen Wissenschaft zu kommen, sollte so von der Wärme der göttlichen Liebe durchdrungen sein, daß Einwände dagegen null und nichtig gemacht werden. Christus Jesus erwähnte in seinem Gleichnis von dem großen Abendmahl, daß der Gastgeber zu seinem Diener sagte, er solle die Leute auffordern, hereinzukommen (s. Luk. 14:16–23). Es wird von allen Bibliothekaren und ihren Mitarbeitern verlangt, solch eine geistige Atmosphäre im Lesezimmer zu schaffen, daß sich alle hineingezogen fühlen, die für die Christus-Idee empfänglich sind. Und auch im Lesezimmer selbst sollten alle den Segen spüren, auf den Mrs. Eddys Worte hindeuten: „Pilgrim auf Erden, deine Heimat ist der Himmel; Fremdling, du bist der Gast Gottes.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 254;

Vor fast achtzig Jahren erteilte Mrs. Eddy den Auftrag, in Boston das erste Lesezimmer zu gründen. Im Laufe vieler Jahre hatte sie erkannt, daß die Lesezimmer ein wirkungsvolles Mittel wären, um die heilende Wahrheit einer größeren Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Und mehrere Zweigkirchen hatten bereits solche Räume eröffnet. Nun schrieb sie mit Nachdruck an den Vorstand der Christlichen Wissenschaft: „Gott donnert noch einmal in eure Ohren: ,Eröffnet ein Lesezimmer in Boston, in dem Stadtteil, wo die Menschen am ehesten geneigt sind, hineinzugehen.‘ “ Christian Science Sentinel vom 17. Juli 1943, S. 1267;

Der Grundstein zu diesem Schritt war bereits gelegt worden, denn unsere Führerin hatte schon eine neue Satzung aufgestellt, wonach es für jede Kirche zur Pflicht wurde, ein Lesezimmer zu unterhalten. Darin legte sie ebenfalls fest, daß die Räume günstig gelegen sein sollten. Sie ordnete an, daß die Bibliothekare Der Mutterkirche hingebungsvolle Christliche Wissenschafter sein müssen, die eine gute Bildung besitzen und von schlechten Gewohnheiten frei sind. Später fügte sie einen Abschnitt über die im Lesezimmer zulässige Literatur hinzu, in dem sie deutlich darauf hinwies, daß alles, was in diesen von den Kirchen unterhaltenen Räumen verkauft oder ausgestellt wird, zum Verständnis der reinen Christlichen Wissenschaft beitragen muß.

Die Lesezimmer entsprangen dem überwältigenden Verlangen unserer Führerin, der nach geistigem Verständnis hungernden und dürstenden Menschheit zu helfen. Sie erkannte diese Notwendigkeit, und im Gebet wurde ihr gezeigt, was sie tun mußte, um den Menschen die heilenden Ideen der Wahrheit zugänglich zu machen. Unsere Lesezimmer haben ihren Ursprung in der göttlichen Liebe. Und sie werden heute ihren Zweck in dem Maße erfüllen, wie bewiesen wird, daß ihre Tätigkeit von der göttlichen Liebe inspiriert ist. Die Kirche kann nur dann ihre Aufgaben erfüllen und nützlich sein, wenn die Mitglieder, die die Kirchentätigkeiten weiterführen, göttliche Liebe widerspiegeln. Läßt man es an dem Geist der Wahrheit und Liebe in einem Lesezimmer fehlen, wird es die Menschen ebensowenig inspirieren, wie ein kalter pragmatischer Vortrag über den Maisanbau ein verhungerndes Kind speisen könnte. „Liebe zu Gott und dem Menschen ist der wahre Ansporn zum Heilen wie zum Lehren“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 454;, schreibt Mrs. Eddy.

Für diejenigen, die in unseren Lesezimmern arbeiten, ist das Wichtigste, Liebe zum Ausdruck zu bringen. Sie ist das wahre „Willkommen“-Schild an der Tür, die Substanz des hellen Lichts im Schaufenster und der harmonischen, geistigen Atmosphäre, die das ganze Jahr hindurch die Gemeinschaft mit Gott fördert. Aber nicht nur wer im Lesezimmer tätig ist, sondern alle Mitglieder der Kirche, die es unterhält, tragen durch ihre Liebe zu Gott und dem Menschen zu seiner Wirksamkeit bei. Sie alle sorgen gemeinsam dafür, daß ihr Lesezimmer gut besucht wird und dem Besucher Erleuchtung bringt, indem sie es selbst besuchen und in ihren Gebeten anerkennen, daß es ein Ort ist, wo sich die geistige Wahrheit offenbart und als Folge davon der Irrtum verschwindet.

Die Notwendigkeit, die mentale Atmosphäre in den Lesezimmern rein zu erhalten, wird im Kirchenhandbuch durch die Satzung mit der Überschrift „Verhaltungsmaßregel“ hervorgehoben: „Kein leeres Geschwätz, kein Verleumden, kein Unfug, keine üble Nachrede darf geduldet werden.“ Handbuch Der Mutterkirche, Art. XXV Abschn. 7; In Berücksichtigung dieser Regel achten die Bibliothekare darauf, daß im Lesezimmer möglichst nicht über Symptome des Bösen oder von Krankheit irgendwelcher Art gesprochen wird.

Im Mittelpunkt der Tätigkeit des Lesezimmers stehen die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy. Daneben können viele andere Bücher und Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft, einschließlich des Christian Science Monitors, gelesen und gekauft werden. Sie alle sind von Bedeutung und erfüllen ihren individuellen Zweck. Doch das Lehrbuch steht mit Ausnahme der Bibel an höchster Stelle. Wissenschaft und Gesundheit ist tatsächlich das einzige Buch, das von unserer Führerin im Kirchenhandbuch unter der Überschrift „Lesezimmer“ erwähnt wird, und wir sollten niemals das Gefühl der Ehrfurcht vor dem Lehrbuch und der darin geoffenbarten Wahrheit verlieren.

Tausende von Menschen sind im Laufe der Jahre lediglich durch das Lesen von Wissenschaft und Gesundheit sowohl von seelischen als auch physischen Disharmonien geheilt worden. Kein anderes Buch oder Faltblatt, keine andere Broschüre oder Zeitschrift kann den Platz dieses einzigartigen Buches einnehmen. Und kein anderes Buch ist zu seiner Einführung nötig. Außer in Englisch und in Blindenschrift (nur englisch) ist es zur Zeit in vierzehn Sprachen erhältlich; es bietet allen, die seine befreiende Botschaft brauchen, Erlösung von den Begrenzungen und Disharmonien des Materialismus. Wenn die Kirchenmitglieder die Botschaft des Christus pflegen, sie leicht zugänglich machen und ernsthaft danach verlangen, die empfängliche Menschheit durch sie gesegnet zu sehen, werden immer mehr Menschen bereit sein, in das Lesezimmer zu kommen, um Trost und Heilung zu finden.

Das Willkommen des Christus ist die Liebe Gottes, die sich in einer allumfassenden Liebe zur Menschheit ausdrückt. „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquikken.“ Matth. 11:28. Die Verheißung Christi Jesu wird dort am besten erfüllt, wo man am hoffnungsfreudigsten an sie glaubt und wo man liebevoll anerkennt, daß sie der ganzen Menschheit gilt.

Wenn Mitglieder, die diese Liebe zum Ausdruck bringen, im Lesezimmer tätig sind und es unterstützen, kann jemand, der Trost sucht und für die geistige Botschaft der Christlichen Wissenschaft bereit ist, nicht einfach an ihm vorübergehen, es ignorieren oder befürchten, daß er unerwünscht sein könnte. Wenn er hineingeht, wird er sich sofort zu Hause fühlen und spüren, daß man ihm Liebe entgegenbringt, und er selbst wird von Liebe erfüllt sein. Der Sauerteig der Wahrheit beginnt unverzüglich, im menschlichen Denken erhebend und vergeistigend zu wirken, und mit diesem Erwachen zur steten Gegenwart der göttlichen Liebe tritt Heilung ein.

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Die Mission des Herold

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der wahrheit zu verkünden ...“

– (Mary Baker Eddy, Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 353)

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